Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Policey-Wissenschaft 2 Abschnitt,
§. 89.
Belonderer
Vorschlag
zu diesem.

Aus diesem folgere ich diese Policey-Regel: Es
ist nüzlich, wenn man in den Schulen dahin
die Veranstaltungen macht, daß die Lehrer so
wohl in der äusserlichen Ehre, als auch in der
Besoldung nach und nach anwachsen können.

§. 90.
Allgemeine
Folge aus
dem erklär-
ten.

Jst dieses, was wir bis hieher von der Einrichtung
der Schulen abgehandelt haben, gegründet, so wird
man uns auch folgenden Satz verwilligen müssen:
Alle Lehr-Aemter in den Schulen müssen, so
viel es immer möglich ist, mit Gelehrten bese-
tzet werden. Solte aber das nicht möglich
seyn, so müssen doch wenigstens Gelehrte die
Aussicht haben.
Denn ist die von uns beschriebene
Einrichtung gegründet, so ist es auch gewiß, daß bey
dem Schul-Wesen unendlich viele Hindernisse kommen
können, welche die Erreichung ihrer Absicht unmög-
lich machen. (§. 75 und folg). Je wichtiger eine
Sache ist, und je mehrere Hindernisse vorkommen
können, desto mehrere Mühe muß man anwenden, die
Hindernisse zu entdekken, und ihre Würksamkeit zu
entkraften. Man verbinde dieses mit dem Begriffe
von einem Gelehrten (§. 66.) und man wird uns
leicht den von uns angenommenen Satz verwilligen.

§. 91.
Besondere
Vorsicht der
Policey in
Absehen auf
die Schulen.

Dieß giebt der Policey Bewegungs-Gründe:
Einmahl, bey der Besetzung der Priester-Dienste
auf dem Lande, auf einen besondern Punkt zu sehen.
Dieser ist beynahe der einzige Gelehrte auf dem Lande.
Hier ist eine Schule, die oft sehr fehlerhaft (§. 76.).
Wer soll die Aufsicht haben. Einen besonderen

Auf-
Der Policey-Wiſſenſchaft 2 Abſchnitt,
§. 89.
Belonderer
Vorſchlag
zu dieſem.

Aus dieſem folgere ich dieſe Policey-Regel: Es
iſt nuͤzlich, wenn man in den Schulen dahin
die Veranſtaltungen macht, daß die Lehrer ſo
wohl in der aͤuſſerlichen Ehre, als auch in der
Beſoldung nach und nach anwachſen koͤnnen.

§. 90.
Allgemeine
Folge aus
dem erklaͤr-
ten.

Jſt dieſes, was wir bis hieher von der Einrichtung
der Schulen abgehandelt haben, gegruͤndet, ſo wird
man uns auch folgenden Satz verwilligen muͤſſen:
Alle Lehr-Aemter in den Schulen muͤſſen, ſo
viel es immer moͤglich iſt, mit Gelehrten beſe-
tzet werden. Solte aber das nicht moͤglich
ſeyn, ſo muͤſſen doch wenigſtens Gelehrte die
Auſſicht haben.
Denn iſt die von uns beſchriebene
Einrichtung gegruͤndet, ſo iſt es auch gewiß, daß bey
dem Schul-Weſen unendlich viele Hinderniſſe kommen
koͤnnen, welche die Erreichung ihrer Abſicht unmoͤg-
lich machen. (§. 75 und folg). Je wichtiger eine
Sache iſt, und je mehrere Hinderniſſe vorkommen
koͤnnen, deſto mehrere Muͤhe muß man anwenden, die
Hinderniſſe zu entdekken, und ihre Wuͤrkſamkeit zu
entkraften. Man verbinde dieſes mit dem Begriffe
von einem Gelehrten (§. 66.) und man wird uns
leicht den von uns angenommenen Satz verwilligen.

§. 91.
Beſondere
Vorſicht der
Policey in
Abſehen auf
die Schulen.

Dieß giebt der Policey Bewegungs-Gruͤnde:
Einmahl, bey der Beſetzung der Prieſter-Dienſte
auf dem Lande, auf einen beſondern Punkt zu ſehen.
Dieſer iſt beynahe der einzige Gelehrte auf dem Lande.
Hier iſt eine Schule, die oft ſehr fehlerhaft (§. 76.).
Wer ſoll die Aufſicht haben. Einen beſonderen

Auf-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0462" n="442"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Der Policey-Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft 2 Ab&#x017F;chnitt,</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 89.</head><lb/>
              <note place="left">Belonderer<lb/>
Vor&#x017F;chlag<lb/>
zu die&#x017F;em.</note>
              <p>Aus die&#x017F;em folgere ich die&#x017F;e Policey-Regel: <hi rendition="#fr">Es<lb/>
i&#x017F;t nu&#x0364;zlich, wenn man in den Schulen dahin<lb/>
die Veran&#x017F;taltungen macht, daß die Lehrer &#x017F;o<lb/>
wohl in der a&#x0364;u&#x017F;&#x017F;erlichen Ehre, als auch in der<lb/>
Be&#x017F;oldung nach und nach anwach&#x017F;en ko&#x0364;nnen.</hi></p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 90.</head><lb/>
              <note place="left">Allgemeine<lb/>
Folge aus<lb/>
dem erkla&#x0364;r-<lb/>
ten.</note>
              <p>J&#x017F;t die&#x017F;es, was wir bis hieher von der Einrichtung<lb/>
der Schulen abgehandelt haben, gegru&#x0364;ndet, &#x017F;o wird<lb/>
man uns auch folgenden Satz verwilligen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en:<lb/><hi rendition="#fr">Alle Lehr-Aemter in den Schulen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;o<lb/>
viel es immer mo&#x0364;glich i&#x017F;t, mit Gelehrten be&#x017F;e-<lb/>
tzet werden. Solte aber das nicht mo&#x0364;glich<lb/>
&#x017F;eyn, &#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en doch wenig&#x017F;tens Gelehrte die<lb/>
Au&#x017F;&#x017F;icht haben.</hi> Denn i&#x017F;t die von uns be&#x017F;chriebene<lb/>
Einrichtung gegru&#x0364;ndet, &#x017F;o i&#x017F;t es auch gewiß, daß bey<lb/>
dem Schul-We&#x017F;en unendlich viele Hinderni&#x017F;&#x017F;e kommen<lb/>
ko&#x0364;nnen, welche die Erreichung ihrer Ab&#x017F;icht unmo&#x0364;g-<lb/>
lich machen. (§. 75 und folg). Je wichtiger eine<lb/>
Sache i&#x017F;t, und je mehrere Hinderni&#x017F;&#x017F;e vorkommen<lb/>
ko&#x0364;nnen, de&#x017F;to mehrere Mu&#x0364;he muß man anwenden, die<lb/>
Hinderni&#x017F;&#x017F;e zu entdekken, und ihre Wu&#x0364;rk&#x017F;amkeit zu<lb/>
entkraften. Man verbinde die&#x017F;es mit dem Begriffe<lb/>
von einem Gelehrten (§. 66.) und man wird uns<lb/>
leicht den von uns angenommenen Satz verwilligen.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 91.</head><lb/>
              <note place="left">Be&#x017F;ondere<lb/>
Vor&#x017F;icht der<lb/>
Policey in<lb/>
Ab&#x017F;ehen auf<lb/>
die Schulen.</note>
              <p>Dieß giebt der Policey Bewegungs-Gru&#x0364;nde:<lb/><hi rendition="#fr">Einmahl,</hi> bey der Be&#x017F;etzung der Prie&#x017F;ter-Dien&#x017F;te<lb/>
auf dem Lande, auf einen be&#x017F;ondern Punkt zu &#x017F;ehen.<lb/>
Die&#x017F;er i&#x017F;t beynahe der einzige Gelehrte auf dem Lande.<lb/>
Hier i&#x017F;t eine Schule, die oft &#x017F;ehr fehlerhaft (§. 76.).<lb/>
Wer &#x017F;oll die Auf&#x017F;icht haben. Einen be&#x017F;onderen<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Auf-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[442/0462] Der Policey-Wiſſenſchaft 2 Abſchnitt, §. 89. Aus dieſem folgere ich dieſe Policey-Regel: Es iſt nuͤzlich, wenn man in den Schulen dahin die Veranſtaltungen macht, daß die Lehrer ſo wohl in der aͤuſſerlichen Ehre, als auch in der Beſoldung nach und nach anwachſen koͤnnen. §. 90. Jſt dieſes, was wir bis hieher von der Einrichtung der Schulen abgehandelt haben, gegruͤndet, ſo wird man uns auch folgenden Satz verwilligen muͤſſen: Alle Lehr-Aemter in den Schulen muͤſſen, ſo viel es immer moͤglich iſt, mit Gelehrten beſe- tzet werden. Solte aber das nicht moͤglich ſeyn, ſo muͤſſen doch wenigſtens Gelehrte die Auſſicht haben. Denn iſt die von uns beſchriebene Einrichtung gegruͤndet, ſo iſt es auch gewiß, daß bey dem Schul-Weſen unendlich viele Hinderniſſe kommen koͤnnen, welche die Erreichung ihrer Abſicht unmoͤg- lich machen. (§. 75 und folg). Je wichtiger eine Sache iſt, und je mehrere Hinderniſſe vorkommen koͤnnen, deſto mehrere Muͤhe muß man anwenden, die Hinderniſſe zu entdekken, und ihre Wuͤrkſamkeit zu entkraften. Man verbinde dieſes mit dem Begriffe von einem Gelehrten (§. 66.) und man wird uns leicht den von uns angenommenen Satz verwilligen. §. 91. Dieß giebt der Policey Bewegungs-Gruͤnde: Einmahl, bey der Beſetzung der Prieſter-Dienſte auf dem Lande, auf einen beſondern Punkt zu ſehen. Dieſer iſt beynahe der einzige Gelehrte auf dem Lande. Hier iſt eine Schule, die oft ſehr fehlerhaft (§. 76.). Wer ſoll die Aufſicht haben. Einen beſonderen Auf-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/462
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 442. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/462>, abgerufen am 21.01.2020.