Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 2. Ägypten, 1843-1844.

Bild:
<< vorherige Seite

Sonntag den 16ten Juli 1843. Ich beschäftige mich heut den ganzen Tag mit dem Nachtragen dieses Tagebuchs, was ich bei der Reise durch das Fayoum nicht mitgenommen hatte. Um 11 Uhr wie gewöhnlich ist unser Gottesdienst. Lepsius beschließt, am Dienstag seine Reise nach Cairo anzutreten; wir geben ihm Alle unsre bisher gesammelten Zeichnungen mit, um sie in Cairo vor den Wechselfällen unserer großen Reise zu bewahren, ich suche darum heut Alles zusammen. - Der Wind heut nicht so heftig wie gestern, die Hitze beinah 33°. -

Montag den 17ten Juli 1843. Es ist heut einer der unangenehmsten Tage; der heftigste Gluthwind bringt außer der Hitze fortwährend Staubwolken in das Zelt; dazu kommt, daß mir bei dem Auftragen des Planes von Dime die Sache nicht recht stimmen will, und ich so in doppelt schlechte Laune versetzt werde. - Ich habe Kopfschmerzen und bekomme einen etwas schlimmen Hals, was bei dem ewigen Schwitzen nicht zu verwundern ist. - Wir haben 33 1/2° Hitze. - Am Abend wird eine Flasche Rheinwein geleert, Bonomi zu Ehren, der uns morgen verläßt, um nach kurzem Aufenthalt in Cairo nach zurückzukehren. - Unsre heutige Ausflucht nach Biachmo ist für jetzt aufgegeben. -

Dienstag den 18ten Juli 1843. Ich fahre fort, am Plane von Dime zu arbeiten. - Vom Morgen an geht das Packen von Lepsius, Abeken und Bonomi, die heut über Samie nach Cairo aufbrechen. Sie nehmen indeß noch das 2te Frühstück mit uns ein; Lepsius ist wieder nicht ganz wohl; erst gegen 12 Uhr kommen sie fort; Abschied von Bonomi. Franke mit beiden Cavaßen und den Gepäckkameelen geht erst morgen früh nach. - Der Tag ist heut still und die Hitze im Zelt ist sehr empfindlich; draußten haben wir 32 1/2° um Mittag, um Sonnenuntergang noch 30°, und um 9 Uhr Abends 27°. - Mit Frey's Gesundheit will immer noch kein rechter Fortschritt eintreten. -

Mittwoch den 19ten Juli 1843. - In der Nacht sehr schlecht geschlafen und sehr viel geschwitzt. Schreck wegen des Losschießens einer Pistole mitten in der Nacht von dem Soldaten des Mudir, den wir jetzt bei uns haben. Vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil Franke mit 3 Kameelen und beiden Kavassen nach Samieh abgeht. Der Tag ist wieder ein Ausbund von Wind, man kann sagen Sturmstößen, die in der That aufs Höchste belästigend sind; der Staub auf den Zeichnungen ist dabei von besondrer Unannehmlichkeit. - Nach dem Abgange Franke's ist es im Lager sehr still; Frey ist nicht besser wie gestern. - Ich beendige heut in Blei den Plan der Ruinen von Dime. - Der Tag ist nicht so warm wie gestern, etwa 31°.

Sonntag den 16ten Juli 1843. Ich beschäftige mich heut den ganzen Tag mit dem Nachtragen dieses Tagebuchs, was ich bei der Reise durch das Fayoum nicht mitgenommen hatte. Um 11 Uhr wie gewöhnlich ist unser Gottesdienst. Lepsius beschließt, am Dienstag seine Reise nach Cairo anzutreten; wir geben ihm Alle unsre bisher gesammelten Zeichnungen mit, um sie in Cairo vor den Wechselfällen unserer großen Reise zu bewahren, ich suche darum heut Alles zusammen. - Der Wind heut nicht so heftig wie gestern, die Hitze beinah 33°. -

Montag den 17ten Juli 1843. Es ist heut einer der unangenehmsten Tage; der heftigste Gluthwind bringt außer der Hitze fortwährend Staubwolken in das Zelt; dazu kommt, daß mir bei dem Auftragen des Planes von Dimé die Sache nicht recht stimmen will, und ich so in doppelt schlechte Laune versetzt werde. - Ich habe Kopfschmerzen und bekomme einen etwas schlimmen Hals, was bei dem ewigen Schwitzen nicht zu verwundern ist. - Wir haben 33 ½° Hitze. - Am Abend wird eine Flasche Rheinwein geleert, Bonomi zu Ehren, der uns morgen verläßt, um nach kurzem Aufenthalt in Cairo nach zurückzukehren. - Unsre heutige Ausflucht nach Biachmo ist für jetzt aufgegeben. -

Dienstag den 18ten Juli 1843. Ich fahre fort, am Plane von Dimé zu arbeiten. - Vom Morgen an geht das Packen von Lepsius, Abeken und Bonomi, die heut über Samie nach Cairo aufbrechen. Sie nehmen indeß noch das 2te Frühstück mit uns ein; Lepsius ist wieder nicht ganz wohl; erst gegen 12 Uhr kommen sie fort; Abschied von Bonomi. Franke mit beiden Cavaßen und den Gepäckkameelen geht erst morgen früh nach. - Der Tag ist heut still und die Hitze im Zelt ist sehr empfindlich; draußten haben wir 32 ½° um Mittag, um Sonnenuntergang noch 30°, und um 9 Uhr Abends 27°. - Mit Frey’s Gesundheit will immer noch kein rechter Fortschritt eintreten. -

Mittwoch den 19ten Juli 1843. - In der Nacht sehr schlecht geschlafen und sehr viel geschwitzt. Schreck wegen des Losschießens einer Pistole mitten in der Nacht von dem Soldaten des Mudir, den wir jetzt bei uns haben. Vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil Franke mit 3 Kameelen und beiden Kavassen nach Samieh abgeht. Der Tag ist wieder ein Ausbund von Wind, man kann sagen Sturmstößen, die in der That aufs Höchste belästigend sind; der Staub auf den Zeichnungen ist dabei von besondrer Unannehmlichkeit. - Nach dem Abgange Franke’s ist es im Lager sehr still; Frey ist nicht besser wie gestern. - Ich beendige heut in Blei den Plan der Ruinen von Dimé. - Der Tag ist nicht so warm wie gestern, etwa 31°.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p>
            <pb facs="#f0022" n="21"/>
          </p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-07-16"><hi rendition="#u">Sonntag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 16ten Juli 1843</hi></date>. Ich beschäftige mich heut den ganzen Tag mit dem Nachtragen dieses Tagebuchs, was ich bei der Reise durch <choice><abbr>d</abbr><expan>das</expan></choice> <placeName>Fayoum</placeName> nicht mitgenommen hatte. Um 11 Uhr wie gewöhnlich ist unser Gottesdienst. <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> beschließt<choice><sic/><corr>,</corr></choice> am Dienstag <choice><abbr>s</abbr><expan>seine</expan></choice> Reise nach <placeName>Cairo</placeName> anzutreten; wir geben ihm Alle unsre bisher gesammelten Zeichnungen mit, um sie in <placeName>Cairo</placeName> vor den Wechselfällen unserer großen Reise zu bewahren, ich suche darum heut Alles zusammen. - Der Wind heut nicht so heftig wie gestern, die Hitze beinah 33°. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-07-17"><hi rendition="#u">Montag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 17ten Juli 1843</hi></date>. Es ist heut einer der unangenehmsten Tage; der heftigste Gluthwind bringt außer <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Hitze fortwährend Staubwolken in <choice><abbr>d</abbr><expan>das</expan></choice> Zelt; dazu kommt, daß mir bei <choice><abbr>d</abbr><expan>dem</expan></choice> Auftragen des Planes von <placeName>Dimé</placeName> die Sache nicht recht stimmen will, <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> ich so in doppelt schlechte Laune versetzt werde. - Ich habe Kopfschmerzen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> bekomme einen etwas schlimmen Hals, was bei dem ewigen Schwitzen nicht zu verwundern ist. - Wir haben 33 ½° Hitze. - Am Abend wird eine Flasche Rheinwein geleert, <persName>Bonomi</persName> zu Ehren, der uns morgen verläßt, um nach kurzem Aufenthalt in <placeName>Cairo</placeName> nach  zurückzukehren. - Unsre heutige Ausflucht nach <placeName>Biachmo</placeName> ist für jetzt aufgegeben. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-07-18"><hi rendition="#u">Dienstag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 18ten Juli 1843</hi></date>. Ich fahre fort<choice><sic/><corr>,</corr></choice> am Plane <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> <placeName>Dimé</placeName> zu arbeiten. - Vom Morgen an geht das Packen <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName>, <persName>Abeken</persName> <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> <persName>Bonomi</persName>, die heut über <placeName>Samie</placeName> nach <placeName>Cairo</placeName> aufbrechen. Sie nehmen indeß noch <choice><abbr>d</abbr><expan>das</expan></choice> 2te Frühstück mit uns ein; <persName><choice><abbr>Leps</abbr><expan>Lepsius</expan></choice></persName> ist wieder nicht ganz wohl; erst gegen 12 Uhr kommen sie fort; Abschied <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> <persName>Bonomi</persName>. <persName>Franke</persName> mit beiden Cavaßen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> den Gepäckkameelen geht erst morgen früh nach. - Der Tag ist heut still <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> die Hitze im Zelt ist sehr empfindlich; draußten haben wir 32 ½° um Mittag, um Sonnenuntergang noch 30°, <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> um 9 Uhr Abends 27°. - Mit <persName>Frey</persName>&#x2019;s Gesundheit will immer noch kein rechter Fortschritt eintreten. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1843-07-19"><hi rendition="#u">Mittwoch <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 19ten Juli 1843</hi></date>. - In der Nacht sehr schlecht geschlafen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> sehr viel geschwitzt. Schreck wegen des Losschießens einer Pistole mitten in <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Nacht von dem Soldaten des Mudir, den wir jetzt bei uns haben. Vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil <persName>Franke</persName> mit 3 Kameelen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> beiden Kavassen nach <placeName>Samieh</placeName> abgeht. Der Tag ist wieder ein Ausbund von Wind, man kann sagen Sturmstößen, die in der That aufs Höchste belästigend sind; der Staub auf den Zeichnungen ist dabei <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> besondrer Unannehmlichkeit.  - Nach dem Abgange <persName>Franke</persName>&#x2019;s ist es im Lager sehr still; <persName>Frey</persName> ist nicht besser wie gestern. - Ich beendige heut in Blei den Plan der Ruinen von <placeName>Dimé</placeName>. - Der Tag ist nicht so warm wie gestern, etwa 31°.
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[21/0022] Sonntag d 16ten Juli 1843. Ich beschäftige mich heut den ganzen Tag mit dem Nachtragen dieses Tagebuchs, was ich bei der Reise durch d Fayoum nicht mitgenommen hatte. Um 11 Uhr wie gewöhnlich ist unser Gottesdienst. Leps beschließt, am Dienstag s Reise nach Cairo anzutreten; wir geben ihm Alle unsre bisher gesammelten Zeichnungen mit, um sie in Cairo vor den Wechselfällen unserer großen Reise zu bewahren, ich suche darum heut Alles zusammen. - Der Wind heut nicht so heftig wie gestern, die Hitze beinah 33°. - Montag d 17ten Juli 1843. Es ist heut einer der unangenehmsten Tage; der heftigste Gluthwind bringt außer d Hitze fortwährend Staubwolken in d Zelt; dazu kommt, daß mir bei d Auftragen des Planes von Dimé die Sache nicht recht stimmen will, d ich so in doppelt schlechte Laune versetzt werde. - Ich habe Kopfschmerzen d bekomme einen etwas schlimmen Hals, was bei dem ewigen Schwitzen nicht zu verwundern ist. - Wir haben 33 ½° Hitze. - Am Abend wird eine Flasche Rheinwein geleert, Bonomi zu Ehren, der uns morgen verläßt, um nach kurzem Aufenthalt in Cairo nach zurückzukehren. - Unsre heutige Ausflucht nach Biachmo ist für jetzt aufgegeben. - Dienstag d 18ten Juli 1843. Ich fahre fort, am Plane v Dimé zu arbeiten. - Vom Morgen an geht das Packen v Leps, Abeken d Bonomi, die heut über Samie nach Cairo aufbrechen. Sie nehmen indeß noch d 2te Frühstück mit uns ein; Leps ist wieder nicht ganz wohl; erst gegen 12 Uhr kommen sie fort; Abschied v Bonomi. Franke mit beiden Cavaßen d den Gepäckkameelen geht erst morgen früh nach. - Der Tag ist heut still d die Hitze im Zelt ist sehr empfindlich; draußten haben wir 32 ½° um Mittag, um Sonnenuntergang noch 30°, d um 9 Uhr Abends 27°. - Mit Frey’s Gesundheit will immer noch kein rechter Fortschritt eintreten. - Mittwoch d 19ten Juli 1843. - In der Nacht sehr schlecht geschlafen d sehr viel geschwitzt. Schreck wegen des Losschießens einer Pistole mitten in d Nacht von dem Soldaten des Mudir, den wir jetzt bei uns haben. Vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil Franke mit 3 Kameelen d beiden Kavassen nach Samieh abgeht. Der Tag ist wieder ein Ausbund von Wind, man kann sagen Sturmstößen, die in der That aufs Höchste belästigend sind; der Staub auf den Zeichnungen ist dabei v besondrer Unannehmlichkeit. - Nach dem Abgange Franke’s ist es im Lager sehr still; Frey ist nicht besser wie gestern. - Ich beendige heut in Blei den Plan der Ruinen von Dimé. - Der Tag ist nicht so warm wie gestern, etwa 31°.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML. (2013-04-11T11:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus der Quelle entsprechen muss.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-04-11T11:54:31Z)
: Transkription des Originals. (2013-04-11T11:54:31Z)
Frederike Neuber: Konvertierung nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-04-11T11:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Zeilenumbrüche wurden nicht markiert.
  • Seitenumbrüche wurden beibehalten
  • Tilgungen und Einfügungen wurden nicht markiert.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843/22
Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 2. Ägypten, 1843-1844, S. 21. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch02_1843/22>, abgerufen am 18.02.2019.