Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719.

Bild:
<< vorherige Seite

October.
[Spaltenumbruch] tur und Geschlecht, da werden sie nun
theils durch hierzu absonderlich verfer-
tigte Karn-Büchsen oder Doppel-Haa-
cken, mit kleinen Lauff-Kügleins, auff
drey biß vier hundert Schritt, in der
ferne geschossen, theils auch, nach Herr
Conrad Aitingers gegebenen Bericht,
durch Schlag-Wände gefangen. Die
Enten aber auff grossen Enten-Fängen
künstlich berücket, oder im Flug ge-
schossen.

Von dem Raub-Beflügel/
Als dem Habicht und Sperber.

Nunmehro lernen die jungen Raub-
Vögel von dem Alten ihr schädliches
Handwerck völlig exerciren, und kön-
nen schon alleine heurige Hasen, und
junge Reb-Hühner fangen, da sie sich
dann vollkommen selbst ernehren kön-
nen.

Krähen und Aelstern.

Die grauen Nebel-Krähen bleiben
über Winter bey uns allhier, theils
schwartze Krähen aber machen sich zum
Weg-Zug Schwarm-weise parat. Die
Aelstern bringen die jetzigen Jungen sel-
ten auf, weil es schon zu kalt; Des Abends
begeben sie sich in Werfften-Sträucher.

Des Jägers nöthige Verrich-
tung in Jagd- und Forst-
Sachen/ auch mit Zeug und
Hunden.

Umb Galli werden die Eicheln und
Buch-Eckern ziemlich reif. Wann de-
ren viel gerathen, und das Laub nicht
wohl fallen will, soll es einen harten
Winter bedeuten, dann werden die Mast-
Schweine in die Mast geschlagen, ge-
zeichnet und gebrannt. Nach der Hirsch-
Brunfft, wann das Laub von denen
Bäumen abgefallen, werden die Hirsch-
Lecken erneuert; Die Wolffs- und Fuchs-
Gruben repariret, und die Dächse des
Nachts, wie vorgemeldet, wann viel Obst
Mastung oder Rüben, mit Hunden ge-
hetzet, und mit Gabeln gefangen; Die
Ebrisch-Beeren bey schönem Wetter ge-
[Spaltenumbruch] brochen, auff dem Boden auff Wasch-
Leinen getrocknet und in der Lufft dör-
re gemachet, damit man solche im Win-
ter vor die Krammets-Vögel habe. Jm
letzten Viertel wird das Bau-Holtz ge-
fället, item Brenn- und Küchen-Holtz
zu Klafftern geschlagen; Vor die wil-
den Sauen in Brüchern und Morästen,
an dienliche Oerter Suhlen und Wasser-
Pfützen oder Tümpel gemachet, weiln
sie nicht alleine durch die bißherige Som-
mer-Hitze echaufrirt, sondern auch durch
die Eicheln, Buch-Eckern, Hasel-Nüsse,
und allerhand wild und zahm Obst, hi-
tzig worden, und sich abzukühlen, sich in
die Brudel und Suhlen begeben, man
kan ihnen alsdenn ohnweit davon auff
den Bäumen unterm Wind auffpassen,
und sie schiessen. Desgleichen ist nun-
mehro auch das gelte Wildpräth zum
Deputat in die Küchen zu pürschen und
zu liefern; Man kan auch für die Schmeltz-
Hütten, Eysen-Hammer und Schmiede
Kohlen-Mäuler setzen und brennen las-
sen; Holtz- und Forst-Rechnung, oder
Verkauff des Herbsts vornehmen, und
mit den Forst-Bedienten überlegen, wo
das Gehäue des Holtzes, wegen Wexel
des Wildpräths, und zu Conservirung
des jungen Wiederwachses/ item Abja-
jungs-Flügel, am füglichsten und nütz-
lichsten vorzunehmen und anzustellen
sey. So soll man auch auf die Kram-
mets-Vögel, so sich nunmehro bald an-
geben, eyfrig und fleißig bedacht seyn,
solche zu fangen. Weiln die Steck-Garn
nicht mehr taugen, muß zun Reb-Hüh-
nern das Treibe-Zeug, Haamen und der
Tyraß gebrauchet werden. Man kan
auch das Lerchenstreichen fleißig vorneh-
men, weil jetzo der beste Strich und sol-
che am fettesten sind. Jngleichen ist je-
tzo auch mit den Schnepffen der beste
Strich, und sind sie ebenfalls sehr feist.
Der Fincken-Heerd gehet nunmehro
bald zu Ende. Nunmehro kan man
noch die Hasel-Hühner mit dem Pfeiff-
lein auff den Lock schiessen; Die Leim-
Spillen werden auff allerhand Vögel
nützlich gebrauchet. Man soll auch de-
nen Hasen Abends auf den Rüb-Aeckern
mit Lausch-Netzen und Feder-Lappen
aufpassen oder sie schiessen, sie kommen
aber sehr späthe.

Novem-
D d d

October.
[Spaltenumbruch] tur und Geſchlecht, da werden ſie nun
theils durch hierzu abſonderlich verfer-
tigte Karn-Buͤchſen oder Doppel-Haa-
cken, mit kleinen Lauff-Kuͤgleins, auff
drey biß vier hundert Schritt, in der
ferne geſchoſſen, theils auch, nach Herr
Conrad Aitingers gegebenen Bericht,
durch Schlag-Waͤnde gefangen. Die
Enten aber auff groſſen Enten-Faͤngen
kuͤnſtlich beruͤcket, oder im Flug ge-
ſchoſſen.

Von dem Raub-Befluͤgel/
Als dem Habicht und Sperber.

Nunmehro lernen die jungen Raub-
Voͤgel von dem Alten ihr ſchaͤdliches
Handwerck voͤllig exerciren, und koͤn-
nen ſchon alleine heurige Haſen, und
junge Reb-Huͤhner fangen, da ſie ſich
dann vollkommen ſelbſt ernehren koͤn-
nen.

Kraͤhen und Aelſtern.

Die grauen Nebel-Kraͤhen bleiben
uͤber Winter bey uns allhier, theils
ſchwartze Kraͤhen aber machen ſich zum
Weg-Zug Schwarm-weiſe parat. Die
Aelſtern bringen die jetzigen Jungen ſel-
ten auf, weil es ſchon zu kalt; Des Abends
begeben ſie ſich in Werfften-Straͤucher.

Des Jaͤgers noͤthige Verrich-
tung in Jagd- und Forſt-
Sachen/ auch mit Zeug und
Hunden.

Umb Galli werden die Eicheln und
Buch-Eckern ziemlich reif. Wann de-
ren viel gerathen, und das Laub nicht
wohl fallen will, ſoll es einen harten
Winter bedeuten, dann werden die Maſt-
Schweine in die Maſt geſchlagen, ge-
zeichnet und gebrannt. Nach der Hirſch-
Brunfft, wann das Laub von denen
Baͤumen abgefallen, werden die Hirſch-
Lecken erneuert; Die Wolffs- und Fuchs-
Gruben repariret, und die Daͤchſe des
Nachts, wie vorgemeldet, wann viel Obſt
Maſtung oder Ruͤben, mit Hunden ge-
hetzet, und mit Gabeln gefangen; Die
Ebriſch-Beeren bey ſchoͤnem Wetter ge-
[Spaltenumbruch] brochen, auff dem Boden auff Waſch-
Leinen getrocknet und in der Lufft doͤr-
re gemachet, damit man ſolche im Win-
ter vor die Krammets-Voͤgel habe. Jm
letzten Viertel wird das Bau-Holtz ge-
faͤllet, item Brenn- und Kuͤchen-Holtz
zu Klafftern geſchlagen; Vor die wil-
den Sauen in Bruͤchern und Moraͤſten,
an dienliche Oerter Suhlen und Waſſer-
Pfuͤtzen oder Tuͤmpel gemachet, weiln
ſie nicht alleine durch die bißherige Som-
mer-Hitze echaufrirt, ſondern auch durch
die Eicheln, Buch-Eckern, Haſel-Nuͤſſe,
und allerhand wild und zahm Obſt, hi-
tzig worden, und ſich abzukuͤhlen, ſich in
die Brudel und Suhlen begeben, man
kan ihnen alsdenn ohnweit davon auff
den Baͤumen unterm Wind auffpaſſen,
und ſie ſchieſſen. Desgleichen iſt nun-
mehro auch das gelte Wildpraͤth zum
Deputat in die Kuͤchen zu puͤrſchen und
zu liefern; Man kan auch fuͤr die Schmeltz-
Huͤtten, Eyſen-Hammer und Schmiede
Kohlen-Maͤuler ſetzen und brennen laſ-
ſen; Holtz- und Forſt-Rechnung, oder
Verkauff des Herbſts vornehmen, und
mit den Forſt-Bedienten uͤberlegen, wo
das Gehaͤue des Holtzes, wegen Wexel
des Wildpraͤths, und zu Conſervirung
des jungen Wiederwachſes/ item Abja-
jungs-Fluͤgel, am fuͤglichſten und nuͤtz-
lichſten vorzunehmen und anzuſtellen
ſey. So ſoll man auch auf die Kram-
mets-Voͤgel, ſo ſich nunmehro bald an-
geben, eyfrig und fleißig bedacht ſeyn,
ſolche zu fangen. Weiln die Steck-Garn
nicht mehr taugen, muß zun Reb-Huͤh-
nern das Treibe-Zeug, Haamen und der
Tyraß gebrauchet werden. Man kan
auch das Lerchenſtreichen fleißig vorneh-
men, weil jetzo der beſte Strich und ſol-
che am fetteſten ſind. Jngleichen iſt je-
tzo auch mit den Schnepffen der beſte
Strich, und ſind ſie ebenfalls ſehr feiſt.
Der Fincken-Heerd gehet nunmehro
bald zu Ende. Nunmehro kan man
noch die Haſel-Huͤhner mit dem Pfeiff-
lein auff den Lock ſchieſſen; Die Leim-
Spillen werden auff allerhand Voͤgel
nuͤtzlich gebrauchet. Man ſoll auch de-
nen Haſen Abends auf den Ruͤb-Aeckern
mit Lauſch-Netzen und Feder-Lappen
aufpaſſen oder ſie ſchieſſen, ſie kommen
aber ſehr ſpaͤthe.

Novem-
D d d
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="2">
            <div n="3">
              <div n="4">
                <div n="5">
                  <p><pb facs="#f0567" n="393"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">October.</hi></fw><lb/><cb/>
tur und Ge&#x017F;chlecht, da werden &#x017F;ie nun<lb/>
theils durch hierzu ab&#x017F;onderlich verfer-<lb/>
tigte Karn-Bu&#x0364;ch&#x017F;en oder Doppel-Haa-<lb/>
cken, mit kleinen Lauff-Ku&#x0364;gleins, auff<lb/>
drey biß vier hundert Schritt, in der<lb/>
ferne ge&#x017F;cho&#x017F;&#x017F;en, theils auch, nach Herr<lb/><hi rendition="#aq">Conrad Aitingers</hi> gegebenen Bericht,<lb/>
durch Schlag-Wa&#x0364;nde gefangen. Die<lb/>
Enten aber auff gro&#x017F;&#x017F;en Enten-Fa&#x0364;ngen<lb/>
ku&#x0364;n&#x017F;tlich beru&#x0364;cket, oder im Flug ge-<lb/>
&#x017F;cho&#x017F;&#x017F;en.</p>
                </div>
              </div><lb/>
              <div n="4">
                <head> <hi rendition="#b">Von dem Raub-Beflu&#x0364;gel/</hi> </head><lb/>
                <div n="5">
                  <head> <hi rendition="#b">Als dem Habicht und Sperber.</hi> </head><lb/>
                  <p>Nunmehro lernen die jungen Raub-<lb/>
Vo&#x0364;gel von dem Alten ihr &#x017F;cha&#x0364;dliches<lb/>
Handwerck vo&#x0364;llig <hi rendition="#aq">exercir</hi>en, und ko&#x0364;n-<lb/>
nen &#x017F;chon alleine heurige Ha&#x017F;en, und<lb/>
junge Reb-Hu&#x0364;hner fangen, da &#x017F;ie &#x017F;ich<lb/>
dann vollkommen &#x017F;elb&#x017F;t ernehren ko&#x0364;n-<lb/>
nen.</p>
                </div><lb/>
                <div n="5">
                  <head> <hi rendition="#b">Kra&#x0364;hen und Ael&#x017F;tern.</hi> </head><lb/>
                  <p>Die grauen Nebel-Kra&#x0364;hen bleiben<lb/>
u&#x0364;ber Winter bey uns allhier, theils<lb/>
&#x017F;chwartze Kra&#x0364;hen aber machen &#x017F;ich zum<lb/>
Weg-Zug Schwarm-wei&#x017F;e <hi rendition="#aq">parat.</hi> Die<lb/>
Ael&#x017F;tern bringen die jetzigen Jungen &#x017F;el-<lb/>
ten auf, weil es &#x017F;chon zu kalt; Des Abends<lb/>
begeben &#x017F;ie &#x017F;ich in Werfften-Stra&#x0364;ucher.</p>
                </div>
              </div>
            </div><lb/>
            <div n="3">
              <head> <hi rendition="#b">Des Ja&#x0364;gers no&#x0364;thige Verrich-<lb/>
tung in Jagd- und For&#x017F;t-<lb/>
Sachen/ auch mit Zeug und<lb/>
Hunden.</hi> </head><lb/>
              <p>Umb <hi rendition="#aq">Galli</hi> werden die Eicheln und<lb/>
Buch-Eckern ziemlich reif. Wann de-<lb/>
ren viel gerathen, und das Laub nicht<lb/>
wohl fallen will, &#x017F;oll es einen harten<lb/>
Winter bedeuten, dann werden die Ma&#x017F;t-<lb/>
Schweine in die Ma&#x017F;t ge&#x017F;chlagen, ge-<lb/>
zeichnet und gebrannt. Nach der Hir&#x017F;ch-<lb/>
Brunfft, wann das Laub von denen<lb/>
Ba&#x0364;umen abgefallen, werden die Hir&#x017F;ch-<lb/>
Lecken erneuert; Die Wolffs- und Fuchs-<lb/>
Gruben <hi rendition="#aq">reparir</hi>et, und die Da&#x0364;ch&#x017F;e des<lb/>
Nachts, wie vorgemeldet, wann viel Ob&#x017F;t<lb/>
Ma&#x017F;tung oder Ru&#x0364;ben, mit Hunden ge-<lb/>
hetzet, und mit Gabeln gefangen; Die<lb/>
Ebri&#x017F;ch-Beeren bey &#x017F;cho&#x0364;nem Wetter ge-<lb/><cb/>
brochen, auff dem Boden auff Wa&#x017F;ch-<lb/>
Leinen getrocknet und in der Lufft do&#x0364;r-<lb/>
re gemachet, damit man &#x017F;olche im Win-<lb/>
ter vor die Krammets-Vo&#x0364;gel habe. Jm<lb/>
letzten Viertel wird das Bau-Holtz ge-<lb/>
fa&#x0364;llet, <hi rendition="#aq">item</hi> Brenn- und Ku&#x0364;chen-Holtz<lb/>
zu Klafftern ge&#x017F;chlagen; Vor die wil-<lb/>
den Sauen in Bru&#x0364;chern und Mora&#x0364;&#x017F;ten,<lb/>
an dienliche Oerter Suhlen und Wa&#x017F;&#x017F;er-<lb/>
Pfu&#x0364;tzen oder Tu&#x0364;mpel gemachet, weiln<lb/>
&#x017F;ie nicht alleine durch die bißherige Som-<lb/>
mer-Hitze <hi rendition="#aq">echaufrirt,</hi> &#x017F;ondern auch durch<lb/>
die Eicheln, Buch-Eckern, Ha&#x017F;el-Nu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e,<lb/>
und allerhand wild und zahm Ob&#x017F;t, hi-<lb/>
tzig worden, und &#x017F;ich abzuku&#x0364;hlen, &#x017F;ich in<lb/>
die Brudel und Suhlen begeben, man<lb/>
kan ihnen alsdenn ohnweit davon auff<lb/>
den Ba&#x0364;umen unterm Wind auffpa&#x017F;&#x017F;en,<lb/>
und &#x017F;ie &#x017F;chie&#x017F;&#x017F;en. Desgleichen i&#x017F;t nun-<lb/>
mehro auch das gelte Wildpra&#x0364;th zum<lb/><hi rendition="#aq">Deputat</hi> in die Ku&#x0364;chen zu pu&#x0364;r&#x017F;chen und<lb/>
zu liefern; Man kan auch fu&#x0364;r die Schmeltz-<lb/>
Hu&#x0364;tten, Ey&#x017F;en-Hammer und Schmiede<lb/>
Kohlen-Ma&#x0364;uler &#x017F;etzen und brennen la&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en; Holtz- und For&#x017F;t-Rechnung, oder<lb/>
Verkauff des Herb&#x017F;ts vornehmen, und<lb/>
mit den For&#x017F;t-Bedienten u&#x0364;berlegen, wo<lb/>
das Geha&#x0364;ue des Holtzes, wegen Wexel<lb/>
des Wildpra&#x0364;ths, und zu <hi rendition="#aq">Con&#x017F;ervir</hi>ung<lb/>
des jungen Wiederwach&#x017F;es/ <hi rendition="#aq">item</hi> Abja-<lb/>
jungs-Flu&#x0364;gel, am fu&#x0364;glich&#x017F;ten und nu&#x0364;tz-<lb/>
lich&#x017F;ten vorzunehmen und anzu&#x017F;tellen<lb/>
&#x017F;ey. So &#x017F;oll man auch auf die Kram-<lb/>
mets-Vo&#x0364;gel, &#x017F;o &#x017F;ich nunmehro bald an-<lb/>
geben, eyfrig und fleißig bedacht &#x017F;eyn,<lb/>
&#x017F;olche zu fangen. Weiln die Steck-Garn<lb/>
nicht mehr taugen, muß zun Reb-Hu&#x0364;h-<lb/>
nern das Treibe-Zeug, Haamen und der<lb/>
Tyraß gebrauchet werden. Man kan<lb/>
auch das Lerchen&#x017F;treichen fleißig vorneh-<lb/>
men, weil jetzo der be&#x017F;te Strich und &#x017F;ol-<lb/>
che am fette&#x017F;ten &#x017F;ind. Jngleichen i&#x017F;t je-<lb/>
tzo auch mit den Schnepffen der be&#x017F;te<lb/>
Strich, und &#x017F;ind &#x017F;ie ebenfalls &#x017F;ehr fei&#x017F;t.<lb/>
Der Fincken-Heerd gehet nunmehro<lb/>
bald zu Ende. Nunmehro kan man<lb/>
noch die Ha&#x017F;el-Hu&#x0364;hner mit dem Pfeiff-<lb/>
lein auff den Lock &#x017F;chie&#x017F;&#x017F;en; Die Leim-<lb/>
Spillen werden auff allerhand Vo&#x0364;gel<lb/>
nu&#x0364;tzlich gebrauchet. Man &#x017F;oll auch de-<lb/>
nen Ha&#x017F;en Abends auf den Ru&#x0364;b-Aeckern<lb/>
mit Lau&#x017F;ch-Netzen und Feder-Lappen<lb/>
aufpa&#x017F;&#x017F;en oder &#x017F;ie &#x017F;chie&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;ie kommen<lb/>
aber &#x017F;ehr &#x017F;pa&#x0364;the.</p>
            </div>
          </div><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">D d d</fw>
          <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Novem-</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[393/0567] October. tur und Geſchlecht, da werden ſie nun theils durch hierzu abſonderlich verfer- tigte Karn-Buͤchſen oder Doppel-Haa- cken, mit kleinen Lauff-Kuͤgleins, auff drey biß vier hundert Schritt, in der ferne geſchoſſen, theils auch, nach Herr Conrad Aitingers gegebenen Bericht, durch Schlag-Waͤnde gefangen. Die Enten aber auff groſſen Enten-Faͤngen kuͤnſtlich beruͤcket, oder im Flug ge- ſchoſſen. Von dem Raub-Befluͤgel/ Als dem Habicht und Sperber. Nunmehro lernen die jungen Raub- Voͤgel von dem Alten ihr ſchaͤdliches Handwerck voͤllig exerciren, und koͤn- nen ſchon alleine heurige Haſen, und junge Reb-Huͤhner fangen, da ſie ſich dann vollkommen ſelbſt ernehren koͤn- nen. Kraͤhen und Aelſtern. Die grauen Nebel-Kraͤhen bleiben uͤber Winter bey uns allhier, theils ſchwartze Kraͤhen aber machen ſich zum Weg-Zug Schwarm-weiſe parat. Die Aelſtern bringen die jetzigen Jungen ſel- ten auf, weil es ſchon zu kalt; Des Abends begeben ſie ſich in Werfften-Straͤucher. Des Jaͤgers noͤthige Verrich- tung in Jagd- und Forſt- Sachen/ auch mit Zeug und Hunden. Umb Galli werden die Eicheln und Buch-Eckern ziemlich reif. Wann de- ren viel gerathen, und das Laub nicht wohl fallen will, ſoll es einen harten Winter bedeuten, dann werden die Maſt- Schweine in die Maſt geſchlagen, ge- zeichnet und gebrannt. Nach der Hirſch- Brunfft, wann das Laub von denen Baͤumen abgefallen, werden die Hirſch- Lecken erneuert; Die Wolffs- und Fuchs- Gruben repariret, und die Daͤchſe des Nachts, wie vorgemeldet, wann viel Obſt Maſtung oder Ruͤben, mit Hunden ge- hetzet, und mit Gabeln gefangen; Die Ebriſch-Beeren bey ſchoͤnem Wetter ge- brochen, auff dem Boden auff Waſch- Leinen getrocknet und in der Lufft doͤr- re gemachet, damit man ſolche im Win- ter vor die Krammets-Voͤgel habe. Jm letzten Viertel wird das Bau-Holtz ge- faͤllet, item Brenn- und Kuͤchen-Holtz zu Klafftern geſchlagen; Vor die wil- den Sauen in Bruͤchern und Moraͤſten, an dienliche Oerter Suhlen und Waſſer- Pfuͤtzen oder Tuͤmpel gemachet, weiln ſie nicht alleine durch die bißherige Som- mer-Hitze echaufrirt, ſondern auch durch die Eicheln, Buch-Eckern, Haſel-Nuͤſſe, und allerhand wild und zahm Obſt, hi- tzig worden, und ſich abzukuͤhlen, ſich in die Brudel und Suhlen begeben, man kan ihnen alsdenn ohnweit davon auff den Baͤumen unterm Wind auffpaſſen, und ſie ſchieſſen. Desgleichen iſt nun- mehro auch das gelte Wildpraͤth zum Deputat in die Kuͤchen zu puͤrſchen und zu liefern; Man kan auch fuͤr die Schmeltz- Huͤtten, Eyſen-Hammer und Schmiede Kohlen-Maͤuler ſetzen und brennen laſ- ſen; Holtz- und Forſt-Rechnung, oder Verkauff des Herbſts vornehmen, und mit den Forſt-Bedienten uͤberlegen, wo das Gehaͤue des Holtzes, wegen Wexel des Wildpraͤths, und zu Conſervirung des jungen Wiederwachſes/ item Abja- jungs-Fluͤgel, am fuͤglichſten und nuͤtz- lichſten vorzunehmen und anzuſtellen ſey. So ſoll man auch auf die Kram- mets-Voͤgel, ſo ſich nunmehro bald an- geben, eyfrig und fleißig bedacht ſeyn, ſolche zu fangen. Weiln die Steck-Garn nicht mehr taugen, muß zun Reb-Huͤh- nern das Treibe-Zeug, Haamen und der Tyraß gebrauchet werden. Man kan auch das Lerchenſtreichen fleißig vorneh- men, weil jetzo der beſte Strich und ſol- che am fetteſten ſind. Jngleichen iſt je- tzo auch mit den Schnepffen der beſte Strich, und ſind ſie ebenfalls ſehr feiſt. Der Fincken-Heerd gehet nunmehro bald zu Ende. Nunmehro kan man noch die Haſel-Huͤhner mit dem Pfeiff- lein auff den Lock ſchieſſen; Die Leim- Spillen werden auff allerhand Voͤgel nuͤtzlich gebrauchet. Man ſoll auch de- nen Haſen Abends auf den Ruͤb-Aeckern mit Lauſch-Netzen und Feder-Lappen aufpaſſen oder ſie ſchieſſen, ſie kommen aber ſehr ſpaͤthe. Novem- D d d

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger01_1719
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger01_1719/567
Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 1. Leipzig, 1719, S. 393. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger01_1719/567>, abgerufen am 27.06.2019.