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Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767.

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II buch, LX haubtstück,
§ 2368
vom orte der zu
erbauenden
mülen, und de-
ren arten.

Wenn eine wassermüle erbauet werden soll,
darf der fluß nicht gestauchet werden; ein anders
ist aber bei kleinen bächen, zu trockenen zeiten, und
im falle der noht; 2) muß die teichung der darü-
ber ligendenden müle die wasser-räder nicht hem-
men; 3) der mal- und wehr-pfal, samt dem fach-
baume, in beiseyn der benachbarten müller, und
geschwornen nivellirer, geschlagen werden. Von
den panster- staber- straub-zeugen, auch straub-
rädern sihe das oeconomische lexicon s. 496. Pan-
ster-müle ist dijenige, welche an einem grossen stro-
me mit grossen, und kleinen wasserrädern nach den
hohen, und tifen wassern gestellet wird, damit sie
nicht zu vil, auch nicht zu wenig wasser vom stro-
me bekomme. Die räder sind manchmal so breit,
als die andere mülräder. Der rollgang heisset:
wenn die mülen-räder durch ketten in die höhe ge-
zogen werden, um auch bei fluten malen zu können.

§ 2373
von der hölle
der müller, u.
abspaunung
der malgäste.

Bei der mülenschau ist auf das dibesloch fleis-
sig achtung zu geben, wobei die mülenschauer sich
nach Hoenns betrugslexico richten können. Das
abspannen der malgäste ist unerlaubet; vilmehr
hat ein müller die einheimischen für den fremden zu
befördern, und sich allso gegen sie zu betragen, daß
keine klage, noch beschwerde über das vervorteilen,
die widerrechtliche molter, noch aufhaltung gefü-
ret werde. Jer. Eb. Link excerpta quaesf. de
molitoribus,
Straßb. 1742.

§ 2378
von der molter,
dem beutelgel-
te.

Dem malmüller gebüret ein gewisser anteil
von den zu malenden früchten (§ 523 des Iten th.),
welcher die molter, mal- mul- meze heisset, Halt-

aus
II buch, LX haubtſtuͤck,
§ 2368
vom orte der zu
erbauenden
muͤlen, und de-
ren arten.

Wenn eine waſſermuͤle erbauet werden ſoll,
darf der fluß nicht geſtauchet werden; ein anders
iſt aber bei kleinen baͤchen, zu trockenen zeiten, und
im falle der noht; 2) muß die teichung der daruͤ-
ber ligendenden muͤle die waſſer-raͤder nicht hem-
men; 3) der mal- und wehr-pfal, ſamt dem fach-
baume, in beiſeyn der benachbarten muͤller, und
geſchwornen nivellirer, geſchlagen werden. Von
den panſter- ſtaber- ſtraub-zeugen, auch ſtraub-
raͤdern ſihe das oeconomiſche lexicon ſ. 496. Pan-
ſter-muͤle iſt dijenige, welche an einem groſſen ſtro-
me mit groſſen, und kleinen waſſerraͤdern nach den
hohen, und tifen waſſern geſtellet wird, damit ſie
nicht zu vil, auch nicht zu wenig waſſer vom ſtro-
me bekomme. Die raͤder ſind manchmal ſo breit,
als die andere muͤlraͤder. Der rollgang heiſſet:
wenn die muͤlen-raͤder durch ketten in die hoͤhe ge-
zogen werden, um auch bei fluten malen zu koͤnnen.

§ 2373
von der hoͤlle
der muͤller, u.
abſpaunung
der malgaͤſte.

Bei der muͤlenſchau iſt auf das dibesloch fleiſ-
ſig achtung zu geben, wobei die muͤlenſchauer ſich
nach Hoenns betrugslexico richten koͤnnen. Das
abſpannen der malgaͤſte iſt unerlaubet; vilmehr
hat ein muͤller die einheimiſchen fuͤr den fremden zu
befoͤrdern, und ſich allſo gegen ſie zu betragen, daß
keine klage, noch beſchwerde uͤber das vervorteilen,
die widerrechtliche molter, noch aufhaltung gefuͤ-
ret werde. Jer. Eb. Link excerpta quaeſf. de
molitoribus,
Straßb. 1742.

§ 2378
von der molter,
dem beutelgel-
te.

Dem malmuͤller gebuͤret ein gewiſſer anteil
von den zu malenden fruͤchten (§ 523 des Iten th.),
welcher die molter, mal- mul- meze heiſſet, Halt-

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[930/0954] II buch, LX haubtſtuͤck, § 2368 Wenn eine waſſermuͤle erbauet werden ſoll, darf der fluß nicht geſtauchet werden; ein anders iſt aber bei kleinen baͤchen, zu trockenen zeiten, und im falle der noht; 2) muß die teichung der daruͤ- ber ligendenden muͤle die waſſer-raͤder nicht hem- men; 3) der mal- und wehr-pfal, ſamt dem fach- baume, in beiſeyn der benachbarten muͤller, und geſchwornen nivellirer, geſchlagen werden. Von den panſter- ſtaber- ſtraub-zeugen, auch ſtraub- raͤdern ſihe das oeconomiſche lexicon ſ. 496. Pan- ſter-muͤle iſt dijenige, welche an einem groſſen ſtro- me mit groſſen, und kleinen waſſerraͤdern nach den hohen, und tifen waſſern geſtellet wird, damit ſie nicht zu vil, auch nicht zu wenig waſſer vom ſtro- me bekomme. Die raͤder ſind manchmal ſo breit, als die andere muͤlraͤder. Der rollgang heiſſet: wenn die muͤlen-raͤder durch ketten in die hoͤhe ge- zogen werden, um auch bei fluten malen zu koͤnnen. § 2373 Bei der muͤlenſchau iſt auf das dibesloch fleiſ- ſig achtung zu geben, wobei die muͤlenſchauer ſich nach Hoenns betrugslexico richten koͤnnen. Das abſpannen der malgaͤſte iſt unerlaubet; vilmehr hat ein muͤller die einheimiſchen fuͤr den fremden zu befoͤrdern, und ſich allſo gegen ſie zu betragen, daß keine klage, noch beſchwerde uͤber das vervorteilen, die widerrechtliche molter, noch aufhaltung gefuͤ- ret werde. Jer. Eb. Link excerpta quaeſf. de molitoribus, Straßb. 1742. § 2378 Dem malmuͤller gebuͤret ein gewiſſer anteil von den zu malenden fruͤchten (§ 523 des Iten th.), welcher die molter, mal- mul- meze heiſſet, Halt- aus

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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 930. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/954>, abgerufen am 20.02.2019.