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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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Erster nachtrag,
§ 4975
tage im jänner.

Der erste hiß der jarstag, der ebenweich-tag,
oder ewen-weich auch ewigtag, der achte tag,
nämlich von Christi geburt an. Die 3 Könige
hißen der oberstag, der oberste, auch der heilige
oberste; der perch-oder prechtag, pericht-prehen-
brechen-tag etc. der 12te auch der 13te tag nach wei-
nachten, der dartinn-dagh, darthündag etc. Halt-
aus
im calend. s. 39 fg. Der montag nach 3 Kö-
nige hiß der verlorne tag, der schwörtag; weil al-
le obrigkeiten am montage nach drei Könige schwö-
ren musten. Dies Felicis in pincis ist der 14te jän-
ner. Septuagesima, der tag: da man das Alle-
luja niderlegt, oder hinleget, die gebundene, oder
verbotene zeit, da man die meyde verbutet. Der
XVIIte jänner ist antoniustag, welcher, wie trini-
tatis, ein zalungstermin, besonders in Mecklen-
burg ist, Manzel de calendario Mecklenburg. sect.
II.
Rostock 1756, 4to, § 3 s. 3 fg. Februarius
darin kommen vor: Lichtmesse, welche auch kerz-
weihe, kerstag heisset, von der Lahr s. 62, Haltaus
s. 46 fg. Estomihi heisset der fastnachtssonntag, der
fette, oder feiste sonntag, herrenfastnacht, grosse
vastelabend, pfaffen fastnacht, der rinne sonntag.
Die kinder, welche an disem sonntage geboren
werden, sehen nach des pöbels meinung, die ge-
spenster. Der montag nach Estomihi heißet der
fastelauns montag, der geile, oder gaile mon-
tag, narrenkirchweih, oder fraßmontag, der
blaue montag. Bei den handwerken heissen
deswegen die sauftäge: gute, oder blaue monta-
ge; welche aber verboten sind, laut der Reichssa-
zung vom jare 1731 art. 19. von den handwerksmiß-
bräuchen (§ 270), Haltaus s. 55 § 10. Der dings-
tag nach Estomihi heisset Vigilia carnis priuii, fast-
nacht, fasching, junge-auch rechte fastnacht, von

Pisto-
Erſter nachtrag,
§ 4975
tage im jaͤnner.

Der erſte hiß der jarstag, der ebenweich-tag,
oder ewen-weich auch ewigtag, der achte tag,
naͤmlich von Chriſti geburt an. Die 3 Koͤnige
hißen der oberstag, der oberſte, auch der heilige
oberſte; der perch-oder prechtag, pericht-prehen-
brechen-tag ꝛc. der 12te auch der 13te tag nach wei-
nachten, der dartinn-dagh, darthuͤndag ꝛc. Halt-
aus
im calend. ſ. 39 fg. Der montag nach 3 Koͤ-
nige hiß der verlorne tag, der ſchwoͤrtag; weil al-
le obrigkeiten am montage nach drei Koͤnige ſchwoͤ-
ren muſten. Dies Felicis in pincis iſt der 14te jaͤn-
ner. Septuageſima, der tag: da man das Alle-
luja niderlegt, oder hinleget, die gebundene, oder
verbotene zeit, da man die meyde verbutet. Der
XVIIte jaͤnner iſt antoniustag, welcher, wie trini-
tatis, ein zalungstermin, beſonders in Mecklen-
burg iſt, Manzel de calendario Mecklenburg. ſect.
II.
Roſtock 1756, 4to, § 3 ſ. 3 fg. Februarius
darin kommen vor: Lichtmeſſe, welche auch kerz-
weihe, kerstag heiſſet, von der Lahr ſ. 62, Haltaus
ſ. 46 fg. Eſtomihi heiſſet der faſtnachtsſonntag, der
fette, oder feiſte ſonntag, herrenfaſtnacht, groſſe
vaſtelabend, pfaffen faſtnacht, der rinne ſonntag.
Die kinder, welche an diſem ſonntage geboren
werden, ſehen nach des poͤbels meinung, die ge-
ſpenſter. Der montag nach Eſtomihi heißet der
faſtelauns montag, der geile, oder gaile mon-
tag, narrenkirchweih, oder fraßmontag, der
blaue montag. Bei den handwerken heiſſen
deswegen die ſauftaͤge: gute, oder blaue monta-
ge; welche aber verboten ſind, laut der Reichsſa-
zung vom jare 1731 art. 19. von den handwerksmiß-
braͤuchen (§ 270), Haltaus ſ. 55 § 10. Der dings-
tag nach Eſtomihi heiſſet Vigilia carnis priuii, faſt-
nacht, faſching, junge-auch rechte faſtnacht, von

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[1396/1420] Erſter nachtrag, § 4975 Der erſte hiß der jarstag, der ebenweich-tag, oder ewen-weich auch ewigtag, der achte tag, naͤmlich von Chriſti geburt an. Die 3 Koͤnige hißen der oberstag, der oberſte, auch der heilige oberſte; der perch-oder prechtag, pericht-prehen- brechen-tag ꝛc. der 12te auch der 13te tag nach wei- nachten, der dartinn-dagh, darthuͤndag ꝛc. Halt- aus im calend. ſ. 39 fg. Der montag nach 3 Koͤ- nige hiß der verlorne tag, der ſchwoͤrtag; weil al- le obrigkeiten am montage nach drei Koͤnige ſchwoͤ- ren muſten. Dies Felicis in pincis iſt der 14te jaͤn- ner. Septuageſima, der tag: da man das Alle- luja niderlegt, oder hinleget, die gebundene, oder verbotene zeit, da man die meyde verbutet. Der XVIIte jaͤnner iſt antoniustag, welcher, wie trini- tatis, ein zalungstermin, beſonders in Mecklen- burg iſt, Manzel de calendario Mecklenburg. ſect. II. Roſtock 1756, 4to, § 3 ſ. 3 fg. Februarius darin kommen vor: Lichtmeſſe, welche auch kerz- weihe, kerstag heiſſet, von der Lahr ſ. 62, Haltaus ſ. 46 fg. Eſtomihi heiſſet der faſtnachtsſonntag, der fette, oder feiſte ſonntag, herrenfaſtnacht, groſſe vaſtelabend, pfaffen faſtnacht, der rinne ſonntag. Die kinder, welche an diſem ſonntage geboren werden, ſehen nach des poͤbels meinung, die ge- ſpenſter. Der montag nach Eſtomihi heißet der faſtelauns montag, der geile, oder gaile mon- tag, narrenkirchweih, oder fraßmontag, der blaue montag. Bei den handwerken heiſſen deswegen die ſauftaͤge: gute, oder blaue monta- ge; welche aber verboten ſind, laut der Reichsſa- zung vom jare 1731 art. 19. von den handwerksmiß- braͤuchen (§ 270), Haltaus ſ. 55 § 10. Der dings- tag nach Eſtomihi heiſſet Vigilia carnis priuii, faſt- nacht, faſching, junge-auch rechte faſtnacht, von Piſto-

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1396. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1420>, abgerufen am 18.02.2019.