Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831.

Bild:
<< vorherige Seite

Pferdegöpel.
Fig.
1
bis
12.
Tab.
13.
die Zugstangen r, r auch die Anziehung der Bremsbäume L M und L M. Zur Verstär-
kung dieser Bremse wird der Hebel Q Q noch mit der Hand herabgedrückt, und um
seine Rückbewegung zu hindern, der Stecknagel in die untern Löcher der Säule R vor-
gesteckt.

§. 223.

Das Treibseil wird, von der Seilleitung angefangen, auf den bereits angeführten, in
der Seilleitung (Fig. 5) befindlichen Rollen und den, aus Buchenholz verfertigten, gut
beschlagenen Seilscheiben S, S zum Schachte geleitet, in welchem die Treibtonnen T, de-
ren jede an einem Ende des Treibseiles befestigt ist, auf- und abgehen. Sobald eine
Tonne oben ankommt, wird die Fallthüre aufgemacht und nach dem Austritte der
Tonne wieder geschlossen. Die Tonne wird hierauf noch so weit aufgezogen, bis
der an der Haltkette U (Fig. 1) befestigte Haken in einen oder den andern am Boden
der Tonne befindlichen Ring x eingehängt werden kann. Die Pferde werden zu glei-
cher Zeit angehalten und nach vollzogenem Einhängen auf ein gegebenes Zeichen etwas
zurückgeführt, worauf die Tonne, indem sie sich um den Ring x wendet, von selbst das
darin befindliche Erz in den hölzernen Trog V und in den darunter stehenden Auslaufe-
hund ausstürzt.

Der Auslaufehund ist Fig. 11 in der Seiten- und Fig. 12 in der Unter-Ansicht
im doppelten Maasse dargestellt. Er besteht aus einem viereckigten Kasten von Eichen-
holz, welcher von aussen mit Eisen gut beschlagen und inwendig wegen der längern
Dauer mit weichen Bretern ausgefüttert ist. Seine Grösse ist jener der Tonne, welche
15 Zentner Eisenerze fasst, gleich. Um das herabrollende Erz sicher in den Hund zu
führen, ist derselbe auf beiden längern Seiten mit schief aufgenagelten Bretern versehen,
welche auch dazu dienen, um die Achsen der Räder vor dem herabfallenden kleinern Erze
zu schützen. Der Auslaufehund ist vorn mit einer Thür, die durch einen eisernen Rie-
gel geschlossen wird, zum Ausstürzen des Materials, hinten aber mit zwei Handhaben
zum Vorwärtsschieben versehen. Beinahe in der Mitte des Kastens ist (Fig. 11) ein
grosses 21/2 Schuh hohes Rad und hinter demselben ein kleineres angebracht, welches letz-
tere dem Karrenführer oder sogenannten Hundsläufer zur Unterstützung dient. Un-
ter dem Boden des Kastens befinden sich 4 horizontale Rollen, welche zu beiden Sei-
ten an die Strassbäume anlaufen und verhindern, dass der Hund von denselben nicht ab-
gleiten könne.

Fig.
1
und
2.

Die Fahrbahn oder der Hundelauf besteht aus zwei parallel liegenden 6/6 zölligen
Strassbäumen, welche durch Querhölzer zur Erhaltung ihrer parallelen Lage, mit
einander verbunden und unter einem solchen Winkel gegen den Horizont geneigt sind,
damit der Widerstand bei dem Herausfahren des beladenen Hundes demjenigen gleiche,
welcher bei dem Zurückschieben des leeren Hundes zu gewältigen ist.

Die Treibkette, welche auf Krussna Hora verwendet wurde, ist Fig. 7 darge-
stellt, woraus zu ersehen, wie die einzelnen Glieder gebildet worden sind, um die nö-
thige Festigkeit und Sicherheit zu erlangen, und wodurch zugleich die nöthige Gelen-
kigkeit für alle Wendungen der Kette so wie bei einem Seile bewirkt worden ist. Uiber
das Gewicht der Kette und ihre zunehmende Stärke wird in der Folge das Nöthige ange-
führt werden.

Pferdegöpel.
Fig.
1
bis
12.
Tab.
13.
die Zugstangen r, r auch die Anziehung der Bremsbäume L M und L M. Zur Verstär-
kung dieser Bremse wird der Hebel Q Q noch mit der Hand herabgedrückt, und um
seine Rückbewegung zu hindern, der Stecknagel in die untern Löcher der Säule R vor-
gesteckt.

§. 223.

Das Treibseil wird, von der Seilleitung angefangen, auf den bereits angeführten, in
der Seilleitung (Fig. 5) befindlichen Rollen und den, aus Buchenholz verfertigten, gut
beschlagenen Seilscheiben S, S zum Schachte geleitet, in welchem die Treibtonnen T, de-
ren jede an einem Ende des Treibseiles befestigt ist, auf- und abgehen. Sobald eine
Tonne oben ankommt, wird die Fallthüre aufgemacht und nach dem Austritte der
Tonne wieder geschlossen. Die Tonne wird hierauf noch so weit aufgezogen, bis
der an der Haltkette U (Fig. 1) befestigte Haken in einen oder den andern am Boden
der Tonne befindlichen Ring x eingehängt werden kann. Die Pferde werden zu glei-
cher Zeit angehalten und nach vollzogenem Einhängen auf ein gegebenes Zeichen etwas
zurückgeführt, worauf die Tonne, indem sie sich um den Ring x wendet, von selbst das
darin befindliche Erz in den hölzernen Trog V und in den darunter stehenden Auslaufe-
hund ausstürzt.

Der Auslaufehund ist Fig. 11 in der Seiten- und Fig. 12 in der Unter-Ansicht
im doppelten Maasse dargestellt. Er besteht aus einem viereckigten Kasten von Eichen-
holz, welcher von aussen mit Eisen gut beschlagen und inwendig wegen der längern
Dauer mit weichen Bretern ausgefüttert ist. Seine Grösse ist jener der Tonne, welche
15 Zentner Eisenerze fasst, gleich. Um das herabrollende Erz sicher in den Hund zu
führen, ist derselbe auf beiden längern Seiten mit schief aufgenagelten Bretern versehen,
welche auch dazu dienen, um die Achsen der Räder vor dem herabfallenden kleinern Erze
zu schützen. Der Auslaufehund ist vorn mit einer Thür, die durch einen eisernen Rie-
gel geschlossen wird, zum Ausstürzen des Materials, hinten aber mit zwei Handhaben
zum Vorwärtsschieben versehen. Beinahe in der Mitte des Kastens ist (Fig. 11) ein
grosses 2½ Schuh hohes Rad und hinter demselben ein kleineres angebracht, welches letz-
tere dem Karrenführer oder sogenannten Hundsläufer zur Unterstützung dient. Un-
ter dem Boden des Kastens befinden sich 4 horizontale Rollen, welche zu beiden Sei-
ten an die Strassbäume anlaufen und verhindern, dass der Hund von denselben nicht ab-
gleiten könne.

Fig.
1
und
2.

Die Fahrbahn oder der Hundelauf besteht aus zwei parallel liegenden 6/6 zölligen
Strassbäumen, welche durch Querhölzer zur Erhaltung ihrer parallelen Lage, mit
einander verbunden und unter einem solchen Winkel gegen den Horizont geneigt sind,
damit der Widerstand bei dem Herausfahren des beladenen Hundes demjenigen gleiche,
welcher bei dem Zurückschieben des leeren Hundes zu gewältigen ist.

Die Treibkette, welche auf Krussna Hora verwendet wurde, ist Fig. 7 darge-
stellt, woraus zu ersehen, wie die einzelnen Glieder gebildet worden sind, um die nö-
thige Festigkeit und Sicherheit zu erlangen, und wodurch zugleich die nöthige Gelen-
kigkeit für alle Wendungen der Kette so wie bei einem Seile bewirkt worden ist. Uiber
das Gewicht der Kette und ihre zunehmende Stärke wird in der Folge das Nöthige ange-
führt werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0258" n="228"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#i">Pferdegöpel.</hi></fw><lb/><note place="left">Fig.<lb/>
1<lb/>
bis<lb/>
12.<lb/>
Tab.<lb/>
13.</note>die Zugstangen r, r auch die Anziehung der Bremsbäume L M und L M. Zur Verstär-<lb/>
kung dieser Bremse wird der Hebel Q Q noch mit der Hand herabgedrückt, und um<lb/>
seine Rückbewegung zu hindern, der Stecknagel in die untern Löcher der Säule R vor-<lb/>
gesteckt.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 223.</head><lb/>
              <p>Das Treibseil wird, von der Seilleitung angefangen, auf den bereits angeführten, in<lb/>
der Seilleitung (Fig. 5) befindlichen Rollen und den, aus Buchenholz verfertigten, gut<lb/>
beschlagenen Seilscheiben S, S zum Schachte geleitet, in welchem die Treibtonnen T, de-<lb/>
ren jede an einem Ende des Treibseiles befestigt ist, auf- und abgehen. Sobald eine<lb/>
Tonne oben ankommt, wird die Fallthüre aufgemacht und nach dem Austritte der<lb/>
Tonne wieder geschlossen. Die Tonne wird hierauf noch so weit aufgezogen, bis<lb/>
der an der Haltkette U (Fig. 1) befestigte Haken in einen oder den andern am Boden<lb/>
der Tonne befindlichen Ring x eingehängt werden kann. Die Pferde werden zu glei-<lb/>
cher Zeit angehalten und nach vollzogenem Einhängen auf ein gegebenes Zeichen etwas<lb/>
zurückgeführt, worauf die Tonne, indem sie sich um den Ring x wendet, von selbst das<lb/>
darin befindliche Erz in den hölzernen Trog V und in den darunter stehenden Auslaufe-<lb/>
hund ausstürzt.</p><lb/>
              <p>Der <hi rendition="#g">Auslaufehund</hi> ist Fig. 11 in der Seiten- und Fig. 12 in der Unter-Ansicht<lb/>
im doppelten Maasse dargestellt. Er besteht aus einem viereckigten Kasten von Eichen-<lb/>
holz, welcher von aussen mit Eisen gut beschlagen und inwendig wegen der längern<lb/>
Dauer mit weichen Bretern ausgefüttert ist. Seine Grösse ist jener der Tonne, welche<lb/>
15 Zentner Eisenerze fasst, gleich. Um das herabrollende Erz sicher in den Hund zu<lb/>
führen, ist derselbe auf beiden längern Seiten mit schief aufgenagelten Bretern versehen,<lb/>
welche auch dazu dienen, um die Achsen der Räder vor dem herabfallenden kleinern Erze<lb/>
zu schützen. Der Auslaufehund ist vorn mit einer Thür, die durch einen eisernen Rie-<lb/>
gel geschlossen wird, zum Ausstürzen des Materials, hinten aber mit zwei Handhaben<lb/>
zum Vorwärtsschieben versehen. Beinahe in der Mitte des Kastens ist (Fig. 11) ein<lb/>
grosses 2½ Schuh hohes Rad und hinter demselben ein kleineres angebracht, welches letz-<lb/>
tere dem Karrenführer oder sogenannten <hi rendition="#g">Hundsläufer</hi> zur Unterstützung dient. Un-<lb/>
ter dem Boden des Kastens befinden sich 4 horizontale Rollen, welche zu beiden Sei-<lb/>
ten an die Strassbäume anlaufen und verhindern, dass der Hund von denselben nicht ab-<lb/>
gleiten könne.</p><lb/>
              <note place="left">Fig.<lb/>
1<lb/>
und<lb/>
2.</note>
              <p>Die Fahrbahn oder der <hi rendition="#g">Hundelauf</hi> besteht aus zwei parallel liegenden 6/6 zölligen<lb/><hi rendition="#g">Strassbäumen</hi>, welche durch Querhölzer zur Erhaltung ihrer parallelen Lage, mit<lb/>
einander verbunden und unter einem solchen Winkel gegen den Horizont geneigt sind,<lb/>
damit der Widerstand bei dem Herausfahren des beladenen Hundes demjenigen gleiche,<lb/>
welcher bei dem Zurückschieben des leeren Hundes zu gewältigen ist.</p><lb/>
              <p>Die <hi rendition="#g">Treibkette</hi>, welche auf <hi rendition="#i">Krussna Hora</hi> verwendet wurde, ist Fig. 7 darge-<lb/>
stellt, woraus zu ersehen, wie die einzelnen Glieder gebildet worden sind, um die nö-<lb/>
thige Festigkeit und Sicherheit zu erlangen, und wodurch zugleich die nöthige Gelen-<lb/>
kigkeit für alle Wendungen der Kette so wie bei einem Seile bewirkt worden ist. Uiber<lb/>
das Gewicht der Kette und ihre zunehmende Stärke wird in der Folge das Nöthige ange-<lb/>
führt werden.</p>
            </div><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[228/0258] Pferdegöpel. die Zugstangen r, r auch die Anziehung der Bremsbäume L M und L M. Zur Verstär- kung dieser Bremse wird der Hebel Q Q noch mit der Hand herabgedrückt, und um seine Rückbewegung zu hindern, der Stecknagel in die untern Löcher der Säule R vor- gesteckt. Fig. 1 bis 12. Tab. 13. §. 223. Das Treibseil wird, von der Seilleitung angefangen, auf den bereits angeführten, in der Seilleitung (Fig. 5) befindlichen Rollen und den, aus Buchenholz verfertigten, gut beschlagenen Seilscheiben S, S zum Schachte geleitet, in welchem die Treibtonnen T, de- ren jede an einem Ende des Treibseiles befestigt ist, auf- und abgehen. Sobald eine Tonne oben ankommt, wird die Fallthüre aufgemacht und nach dem Austritte der Tonne wieder geschlossen. Die Tonne wird hierauf noch so weit aufgezogen, bis der an der Haltkette U (Fig. 1) befestigte Haken in einen oder den andern am Boden der Tonne befindlichen Ring x eingehängt werden kann. Die Pferde werden zu glei- cher Zeit angehalten und nach vollzogenem Einhängen auf ein gegebenes Zeichen etwas zurückgeführt, worauf die Tonne, indem sie sich um den Ring x wendet, von selbst das darin befindliche Erz in den hölzernen Trog V und in den darunter stehenden Auslaufe- hund ausstürzt. Der Auslaufehund ist Fig. 11 in der Seiten- und Fig. 12 in der Unter-Ansicht im doppelten Maasse dargestellt. Er besteht aus einem viereckigten Kasten von Eichen- holz, welcher von aussen mit Eisen gut beschlagen und inwendig wegen der längern Dauer mit weichen Bretern ausgefüttert ist. Seine Grösse ist jener der Tonne, welche 15 Zentner Eisenerze fasst, gleich. Um das herabrollende Erz sicher in den Hund zu führen, ist derselbe auf beiden längern Seiten mit schief aufgenagelten Bretern versehen, welche auch dazu dienen, um die Achsen der Räder vor dem herabfallenden kleinern Erze zu schützen. Der Auslaufehund ist vorn mit einer Thür, die durch einen eisernen Rie- gel geschlossen wird, zum Ausstürzen des Materials, hinten aber mit zwei Handhaben zum Vorwärtsschieben versehen. Beinahe in der Mitte des Kastens ist (Fig. 11) ein grosses 2½ Schuh hohes Rad und hinter demselben ein kleineres angebracht, welches letz- tere dem Karrenführer oder sogenannten Hundsläufer zur Unterstützung dient. Un- ter dem Boden des Kastens befinden sich 4 horizontale Rollen, welche zu beiden Sei- ten an die Strassbäume anlaufen und verhindern, dass der Hund von denselben nicht ab- gleiten könne. Die Fahrbahn oder der Hundelauf besteht aus zwei parallel liegenden 6/6 zölligen Strassbäumen, welche durch Querhölzer zur Erhaltung ihrer parallelen Lage, mit einander verbunden und unter einem solchen Winkel gegen den Horizont geneigt sind, damit der Widerstand bei dem Herausfahren des beladenen Hundes demjenigen gleiche, welcher bei dem Zurückschieben des leeren Hundes zu gewältigen ist. Die Treibkette, welche auf Krussna Hora verwendet wurde, ist Fig. 7 darge- stellt, woraus zu ersehen, wie die einzelnen Glieder gebildet worden sind, um die nö- thige Festigkeit und Sicherheit zu erlangen, und wodurch zugleich die nöthige Gelen- kigkeit für alle Wendungen der Kette so wie bei einem Seile bewirkt worden ist. Uiber das Gewicht der Kette und ihre zunehmende Stärke wird in der Folge das Nöthige ange- führt werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/258
Zitationshilfe: Gerstner, Franz Joseph von: Handbuch der Mechanik. Bd. 1: Mechanik fester Körper. Prag, 1831, S. 228. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gerstner_mechanik01_1831/258>, abgerufen am 17.07.2019.