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Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889.

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rühren einwirken, so bildet sich Diazobenzolchlorid neben Chlornatrium
und Wasser.

C6H5 · NH2 · HCl + HCl + Na NO2 = C6 H5 · N2 · Cl + Na Cl + 2 H2 O
Salzsaures Anilin Natriumnitrit Diazobenzolchlorid

Das Charakteristische an diesem neuen Körper ist der Stickstoffkern,
aus zwei Stickstoffatomen bestehend, welche durch teilweise Selbstbindung
ein Radikal mit 2 einwertigen freien Affinitäten bilden. Im Diazobenzol-
chlorid sind an diesen Stickstoffkern einerseits das Benzolrest C6 H5, anderer-
seits das Chloratom angelagert. Solche Diazoverbindungen sind noch keine
Farbstoffe, vielmehr bilden sich aus ihnen erst durch Behandeln mit andern
Derivaten der aromatischen Reihe die eigentlichen Farbstoffe. So bildet sich
z. B. durch Einwirkung von Diazobenzolchlorid auf Metaphenylendiamin
des Chrysoidin:
C6 H5 · N2 · Cl + C6 H4 (NH2)2 = C6 H5 · N N · C6 H3 (NH2)2 + H Cl
Diazobenzolchlorid Metaphenylendiamin Chrysoidin Salzsäure

Das obengenannte Chrysoidin ist zugleich ein Beispiel eines Amido-
azofarbstoffes
.

Tritt z. B. an Stelle des Anilins das Xilidin und an Stelle des
Metaphenylendiamins die Naphtoldisulfosäure, so resultiert das Xilidinrot
C6 H3 (CH3)2 · N = N · C10 H4 (SO3 H2)2 OH, ein Repräsentant der Oxyazo-
farbstoffe
.

Kommt die Stickstoffgruppe N = N zweimal vor, so entstehen die
Tetrazofarbstofe.

Unter den roten Azofarbstoffen sind Amidofarbstoffe nicht vorhanden.
Dagegen sind die übrigen Gruppen vertreten.

I. Oxy-Azofarbstoffe.

Sie werden durch Einwirkung eines Phenols auf die Diazoverbindung
erhalten.

1. Cochenillescharlach G ist das Natriumsalz der Anilin-azo-
a-Naphtolmonosulfosäure, C6 H5 · N -- N · C10 H5 · OH · SO3 Na. Ziegelrotes
Pulver, in Wasser mit gelbroter Farbe löslich.

2. Ponceau 4 G B (Akt.-Ges. f. Anilinf.); Croceinorange
(B. & Comp.), Brillantorange (M. L. & Br.), ist das Natriumsalz
der korrespondierenden b-Sulfosäure. Formel wie bei 1. Feurigrotes Pulver,
in Wasser mit orangegelber Farbe löslich.

3. Ponceau 2 G. (Akt.-Ges. f. Anilinf., M. L. & Br.), ist das
Natriumsalz der Anilin-azo-b-Naphtoldisulfosäure,
[Formel 1] Feurigrotes Pulver, in Wasser mit gelbroter Farbe löslich.

4. Orseille-Ersatz (Akt.-Ges. f. Anilinf.; Poirrier) ist das Natrium-
salz der Nitranilin-azo-a-Naphtylaminsulfosäure,
[Formel 2] Brauner Teig, in Wasser mit rotbrauner Farbe löslich.

5. Cochenillescharlach 2 R ist das Natriumsalz der Toluidin-
azo-a-Naphtolmonosulfosäure, C6 H4 · CH3 · N -- N · C10 H5 · O H · SO3 Na.
Zinnoberrotes Pulver, in kaltem Wasser schwer, in heißem leicht mit gelb-
roter Farbe löslich.

6. Ponceau G T (B. & Comp.) ist das Natriumsalz der Toluidin-
azo-a-Naphtoldisulfosäure, C6 H4 · CH3 · N -- N · C10 H4 · O H · (SO3 Na)2.

rühren einwirken, ſo bildet ſich Diazobenzolchlorid neben Chlornatrium
und Waſſer.

C6H5 · NH2 · HCl + HCl + Na NO2 = C6 H5 · N2 · Cl + Na Cl + 2 H2 O
Salzſaures Anilin Natriumnitrit Diazobenzolchlorid

Das Charakteriſtiſche an dieſem neuen Körper iſt der Stickſtoffkern,
aus zwei Stickſtoffatomen beſtehend, welche durch teilweiſe Selbſtbindung
ein Radikal mit 2 einwertigen freien Affinitäten bilden. Im Diazobenzol-
chlorid ſind an dieſen Stickſtoffkern einerſeits das Benzolreſt C6 H5, anderer-
ſeits das Chloratom angelagert. Solche Diazoverbindungen ſind noch keine
Farbſtoffe, vielmehr bilden ſich aus ihnen erſt durch Behandeln mit andern
Derivaten der aromatiſchen Reihe die eigentlichen Farbſtoffe. So bildet ſich
z. B. durch Einwirkung von Diazobenzolchlorid auf Metaphenylendiamin
des Chryſoidin:
C6 H5 · N2 · Cl + C6 H4 (NH2)2 = C6 H5 · N N · C6 H3 (NH2)2 + H Cl
Diazobenzolchlorid Metaphenylendiamin Chryſoidin Salzſäure

Das obengenannte Chryſoidin iſt zugleich ein Beiſpiel eines Amido-
azofarbſtoffes
.

Tritt z. B. an Stelle des Anilins das Xilidin und an Stelle des
Metaphenylendiamins die Naphtoldiſulfoſäure, ſo reſultiert das Xilidinrot
C6 H3 (CH3)2 · N = N · C10 H4 (SO3 H2)2 OH, ein Repräſentant der Oxyazo-
farbſtoffe
.

Kommt die Stickſtoffgruppe N = N zweimal vor, ſo entſtehen die
Tetrazofarbſtofe.

Unter den roten Azofarbſtoffen ſind Amidofarbſtoffe nicht vorhanden.
Dagegen ſind die übrigen Gruppen vertreten.

I. Oxy-Azofarbſtoffe.

Sie werden durch Einwirkung eines Phenols auf die Diazoverbindung
erhalten.

1. Cochenilleſcharlach G iſt das Natriumſalz der Anilin-azo-
α-Naphtolmonoſulfoſäure, C6 H5 · N — N · C10 H5 · OH · SO3 Na. Ziegelrotes
Pulver, in Waſſer mit gelbroter Farbe löslich.

2. Ponceau 4 G B (Akt.-Geſ. f. Anilinf.); Croceïnorange
(B. & Comp.), Brillantorange (M. L. & Br.), iſt das Natriumſalz
der korreſpondierenden β-Sulfoſäure. Formel wie bei 1. Feurigrotes Pulver,
in Waſſer mit orangegelber Farbe löslich.

3. Ponceau 2 G. (Akt.-Geſ. f. Anilinf., M. L. & Br.), iſt das
Natriumſalz der Anilin-azo-β-Naphtoldiſulfoſäure,
[Formel 1] Feurigrotes Pulver, in Waſſer mit gelbroter Farbe löslich.

4. Orſeille-Erſatz (Akt.-Geſ. f. Anilinf.; Poirrier) iſt das Natrium-
ſalz der Nitranilin-azo-α-Naphtylaminſulfoſäure,
[Formel 2] Brauner Teig, in Waſſer mit rotbrauner Farbe löslich.

5. Cochenilleſcharlach 2 R iſt das Natriumſalz der Toluidin-
azo-α-Naphtolmonoſulfoſäure, C6 H4 · CH3 · N — N · C10 H5 · O H · SO3 Na.
Zinnoberrotes Pulver, in kaltem Waſſer ſchwer, in heißem leicht mit gelb-
roter Farbe löslich.

6. Ponceau G T (B. & Comp.) iſt das Natriumſalz der Toluidin-
azo-α-Naphtoldiſulfoſäure, C6 H4 · CH3 · N — N · C10 H4 · O H · (SO3 Na)2.

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[174/0200] rühren einwirken, ſo bildet ſich Diazobenzolchlorid neben Chlornatrium und Waſſer. C6H5 · NH2 · HCl + HCl + Na NO2 = C6 H5 · N2 · Cl + Na Cl + 2 H2 O Salzſaures Anilin Natriumnitrit Diazobenzolchlorid Das Charakteriſtiſche an dieſem neuen Körper iſt der Stickſtoffkern, aus zwei Stickſtoffatomen beſtehend, welche durch teilweiſe Selbſtbindung ein Radikal mit 2 einwertigen freien Affinitäten bilden. Im Diazobenzol- chlorid ſind an dieſen Stickſtoffkern einerſeits das Benzolreſt C6 H5, anderer- ſeits das Chloratom angelagert. Solche Diazoverbindungen ſind noch keine Farbſtoffe, vielmehr bilden ſich aus ihnen erſt durch Behandeln mit andern Derivaten der aromatiſchen Reihe die eigentlichen Farbſtoffe. So bildet ſich z. B. durch Einwirkung von Diazobenzolchlorid auf Metaphenylendiamin des Chryſoidin: C6 H5 · N2 · Cl + C6 H4 (NH2)2 = C6 H5 · N N · C6 H3 (NH2)2 + H Cl Diazobenzolchlorid Metaphenylendiamin Chryſoidin Salzſäure Das obengenannte Chryſoidin iſt zugleich ein Beiſpiel eines Amido- azofarbſtoffes. Tritt z. B. an Stelle des Anilins das Xilidin und an Stelle des Metaphenylendiamins die Naphtoldiſulfoſäure, ſo reſultiert das Xilidinrot C6 H3 (CH3)2 · N = N · C10 H4 (SO3 H2)2 OH, ein Repräſentant der Oxyazo- farbſtoffe. Kommt die Stickſtoffgruppe N = N zweimal vor, ſo entſtehen die Tetrazofarbſtofe. Unter den roten Azofarbſtoffen ſind Amidofarbſtoffe nicht vorhanden. Dagegen ſind die übrigen Gruppen vertreten. I. Oxy-Azofarbſtoffe. Sie werden durch Einwirkung eines Phenols auf die Diazoverbindung erhalten. 1. Cochenilleſcharlach G iſt das Natriumſalz der Anilin-azo- α-Naphtolmonoſulfoſäure, C6 H5 · N — N · C10 H5 · OH · SO3 Na. Ziegelrotes Pulver, in Waſſer mit gelbroter Farbe löslich. 2. Ponceau 4 G B (Akt.-Geſ. f. Anilinf.); Croceïnorange (B. & Comp.), Brillantorange (M. L. & Br.), iſt das Natriumſalz der korreſpondierenden β-Sulfoſäure. Formel wie bei 1. Feurigrotes Pulver, in Waſſer mit orangegelber Farbe löslich. 3. Ponceau 2 G. (Akt.-Geſ. f. Anilinf., M. L. & Br.), iſt das Natriumſalz der Anilin-azo-β-Naphtoldiſulfoſäure, [FORMEL] Feurigrotes Pulver, in Waſſer mit gelbroter Farbe löslich. 4. Orſeille-Erſatz (Akt.-Geſ. f. Anilinf.; Poirrier) iſt das Natrium- ſalz der Nitranilin-azo-α-Naphtylaminſulfoſäure, [FORMEL] Brauner Teig, in Waſſer mit rotbrauner Farbe löslich. 5. Cochenilleſcharlach 2 R iſt das Natriumſalz der Toluidin- azo-α-Naphtolmonoſulfoſäure, C6 H4 · CH3 · N — N · C10 H5 · O H · SO3 Na. Zinnoberrotes Pulver, in kaltem Waſſer ſchwer, in heißem leicht mit gelb- roter Farbe löslich. 6. Ponceau G T (B. & Comp.) iſt das Natriumſalz der Toluidin- azo-α-Naphtoldiſulfoſäure, C6 H4 · CH3 · N — N · C10 H4 · O H · (SO3 Na)2.

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Zitationshilfe: Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889, S. 174. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ganswindt_faerberei_1889/200>, abgerufen am 21.04.2019.