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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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von dem bergwerks-regale.
gesehen werden Sperl de sacris fabricis metall.
speciatim ferrariis,
Horn de regali metalli-
fod.
s. 30.

Vom zinne.
§ 2629

Das zinn ist ein unvollkommenes metall, wel-das zin[n]
wird be-
schriben,

ches aus der brennlichen, und einer andern grö-
bern, besonders gemischten kalkerde zusammen
gesezet, in seinen zusammen gehäuften stande aber
schmeidig genug und weich, anbenebst unter allen
metallen das leichteste ist, und aus der weisen
farbe in die blaue spilet. Das beste berg-zinn
füret den arsenik bei sich. Dasselbe ist mit arse-
nikalischen zusäzen überhäufet, Junker s. 413,
die zinngüßer mischen den Xten teil an bleie zum
zinne; weiln es sonst leichtlich, zumal an den tel-
lern zerbrechen würde. Jedoch bedarf das Eng-
lische dises zusazes nicht. Daß beim umschmelzen
des zinnernen gerätes an X Lb eines verloren gehe;
ist ein nichtiges fürgeben; kaum etliche lote gehen
davon verloren.

Vom bleie.
§ 2630

Dises ist ein unvollkommenes metall, welcheswas das
blei ist?

aus der brennlichen und einer andern sehr leicht
zu verglasenden und besonders durchdringenden
erde bestehet. Es ist bleich von farbe, hat fast
keinen klang, lässet sich leicht strecken, und ist
zäher, als zinn, auch nicht so brüchig. Der wiß-
mut heißet aschgraues blei.

§ 2631

von dem bergwerks-regale.
geſehen werden Sperl de ſacris fabricis metall.
ſpeciatim ferrariis,
Horn de regali metalli-
fod.
ſ. 30.

Vom zinne.
§ 2629

Das zinn iſt ein unvollkommenes metall, wel-das zin[n]
wird be-
ſchriben,

ches aus der brennlichen, und einer andern groͤ-
bern, beſonders gemiſchten kalkerde zuſammen
geſezet, in ſeinen zuſammen gehaͤuften ſtande aber
ſchmeidig genug und weich, anbenebſt unter allen
metallen das leichteſte iſt, und aus der weiſen
farbe in die blaue ſpilet. Das beſte berg-zinn
fuͤret den arſenik bei ſich. Daſſelbe iſt mit arſe-
nikaliſchen zuſaͤzen uͤberhaͤufet, Junker ſ. 413,
die zinnguͤßer miſchen den Xten teil an bleie zum
zinne; weiln es ſonſt leichtlich, zumal an den tel-
lern zerbrechen wuͤrde. Jedoch bedarf das Eng-
liſche diſes zuſazes nicht. Daß beim umſchmelzen
des zinnernen geraͤtes an X ℔ eines verloren gehe;
iſt ein nichtiges fuͤrgeben; kaum etliche lote gehen
davon verloren.

Vom bleie.
§ 2630

Diſes iſt ein unvollkommenes metall, welcheswas das
blei iſt?

aus der brennlichen und einer andern ſehr leicht
zu verglaſenden und beſonders durchdringenden
erde beſtehet. Es iſt bleich von farbe, hat faſt
keinen klang, laͤſſet ſich leicht ſtrecken, und iſt
zaͤher, als zinn, auch nicht ſo bruͤchig. Der wiß-
mut heißet aſchgraues blei.

§ 2631
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[1053/1065] von dem bergwerks-regale. geſehen werden Sperl de ſacris fabricis metall. ſpeciatim ferrariis, Horn de regali metalli- fod. ſ. 30. Vom zinne. § 2629 Das zinn iſt ein unvollkommenes metall, wel- ches aus der brennlichen, und einer andern groͤ- bern, beſonders gemiſchten kalkerde zuſammen geſezet, in ſeinen zuſammen gehaͤuften ſtande aber ſchmeidig genug und weich, anbenebſt unter allen metallen das leichteſte iſt, und aus der weiſen farbe in die blaue ſpilet. Das beſte berg-zinn fuͤret den arſenik bei ſich. Daſſelbe iſt mit arſe- nikaliſchen zuſaͤzen uͤberhaͤufet, Junker ſ. 413, die zinnguͤßer miſchen den Xten teil an bleie zum zinne; weiln es ſonſt leichtlich, zumal an den tel- lern zerbrechen wuͤrde. Jedoch bedarf das Eng- liſche diſes zuſazes nicht. Daß beim umſchmelzen des zinnernen geraͤtes an X ℔ eines verloren gehe; iſt ein nichtiges fuͤrgeben; kaum etliche lote gehen davon verloren. das zinn wird be- ſchriben, Vom bleie. § 2630 Diſes iſt ein unvollkommenes metall, welches aus der brennlichen und einer andern ſehr leicht zu verglaſenden und beſonders durchdringenden erde beſtehet. Es iſt bleich von farbe, hat faſt keinen klang, laͤſſet ſich leicht ſtrecken, und iſt zaͤher, als zinn, auch nicht ſo bruͤchig. Der wiß- mut heißet aſchgraues blei. was das blei iſt? § 2631

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 1053. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1065>, abgerufen am 22.02.2019.