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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von erbschaften one lezten willen.
erst verstorbenen eingeschriben werden. Tit. 7
was beide eheleute erworben haben, soll für errun-
gen geachtet seyn. Tit. 8 fol. 19, der überlebende
ehegatt, wo eheliche kinder vorhanden sind, soll wä-
renden witbenstande bei den kindern, auch aller hab,
und gütern, als eine rechte wohltuende person ruhig
sizen, die kinder davon erbarlich, und zimlich ernä-
ren, aufzihen, zur zucht, lernung, handwerken, oder
andern stande anhalten etc. Tit. 9 wenn ein ehe-
gatt sich wider verheiratet, der ehemann, welcher
ehelich kinder hat, soll er sein zugebrachtes, oder er-
erbtes gut, samt seinen kleidern, gewehr, harnisch,
und was zum leib gehörig und von allen errunge-
nen, und gewunnenen gute 1/3 teil voraus, und darzu
von der abgestorbenen seiner hausfrau verlassen-
schaft, auch übrigen in stehender ehe gewunnenen rc
hab, und gütern, einen gleichen kindesteil nemen,
und zihen, das ihm dann eigentümlich folgen
soll etc. Tit. 10 s. 20, wenn die witbe, welche kin-
der aus der ersten ehe hat, sich wider verheiratet;
soll sie voraus nemen: ire kleider, kleinode, was zu
irem leib gehöret, und von allem errungen, und
gewunnen gut, den fünften teil, und darzu auch
zugebrachtes heiratsgut, und was sie wärender ehe
ererbet hat, und folgends all ires ehewirtes güter,
die seynd ligend, oder farend, auch übrig errungen,
oder gewunnen gut, ganz nichts davon ausgenom-
men etc, mit ires ehewirtes, und iren kindern, in
erster ehe geboren, in eicheln weiß gleich erben, und
teilen, oder als manich mund, als manich pfund etc.

§ 3043

Jm hochstifte Paderborn ist unter den gemei-wie es im Pa-
derbornischen
gehalten wird?

nen eheleuten bisher die gemeinschaft der güter der-
gestalt bräuchlich gewesen, daß, wenn keine andere
gedinge, oder verordnungen vorhanden sind, und ei-

ner
III Teil. Y y y

von erbſchaften one lezten willen.
erſt verſtorbenen eingeſchriben werden. Tit. 7
was beide eheleute erworben haben, ſoll fuͤr errun-
gen geachtet ſeyn. Tit. 8 fol. 19, der uͤberlebende
ehegatt, wo eheliche kinder vorhanden ſind, ſoll waͤ-
renden witbenſtande bei den kindern, auch aller hab,
und guͤtern, als eine rechte wohltuende perſon ruhig
ſizen, die kinder davon erbarlich, und zimlich ernaͤ-
ren, aufzihen, zur zucht, lernung, handwerken, oder
andern ſtande anhalten ꝛc. Tit. 9 wenn ein ehe-
gatt ſich wider verheiratet, der ehemann, welcher
ehelich kinder hat, ſoll er ſein zugebrachtes, oder er-
erbtes gut, ſamt ſeinen kleidern, gewehr, harniſch,
und was zum leib gehoͤrig und von allen errunge-
nen, und gewunnenen gute ⅓ teil voraus, und darzu
von der abgeſtorbenen ſeiner hausfrau verlaſſen-
ſchaft, auch uͤbrigen in ſtehender ehe gewunnenen ꝛc
hab, und guͤtern, einen gleichen kindesteil nemen,
und zihen, das ihm dann eigentuͤmlich folgen
ſoll ꝛc. Tit. 10 ſ. 20, wenn die witbe, welche kin-
der aus der erſten ehe hat, ſich wider verheiratet;
ſoll ſie voraus nemen: ire kleider, kleinode, was zu
irem leib gehoͤret, und von allem errungen, und
gewunnen gut, den fuͤnften teil, und darzu auch
zugebrachtes heiratsgut, und was ſie waͤrender ehe
ererbet hat, und folgends all ires ehewirtes guͤter,
die ſeynd ligend, oder farend, auch uͤbrig errungen,
oder gewunnen gut, ganz nichts davon ausgenom-
men ꝛc, mit ires ehewirtes, und iren kindern, in
erſter ehe geboren, in eicheln weiß gleich erben, und
teilen, oder als manich mund, als manich pfund ꝛc.

§ 3043

Jm hochſtifte Paderborn iſt unter den gemei-wie es im Pa-
derborniſchen
gehalten wird?

nen eheleuten bisher die gemeinſchaft der guͤter der-
geſtalt braͤuchlich geweſen, daß, wenn keine andere
gedinge, oder verordnungen vorhanden ſind, und ei-

ner
III Teil. Y y y
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[1073/1097] von erbſchaften one lezten willen. erſt verſtorbenen eingeſchriben werden. Tit. 7 was beide eheleute erworben haben, ſoll fuͤr errun- gen geachtet ſeyn. Tit. 8 fol. 19, der uͤberlebende ehegatt, wo eheliche kinder vorhanden ſind, ſoll waͤ- renden witbenſtande bei den kindern, auch aller hab, und guͤtern, als eine rechte wohltuende perſon ruhig ſizen, die kinder davon erbarlich, und zimlich ernaͤ- ren, aufzihen, zur zucht, lernung, handwerken, oder andern ſtande anhalten ꝛc. Tit. 9 wenn ein ehe- gatt ſich wider verheiratet, der ehemann, welcher ehelich kinder hat, ſoll er ſein zugebrachtes, oder er- erbtes gut, ſamt ſeinen kleidern, gewehr, harniſch, und was zum leib gehoͤrig und von allen errunge- nen, und gewunnenen gute ⅓ teil voraus, und darzu von der abgeſtorbenen ſeiner hausfrau verlaſſen- ſchaft, auch uͤbrigen in ſtehender ehe gewunnenen ꝛc hab, und guͤtern, einen gleichen kindesteil nemen, und zihen, das ihm dann eigentuͤmlich folgen ſoll ꝛc. Tit. 10 ſ. 20, wenn die witbe, welche kin- der aus der erſten ehe hat, ſich wider verheiratet; ſoll ſie voraus nemen: ire kleider, kleinode, was zu irem leib gehoͤret, und von allem errungen, und gewunnen gut, den fuͤnften teil, und darzu auch zugebrachtes heiratsgut, und was ſie waͤrender ehe ererbet hat, und folgends all ires ehewirtes guͤter, die ſeynd ligend, oder farend, auch uͤbrig errungen, oder gewunnen gut, ganz nichts davon ausgenom- men ꝛc, mit ires ehewirtes, und iren kindern, in erſter ehe geboren, in eicheln weiß gleich erben, und teilen, oder als manich mund, als manich pfund ꝛc. § 3043 Jm hochſtifte Paderborn iſt unter den gemei- nen eheleuten bisher die gemeinſchaft der guͤter der- geſtalt braͤuchlich geweſen, daß, wenn keine andere gedinge, oder verordnungen vorhanden ſind, und ei- ner wie es im Pa- derborniſchen gehalten wird? III Teil. Y y y

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1073. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1097>, abgerufen am 18.02.2019.