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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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CXXII h. von den vormunden,
tige rechnung abgeleget werden; falls der vormund
den nüßbrauch nicht hat, noch ihm solche nachgelas-
sen worden ist (§ 970 des 1ten th.), wovon hernach
gehandelt werden soll; und nach geendigter vor-
mundschaft ist 6) alles behörig wider an den voll-
järigen, oder dessen erben, auszuhändigen, was in
seinen nuz nicht verwendet worden ist, von Neu-
mann
s. 313 fgg. s. 317 fg. § 495 fg. s. 322; im-
gleichen sind die unrechtmässiger weise zugefügete
schäden zu erstatten. Die Teutsche sageten: es
wird selten ein treuer vormund gefunden, Hert lib.
I paroem.
76. Derohalben soll die obrigkeit auf
sie achtung geben; wenn sie selbst keine verant-
wortung davon haben will, Ge. Christian Ge-
baner
de actione tutelae aduersus magistratum,
Leipz. 1726 cap. 2 s. 23 fgg. Dijenige angele-
genheiten, welche verzug leiden, können bis zur voll-
järigkeit vom vormunde verschoben werden. Die
obrigkeit bindet sich in Teutschlande nicht schlech-
terdinges an die in testamenten ernenneten vormun-
den, Dan. Frid. Hoheisel de tutore in locum te-
stam. defuncti a magistratu dando,
Halle 1736, 4t.

§ 961
von den eren-
vormunden.

Man hat auch eren-vormunden (§ 954). Di-
weil sie keine verwaltung haben; so brauchen sie
auch nicht, wie andere vormunden, bestätiget zu
werden; ob sie schon über die verwesenden vormun-
den aufsicht haben sollen, wenn sie keine verantwor-
tung sich zuzihen wollen, Boehmer T. III P. I
cons.
187, n. 5, und P. III cons. 494, n. 4, Joh.
Heinr. Felz
de tutela honor. Straßb. 1720, Sam.
Frid. Willenberg
de honor. et notitiae cassa dato
tutore,
Danz. 1721, Conr. Frid. Münz de au-
ctor. tutoris hon.
Altd. 1752. Dijenige, welche
den müttern als vormunden beigegegen werden, fü-

ren

CXXII h. von den vormunden,
tige rechnung abgeleget werden; falls der vormund
den nuͤßbrauch nicht hat, noch ihm ſolche nachgelaſ-
ſen worden iſt (§ 970 des 1ten th.), wovon hernach
gehandelt werden ſoll; und nach geendigter vor-
mundſchaft iſt 6) alles behoͤrig wider an den voll-
jaͤrigen, oder deſſen erben, auszuhaͤndigen, was in
ſeinen nuz nicht verwendet worden iſt, von Neu-
mann
ſ. 313 fgg. ſ. 317 fg. § 495 fg. ſ. 322; im-
gleichen ſind die unrechtmaͤſſiger weiſe zugefuͤgete
ſchaͤden zu erſtatten. Die Teutſche ſageten: es
wird ſelten ein treuer vormund gefunden, Hert lib.
I paroem.
76. Derohalben ſoll die obrigkeit auf
ſie achtung geben; wenn ſie ſelbſt keine verant-
wortung davon haben will, Ge. Chriſtian Ge-
baner
de actione tutelae aduerſus magiſtratum,
Leipz. 1726 cap. 2 ſ. 23 fgg. Dijenige angele-
genheiten, welche verzug leiden, koͤnnen bis zur voll-
jaͤrigkeit vom vormunde verſchoben werden. Die
obrigkeit bindet ſich in Teutſchlande nicht ſchlech-
terdinges an die in teſtamenten ernenneten vormun-
den, Dan. Frid. Hoheiſel de tutore in locum te-
ſtam. defuncti a magiſtratu dando,
Halle 1736, 4t.

§ 961
von den eren-
vormunden.

Man hat auch eren-vormunden (§ 954). Di-
weil ſie keine verwaltung haben; ſo brauchen ſie
auch nicht, wie andere vormunden, beſtaͤtiget zu
werden; ob ſie ſchon uͤber die verweſenden vormun-
den aufſicht haben ſollen, wenn ſie keine verantwor-
tung ſich zuzihen wollen, Boehmer T. III P. I
conſ.
187, n. 5, und P. III conſ. 494, n. 4, Joh.
Heinr. Felz
de tutela honor. Straßb. 1720, Sam.
Frid. Willenberg
de honor. et notitiae caſſa dato
tutore,
Danz. 1721, Conr. Frid. Muͤnz de au-
ctor. tutoris hon.
Altd. 1752. Dijenige, welche
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[562/0586] CXXII h. von den vormunden, tige rechnung abgeleget werden; falls der vormund den nuͤßbrauch nicht hat, noch ihm ſolche nachgelaſ- ſen worden iſt (§ 970 des 1ten th.), wovon hernach gehandelt werden ſoll; und nach geendigter vor- mundſchaft iſt 6) alles behoͤrig wider an den voll- jaͤrigen, oder deſſen erben, auszuhaͤndigen, was in ſeinen nuz nicht verwendet worden iſt, von Neu- mann ſ. 313 fgg. ſ. 317 fg. § 495 fg. ſ. 322; im- gleichen ſind die unrechtmaͤſſiger weiſe zugefuͤgete ſchaͤden zu erſtatten. Die Teutſche ſageten: es wird ſelten ein treuer vormund gefunden, Hert lib. I paroem. 76. Derohalben ſoll die obrigkeit auf ſie achtung geben; wenn ſie ſelbſt keine verant- wortung davon haben will, Ge. Chriſtian Ge- baner de actione tutelae aduerſus magiſtratum, Leipz. 1726 cap. 2 ſ. 23 fgg. Dijenige angele- genheiten, welche verzug leiden, koͤnnen bis zur voll- jaͤrigkeit vom vormunde verſchoben werden. Die obrigkeit bindet ſich in Teutſchlande nicht ſchlech- terdinges an die in teſtamenten ernenneten vormun- den, Dan. Frid. Hoheiſel de tutore in locum te- ſtam. defuncti a magiſtratu dando, Halle 1736, 4t. § 961 Man hat auch eren-vormunden (§ 954). Di- weil ſie keine verwaltung haben; ſo brauchen ſie auch nicht, wie andere vormunden, beſtaͤtiget zu werden; ob ſie ſchon uͤber die verweſenden vormun- den aufſicht haben ſollen, wenn ſie keine verantwor- tung ſich zuzihen wollen, Boehmer T. III P. I conſ. 187, n. 5, und P. III conſ. 494, n. 4, Joh. Heinr. Felz de tutela honor. Straßb. 1720, Sam. Frid. Willenberg de honor. et notitiae caſſa dato tutore, Danz. 1721, Conr. Frid. Muͤnz de au- ctor. tutoris hon. Altd. 1752. Dijenige, welche den muͤttern als vormunden beigegegen werden, fuͤ- ren

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 562. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/586>, abgerufen am 18.02.2019.