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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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von der forstlichen hoheit, etc.
men. Wenn das laub noch an den bäumen ist,
sollen selbige nicht gefället werden. Alles reißig
ist in wellen zu binden, die widen darzu müssen
unschädlich geschnidten werden.

§ 2483

Durch die waldungen, worinn wildpret sichwas in dem
walde zu
unterlassen
ist?

auf hält, darf kein fleischers hund bellen. Mit
geladenen gewehre darf nimand durch wildbahnen
reisen. Die fuhrleute sollen keine neue wege durch
die wälder machen, widrigenfalls sie zu pfän-
den sind.

§ 2484

Das lese-holz, die windfälle, die schneebrüche etc.das lese-
holz, die
windfälle etc.
gehören
nicht dem
förster.

gehören nicht dem förster, sondern sind zu verrech-
nen; gestalt dann die forstbedinten sich keine in ih-
ren bestallungen nicht besonders begriffene beinu-
zungen zueignen sollen, F. H. Darmstädtische
forst-ordnung § 9, Stisser am a. o. cap. IIII,
anm. 2 § 13 s. 121, von Justi II s. 205, 206.
Im herzogthume Staden wollen einige die wind-
fälle aus der bauern waldungen dem landesherrn
zueignen. Allein es scheinet der grund nicht an-
reichend zu seyn, da sie vermeinen, daß weiln die
gemeinden das holz zum herrschaftlichen gebäuden,
mülen, brücken und stegen unentgeltlich hergeben
müssen, deshalber die windbrüche dem landes-
herren in den herrschaftlichen wäldern zustünden.

§ 2485

Den lohgärbern und färbern sind gewisse ei-den lohger-
bern und
färbern sind
gewisse bäu-
me anzu-
weisen.

chen und andre bäume anzuweisen, um lohschalen
zu bekommen, von Justi am a. o. II s. 204,
Döbel in der jäger-practica III s. 68 cap. 87,
Kur-Mainzische wald- und forst-ordnung, bei
dem Scopp am a. o. s. 352 § 4.

§ 2486

von der forſtlichen hoheit, ꝛc.
men. Wenn das laub noch an den baͤumen iſt,
ſollen ſelbige nicht gefaͤllet werden. Alles reißig
iſt in wellen zu binden, die widen darzu muͤſſen
unſchaͤdlich geſchnidten werden.

§ 2483

Durch die waldungen, worinn wildpret ſichwas in dem
walde zu
unterlaſſen
iſt?

auf haͤlt, darf kein fleiſchers hund bellen. Mit
geladenen gewehre darf nimand durch wildbahnen
reiſen. Die fuhrleute ſollen keine neue wege durch
die waͤlder machen, widrigenfalls ſie zu pfaͤn-
den ſind.

§ 2484

Das leſe-holz, die windfaͤlle, die ſchneebruͤche ꝛc.das leſe-
holz, die
windfaͤlle ꝛc.
gehoͤren
nicht dem
foͤrſter.

gehoͤren nicht dem foͤrſter, ſondern ſind zu verrech-
nen; geſtalt dann die forſtbedinten ſich keine in ih-
ren beſtallungen nicht beſonders begriffene beinu-
zungen zueignen ſollen, F. H. Darmſtaͤdtiſche
forſt-ordnung § 9, Stiſſer am a. o. cap. IIII,
anm. 2 § 13 ſ. 121, von Juſti II ſ. 205, 206.
Im herzogthume Staden wollen einige die wind-
faͤlle aus der bauern waldungen dem landesherrn
zueignen. Allein es ſcheinet der grund nicht an-
reichend zu ſeyn, da ſie vermeinen, daß weiln die
gemeinden das holz zum herrſchaftlichen gebaͤuden,
muͤlen, bruͤcken und ſtegen unentgeltlich hergeben
muͤſſen, deshalber die windbruͤche dem landes-
herren in den herrſchaftlichen waͤldern zuſtuͤnden.

§ 2485

Den lohgaͤrbern und faͤrbern ſind gewiſſe ei-den lohger-
bern und
faͤrbern ſind
gewiſſe baͤu-
me anzu-
weiſen.

chen und andre baͤume anzuweiſen, um lohſchalen
zu bekommen, von Juſti am a. o. II ſ. 204,
Doͤbel in der jaͤger-practica III ſ. 68 cap. 87,
Kur-Mainziſche wald- und forſt-ordnung, bei
dem Scopp am a. o. ſ. 352 § 4.

§ 2486
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[991/1003] von der forſtlichen hoheit, ꝛc. men. Wenn das laub noch an den baͤumen iſt, ſollen ſelbige nicht gefaͤllet werden. Alles reißig iſt in wellen zu binden, die widen darzu muͤſſen unſchaͤdlich geſchnidten werden. § 2483 Durch die waldungen, worinn wildpret ſich auf haͤlt, darf kein fleiſchers hund bellen. Mit geladenen gewehre darf nimand durch wildbahnen reiſen. Die fuhrleute ſollen keine neue wege durch die waͤlder machen, widrigenfalls ſie zu pfaͤn- den ſind. was in dem walde zu unterlaſſen iſt? § 2484 Das leſe-holz, die windfaͤlle, die ſchneebruͤche ꝛc. gehoͤren nicht dem foͤrſter, ſondern ſind zu verrech- nen; geſtalt dann die forſtbedinten ſich keine in ih- ren beſtallungen nicht beſonders begriffene beinu- zungen zueignen ſollen, F. H. Darmſtaͤdtiſche forſt-ordnung § 9, Stiſſer am a. o. cap. IIII, anm. 2 § 13 ſ. 121, von Juſti II ſ. 205, 206. Im herzogthume Staden wollen einige die wind- faͤlle aus der bauern waldungen dem landesherrn zueignen. Allein es ſcheinet der grund nicht an- reichend zu ſeyn, da ſie vermeinen, daß weiln die gemeinden das holz zum herrſchaftlichen gebaͤuden, muͤlen, bruͤcken und ſtegen unentgeltlich hergeben muͤſſen, deshalber die windbruͤche dem landes- herren in den herrſchaftlichen waͤldern zuſtuͤnden. das leſe- holz, die windfaͤlle ꝛc. gehoͤren nicht dem foͤrſter. § 2485 Den lohgaͤrbern und faͤrbern ſind gewiſſe ei- chen und andre baͤume anzuweiſen, um lohſchalen zu bekommen, von Juſti am a. o. II ſ. 204, Doͤbel in der jaͤger-practica III ſ. 68 cap. 87, Kur-Mainziſche wald- und forſt-ordnung, bei dem Scopp am a. o. ſ. 352 § 4. den lohger- bern und faͤrbern ſind gewiſſe baͤu- me anzu- weiſen. § 2486

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 991. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1003>, abgerufen am 21.02.2019.