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Fouqué, Caroline de la Motte: Magie der Natur. In: Kleine Romanenbibliothek von und für Damen. Berlin, 1812.

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Sechstes Kapitel.


Schärfere Luftzüge und ein dämmernder Himmel verkündeten den Anbruch des Tages, als die Reisenden, im unbehaglichen Gefühl des Ueberwachens und dem krankhaften Frösteln abgespannter Kräfte, vor einem ehemaligen Zoll- und Gasthause an der Landstraße hielten, um die Pferde etwas verschnaufen zu lassen und selbst einige Stunden dort zu ruhen.

Der Köhler klopfte an der Thür, vor welcher er, erwartend daß sie sich öffne, stehn blieb; es regte sich auch drinnen, ward aber bald wieder still, er klopfte deshalb noch einmal und stärker, und voll Ungeduld, den erschöpften Frauen einige Erholung zu verschaffen, stieß er ein drittesmal heftig mit dem Fuße dagegen. Endlich ward das Seitenfenster aufgeschoben, ein bärtiges Gesicht sah heraus, ein paar derbe Flüche durch die Luft schmetternd. Der Köhler verlangte mit einigem Ungestüm Obdach

Sechstes Kapitel.


Schärfere Luftzüge und ein dämmernder Himmel verkündeten den Anbruch des Tages, als die Reisenden, im unbehaglichen Gefühl des Ueberwachens und dem krankhaften Frösteln abgespannter Kräfte, vor einem ehemaligen Zoll- und Gasthause an der Landstraße hielten, um die Pferde etwas verschnaufen zu lassen und selbst einige Stunden dort zu ruhen.

Der Köhler klopfte an der Thür, vor welcher er, erwartend daß sie sich öffne, stehn blieb; es regte sich auch drinnen, ward aber bald wieder still, er klopfte deshalb noch einmal und stärker, und voll Ungeduld, den erschöpften Frauen einige Erholung zu verschaffen, stieß er ein drittesmal heftig mit dem Fuße dagegen. Endlich ward das Seitenfenster aufgeschoben, ein bärtiges Gesicht sah heraus, ein paar derbe Flüche durch die Luft schmetternd. Der Köhler verlangte mit einigem Ungestüm Obdach

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[50/0057] Sechstes Kapitel. Schärfere Luftzüge und ein dämmernder Himmel verkündeten den Anbruch des Tages, als die Reisenden, im unbehaglichen Gefühl des Ueberwachens und dem krankhaften Frösteln abgespannter Kräfte, vor einem ehemaligen Zoll- und Gasthause an der Landstraße hielten, um die Pferde etwas verschnaufen zu lassen und selbst einige Stunden dort zu ruhen. Der Köhler klopfte an der Thür, vor welcher er, erwartend daß sie sich öffne, stehn blieb; es regte sich auch drinnen, ward aber bald wieder still, er klopfte deshalb noch einmal und stärker, und voll Ungeduld, den erschöpften Frauen einige Erholung zu verschaffen, stieß er ein drittesmal heftig mit dem Fuße dagegen. Endlich ward das Seitenfenster aufgeschoben, ein bärtiges Gesicht sah heraus, ein paar derbe Flüche durch die Luft schmetternd. Der Köhler verlangte mit einigem Ungestüm Obdach

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Zitationshilfe: Fouqué, Caroline de la Motte: Magie der Natur. In: Kleine Romanenbibliothek von und für Damen. Berlin, 1812, S. 50. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fouque_magie_1812/57>, abgerufen am 23.02.2019.