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Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757.

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von der forstlichen hoheit, etc.
auf gutes land, das nicht sandig, iedoch vom un-
kraute frei ist. Der birken-samen wird zum ende
octobers und im anfange des novembers unter die
erde gebracht. Er libet sand, iedoch keine nässe.
Den erlenen samen säet man im october oder no-
vember. An den ufern der bäche wächset er gern.
Tauget aber allda nichts; weiln er hole ufer ver-
ursachet. Auf brüchen wächset er auch gern, wie
die so genannten erlen zum kirchhäme und zu
Schweinsberger-härten; mithin Büchting im
entwurfe der jägerei s. 376, dißfalls nicht unrecht
hat. Daher man dem Beckmanne von der holz-
saat s. 26 nicht beipflichten kan, daß die erle auf
ieden boden, nur nicht im sande wachse; denn wo
kein nasses oder brüchiges erdreich ist, kömmt sie
hir zu lande nicht fort. Auch hält die pflanzung
an den ufern der krebs-bäche schwer.

§ 2459

Die eicheln säet man hir zu lande entweder wiedie eichel-
saat,

das korn, aus freier hand, oder man sezet sie wie
die bonen, nur im herbste, wenn die eicheln völlig
reif sind. Der hisige landjägermeister, herr von
Dallwigk,
lässet vermittels des pfluges zwo fur-
chen zihen. Zwischen disen bleibet ein raum von
zwenen schuhen, und zwar folgender gestalt:

furche,
Q q q 3

von der forſtlichen hoheit, ꝛc.
auf gutes land, das nicht ſandig, iedoch vom un-
kraute frei iſt. Der birken-ſamen wird zum ende
octobers und im anfange des novembers unter die
erde gebracht. Er libet ſand, iedoch keine naͤſſe.
Den erlenen ſamen ſaͤet man im october oder no-
vember. An den ufern der baͤche waͤchſet er gern.
Tauget aber allda nichts; weiln er hole ufer ver-
urſachet. Auf bruͤchen waͤchſet er auch gern, wie
die ſo genannten erlen zum kirchhaͤme und zu
Schweinsberger-haͤrten; mithin Buͤchting im
entwurfe der jaͤgerei ſ. 376, dißfalls nicht unrecht
hat. Daher man dem Beckmanne von der holz-
ſaat ſ. 26 nicht beipflichten kan, daß die erle auf
ieden boden, nur nicht im ſande wachſe; denn wo
kein naſſes oder bruͤchiges erdreich iſt, koͤmmt ſie
hir zu lande nicht fort. Auch haͤlt die pflanzung
an den ufern der krebs-baͤche ſchwer.

§ 2459

Die eicheln ſaͤet man hir zu lande entweder wiedie eichel-
ſaat,

das korn, aus freier hand, oder man ſezet ſie wie
die bonen, nur im herbſte, wenn die eicheln voͤllig
reif ſind. Der hiſige landjaͤgermeiſter, herr von
Dallwigk,
laͤſſet vermittels des pfluges zwo fur-
chen zihen. Zwiſchen diſen bleibet ein raum von
zwenen ſchuhen, und zwar folgender geſtalt:

furche,
Q q q 3
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[981/0993] von der forſtlichen hoheit, ꝛc. auf gutes land, das nicht ſandig, iedoch vom un- kraute frei iſt. Der birken-ſamen wird zum ende octobers und im anfange des novembers unter die erde gebracht. Er libet ſand, iedoch keine naͤſſe. Den erlenen ſamen ſaͤet man im october oder no- vember. An den ufern der baͤche waͤchſet er gern. Tauget aber allda nichts; weiln er hole ufer ver- urſachet. Auf bruͤchen waͤchſet er auch gern, wie die ſo genannten erlen zum kirchhaͤme und zu Schweinsberger-haͤrten; mithin Buͤchting im entwurfe der jaͤgerei ſ. 376, dißfalls nicht unrecht hat. Daher man dem Beckmanne von der holz- ſaat ſ. 26 nicht beipflichten kan, daß die erle auf ieden boden, nur nicht im ſande wachſe; denn wo kein naſſes oder bruͤchiges erdreich iſt, koͤmmt ſie hir zu lande nicht fort. Auch haͤlt die pflanzung an den ufern der krebs-baͤche ſchwer. § 2459 Die eicheln ſaͤet man hir zu lande entweder wie das korn, aus freier hand, oder man ſezet ſie wie die bonen, nur im herbſte, wenn die eicheln voͤllig reif ſind. Der hiſige landjaͤgermeiſter, herr von Dallwigk, laͤſſet vermittels des pfluges zwo fur- chen zihen. Zwiſchen diſen bleibet ein raum von zwenen ſchuhen, und zwar folgender geſtalt: die eichel- ſaat, furche, Q q q 3

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 981. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/993>, abgerufen am 18.02.2019.