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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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CXVII haubtst. von der
Hundert und sibenzehentes haubtstück
von der anwünschung der kinder
(adoption), auch annemung zum vater oder
mutter, oder zum bruder, oder zur schwe-
ster, oder zum sone.
§ 890
worin die
Teutsche
adoption
bestanden
hat?

Der Teutschen adoption bestand darinn, daß
man einen, welchen man werth und lib
hatte, adoptirete, und ihn dadurch für seinen be-
sten freund erklärete. Es geschahe solches auf ver-
schiedene weisen, auch mit sonderbaren feierlich-
keiten, sihe des herrn syndicus zu Bremen, Ever-
hardts Otto
iurisprudentiam symbolicam,
exercit. III cap. VII-VIIII,
den von Kulpis
de adoptionibus et emancipationibus cap. I
§ 17 fg. den von Pistorius in den amoenitati-
bus iur. et histor.
im Iten teile s. 122, VIIten
teile s. 1826 fgg. s. 1852 fg. s. 1913, den Thoma-
sius
de adoptionibus, den Burghardt Gotth.
Struven
in der iurisprudentia heroica P. IIII
s. 411 fgg., den Knorre in der disp. de nobili-
tate adoptiua,
den von Westphal am a. o.
T. II s. 21.

§ 891
was selbige
für wirkun-
gen gehabt
hat?

Ordentlicher weise bewirkete sotane anwün-
schung der Teutschen keine väterliche gewalt, son-
dern sie geschahe merenteils ehren halber, ieweilen
auch der land-sowohl erbfolge wegen, von Kul-
pis
am a. o. § 18, welche dem angewünschten
guten freunde zugewendet wurde, obgleich die ge-
blütsrechte wegfilen, wenn man deren nicht be-
reits durch die geburt teilhaftig war, Caspar

Lerch
CXVII haubtſt. von der
Hundert und ſibenzehentes haubtſtuͤck
von der anwuͤnſchung der kinder
(adoption), auch annemung zum vater oder
mutter, oder zum bruder, oder zur ſchwe-
ſter, oder zum ſone.
§ 890
worin die
Teutſche
adoption
beſtanden
hat?

Der Teutſchen adoption beſtand darinn, daß
man einen, welchen man werth und lib
hatte, adoptirete, und ihn dadurch fuͤr ſeinen be-
ſten freund erklaͤrete. Es geſchahe ſolches auf ver-
ſchiedene weiſen, auch mit ſonderbaren feierlich-
keiten, ſihe des herrn ſyndicus zu Bremen, Ever-
hardts Otto
iurisprudentiam ſymbolicam,
exercit. III cap. VII-VIIII,
den von Kulpis
de adoptionibus et emancipationibus cap. I
§ 17 fg. den von Piſtorius in den amoenitati-
bus iur. et hiſtor.
im Iten teile ſ. 122, VIIten
teile ſ. 1826 fgg. ſ. 1852 fg. ſ. 1913, den Thoma-
ſius
de adoptionibus, den Burghardt Gotth.
Struven
in der iurisprudentia heroica P. IIII
ſ. 411 fgg., den Knorre in der diſp. de nobili-
tate adoptiua,
den von Weſtphal am a. o.
T. II ſ. 21.

§ 891
was ſelbige
fuͤr wirkun-
gen gehabt
hat?

Ordentlicher weiſe bewirkete ſotane anwuͤn-
ſchung der Teutſchen keine vaͤterliche gewalt, ſon-
dern ſie geſchahe merenteils ehren halber, ieweilen
auch der land-ſowohl erbfolge wegen, von Kul-
pis
am a. o. § 18, welche dem angewuͤnſchten
guten freunde zugewendet wurde, obgleich die ge-
bluͤtsrechte wegfilen, wenn man deren nicht be-
reits durch die geburt teilhaftig war, Caſpar

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[384/0396] CXVII haubtſt. von der Hundert und ſibenzehentes haubtſtuͤck von der anwuͤnſchung der kinder (adoption), auch annemung zum vater oder mutter, oder zum bruder, oder zur ſchwe- ſter, oder zum ſone. § 890 Der Teutſchen adoption beſtand darinn, daß man einen, welchen man werth und lib hatte, adoptirete, und ihn dadurch fuͤr ſeinen be- ſten freund erklaͤrete. Es geſchahe ſolches auf ver- ſchiedene weiſen, auch mit ſonderbaren feierlich- keiten, ſihe des herrn ſyndicus zu Bremen, Ever- hardts Otto iurisprudentiam ſymbolicam, exercit. III cap. VII-VIIII, den von Kulpis de adoptionibus et emancipationibus cap. I § 17 fg. den von Piſtorius in den amoenitati- bus iur. et hiſtor. im Iten teile ſ. 122, VIIten teile ſ. 1826 fgg. ſ. 1852 fg. ſ. 1913, den Thoma- ſius de adoptionibus, den Burghardt Gotth. Struven in der iurisprudentia heroica P. IIII ſ. 411 fgg., den Knorre in der diſp. de nobili- tate adoptiua, den von Weſtphal am a. o. T. II ſ. 21. § 891 Ordentlicher weiſe bewirkete ſotane anwuͤn- ſchung der Teutſchen keine vaͤterliche gewalt, ſon- dern ſie geſchahe merenteils ehren halber, ieweilen auch der land-ſowohl erbfolge wegen, von Kul- pis am a. o. § 18, welche dem angewuͤnſchten guten freunde zugewendet wurde, obgleich die ge- bluͤtsrechte wegfilen, wenn man deren nicht be- reits durch die geburt teilhaftig war, Caſpar Lerch

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 384. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/396>, abgerufen am 17.02.2019.