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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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LX haubtstück
Casimir zu Hanau bevollmächtigete 1677 seinen
gesanden zu Regensburg dises suchen bei der
Reichs-versammlung zu unterstüzen, Lünigs
Reichsarchiv P. gener. contin. II s. 649. Im
jare 1681 und 1685 ist die sache zu stande gekom-
men. Sihe die neueste ausgabe von den Reichs-
abschiden im IIIIten teile s. 152 fgg.

§ 2440
drat-mü-
len.

Die drat-müle ist eine maschine, durch deren
verrichtung geschmidete stangen, von eisen, mes-
sing, kupfer, und silber zu dinnen drate gezo-
gen werden können. Man richtet das eine ende
der stange spizig zu, und stecket es durch ein run-
des loch, eines starken stals. Eine zange ergrei-
fet die stange, und zihet sie mit gewalt durch.
Sie wird dadurch dinner und länger. Ist sel-
bige noch nicht dinne genug, wird sie nach und
nach immer durch kleinere löcher gezogen, bis
sie dinne genug, und zu solchem Drate gebracht
ist, den man haben will. Zu Aslar, eine stunde
von Wezlar, ist eine drat-müle. Zu Altena
bei Iserloe ist ein starker handel mit drate. Zu
Nürnberg wird der silberdrat gezogen. Eine
stange silbers von 45 marken hat etwa 22 zolle
in der länge, diser wird in ansehung des diame-
tri 9000 mal dinner, und verlänget sich auf
1163520 fuße, welche 48 1/3 Teutsche meilen weges,
jede zu 2400 schuhen gerechnet, ausmachen,
Keysler II s. 1224.



Ein

LX haubtſtuͤck
Caſimir zu Hanau bevollmaͤchtigete 1677 ſeinen
geſanden zu Regensburg diſes ſuchen bei der
Reichs-verſammlung zu unterſtuͤzen, Luͤnigs
Reichsarchiv P. gener. contin. II ſ. 649. Im
jare 1681 und 1685 iſt die ſache zu ſtande gekom-
men. Sihe die neueſte ausgabe von den Reichs-
abſchiden im IIIIten teile ſ. 152 fgg.

§ 2440
drat-muͤ-
len.

Die drat-muͤle iſt eine maſchine, durch deren
verrichtung geſchmidete ſtangen, von eiſen, meſ-
ſing, kupfer, und ſilber zu dinnen drate gezo-
gen werden koͤnnen. Man richtet das eine ende
der ſtange ſpizig zu, und ſtecket es durch ein run-
des loch, eines ſtarken ſtals. Eine zange ergrei-
fet die ſtange, und zihet ſie mit gewalt durch.
Sie wird dadurch dinner und laͤnger. Iſt ſel-
bige noch nicht dinne genug, wird ſie nach und
nach immer durch kleinere loͤcher gezogen, bis
ſie dinne genug, und zu ſolchem Drate gebracht
iſt, den man haben will. Zu Aslar, eine ſtunde
von Wezlar, iſt eine drat-muͤle. Zu Altena
bei Iſerloe iſt ein ſtarker handel mit drate. Zu
Nuͤrnberg wird der ſilberdrat gezogen. Eine
ſtange ſilbers von 45 marken hat etwa 22 zolle
in der laͤnge, diſer wird in anſehung des diame-
tri 9000 mal dinner, und verlaͤnget ſich auf
1163520 fuße, welche 48⅓ Teutſche meilen weges,
jede zu 2400 ſchuhen gerechnet, ausmachen,
Keyſler II ſ. 1224.



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[970/0982] LX haubtſtuͤck Caſimir zu Hanau bevollmaͤchtigete 1677 ſeinen geſanden zu Regensburg diſes ſuchen bei der Reichs-verſammlung zu unterſtuͤzen, Luͤnigs Reichsarchiv P. gener. contin. II ſ. 649. Im jare 1681 und 1685 iſt die ſache zu ſtande gekom- men. Sihe die neueſte ausgabe von den Reichs- abſchiden im IIIIten teile ſ. 152 fgg. § 2440 Die drat-muͤle iſt eine maſchine, durch deren verrichtung geſchmidete ſtangen, von eiſen, meſ- ſing, kupfer, und ſilber zu dinnen drate gezo- gen werden koͤnnen. Man richtet das eine ende der ſtange ſpizig zu, und ſtecket es durch ein run- des loch, eines ſtarken ſtals. Eine zange ergrei- fet die ſtange, und zihet ſie mit gewalt durch. Sie wird dadurch dinner und laͤnger. Iſt ſel- bige noch nicht dinne genug, wird ſie nach und nach immer durch kleinere loͤcher gezogen, bis ſie dinne genug, und zu ſolchem Drate gebracht iſt, den man haben will. Zu Aslar, eine ſtunde von Wezlar, iſt eine drat-muͤle. Zu Altena bei Iſerloe iſt ein ſtarker handel mit drate. Zu Nuͤrnberg wird der ſilberdrat gezogen. Eine ſtange ſilbers von 45 marken hat etwa 22 zolle in der laͤnge, diſer wird in anſehung des diame- tri 9000 mal dinner, und verlaͤnget ſich auf 1163520 fuße, welche 48⅓ Teutſche meilen weges, jede zu 2400 ſchuhen gerechnet, ausmachen, Keyſler II ſ. 1224. Ein

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 970. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/982>, abgerufen am 23.02.2019.