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Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 2. Berlin, 1789.

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theilen schicklich angebracht. Im obern Theile von
Italien sind von allen diesen und ähnlichen Acker-
düngniß- und Bestellungsarten noch heut zu Tage
Ueberbleibsel genug vorhanden. Man bedient sich
desselben auch anderwärts, wie bey uns, mit ganz
ungleichen Vortheilen, wenn man nehmlich frem-
de Wirthschaftsarten ohne Einsichten blind nach-
ahmt. Seit einiger Zeit hat man die Absicht,
allerhand landwirthschaftliche Angaben in hiesigen
Ländern geltend zu machen, und unter andern auch
die Düngung der Sandländer durch die Lupinen zu
versuchen vorgeschlagen. Man spricht aber davon, als
von einer neuen ganz unbekannten Sache, wird aber
im Ausgange erfahren, daß man damit bey den
schlechten trocknen Sandfeldern, nicht mehr gethan
habe, oder haben thun können, als mit andern
schicklich angewandten und, nach wohl gemachten
Ueberschlägen in der Mark Brandenburg ausge-
führten, und von eben der Güte befundenen Dün-
gungsarten wirklich geschehen.

Da man hier von der Düngung des schlechten
Sandackers mit Lupinen nur einige Umstände in
Erinnerung zu bringen die Absicht hat, so kann
hier die Wiederholung anderer weitläuftig abgehan-
delten Düngungsarten des guten und schlechten
Bodens von keinen Nutzen seyn. Das aber kann
man bey jeder Art von Düngung und des Ackers
nicht unberührt lassen, daß man nehmlich 1) unter
der Vorbereitung des Fruchtlandes zur Düngung,

und

theilen ſchicklich angebracht. Im obern Theile von
Italien ſind von allen dieſen und aͤhnlichen Acker-
duͤngniß- und Beſtellungsarten noch heut zu Tage
Ueberbleibſel genug vorhanden. Man bedient ſich
deſſelben auch anderwaͤrts, wie bey uns, mit ganz
ungleichen Vortheilen, wenn man nehmlich frem-
de Wirthſchaftsarten ohne Einſichten blind nach-
ahmt. Seit einiger Zeit hat man die Abſicht,
allerhand landwirthſchaftliche Angaben in hieſigen
Laͤndern geltend zu machen, und unter andern auch
die Duͤngung der Sandlaͤnder durch die Lupinen zu
verſuchen vorgeſchlagen. Man ſpricht aber davon, als
von einer neuen ganz unbekannten Sache, wird aber
im Ausgange erfahren, daß man damit bey den
ſchlechten trocknen Sandfeldern, nicht mehr gethan
habe, oder haben thun koͤnnen, als mit andern
ſchicklich angewandten und, nach wohl gemachten
Ueberſchlaͤgen in der Mark Brandenburg ausge-
fuͤhrten, und von eben der Guͤte befundenen Duͤn-
gungsarten wirklich geſchehen.

Da man hier von der Duͤngung des ſchlechten
Sandackers mit Lupinen nur einige Umſtaͤnde in
Erinnerung zu bringen die Abſicht hat, ſo kann
hier die Wiederholung anderer weitlaͤuftig abgehan-
delten Duͤngungsarten des guten und ſchlechten
Bodens von keinen Nutzen ſeyn. Das aber kann
man bey jeder Art von Duͤngung und des Ackers
nicht unberuͤhrt laſſen, daß man nehmlich 1) unter
der Vorbereitung des Fruchtlandes zur Duͤngung,

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[236[234]/0244] theilen ſchicklich angebracht. Im obern Theile von Italien ſind von allen dieſen und aͤhnlichen Acker- duͤngniß- und Beſtellungsarten noch heut zu Tage Ueberbleibſel genug vorhanden. Man bedient ſich deſſelben auch anderwaͤrts, wie bey uns, mit ganz ungleichen Vortheilen, wenn man nehmlich frem- de Wirthſchaftsarten ohne Einſichten blind nach- ahmt. Seit einiger Zeit hat man die Abſicht, allerhand landwirthſchaftliche Angaben in hieſigen Laͤndern geltend zu machen, und unter andern auch die Duͤngung der Sandlaͤnder durch die Lupinen zu verſuchen vorgeſchlagen. Man ſpricht aber davon, als von einer neuen ganz unbekannten Sache, wird aber im Ausgange erfahren, daß man damit bey den ſchlechten trocknen Sandfeldern, nicht mehr gethan habe, oder haben thun koͤnnen, als mit andern ſchicklich angewandten und, nach wohl gemachten Ueberſchlaͤgen in der Mark Brandenburg ausge- fuͤhrten, und von eben der Guͤte befundenen Duͤn- gungsarten wirklich geſchehen. Da man hier von der Duͤngung des ſchlechten Sandackers mit Lupinen nur einige Umſtaͤnde in Erinnerung zu bringen die Abſicht hat, ſo kann hier die Wiederholung anderer weitlaͤuftig abgehan- delten Duͤngungsarten des guten und ſchlechten Bodens von keinen Nutzen ſeyn. Das aber kann man bey jeder Art von Duͤngung und des Ackers nicht unberuͤhrt laſſen, daß man nehmlich 1) unter der Vorbereitung des Fruchtlandes zur Duͤngung, und

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Zitationshilfe: Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 2. Berlin, 1789, S. 236[234]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen02_1789/244>, abgerufen am 20.06.2019.