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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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von den bauergütern.
§ 1928

Der cölnhöfe, oder kölnhöfe (§ 1941 n. 21 desvon cöln- köln-
kellnhöfen, zel-
lern etc, drittel-
gütern.

1ten th.), keelnhöfe, kellnhöfe, kellnhofgüter etc be-
nennung leiten einige von dem lateinischen worte:
colonus, colere, bauen, bauern; gestalt dann in
Westphalen das wort: colonus, noch sehr bräuch-
lich ist, Potgieser s. 206 fg. s. 820, Haltaus sp.
107, und sp. 1080 fg. von Buri am a. o. s. 821
fg. n. XI; man nennet auch solche bauern celler,
seller, zeller daselbst, und hat selle- seel-höfe. Jn
Franken findet man die bauleute, welche als erb-
zinßleute ire güter von einem oberherrn überkom-
men, und disem den erbpachtzinß järlich abzutra-
gen haben, besage der gefürsteten grafschaft Hen-
neberg landesordnung im 5ten buche tit. I cap. 4;
andere nemen das wort: cölnhöfe von den kloster-
cellen her, zu welchen derselben einkünfte, und zin-
sen bestimmet gewesen wären, Boehmer im iure
eccles. protest. lib. III.
tit. 35 § 60 s. 346, vol. III,
Besold im thes. pract. s. 455 fg. 1697 fol., und
im T. II. cons. 70, T. IIII cons. 180. qu. 3, n. 13
fgg. Noch andere leiten sie von dem sich auf sol-
chen gütern befindlichen kellern her, welcher die auf-
sicht über die einkünfte habe, auch wohl die gericht-
barkeit daselbst ausüde. Der Wehner in obs.
pract.
unter kelnhof, kahlenhof s. 312 suchet den
namen in der kehle der geistlichen, welche von sol-
chen gütern unterhalten worden wären. Nun ist
nicht zu leugnen: daß die hoch- und andere stifter,
z. e. Lindau, Reichenau etc Haltaus sp. 1080 fg.,
auch gotteshäuser, und geistliche dergleichen güter
in Schwaben, und anderwärts, vilfältig besizen,
und sie als erbleihen vergeben; allein sie füren ver-
schidene bedingungen bei sich. Die besizer haben
ire gewisse zinßen zu leisten, und andere lasten zu

tragen.
G g g 4
von den bauerguͤtern.
§ 1928

Der coͤlnhoͤfe, oder koͤlnhoͤfe (§ 1941 n. 21 desvon coͤln- koͤln-
kellnhoͤfen, zel-
lern ꝛc, drittel-
guͤtern.

1ten th.), keelnhoͤfe, kellnhoͤfe, kellnhofguͤter ꝛc be-
nennung leiten einige von dem lateiniſchen worte:
colonus, colere, bauen, bauern; geſtalt dann in
Weſtphalen das wort: colonus, noch ſehr braͤuch-
lich iſt, Potgieſer ſ. 206 fg. ſ. 820, Haltaus ſp.
107, und ſp. 1080 fg. von Buri am a. o. ſ. 821
fg. n. XI; man nennet auch ſolche bauern celler,
ſeller, zeller daſelbſt, und hat ſelle- ſeel-hoͤfe. Jn
Franken findet man die bauleute, welche als erb-
zinßleute ire guͤter von einem oberherrn uͤberkom-
men, und diſem den erbpachtzinß jaͤrlich abzutra-
gen haben, beſage der gefuͤrſteten grafſchaft Hen-
neberg landesordnung im 5ten buche tit. I cap. 4;
andere nemen das wort: coͤlnhoͤfe von den kloſter-
cellen her, zu welchen derſelben einkuͤnfte, und zin-
ſen beſtimmet geweſen waͤren, Boehmer im iure
eccleſ. proteſt. lib. III.
tit. 35 § 60 ſ. 346, vol. III,
Beſold im theſ. pract. ſ. 455 fg. 1697 fol., und
im T. II. conſ. 70, T. IIII conſ. 180. qu. 3, n. 13
fgg. Noch andere leiten ſie von dem ſich auf ſol-
chen guͤtern befindlichen kellern her, welcher die auf-
ſicht uͤber die einkuͤnfte habe, auch wohl die gericht-
barkeit daſelbſt ausuͤde. Der Wehner in obſ.
pract.
unter kelnhof, kahlenhof ſ. 312 ſuchet den
namen in der kehle der geiſtlichen, welche von ſol-
chen guͤtern unterhalten worden waͤren. Nun iſt
nicht zu leugnen: daß die hoch- und andere ſtifter,
z. e. Lindau, Reichenau ꝛc Haltaus ſp. 1080 fg.,
auch gotteshaͤuſer, und geiſtliche dergleichen guͤter
in Schwaben, und anderwaͤrts, vilfaͤltig beſizen,
und ſie als erbleihen vergeben; allein ſie fuͤren ver-
ſchidene bedingungen bei ſich. Die beſizer haben
ire gewiſſe zinßen zu leiſten, und andere laſten zu

tragen.
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[839/0863] von den bauerguͤtern. § 1928 Der coͤlnhoͤfe, oder koͤlnhoͤfe (§ 1941 n. 21 des 1ten th.), keelnhoͤfe, kellnhoͤfe, kellnhofguͤter ꝛc be- nennung leiten einige von dem lateiniſchen worte: colonus, colere, bauen, bauern; geſtalt dann in Weſtphalen das wort: colonus, noch ſehr braͤuch- lich iſt, Potgieſer ſ. 206 fg. ſ. 820, Haltaus ſp. 107, und ſp. 1080 fg. von Buri am a. o. ſ. 821 fg. n. XI; man nennet auch ſolche bauern celler, ſeller, zeller daſelbſt, und hat ſelle- ſeel-hoͤfe. Jn Franken findet man die bauleute, welche als erb- zinßleute ire guͤter von einem oberherrn uͤberkom- men, und diſem den erbpachtzinß jaͤrlich abzutra- gen haben, beſage der gefuͤrſteten grafſchaft Hen- neberg landesordnung im 5ten buche tit. I cap. 4; andere nemen das wort: coͤlnhoͤfe von den kloſter- cellen her, zu welchen derſelben einkuͤnfte, und zin- ſen beſtimmet geweſen waͤren, Boehmer im iure eccleſ. proteſt. lib. III. tit. 35 § 60 ſ. 346, vol. III, Beſold im theſ. pract. ſ. 455 fg. 1697 fol., und im T. II. conſ. 70, T. IIII conſ. 180. qu. 3, n. 13 fgg. Noch andere leiten ſie von dem ſich auf ſol- chen guͤtern befindlichen kellern her, welcher die auf- ſicht uͤber die einkuͤnfte habe, auch wohl die gericht- barkeit daſelbſt ausuͤde. Der Wehner in obſ. pract. unter kelnhof, kahlenhof ſ. 312 ſuchet den namen in der kehle der geiſtlichen, welche von ſol- chen guͤtern unterhalten worden waͤren. Nun iſt nicht zu leugnen: daß die hoch- und andere ſtifter, z. e. Lindau, Reichenau ꝛc Haltaus ſp. 1080 fg., auch gotteshaͤuſer, und geiſtliche dergleichen guͤter in Schwaben, und anderwaͤrts, vilfaͤltig beſizen, und ſie als erbleihen vergeben; allein ſie fuͤren ver- ſchidene bedingungen bei ſich. Die beſizer haben ire gewiſſe zinßen zu leiſten, und andere laſten zu tragen. von coͤln- koͤln- kellnhoͤfen, zel- lern ꝛc, drittel- guͤtern. G g g 4

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 839. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/863>, abgerufen am 20.02.2019.