Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 1. Hildesheim, 1747.

Bild:
<< vorherige Seite
Der HErr kennet die Seinen.
Schauet uns Stokrosen an die wir Ehren-
säulen gleichen,
Wolt ihr als vernünftige unbelebten Blu-
men weichen.

Schauet unsre Blüthen an, die gleich einen
Brand Altar,

Von des Himmels Licht entflammt, brin-
gen Feur und Kohlen dar

Daran euer Hertz und Sinn muß die grosse
Pflicht empfinden,

Daß ihr müßt zu GOttes Ruhm euer An-
dachts Feur entzünden.


Der HErr kennet die Seinen.
Woll dem! der dieses Siegel hat,
Der HErr der kennt die Seinen,
Dem wird der Heiland früh und spat
Mit seinen Trost erscheinen:
Weg Kümmernis, weg Angst und Weh
Jch will nicht länger weinen;
Weil ich in GOttes Worte seh
Der HErr der kennt die Seinen.
Der Nahme aller Frommen ist,
Jns Lebens Buch gedrükket;
Wenn dies ein Jünger Christi ließt:
So wird sein Herz erquikket.
Was frag ich nach den Dornenstich,
GOtt wird es gut noch meinen:
Denn
Erster Theil. H
Der HErr kennet die Seinen.
Schauet uns Stokroſen an die wir Ehren-
ſaͤulen gleichen,
Wolt ihr als vernuͤnftige unbelebten Blu-
men weichen.

Schauet unſre Bluͤthen an, die gleich einen
Brand Altar,

Von des Himmels Licht entflammt, brin-
gen Feur und Kohlen dar

Daran euer Hertz und Sinn muß die groſſe
Pflicht empfinden,

Daß ihr muͤßt zu GOttes Ruhm euer An-
dachts Feur entzuͤnden.


Der HErr kennet die Seinen.
Woll dem! der dieſes Siegel hat,
Der HErr der kennt die Seinen,
Dem wird der Heiland fruͤh und ſpat
Mit ſeinen Troſt erſcheinen:
Weg Kuͤmmernis, weg Angſt und Weh
Jch will nicht laͤnger weinen;
Weil ich in GOttes Worte ſeh
Der HErr der kennt die Seinen.
Der Nahme aller Frommen iſt,
Jns Lebens Buch gedruͤkket;
Wenn dies ein Juͤnger Chriſti ließt:
So wird ſein Herz erquikket.
Was frag ich nach den Dornenſtich,
GOtt wird es gut noch meinen:
Denn
Erſter Theil. H
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <lg type="poem">
          <pb facs="#f0129" n="113"/>
          <fw place="top" type="header">Der HErr kennet die Seinen.</fw><lb/>
          <l> <hi rendition="#fr">Schauet uns Stokro&#x017F;en an die wir Ehren-</hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#et">&#x017F;a&#x0364;ulen gleichen,</hi> </hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Wolt ihr als vernu&#x0364;nftige unbelebten Blu-<lb/><hi rendition="#et">men weichen.</hi></hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Schauet un&#x017F;re Blu&#x0364;then an, die gleich einen<lb/><hi rendition="#et">Brand Altar,</hi></hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Von des Himmels Licht entflammt, brin-<lb/><hi rendition="#et">gen Feur und Kohlen dar</hi></hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Daran euer Hertz und Sinn muß die gro&#x017F;&#x017F;e<lb/><hi rendition="#et">Pflicht empfinden,</hi></hi> </l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Daß ihr mu&#x0364;ßt zu GOttes Ruhm euer An-<lb/><hi rendition="#et">dachts Feur entzu&#x0364;nden.</hi></hi> </l>
        </lg>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Der HErr kennet die Seinen.</hi> </head><lb/>
        <lg n="1">
          <l><hi rendition="#in">W</hi>oll dem! der die&#x017F;es Siegel hat,<lb/>
Der HErr der kennt die Seinen,<lb/>
Dem wird der Heiland fru&#x0364;h und &#x017F;pat<lb/>
Mit &#x017F;einen Tro&#x017F;t er&#x017F;cheinen:<lb/>
Weg Ku&#x0364;mmernis, weg Ang&#x017F;t und Weh<lb/>
Jch will nicht la&#x0364;nger weinen;<lb/>
Weil ich in <hi rendition="#fr">GOttes</hi> Worte &#x017F;eh<lb/><hi rendition="#fr">Der HErr der kennt die Seinen.</hi></l>
        </lg><lb/>
        <lg n="2">
          <l><hi rendition="#in">D</hi>er Nahme aller Frommen i&#x017F;t,<lb/>
Jns Lebens Buch gedru&#x0364;kket;<lb/>
Wenn dies ein Ju&#x0364;nger Chri&#x017F;ti ließt:<lb/>
So wird &#x017F;ein Herz erquikket.<lb/>
Was frag ich nach den Dornen&#x017F;tich,<lb/><hi rendition="#fr">GOtt</hi> wird es gut noch meinen:<lb/>
<fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#fr">Er&#x017F;ter Theil.</hi> H</fw><fw place="bottom" type="catch">Denn</fw><lb/></l>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[113/0129] Der HErr kennet die Seinen. Schauet uns Stokroſen an die wir Ehren- ſaͤulen gleichen, Wolt ihr als vernuͤnftige unbelebten Blu- men weichen. Schauet unſre Bluͤthen an, die gleich einen Brand Altar, Von des Himmels Licht entflammt, brin- gen Feur und Kohlen dar Daran euer Hertz und Sinn muß die groſſe Pflicht empfinden, Daß ihr muͤßt zu GOttes Ruhm euer An- dachts Feur entzuͤnden. Der HErr kennet die Seinen. Woll dem! der dieſes Siegel hat, Der HErr der kennt die Seinen, Dem wird der Heiland fruͤh und ſpat Mit ſeinen Troſt erſcheinen: Weg Kuͤmmernis, weg Angſt und Weh Jch will nicht laͤnger weinen; Weil ich in GOttes Worte ſeh Der HErr der kennt die Seinen. Der Nahme aller Frommen iſt, Jns Lebens Buch gedruͤkket; Wenn dies ein Juͤnger Chriſti ließt: So wird ſein Herz erquikket. Was frag ich nach den Dornenſtich, GOtt wird es gut noch meinen: Denn Erſter Theil. H

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen01_1747
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen01_1747/129
Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 1. Hildesheim, 1747, S. 113. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen01_1747/129>, abgerufen am 03.08.2020.