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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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XXVII. haubtst. von den übrigen
sen ausländische begüterte (forenses). Sie wer-
den auch zuweilen ausbürger genennet, Ayrer in
analectis juris ad singularia statutorum Nord-
lingensium, sect. 1 cap.
1 § 1 Hert de subject
territoriali
§ 3.

Sechs und zwanzigstes haubtstück
von den vorstädten.
§ 129
vorstädte
haben ei-
gentlich
kein stadt-
recht.

Die vorstädte, oder neustädte haben eigentlich
kein stadtrecht gehabt. Daher diejenige,
welche in den vorstädten wohneten, von den bür-
gern unterschiden wurden, ausser wenn sie aus-
drücklich das bürger- und stadtrecht erlanget hat-
ten, und der stadt einverleibet worden waren,
Hert de paroemiis juris German. lib. II, paroem.
X,
s. 400, vol. II T. III opusc. Schilter in
exercit. ad D. III § 8, Fritsch de jure et statu
suburbiorum,
Friderich Esaias Pufendorf in
obseruationibus juris vniuersi, s. 203 fg. obs.
81 vol. 1.

Siben und zwanzigstes haubtstück
von den übrigen rechten, welche aus
der landsmannschaft flüßen.
§ 130
von der
landsmann-
schaft der
verwisenen.

Der nutzen oberwähnter dreyfachen landsmann-
schaft veroffenbaret sich unter andern darin,
daß derjenige, welcher des landes verwisen wird,
nichts destoweniger die allgemeine landsmannschaft
(jus ciuitatis vniuersalis Germaniae) behalte,
folgsam das recht über sein eheweib und kinder,
auch die macht, ein testament zu errichten, an-
noch habe; iedoch verlieret er die landsmannschaft

in

XXVII. haubtſt. von den uͤbrigen
ſen auslaͤndiſche beguͤterte (forenſes). Sie wer-
den auch zuweilen ausbuͤrger genennet, Ayrer in
analectis juris ad ſingularia ſtatutorum Nord-
lingenſium, ſect. 1 cap.
1 § 1 Hert de ſubject
territoriali
§ 3.

Sechs und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von den vorſtaͤdten.
§ 129
vorſtaͤdte
haben ei-
gentlich
kein ſtadt-
recht.

Die vorſtaͤdte, oder neuſtaͤdte haben eigentlich
kein ſtadtrecht gehabt. Daher diejenige,
welche in den vorſtaͤdten wohneten, von den buͤr-
gern unterſchiden wurden, auſſer wenn ſie aus-
druͤcklich das buͤrger- und ſtadtrecht erlanget hat-
ten, und der ſtadt einverleibet worden waren,
Hert de paroemiis juris German. lib. II, paroem.
X,
ſ. 400, vol. II T. III opuſc. Schilter in
exercit. ad D. III § 8, Fritſch de jure et ſtatu
ſuburbiorum,
Friderich Eſaias Pufendorf in
obſeruationibus juris vniuerſi, ſ. 203 fg. obſ.
81 vol. 1.

Siben und zwanzigſtes haubtſtuͤck
von den uͤbrigen rechten, welche aus
der landsmannſchaft fluͤßen.
§ 130
von der
landsmañ-
ſchaft der
verwiſenen.

Der nutzen oberwaͤhnter dreyfachen landsmann-
ſchaft veroffenbaret ſich unter andern darin,
daß derjenige, welcher des landes verwiſen wird,
nichts deſtoweniger die allgemeine landsmannſchaft
(jus ciuitatis vniuerſalis Germaniae) behalte,
folgſam das recht uͤber ſein eheweib und kinder,
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noch habe; iedoch verlieret er die landsmannſchaft

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[56/0066] XXVII. haubtſt. von den uͤbrigen ſen auslaͤndiſche beguͤterte (forenſes). Sie wer- den auch zuweilen ausbuͤrger genennet, Ayrer in analectis juris ad ſingularia ſtatutorum Nord- lingenſium, ſect. 1 cap. 1 § 1 Hert de ſubject territoriali § 3. Sechs und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den vorſtaͤdten. § 129 Die vorſtaͤdte, oder neuſtaͤdte haben eigentlich kein ſtadtrecht gehabt. Daher diejenige, welche in den vorſtaͤdten wohneten, von den buͤr- gern unterſchiden wurden, auſſer wenn ſie aus- druͤcklich das buͤrger- und ſtadtrecht erlanget hat- ten, und der ſtadt einverleibet worden waren, Hert de paroemiis juris German. lib. II, paroem. X, ſ. 400, vol. II T. III opuſc. Schilter in exercit. ad D. III § 8, Fritſch de jure et ſtatu ſuburbiorum, Friderich Eſaias Pufendorf in obſeruationibus juris vniuerſi, ſ. 203 fg. obſ. 81 vol. 1. Siben und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den uͤbrigen rechten, welche aus der landsmannſchaft fluͤßen. § 130 Der nutzen oberwaͤhnter dreyfachen landsmann- ſchaft veroffenbaret ſich unter andern darin, daß derjenige, welcher des landes verwiſen wird, nichts deſtoweniger die allgemeine landsmannſchaft (jus ciuitatis vniuerſalis Germaniae) behalte, folgſam das recht uͤber ſein eheweib und kinder, auch die macht, ein teſtament zu errichten, an- noch habe; iedoch verlieret er die landsmannſchaft in

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 56. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/66>, abgerufen am 18.02.2019.