Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724.

Bild:
<< vorherige Seite

Des Ersten Theils 1. Capitel/ von der Erden Unterscheid.
[Spaltenumbruch] ist. Legen sich nun einige trockne, oder
auch feuchte und trockne Theilgen der Er-
de an einander, so werden durch Hülffe
des unterirrdischen Feuers mancherley
Steine generiret, als Bimsensteine, Sand-
steine, Kalcksteine, Bruchsteine, Mar-
morsteine, Porphyr. Je subtiler und rei-
ner die ersten Grund-Theilgen sind, aus
denen sie zusammen gesetzet werden, je
kostbarer und vortrefflicher sind her-
nach die Steine. Jst viel grobe und
fremde Materie damit vermischt, so wer-
den auch die Steine schlechter und gerin-
ger. Die eigentliche Natur der sehr klei-
nen und unsichtbaren Theilgen, die bey
der Geburt der Steine concurriren, kan
man bey allen Steinen nicht eigentlich
bestimmen. So viel ist aber gewiß, daß
alle Elemente, Erde, Lufft, Feuer und
Wasser das ihrige mit redlich beytragen
helffen.

§. 3.

Das Erd-Saltz hat eine Me-
tallische Natur mit dem Silber, das
Meer-Saltz mit dem Golde, das Vitrio-
lische mit dem Kupfer, das Alaun-Saltz
mit dem Zinn, das Sal Tartari mit dem
Eysen, das Alaunen-Saltz mit dem Bley,
das Sal Armoniacum mit dem Meßing,
und der Mennige. Aus der mancherley
Vermischung gesaltzener, sehr fetter und
öhlichter Theilgen entstehet der Schwefel,
dessen Natur und Eigenschafften in der
Haußwirthschafft und in der Medicin
bekandt sind. Viele Natur-Kündiger
wollen behaupten, daß der Schwefel bey
der Zeugung des Goldes sehr viel mit
würcken helffe, welches ich an seinen Ort
gestellt seyn lasse. Gewisser aber ist dieses,
daß an denen Orten, wo Gold angetroffen
wird, es nicht selten aus der Erde her-
auswachse, und sich mit andern Gewäch-
sen vereinige, davon man bey denen Na-
tur-Kündigern unterschiedene Historien
zu lesen hat. Also hat man in dem Kö-
nigreich Ungarn in denen Beeren einiger
Weintrauben Körner gefunden, die
pur Gold gewesen, und denen Römischen
Käysern zum Praesent gebracht wor-
den. An andern Orten hat es sich un-
ter dem Grasse aus dem Erdboden in For-
me eines Drates erwiesen. Einige von
denen Medicis, noch mehr aber von de-
nen Empiricis und Marckt-Schreyern,
machen von dem auro potabili sehr groß
Aufhebens, und viele dicentes; sie wollen
auch das Gold in den Bauch der fetten
Capaunen stecken, um den Patienten da-
mit zu helffen; Andere aber halten mit
[Spaltenumbruch] besserm Grunde davor, daß es lauter
Tändeley und Phantasie sey mit solchen
Gold-Tincturen; Man mögte das Gold
kochen und sieden lassen, wie man wol-
te, so würde sich sein Gewichte nimmer-
mehr vermindern. Siehe des Abts von
Vallemont Merckwürdigkeiten der Na-
tur und Kunst, in ihrer teutschen Uberse-
tzung p. 221. bey mir. Jch glaube auch
überhaupt, daß das Gold das menschli-
che Hertz nie besser stärcke, als wenn man
dessen eine gute Quantität in geprägter
oder ungeprägter Forme in Vorrath hat.
Das übrige, was von der Erde noch wei-
ter gesagt werden könte, wollen wir denen
Physicis, Oeconomis, Metallurgis und
Medicis überlassen.

Das 2. Capitel/
Von dem Bebürge.
§. 1.

Gleichwie alle Geschöpffe in dem gantzen
Welt-Gebäude von der Allmacht,
Weißheit und Liebe des grossen GOttes,
unstreitige Zeugnisse ablegen, also erzeh-
len auch die hohen Gebürge mit ihren
Spitzen, Klippen, Klüfften und Thälern,
die Ehre GOttes/ und findet man son-
derlich in der heiligen Schrifft, daß der-
selben darinnen an unterschiedenen Or-
ten Erwehnung geschicht. Auf dem Ge-
bürge Moria wolte der Ertz-Vater
Abraham seinen eintzigen Sohn Jsaac
auf Göttlichen Befehl schlachten, biß ihm
solches ein Engel vom Himmel inhibirte,
und er statt dieses Brand-Opffers einen
Widder hinter sich in der Hecken verwi-
ckelt erblickte. Gen. XXII. Cap. v. 8 -- 13.
Auf dem Gebürge erhub Moses seine
Hände gen Himmel, und erbetete bey
dem Allerhöchsten den Sieg wider die
Amalekiter. Auf dem Gebürge Sinai
erhielt Moses bey einem schrecklichen Un-
gewitter die beyden Gesetz-Tafeln. Exod.
XIX. v. 20. Auf dem Berge Nebo, auf
der Spitze des Gebürges Pißga, zeigete
der grosse GOTT dem alten Mosi die
Grentzen des Gelobten Landes von wei-
ten, und begrub ihn auch daselbst. Auf
die Gebürge begaben sich die Kundschaff-
ter, welche Josua ausgesandt, um bey
der Stadt Jericho zu recognosciren, da-
mit sie nicht in der Feinde Hände kämen.
Jos. II. v. 16. David und Jonathan stie-
gen auf das Gebürge, und machten ei-
nen Bund miteinander. 1. Buch Sam.
XVIII. v. 4. Auf das Gebürge Carmel

gieng

Des Erſten Theils 1. Capitel/ von der Erden Unterſcheid.
[Spaltenumbruch] iſt. Legen ſich nun einige trockne, oder
auch feuchte und trockne Theilgen der Er-
de an einander, ſo werden durch Huͤlffe
des unterirrdiſchen Feuers mancherley
Steine generiret, als Bimſenſteine, Sand-
ſteine, Kalckſteine, Bruchſteine, Mar-
morſteine, Porphyr. Je ſubtiler und rei-
ner die erſten Grund-Theilgen ſind, aus
denen ſie zuſammen geſetzet werden, je
koſtbarer und vortrefflicher ſind her-
nach die Steine. Jſt viel grobe und
fremde Materie damit vermiſcht, ſo wer-
den auch die Steine ſchlechter und gerin-
ger. Die eigentliche Natur der ſehr klei-
nen und unſichtbaren Theilgen, die bey
der Geburt der Steine concurriren, kan
man bey allen Steinen nicht eigentlich
beſtimmen. So viel iſt aber gewiß, daß
alle Elemente, Erde, Lufft, Feuer und
Waſſer das ihrige mit redlich beytragen
helffen.

§. 3.

Das Erd-Saltz hat eine Me-
talliſche Natur mit dem Silber, das
Meer-Saltz mit dem Golde, das Vitrio-
liſche mit dem Kupfer, das Alaun-Saltz
mit dem Zinn, das Sal Tartari mit dem
Eyſen, das Alaunen-Saltz mit dem Bley,
das Sal Armoniacum mit dem Meßing,
und der Mennige. Aus der mancherley
Vermiſchung geſaltzener, ſehr fetter und
oͤhlichter Theilgen entſtehet der Schwefel,
deſſen Natur und Eigenſchafften in der
Haußwirthſchafft und in der Medicin
bekandt ſind. Viele Natur-Kuͤndiger
wollen behaupten, daß der Schwefel bey
der Zeugung des Goldes ſehr viel mit
wuͤrcken helffe, welches ich an ſeinen Ort
geſtellt ſeyn laſſe. Gewiſſer aber iſt dieſes,
daß an denen Orten, wo Gold angetroffen
wird, es nicht ſelten aus der Erde her-
auswachſe, und ſich mit andern Gewaͤch-
ſen vereinige, davon man bey denen Na-
tur-Kuͤndigern unterſchiedene Hiſtorien
zu leſen hat. Alſo hat man in dem Koͤ-
nigreich Ungarn in denen Beeren einiger
Weintrauben Koͤrner gefunden, die
pur Gold geweſen, und denen Roͤmiſchen
Kaͤyſern zum Præſent gebracht wor-
den. An andern Orten hat es ſich un-
ter dem Graſſe aus dem Erdboden in For-
me eines Drates erwieſen. Einige von
denen Medicis, noch mehr aber von de-
nen Empiricis und Marckt-Schreyern,
machen von dem auro potabili ſehr groß
Aufhebens, und viele dicentes; ſie wollen
auch das Gold in den Bauch der fetten
Capaunen ſtecken, um den Patienten da-
mit zu helffen; Andere aber halten mit
[Spaltenumbruch] beſſerm Grunde davor, daß es lauter
Taͤndeley und Phantaſie ſey mit ſolchen
Gold-Tincturen; Man moͤgte das Gold
kochen und ſieden laſſen, wie man wol-
te, ſo wuͤrde ſich ſein Gewichte nimmer-
mehr vermindern. Siehe des Abts von
Vallemont Merckwuͤrdigkeiten der Na-
tur und Kunſt, in ihrer teutſchen Uberſe-
tzung p. 221. bey mir. Jch glaube auch
uͤberhaupt, daß das Gold das menſchli-
che Hertz nie beſſer ſtaͤrcke, als wenn man
deſſen eine gute Quantitaͤt in gepraͤgter
oder ungepraͤgter Forme in Vorrath hat.
Das uͤbrige, was von der Erde noch wei-
ter geſagt werden koͤnte, wollen wir denen
Phyſicis, Oeconomis, Metallurgis und
Medicis uͤberlaſſen.

Das 2. Capitel/
Von dem Bebuͤrge.
§. 1.

Gleichwie alle Geſchoͤpffe in dem gantzen
Welt-Gebaͤude von der Allmacht,
Weißheit und Liebe des groſſen GOttes,
unſtreitige Zeugniſſe ablegen, alſo erzeh-
len auch die hohen Gebuͤrge mit ihren
Spitzen, Klippen, Kluͤfften und Thaͤlern,
die Ehre GOttes/ und findet man ſon-
derlich in der heiligen Schrifft, daß der-
ſelben darinnen an unterſchiedenen Or-
ten Erwehnung geſchicht. Auf dem Ge-
buͤrge Moria wolte der Ertz-Vater
Abraham ſeinen eintzigen Sohn Jſaac
auf Goͤttlichen Befehl ſchlachten, biß ihm
ſolches ein Engel vom Himmel inhibirte,
und er ſtatt dieſes Brand-Opffers einen
Widder hinter ſich in der Hecken verwi-
ckelt erblickte. Gen. XXII. Cap. v. 8 ‒‒ 13.
Auf dem Gebuͤrge erhub Moſes ſeine
Haͤnde gen Himmel, und erbetete bey
dem Allerhoͤchſten den Sieg wider die
Amalekiter. Auf dem Gebuͤrge Sinai
erhielt Moſes bey einem ſchrecklichen Un-
gewitter die beyden Geſetz-Tafeln. Exod.
XIX. v. 20. Auf dem Berge Nebo, auf
der Spitze des Gebuͤrges Pißga, zeigete
der groſſe GOTT dem alten Moſi die
Grentzen des Gelobten Landes von wei-
ten, und begrub ihn auch daſelbſt. Auf
die Gebuͤrge begaben ſich die Kundſchaff-
ter, welche Joſua ausgeſandt, um bey
der Stadt Jericho zu recognoſciren, da-
mit ſie nicht in der Feinde Haͤnde kaͤmen.
Joſ. II. v. 16. David und Jonathan ſtie-
gen auf das Gebuͤrge, und machten ei-
nen Bund miteinander. 1. Buch Sam.
XVIII. v. 4. Auf das Gebuͤrge Carmel

gieng
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0038" n="2"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Des Er&#x017F;ten Theils 1. Capitel/ von der Erden Unter&#x017F;cheid.</hi></fw><lb/><cb/>
i&#x017F;t. Legen &#x017F;ich nun einige trockne, oder<lb/>
auch feuchte und trockne Theilgen der Er-<lb/>
de an einander, &#x017F;o werden durch Hu&#x0364;lffe<lb/>
des unterirrdi&#x017F;chen Feuers mancherley<lb/>
Steine <hi rendition="#aq">generir</hi>et, als Bim&#x017F;en&#x017F;teine, Sand-<lb/>
&#x017F;teine, Kalck&#x017F;teine, Bruch&#x017F;teine, Mar-<lb/>
mor&#x017F;teine, Porphyr. Je <hi rendition="#aq">&#x017F;ubtil</hi>er und rei-<lb/>
ner die er&#x017F;ten Grund-Theilgen &#x017F;ind, aus<lb/>
denen &#x017F;ie zu&#x017F;ammen ge&#x017F;etzet werden, je<lb/>
ko&#x017F;tbarer und vortrefflicher &#x017F;ind her-<lb/>
nach die Steine. J&#x017F;t viel grobe und<lb/>
fremde Materie damit vermi&#x017F;cht, &#x017F;o wer-<lb/>
den auch die Steine &#x017F;chlechter und gerin-<lb/>
ger. Die eigentliche Natur der &#x017F;ehr klei-<lb/>
nen und un&#x017F;ichtbaren Theilgen, die bey<lb/>
der Geburt der Steine <hi rendition="#aq">concurri</hi>ren, kan<lb/>
man bey allen Steinen nicht eigentlich<lb/>
be&#x017F;timmen. So viel i&#x017F;t aber gewiß, daß<lb/>
alle Elemente, Erde, Lufft, Feuer und<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;er das ihrige mit redlich beytragen<lb/>
helffen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 3.</head>
            <p>Das Erd-Saltz hat eine Me-<lb/>
talli&#x017F;che Natur mit dem Silber, das<lb/>
Meer-Saltz mit dem Golde, das Vitrio-<lb/>
li&#x017F;che mit dem Kupfer, das Alaun-Saltz<lb/>
mit dem Zinn, das <hi rendition="#aq">Sal Tartari</hi> mit dem<lb/>
Ey&#x017F;en, das Alaunen-Saltz mit dem Bley,<lb/>
das <hi rendition="#aq">Sal Armoniacum</hi> mit dem Meßing,<lb/>
und der Mennige. Aus der mancherley<lb/>
Vermi&#x017F;chung ge&#x017F;altzener, &#x017F;ehr fetter und<lb/>
o&#x0364;hlichter Theilgen ent&#x017F;tehet der Schwefel,<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en Natur und Eigen&#x017F;chafften in der<lb/>
Haußwirth&#x017F;chafft und in der <hi rendition="#aq">Medicin</hi><lb/>
bekandt &#x017F;ind. Viele Natur-Ku&#x0364;ndiger<lb/>
wollen behaupten, daß der Schwefel bey<lb/>
der Zeugung des Goldes &#x017F;ehr viel mit<lb/>
wu&#x0364;rcken helffe, welches ich an &#x017F;einen Ort<lb/>
ge&#x017F;tellt &#x017F;eyn la&#x017F;&#x017F;e. Gewi&#x017F;&#x017F;er aber i&#x017F;t die&#x017F;es,<lb/>
daß an denen Orten, wo Gold angetroffen<lb/>
wird, es nicht &#x017F;elten aus der Erde her-<lb/>
auswach&#x017F;e, und &#x017F;ich mit andern Gewa&#x0364;ch-<lb/>
&#x017F;en vereinige, davon man bey denen Na-<lb/>
tur-Ku&#x0364;ndigern unter&#x017F;chiedene Hi&#x017F;torien<lb/>
zu le&#x017F;en hat. Al&#x017F;o hat man in dem Ko&#x0364;-<lb/>
nigreich Ungarn in denen Beeren einiger<lb/>
Weintrauben Ko&#x0364;rner gefunden, die<lb/>
pur Gold gewe&#x017F;en, und denen Ro&#x0364;mi&#x017F;chen<lb/>
Ka&#x0364;y&#x017F;ern zum <hi rendition="#aq">Præ&#x017F;ent</hi> gebracht wor-<lb/>
den. An andern Orten hat es &#x017F;ich un-<lb/>
ter dem Gra&#x017F;&#x017F;e aus dem Erdboden in For-<lb/>
me eines Drates erwie&#x017F;en. Einige von<lb/>
denen <hi rendition="#aq">Medicis,</hi> noch mehr aber von de-<lb/>
nen <hi rendition="#aq">Empiricis</hi> und Marckt-Schreyern,<lb/>
machen von dem <hi rendition="#aq">auro potabili</hi> &#x017F;ehr groß<lb/>
Aufhebens, und viele <hi rendition="#aq">dicentes;</hi> &#x017F;ie wollen<lb/>
auch das Gold in den Bauch der fetten<lb/>
Capaunen &#x017F;tecken, um den <hi rendition="#aq">Patient</hi>en da-<lb/>
mit zu helffen; Andere aber halten mit<lb/><cb/>
be&#x017F;&#x017F;erm Grunde davor, daß es lauter<lb/>
Ta&#x0364;ndeley und <hi rendition="#aq">Phanta&#x017F;ie</hi> &#x017F;ey mit &#x017F;olchen<lb/>
Gold-<hi rendition="#aq">Tinctur</hi>en; Man mo&#x0364;gte das Gold<lb/>
kochen und &#x017F;ieden la&#x017F;&#x017F;en, wie man wol-<lb/>
te, &#x017F;o wu&#x0364;rde &#x017F;ich &#x017F;ein Gewichte nimmer-<lb/>
mehr vermindern. Siehe des Abts von<lb/><hi rendition="#aq">Vallemont</hi> Merckwu&#x0364;rdigkeiten der Na-<lb/>
tur und Kun&#x017F;t, in ihrer teut&#x017F;chen Uber&#x017F;e-<lb/>
tzung <hi rendition="#aq">p.</hi> 221. bey mir. Jch glaube auch<lb/>
u&#x0364;berhaupt, daß das Gold das men&#x017F;chli-<lb/>
che Hertz nie be&#x017F;&#x017F;er &#x017F;ta&#x0364;rcke, als wenn man<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en eine gute <hi rendition="#aq">Quantit</hi>a&#x0364;t in gepra&#x0364;gter<lb/>
oder ungepra&#x0364;gter Forme in Vorrath hat.<lb/>
Das u&#x0364;brige, was von der Erde noch wei-<lb/>
ter ge&#x017F;agt werden ko&#x0364;nte, wollen wir denen<lb/><hi rendition="#aq">Phy&#x017F;icis, Oeconomis, Metallurgis</hi> und<lb/><hi rendition="#aq">Medicis</hi> u&#x0364;berla&#x017F;&#x017F;en.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Das 2. Capitel/<lb/>
Von dem Bebu&#x0364;rge.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 1.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">G</hi>leichwie alle Ge&#x017F;cho&#x0364;pffe in dem gantzen<lb/>
Welt-Geba&#x0364;ude von der Allmacht,<lb/>
Weißheit und Liebe des gro&#x017F;&#x017F;en GOttes,<lb/>
un&#x017F;treitige Zeugni&#x017F;&#x017F;e ablegen, al&#x017F;o erzeh-<lb/>
len auch die hohen Gebu&#x0364;rge mit ihren<lb/>
Spitzen, Klippen, Klu&#x0364;fften und Tha&#x0364;lern,<lb/>
die Ehre GOttes/ und findet man &#x017F;on-<lb/>
derlich in der heiligen Schrifft, daß der-<lb/>
&#x017F;elben darinnen an unter&#x017F;chiedenen Or-<lb/>
ten Erwehnung ge&#x017F;chicht. Auf dem Ge-<lb/>
bu&#x0364;rge Moria wolte der Ertz-Vater<lb/>
Abraham &#x017F;einen eintzigen Sohn J&#x017F;aac<lb/>
auf Go&#x0364;ttlichen Befehl &#x017F;chlachten, biß ihm<lb/>
&#x017F;olches ein Engel vom Himmel <hi rendition="#aq">inhibir</hi>te,<lb/>
und er &#x017F;tatt die&#x017F;es Brand-Opffers einen<lb/>
Widder hinter &#x017F;ich in der Hecken verwi-<lb/>
ckelt erblickte. Gen. <hi rendition="#aq">XXII.</hi> Cap. v. 8 &#x2012;&#x2012; 13.<lb/>
Auf dem Gebu&#x0364;rge erhub Mo&#x017F;es &#x017F;eine<lb/>
Ha&#x0364;nde gen Himmel, und erbetete bey<lb/>
dem Allerho&#x0364;ch&#x017F;ten den Sieg wider die<lb/>
Amalekiter. Auf dem Gebu&#x0364;rge Sinai<lb/>
erhielt Mo&#x017F;es bey einem &#x017F;chrecklichen Un-<lb/>
gewitter die beyden Ge&#x017F;etz-Tafeln. Exod.<lb/><hi rendition="#aq">XIX.</hi> v. 20. Auf dem Berge Nebo, auf<lb/>
der Spitze des Gebu&#x0364;rges Pißga, zeigete<lb/>
der gro&#x017F;&#x017F;e GOTT dem alten Mo&#x017F;i die<lb/>
Grentzen des Gelobten Landes von wei-<lb/>
ten, und begrub ihn auch da&#x017F;elb&#x017F;t. Auf<lb/>
die Gebu&#x0364;rge begaben &#x017F;ich die Kund&#x017F;chaff-<lb/>
ter, welche Jo&#x017F;ua ausge&#x017F;andt, um bey<lb/>
der Stadt Jericho zu <hi rendition="#aq">recogno&#x017F;ci</hi>ren, da-<lb/>
mit &#x017F;ie nicht in der Feinde Ha&#x0364;nde ka&#x0364;men.<lb/>
Jo&#x017F;. <hi rendition="#aq">II.</hi> v. 16. David und Jonathan &#x017F;tie-<lb/>
gen auf das Gebu&#x0364;rge, und machten ei-<lb/>
nen Bund miteinander. 1. Buch Sam.<lb/><hi rendition="#aq">XVIII.</hi> v. 4. Auf das Gebu&#x0364;rge Carmel<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">gieng</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[2/0038] Des Erſten Theils 1. Capitel/ von der Erden Unterſcheid. iſt. Legen ſich nun einige trockne, oder auch feuchte und trockne Theilgen der Er- de an einander, ſo werden durch Huͤlffe des unterirrdiſchen Feuers mancherley Steine generiret, als Bimſenſteine, Sand- ſteine, Kalckſteine, Bruchſteine, Mar- morſteine, Porphyr. Je ſubtiler und rei- ner die erſten Grund-Theilgen ſind, aus denen ſie zuſammen geſetzet werden, je koſtbarer und vortrefflicher ſind her- nach die Steine. Jſt viel grobe und fremde Materie damit vermiſcht, ſo wer- den auch die Steine ſchlechter und gerin- ger. Die eigentliche Natur der ſehr klei- nen und unſichtbaren Theilgen, die bey der Geburt der Steine concurriren, kan man bey allen Steinen nicht eigentlich beſtimmen. So viel iſt aber gewiß, daß alle Elemente, Erde, Lufft, Feuer und Waſſer das ihrige mit redlich beytragen helffen. §. 3. Das Erd-Saltz hat eine Me- talliſche Natur mit dem Silber, das Meer-Saltz mit dem Golde, das Vitrio- liſche mit dem Kupfer, das Alaun-Saltz mit dem Zinn, das Sal Tartari mit dem Eyſen, das Alaunen-Saltz mit dem Bley, das Sal Armoniacum mit dem Meßing, und der Mennige. Aus der mancherley Vermiſchung geſaltzener, ſehr fetter und oͤhlichter Theilgen entſtehet der Schwefel, deſſen Natur und Eigenſchafften in der Haußwirthſchafft und in der Medicin bekandt ſind. Viele Natur-Kuͤndiger wollen behaupten, daß der Schwefel bey der Zeugung des Goldes ſehr viel mit wuͤrcken helffe, welches ich an ſeinen Ort geſtellt ſeyn laſſe. Gewiſſer aber iſt dieſes, daß an denen Orten, wo Gold angetroffen wird, es nicht ſelten aus der Erde her- auswachſe, und ſich mit andern Gewaͤch- ſen vereinige, davon man bey denen Na- tur-Kuͤndigern unterſchiedene Hiſtorien zu leſen hat. Alſo hat man in dem Koͤ- nigreich Ungarn in denen Beeren einiger Weintrauben Koͤrner gefunden, die pur Gold geweſen, und denen Roͤmiſchen Kaͤyſern zum Præſent gebracht wor- den. An andern Orten hat es ſich un- ter dem Graſſe aus dem Erdboden in For- me eines Drates erwieſen. Einige von denen Medicis, noch mehr aber von de- nen Empiricis und Marckt-Schreyern, machen von dem auro potabili ſehr groß Aufhebens, und viele dicentes; ſie wollen auch das Gold in den Bauch der fetten Capaunen ſtecken, um den Patienten da- mit zu helffen; Andere aber halten mit beſſerm Grunde davor, daß es lauter Taͤndeley und Phantaſie ſey mit ſolchen Gold-Tincturen; Man moͤgte das Gold kochen und ſieden laſſen, wie man wol- te, ſo wuͤrde ſich ſein Gewichte nimmer- mehr vermindern. Siehe des Abts von Vallemont Merckwuͤrdigkeiten der Na- tur und Kunſt, in ihrer teutſchen Uberſe- tzung p. 221. bey mir. Jch glaube auch uͤberhaupt, daß das Gold das menſchli- che Hertz nie beſſer ſtaͤrcke, als wenn man deſſen eine gute Quantitaͤt in gepraͤgter oder ungepraͤgter Forme in Vorrath hat. Das uͤbrige, was von der Erde noch wei- ter geſagt werden koͤnte, wollen wir denen Phyſicis, Oeconomis, Metallurgis und Medicis uͤberlaſſen. Das 2. Capitel/ Von dem Bebuͤrge. §. 1. Gleichwie alle Geſchoͤpffe in dem gantzen Welt-Gebaͤude von der Allmacht, Weißheit und Liebe des groſſen GOttes, unſtreitige Zeugniſſe ablegen, alſo erzeh- len auch die hohen Gebuͤrge mit ihren Spitzen, Klippen, Kluͤfften und Thaͤlern, die Ehre GOttes/ und findet man ſon- derlich in der heiligen Schrifft, daß der- ſelben darinnen an unterſchiedenen Or- ten Erwehnung geſchicht. Auf dem Ge- buͤrge Moria wolte der Ertz-Vater Abraham ſeinen eintzigen Sohn Jſaac auf Goͤttlichen Befehl ſchlachten, biß ihm ſolches ein Engel vom Himmel inhibirte, und er ſtatt dieſes Brand-Opffers einen Widder hinter ſich in der Hecken verwi- ckelt erblickte. Gen. XXII. Cap. v. 8 ‒‒ 13. Auf dem Gebuͤrge erhub Moſes ſeine Haͤnde gen Himmel, und erbetete bey dem Allerhoͤchſten den Sieg wider die Amalekiter. Auf dem Gebuͤrge Sinai erhielt Moſes bey einem ſchrecklichen Un- gewitter die beyden Geſetz-Tafeln. Exod. XIX. v. 20. Auf dem Berge Nebo, auf der Spitze des Gebuͤrges Pißga, zeigete der groſſe GOTT dem alten Moſi die Grentzen des Gelobten Landes von wei- ten, und begrub ihn auch daſelbſt. Auf die Gebuͤrge begaben ſich die Kundſchaff- ter, welche Joſua ausgeſandt, um bey der Stadt Jericho zu recognoſciren, da- mit ſie nicht in der Feinde Haͤnde kaͤmen. Joſ. II. v. 16. David und Jonathan ſtie- gen auf das Gebuͤrge, und machten ei- nen Bund miteinander. 1. Buch Sam. XVIII. v. 4. Auf das Gebuͤrge Carmel gieng

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724/38
Zitationshilfe: Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724, S. 2. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724/38>, abgerufen am 23.05.2019.