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Eckarth, Gotthülff Traugott: Chronica, oder: historische Beschreibung des Dorffes Bertzdorff, eine halbe Meile von Zittau in der Ober-Lausitz gelegen. Herwigsdorff, 1749.

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hin, bis es zwischen Großschönau und Haynewalde in das alte Wasser fällt.

IV[.] Der Nahme.

Der Nahme Bertzdorff, wie er insgemein ausgesprochen wird, oder Berthelsdorff, wie es in alten Schrifften heist, ist so viel als Bertholdsdorff, und hat den Nahmen ungezweifelt von einen mit Nahmen: Bertholdus, ob zwar, (wie bey den meisten Dörffern der Defect ist,) der Ursprung des Orts, und die Beschaffenheit der Sache in Alterthum selbst, unbekannt ist. Nur ist zu mercken: daß M. Michael Just, gewesener Pfarrer alhier, in einen Ao. 1596. den 28 Jun. geschriebenen Briefe dis Dorff Villam Bertrami, das ist, Bertramsdorff nennet, aus was vor Grunde, weiß ich nicht.

V. Die Nahrung.

Die hiesigen Einwohner nähren sich von Ackerbau und mit Viehzucht, desgleichen auch den Leinwand machen, es werden hier gantz feine, saubere und zum theil klare rohe Leinwandten verfertiget, weiße Wahre wird nicht viel gemacht.

VI. Feld- und Garten-Früchte.

Es ist hier ein feiner Getreyde Boden, der Ackerbau auf der Höhe, gegen die Jonsdorffer zu, ist zwar etwas bergicht und steinicht, weil aber derselbe steinichte Boden, mit sogenannten Horn-Spenen gedinget wird, so wächset es noch gut genug. Es wird meistentheils Rocken und Hafer gesäet, vom andern Getreidig, als Weitzen, Gerste, Wicken wird auch was gezeuget, desgleichen auch Flachs und Kraut. Auch haben einige Bauern feine Holtzung und Buschwerck, sonderlich gegen Johnsdorff ist ein feiner Busch, desgleichen auch an der Großschönauer Gräntze. In Gärten sind feine Obst-Bäume, an allerhand Aepffel, Birnen, Pflaumen und Krischeln, davon, wenn es geräth, die Haußhaltung kan wohl bestellet werden, auch zum Verkauff was übrig bleibt.

hin, bis es zwischen Großschönau und Haynewalde in das alte Wasser fällt.

IV[.] Der Nahme.

Der Nahme Bertzdorff, wie er insgemein ausgesprochen wird, oder Berthelsdorff, wie es in alten Schrifften heist, ist so viel als Bertholdsdorff, und hat den Nahmen ungezweifelt von einen mit Nahmen: Bertholdus, ob zwar, (wie bey den meisten Dörffern der Defect ist,) der Ursprung des Orts, und die Beschaffenheit der Sache in Alterthum selbst, unbekannt ist. Nur ist zu mercken: daß M. Michael Just, gewesener Pfarrer alhier, in einen Ao. 1596. den 28 Jun. geschriebenen Briefe dis Dorff Villam Bertrami, das ist, Bertramsdorff nennet, aus was vor Grunde, weiß ich nicht.

V. Die Nahrung.

Die hiesigen Einwohner nähren sich von Ackerbau und mit Viehzucht, desgleichen auch den Leinwand machen, es werden hier gantz feine, saubere und zum theil klare rohe Leinwandten verfertiget, weiße Wahre wird nicht viel gemacht.

VI. Feld- und Garten-Früchte.

Es ist hier ein feiner Getreyde Boden, der Ackerbau auf der Höhe, gegen die Jonsdorffer zu, ist zwar etwas bergicht und steinicht, weil aber derselbe steinichte Boden, mit sogenannten Horn-Spenen gedinget wird, so wächset es noch gut genug. Es wird meistentheils Rocken und Hafer gesäet, vom andern Getreidig, als Weitzen, Gerste, Wicken wird auch was gezeuget, desgleichen auch Flachs und Kraut. Auch haben einige Bauern feine Holtzung und Buschwerck, sonderlich gegen Johnsdorff ist ein feiner Busch, desgleichen auch an der Großschönauer Gräntze. In Gärten sind feine Obst-Bäume, an allerhand Aepffel, Birnen, Pflaumen und Krischeln, davon, wenn es geräth, die Haußhaltung kan wohl bestellet werden, auch zum Verkauff was übrig bleibt.

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[7/0007] hin, bis es zwischen Großschönau und Haynewalde in das alte Wasser fällt. IV. Der Nahme. Der Nahme Bertzdorff, wie er insgemein ausgesprochen wird, oder Berthelsdorff, wie es in alten Schrifften heist, ist so viel als Bertholdsdorff, und hat den Nahmen ungezweifelt von einen mit Nahmen: Bertholdus, ob zwar, (wie bey den meisten Dörffern der Defect ist,) der Ursprung des Orts, und die Beschaffenheit der Sache in Alterthum selbst, unbekannt ist. Nur ist zu mercken: daß M. Michael Just, gewesener Pfarrer alhier, in einen Ao. 1596. den 28 Jun. geschriebenen Briefe dis Dorff Villam Bertrami, das ist, Bertramsdorff nennet, aus was vor Grunde, weiß ich nicht. V. Die Nahrung. Die hiesigen Einwohner nähren sich von Ackerbau und mit Viehzucht, desgleichen auch den Leinwand machen, es werden hier gantz feine, saubere und zum theil klare rohe Leinwandten verfertiget, weiße Wahre wird nicht viel gemacht. VI. Feld- und Garten-Früchte. Es ist hier ein feiner Getreyde Boden, der Ackerbau auf der Höhe, gegen die Jonsdorffer zu, ist zwar etwas bergicht und steinicht, weil aber derselbe steinichte Boden, mit sogenannten Horn-Spenen gedinget wird, so wächset es noch gut genug. Es wird meistentheils Rocken und Hafer gesäet, vom andern Getreidig, als Weitzen, Gerste, Wicken wird auch was gezeuget, desgleichen auch Flachs und Kraut. Auch haben einige Bauern feine Holtzung und Buschwerck, sonderlich gegen Johnsdorff ist ein feiner Busch, desgleichen auch an der Großschönauer Gräntze. In Gärten sind feine Obst-Bäume, an allerhand Aepffel, Birnen, Pflaumen und Krischeln, davon, wenn es geräth, die Haußhaltung kan wohl bestellet werden, auch zum Verkauff was übrig bleibt.

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Zitationshilfe: Eckarth, Gotthülff Traugott: Chronica, oder: historische Beschreibung des Dorffes Bertzdorff, eine halbe Meile von Zittau in der Ober-Lausitz gelegen. Herwigsdorff, 1749, S. 7. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/eckarth_bertzdorff_1749/7>, abgerufen am 16.01.2021.