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Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724.

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Des Dritten Th. 32. Cap. von der Tesa und derselben Anrichtung.
[Spaltenumbruch] ge gestrickte Steck-Gärnlein, und treibe
sie allgemach fort, daß sie endlich in den
Beeren, die um die Steck-Gärnlein sind,
alle gefangen werden; sie müssen aber o-
ben her mit Gras und Aesten bedeckt seyn.
Hat man trucknen Sand und Staub
in einem Säcklein, und man streuet diß
über das noch stehende Geträide nach und
nach, so giebt es ein groß Geräusche, als
wenn es regnete, und die Wachteln lauf-
fen alsdenn davon, wie Johann Conrad
Aitinger fol.
54. bezeuget.

§. 7.

Die Roccoli zu den Fincken und
kleinen Vögelein werden eben auf die Wei-
se angerichtet, wie im vorhergehenden
Capitel beschrieben worden. Die Garne
sind in gleicher Höhe, aber viel kleiner im
Umkreyß. Die Fall-Bäume müssen nicht
in der Panthera drinnen, sondern ausser-
halb derselben neben dem Garn eine Klaff-
ter weit davon gesetzt werden; Der Gang,
wo die Garne in der Mitten stehen, muß
oben wie ein abgeschlossenes Dach von Lat-
ten gemacht, und darauf eine Bedeckung
von Tännen-Gras gelegt werden; sonst
steigen die Fincken, wenn sie nahe an das
Garn kommen, über die Garn-Wände
auf. An der Fincken-Panthera muß das
Garn gegen der Hütten über mit 800.
Maschen, und die zwey längern biß zu der
Hütte mit 1200. angefangen werden. Die
Höhe ist wie bey der grossen Panthera. Die
Garne müssen auch fünff Klafftern und
einen Schuh hoch aufgestricket werden.
Die grossen Spiegel-Maschen gegen der
Hütte über werden mit 80, und die Sei-
ten-Panthera mit 120. Spiegeln angefan-
gen, und iede muß zehendehalb Spiegel
hoch werden.

Das 32. Capitel/
Von der Tesa und derselben
Anrichtung.
§. 1.

Die Tesa ist nicht so kostbar, als die
Panthera oder der Roccolo. An 6.
oder 8. Pfund Vogel-Leim hat man den
Herbst genung. Sonst bedarff man we-
der Netze, noch Ruhr-Vögel, oder Herd-
Läuffer, sondern allein verhaltene Lock-
Vögel, die man hin und wieder oben in
den Richt-Bäumlein unter die dicken
Aeste verbirget, und bedecket. Es ist diese
Art des Vogel-Fanges aus Jtalien nach
Trieste in Cräyn und in Steyermarck ge-
[Spaltenumbruch] kommen, wie denn zu Grätz eine ansehnli-
che Tesa zu finden, so die Hof-Cammer
daselbst richten läßt. So ist auch in dem
Grätzischen die Tesa des Freyherrn Bu-
celini,
und in dem Triestischen die zwey von
dem Meer-Port hinauf, dem Herrn von
Locatelli gehörig, berühmt. Es muß
solche Tesa an einem Ort angeleget wer-
den, wo ein guter Strich Vögel gewöhn-
lich zu seyn pflegt, etwan auf einem erhö-
heten, doch nicht spitzigen, sondern breiten
Hügel, und müssen auch in der Nähe kei-
ne grosse Bäume stehen. Man kan sie
auch wohl auf glatten Feldern, und so gar
zwischen den Wäldern aufrichten, wenn
sie nur beyläuffig auf ein hundert Schritt
davon sind, und nur, wie ich gesagt, in der
Nähe herum keine hohe Bäume anzu-
treffen seyn.

§. 2.

Die Figur der Tesa soll zwar
rund seyn, doch liegt so viel nicht dran,
wenn sie gleich eckigt oder länglicht wä-
re, etwan von 50. oder 70. Schritten
in dem Diameter; Manche werden so
weitschichtig gemacht, daß man zu deren
völligen Richtung ein 5. biß 600. Fall-Ru-
then bedarff, ausser denen, so zur Erfri-
schung, Ersetzung und Nachsteckung von-
nöthen sind. Die Leim-Ruthen müssen
beyläuffig zwo Spannen lang seyn, son-
derlich auf die Drosseln und Halb-Vö-
gel. Die auf die Fincken und kleinen Vö-
gel mögen kürtzer seyn; doch muß man ih-
nen die Rinden lassen, die Aeuglein aber,
und was ästig ist, ehe man sie einleimet,
sauber und glatt davon wegschneiden. Am
Ende, wo sie aus der Leim-Tasche gehen,
werden die Ruthen, wie gebräuchlich, breit
und scharff zugeschnitten, mit dem Rich-
ten desto besser sich zu befördern. Die Te-
sa
an ihr selbst wird in einem kleinen Wäld-
lein also zubereitet, und mit etwas mehr
als Manns-hohen oben her glatt abge-
ebneten dickbüschigten Bäumlein besteckt,
welche fast wie eine Krone oder Bürste in
gleicher Höhe seyn sollen. Sie wird auch
mit einem Graben, der zwo oder dritte-
halb Spannen tief und breit, und um und
um mit einem natürlichen lebendigen
Zaun von allerhand Sträuchern, und
drittehalb Spannen hoch, umfangen. Es
muß dieser oben her und unten an beyden
Seiten dergestalt glatt abnehmen, und
zustutzen, damit das Geflügel nicht dar-
an aufsitze, sondern lieber den Richt-Bäu-
men, die höher sind, zufliege.

§. 3.

Der Zaun und Graben dienet
dazu, damit die gefangenen und herab-

fallenden
A a 3

Des Dritten Th. 32. Cap. von der Teſa und derſelben Anrichtung.
[Spaltenumbruch] ge geſtrickte Steck-Gaͤrnlein, und treibe
ſie allgemach fort, daß ſie endlich in den
Beeren, die um die Steck-Gaͤrnlein ſind,
alle gefangen werden; ſie muͤſſen aber o-
ben her mit Gras und Aeſten bedeckt ſeyn.
Hat man trucknen Sand und Staub
in einem Saͤcklein, und man ſtreuet diß
uͤber das noch ſtehende Getraͤide nach und
nach, ſo giebt es ein groß Geraͤuſche, als
wenn es regnete, und die Wachteln lauf-
fen alsdenn davon, wie Johann Conrad
Aitinger fol.
54. bezeuget.

§. 7.

Die Roccoli zu den Fincken und
kleinen Voͤgelein werden eben auf die Wei-
ſe angerichtet, wie im vorhergehenden
Capitel beſchrieben worden. Die Garne
ſind in gleicher Hoͤhe, aber viel kleiner im
Umkreyß. Die Fall-Baͤume muͤſſen nicht
in der Panthera drinnen, ſondern auſſer-
halb derſelben neben dem Garn eine Klaff-
ter weit davon geſetzt werden; Der Gang,
wo die Garne in der Mitten ſtehen, muß
oben wie ein abgeſchloſſenes Dach von Lat-
ten gemacht, und darauf eine Bedeckung
von Taͤnnen-Gras gelegt werden; ſonſt
ſteigen die Fincken, wenn ſie nahe an das
Garn kommen, uͤber die Garn-Waͤnde
auf. An der Fincken-Panthera muß das
Garn gegen der Huͤtten uͤber mit 800.
Maſchen, und die zwey laͤngern biß zu der
Huͤtte mit 1200. angefangen werden. Die
Hoͤhe iſt wie bey der groſſen Panthera. Die
Garne muͤſſen auch fuͤnff Klafftern und
einen Schuh hoch aufgeſtricket werden.
Die groſſen Spiegel-Maſchen gegen der
Huͤtte uͤber werden mit 80, und die Sei-
ten-Panthera mit 120. Spiegeln angefan-
gen, und iede muß zehendehalb Spiegel
hoch werden.

Das 32. Capitel/
Von der Teſa und derſelben
Anrichtung.
§. 1.

Die Teſa iſt nicht ſo koſtbar, als die
Panthera oder der Roccolo. An 6.
oder 8. Pfund Vogel-Leim hat man den
Herbſt genung. Sonſt bedarff man we-
der Netze, noch Ruhr-Voͤgel, oder Herd-
Laͤuffer, ſondern allein verhaltene Lock-
Voͤgel, die man hin und wieder oben in
den Richt-Baͤumlein unter die dicken
Aeſte verbirget, und bedecket. Es iſt dieſe
Art des Vogel-Fanges aus Jtalien nach
Trieſte in Craͤyn und in Steyermarck ge-
[Spaltenumbruch] kommen, wie denn zu Graͤtz eine anſehnli-
che Teſa zu finden, ſo die Hof-Cammer
daſelbſt richten laͤßt. So iſt auch in dem
Graͤtziſchen die Teſa des Freyherrn Bu-
celini,
und in dem Trieſtiſchen die zwey von
dem Meer-Port hinauf, dem Herrn von
Locatelli gehoͤrig, beruͤhmt. Es muß
ſolche Teſa an einem Ort angeleget wer-
den, wo ein guter Strich Voͤgel gewoͤhn-
lich zu ſeyn pflegt, etwan auf einem erhoͤ-
heten, doch nicht ſpitzigen, ſondern breiten
Huͤgel, und muͤſſen auch in der Naͤhe kei-
ne groſſe Baͤume ſtehen. Man kan ſie
auch wohl auf glatten Feldern, und ſo gar
zwiſchen den Waͤldern aufrichten, wenn
ſie nur beylaͤuffig auf ein hundert Schritt
davon ſind, und nur, wie ich geſagt, in der
Naͤhe herum keine hohe Baͤume anzu-
treffen ſeyn.

§. 2.

Die Figur der Teſa ſoll zwar
rund ſeyn, doch liegt ſo viel nicht dran,
wenn ſie gleich eckigt oder laͤnglicht waͤ-
re, etwan von 50. oder 70. Schritten
in dem Diameter; Manche werden ſo
weitſchichtig gemacht, daß man zu deren
voͤlligen Richtung ein 5. biß 600. Fall-Ru-
then bedarff, auſſer denen, ſo zur Erfri-
ſchung, Erſetzung und Nachſteckung von-
noͤthen ſind. Die Leim-Ruthen muͤſſen
beylaͤuffig zwo Spannen lang ſeyn, ſon-
derlich auf die Droſſeln und Halb-Voͤ-
gel. Die auf die Fincken und kleinen Voͤ-
gel moͤgen kuͤrtzer ſeyn; doch muß man ih-
nen die Rinden laſſen, die Aeuglein aber,
und was aͤſtig iſt, ehe man ſie einleimet,
ſauber und glatt davon wegſchneiden. Am
Ende, wo ſie aus der Leim-Taſche gehen,
werden die Ruthen, wie gebraͤuchlich, breit
und ſcharff zugeſchnitten, mit dem Rich-
ten deſto beſſer ſich zu befoͤrdern. Die Te-
ſa
an ihr ſelbſt wird in einem kleinen Waͤld-
lein alſo zubereitet, und mit etwas mehr
als Manns-hohen oben her glatt abge-
ebneten dickbuͤſchigten Baͤumlein beſteckt,
welche faſt wie eine Krone oder Buͤrſte in
gleicher Hoͤhe ſeyn ſollen. Sie wird auch
mit einem Graben, der zwo oder dritte-
halb Spannen tief und breit, und um und
um mit einem natuͤrlichen lebendigen
Zaun von allerhand Straͤuchern, und
drittehalb Spannen hoch, umfangen. Es
muß dieſer oben her und unten an beyden
Seiten dergeſtalt glatt abnehmen, und
zuſtutzen, damit das Gefluͤgel nicht dar-
an aufſitze, ſondern lieber den Richt-Baͤu-
men, die hoͤher ſind, zufliege.

§. 3.

Der Zaun und Graben dienet
dazu, damit die gefangenen und herab-

fallenden
A a 3
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[189/0313] Des Dritten Th. 32. Cap. von der Teſa und derſelben Anrichtung. ge geſtrickte Steck-Gaͤrnlein, und treibe ſie allgemach fort, daß ſie endlich in den Beeren, die um die Steck-Gaͤrnlein ſind, alle gefangen werden; ſie muͤſſen aber o- ben her mit Gras und Aeſten bedeckt ſeyn. Hat man trucknen Sand und Staub in einem Saͤcklein, und man ſtreuet diß uͤber das noch ſtehende Getraͤide nach und nach, ſo giebt es ein groß Geraͤuſche, als wenn es regnete, und die Wachteln lauf- fen alsdenn davon, wie Johann Conrad Aitinger fol. 54. bezeuget. §. 7. Die Roccoli zu den Fincken und kleinen Voͤgelein werden eben auf die Wei- ſe angerichtet, wie im vorhergehenden Capitel beſchrieben worden. Die Garne ſind in gleicher Hoͤhe, aber viel kleiner im Umkreyß. Die Fall-Baͤume muͤſſen nicht in der Panthera drinnen, ſondern auſſer- halb derſelben neben dem Garn eine Klaff- ter weit davon geſetzt werden; Der Gang, wo die Garne in der Mitten ſtehen, muß oben wie ein abgeſchloſſenes Dach von Lat- ten gemacht, und darauf eine Bedeckung von Taͤnnen-Gras gelegt werden; ſonſt ſteigen die Fincken, wenn ſie nahe an das Garn kommen, uͤber die Garn-Waͤnde auf. An der Fincken-Panthera muß das Garn gegen der Huͤtten uͤber mit 800. Maſchen, und die zwey laͤngern biß zu der Huͤtte mit 1200. angefangen werden. Die Hoͤhe iſt wie bey der groſſen Panthera. Die Garne muͤſſen auch fuͤnff Klafftern und einen Schuh hoch aufgeſtricket werden. Die groſſen Spiegel-Maſchen gegen der Huͤtte uͤber werden mit 80, und die Sei- ten-Panthera mit 120. Spiegeln angefan- gen, und iede muß zehendehalb Spiegel hoch werden. Das 32. Capitel/ Von der Teſa und derſelben Anrichtung. §. 1. Die Teſa iſt nicht ſo koſtbar, als die Panthera oder der Roccolo. An 6. oder 8. Pfund Vogel-Leim hat man den Herbſt genung. Sonſt bedarff man we- der Netze, noch Ruhr-Voͤgel, oder Herd- Laͤuffer, ſondern allein verhaltene Lock- Voͤgel, die man hin und wieder oben in den Richt-Baͤumlein unter die dicken Aeſte verbirget, und bedecket. Es iſt dieſe Art des Vogel-Fanges aus Jtalien nach Trieſte in Craͤyn und in Steyermarck ge- kommen, wie denn zu Graͤtz eine anſehnli- che Teſa zu finden, ſo die Hof-Cammer daſelbſt richten laͤßt. So iſt auch in dem Graͤtziſchen die Teſa des Freyherrn Bu- celini, und in dem Trieſtiſchen die zwey von dem Meer-Port hinauf, dem Herrn von Locatelli gehoͤrig, beruͤhmt. Es muß ſolche Teſa an einem Ort angeleget wer- den, wo ein guter Strich Voͤgel gewoͤhn- lich zu ſeyn pflegt, etwan auf einem erhoͤ- heten, doch nicht ſpitzigen, ſondern breiten Huͤgel, und muͤſſen auch in der Naͤhe kei- ne groſſe Baͤume ſtehen. Man kan ſie auch wohl auf glatten Feldern, und ſo gar zwiſchen den Waͤldern aufrichten, wenn ſie nur beylaͤuffig auf ein hundert Schritt davon ſind, und nur, wie ich geſagt, in der Naͤhe herum keine hohe Baͤume anzu- treffen ſeyn. §. 2. Die Figur der Teſa ſoll zwar rund ſeyn, doch liegt ſo viel nicht dran, wenn ſie gleich eckigt oder laͤnglicht waͤ- re, etwan von 50. oder 70. Schritten in dem Diameter; Manche werden ſo weitſchichtig gemacht, daß man zu deren voͤlligen Richtung ein 5. biß 600. Fall-Ru- then bedarff, auſſer denen, ſo zur Erfri- ſchung, Erſetzung und Nachſteckung von- noͤthen ſind. Die Leim-Ruthen muͤſſen beylaͤuffig zwo Spannen lang ſeyn, ſon- derlich auf die Droſſeln und Halb-Voͤ- gel. Die auf die Fincken und kleinen Voͤ- gel moͤgen kuͤrtzer ſeyn; doch muß man ih- nen die Rinden laſſen, die Aeuglein aber, und was aͤſtig iſt, ehe man ſie einleimet, ſauber und glatt davon wegſchneiden. Am Ende, wo ſie aus der Leim-Taſche gehen, werden die Ruthen, wie gebraͤuchlich, breit und ſcharff zugeſchnitten, mit dem Rich- ten deſto beſſer ſich zu befoͤrdern. Die Te- ſa an ihr ſelbſt wird in einem kleinen Waͤld- lein alſo zubereitet, und mit etwas mehr als Manns-hohen oben her glatt abge- ebneten dickbuͤſchigten Baͤumlein beſteckt, welche faſt wie eine Krone oder Buͤrſte in gleicher Hoͤhe ſeyn ſollen. Sie wird auch mit einem Graben, der zwo oder dritte- halb Spannen tief und breit, und um und um mit einem natuͤrlichen lebendigen Zaun von allerhand Straͤuchern, und drittehalb Spannen hoch, umfangen. Es muß dieſer oben her und unten an beyden Seiten dergeſtalt glatt abnehmen, und zuſtutzen, damit das Gefluͤgel nicht dar- an aufſitze, ſondern lieber den Richt-Baͤu- men, die hoͤher ſind, zufliege. §. 3. Der Zaun und Graben dienet dazu, damit die gefangenen und herab- fallenden A a 3

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Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724, S. 189. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724/313>, abgerufen am 26.06.2019.