Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789.

Bild:
<< vorherige Seite
III. Fremde Hölzer.
1) Agallochum spurium ist sehr hart, nehmlich
dem l. Ebeno nigro an Härte gleich, aber auch etwas
ölig.
2) Aloeholz, Paradiesholz, Aloes lignum offi-
cinar.
ist sehr verschieden, obgleich alle etwas ölig.
Denn einiges ist dabey weich, etwas zähe wie Bir-
kenholz, ist dem Corinthenholze gleich und läßt sich gut
bearbeiten. Anderes ist mittelmäßig hart wie Nuß-
baumholz, läßt sich aber wegen der Oeligkeit doch
nicht gut sauber machen. Noch anderes ist sehr hart,
dem Guajaco gleich, und läßt sich mittelmäßig bear-
beiten. Noch anderes ist an Farbe und Härte dem
härtesten Nußbaumholze gleich. Endlich ist dasje-
nige, so das beste seyn soll, gelblich gesprenkelt, an
Härte dem l. Ebeno nigro gleich, und läßt sich gut
bearbeiten.
3) Asphaltholz, Asphalati s. Asphalti lign. ist
auch verschieden, eines ist weich wie Birken und läßt
sich gut hobeln; ein anderes aber, so aus Ostindien
seyn soll, ist so hart als Weißbüchen und läßt sich auch
gut bearbeiten.
4) Aureum lignum ex Java, ist gepellet hellbraun,
sehr hart und sehr ölig, dem l. Guajaco gleich, läßt
sich nicht gut hobeln.
5) Benzoes lignum, läßt sich gut hobeln, ist sehr
weich wie Sassafras, hat auch solche Narben, spielt
seidenhaft ganz hellgräulich unter Holzfarbe, ist ganz
fein und dicht gekiepert.
6) Bintang-Laut von der Insel Celebes, Bintam-
Laut.
ist nicht hart aber zähe wie das weichste Nuß-
baumholz, hat aber grössere Narben und keinen Ge-
ruch, spielet seidenhaft, hat große Blumen, die zwilch-
weise abwechselnd tangiret sind. Das Herz ist hell-
braun, das Spint weißlich braun.
7) Fer-
N 2
III. Fremde Hoͤlzer.
1) Agallochum ſpurium iſt ſehr hart, nehmlich
dem l. Ebeno nigro an Haͤrte gleich, aber auch etwas
oͤlig.
2) Aloeholz, Paradiesholz, Aloes lignum offi-
cinar.
iſt ſehr verſchieden, obgleich alle etwas oͤlig.
Denn einiges iſt dabey weich, etwas zaͤhe wie Bir-
kenholz, iſt dem Corinthenholze gleich und laͤßt ſich gut
bearbeiten. Anderes iſt mittelmaͤßig hart wie Nuß-
baumholz, laͤßt ſich aber wegen der Oeligkeit doch
nicht gut ſauber machen. Noch anderes iſt ſehr hart,
dem Guajaco gleich, und laͤßt ſich mittelmaͤßig bear-
beiten. Noch anderes iſt an Farbe und Haͤrte dem
haͤrteſten Nußbaumholze gleich. Endlich iſt dasje-
nige, ſo das beſte ſeyn ſoll, gelblich geſprenkelt, an
Haͤrte dem l. Ebeno nigro gleich, und laͤßt ſich gut
bearbeiten.
3) Asphaltholz, Asphalati ſ. Asphalti lign. iſt
auch verſchieden, eines iſt weich wie Birken und laͤßt
ſich gut hobeln; ein anderes aber, ſo aus Oſtindien
ſeyn ſoll, iſt ſo hart als Weißbuͤchen und laͤßt ſich auch
gut bearbeiten.
4) Aureum lignum ex Java, iſt gepellet hellbraun,
ſehr hart und ſehr oͤlig, dem l. Guajaco gleich, laͤßt
ſich nicht gut hobeln.
5) Benzoës lignum, laͤßt ſich gut hobeln, iſt ſehr
weich wie Saſſafras, hat auch ſolche Narben, ſpielt
ſeidenhaft ganz hellgraͤulich unter Holzfarbe, iſt ganz
fein und dicht gekiepert.
6) Bintang-Laut von der Inſel Celebes, Bintam-
Laut.
iſt nicht hart aber zaͤhe wie das weichſte Nuß-
baumholz, hat aber groͤſſere Narben und keinen Ge-
ruch, ſpielet ſeidenhaft, hat große Blumen, die zwilch-
weiſe abwechſelnd tangiret ſind. Das Herz iſt hell-
braun, das Spint weißlich braun.
7) Fer-
N 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0205" n="195"/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">III.</hi> Fremde Ho&#x0364;lzer.</hi> </head><lb/>
          <list>
            <item>1) <hi rendition="#aq">Agallochum &#x017F;purium</hi> i&#x017F;t &#x017F;ehr hart, nehmlich<lb/>
dem <hi rendition="#aq">l. Ebeno nigro</hi> an Ha&#x0364;rte gleich, aber auch etwas<lb/>
o&#x0364;lig.</item><lb/>
            <item>2) Aloeholz, Paradiesholz, <hi rendition="#aq">Aloes lignum offi-<lb/>
cinar.</hi> i&#x017F;t &#x017F;ehr ver&#x017F;chieden, obgleich alle etwas o&#x0364;lig.<lb/>
Denn einiges i&#x017F;t dabey weich, etwas za&#x0364;he wie Bir-<lb/>
kenholz, i&#x017F;t dem Corinthenholze gleich und la&#x0364;ßt &#x017F;ich gut<lb/>
bearbeiten. Anderes i&#x017F;t mittelma&#x0364;ßig hart wie Nuß-<lb/>
baumholz, la&#x0364;ßt &#x017F;ich aber wegen der Oeligkeit doch<lb/>
nicht gut &#x017F;auber machen. Noch anderes i&#x017F;t &#x017F;ehr hart,<lb/>
dem <hi rendition="#aq">Guajaco</hi> gleich, und la&#x0364;ßt &#x017F;ich mittelma&#x0364;ßig bear-<lb/>
beiten. Noch anderes i&#x017F;t an Farbe und Ha&#x0364;rte dem<lb/>
ha&#x0364;rte&#x017F;ten Nußbaumholze gleich. Endlich i&#x017F;t dasje-<lb/>
nige, &#x017F;o das be&#x017F;te &#x017F;eyn &#x017F;oll, gelblich ge&#x017F;prenkelt, an<lb/>
Ha&#x0364;rte dem <hi rendition="#aq">l. Ebeno nigro</hi> gleich, und la&#x0364;ßt &#x017F;ich gut<lb/>
bearbeiten.</item><lb/>
            <item>3) Asphaltholz, <hi rendition="#aq">Asphalati &#x017F;. Asphalti lign.</hi> i&#x017F;t<lb/>
auch ver&#x017F;chieden, eines i&#x017F;t weich wie Birken und la&#x0364;ßt<lb/>
&#x017F;ich gut hobeln; ein anderes aber, &#x017F;o aus O&#x017F;tindien<lb/>
&#x017F;eyn &#x017F;oll, i&#x017F;t &#x017F;o hart als Weißbu&#x0364;chen und la&#x0364;ßt &#x017F;ich auch<lb/>
gut bearbeiten.</item><lb/>
            <item>4) <hi rendition="#aq">Aureum lignum ex Java,</hi> i&#x017F;t gepellet hellbraun,<lb/>
&#x017F;ehr hart und &#x017F;ehr o&#x0364;lig, dem <hi rendition="#aq">l. Guajaco</hi> gleich, la&#x0364;ßt<lb/>
&#x017F;ich nicht gut hobeln.</item><lb/>
            <item>5) <hi rendition="#aq">Benzoës lignum,</hi> la&#x0364;ßt &#x017F;ich gut hobeln, i&#x017F;t &#x017F;ehr<lb/>
weich wie <hi rendition="#aq">Sa&#x017F;&#x017F;afras,</hi> hat auch &#x017F;olche Narben, &#x017F;pielt<lb/>
&#x017F;eidenhaft ganz hellgra&#x0364;ulich unter Holzfarbe, i&#x017F;t ganz<lb/>
fein und dicht gekiepert.</item><lb/>
            <item>6) <hi rendition="#aq">Bintang-Laut</hi> von der In&#x017F;el <hi rendition="#aq">Celebes, Bintam-<lb/>
Laut.</hi> i&#x017F;t nicht hart aber za&#x0364;he wie das weich&#x017F;te Nuß-<lb/>
baumholz, hat aber gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ere Narben und keinen Ge-<lb/>
ruch, &#x017F;pielet &#x017F;eidenhaft, hat große Blumen, die zwilch-<lb/>
wei&#x017F;e abwech&#x017F;elnd tangiret &#x017F;ind. Das Herz i&#x017F;t hell-<lb/>
braun, das Spint weißlich braun.</item>
          </list><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">N 2</fw>
          <fw place="bottom" type="catch">7) Fer-</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[195/0205] III. Fremde Hoͤlzer. 1) Agallochum ſpurium iſt ſehr hart, nehmlich dem l. Ebeno nigro an Haͤrte gleich, aber auch etwas oͤlig. 2) Aloeholz, Paradiesholz, Aloes lignum offi- cinar. iſt ſehr verſchieden, obgleich alle etwas oͤlig. Denn einiges iſt dabey weich, etwas zaͤhe wie Bir- kenholz, iſt dem Corinthenholze gleich und laͤßt ſich gut bearbeiten. Anderes iſt mittelmaͤßig hart wie Nuß- baumholz, laͤßt ſich aber wegen der Oeligkeit doch nicht gut ſauber machen. Noch anderes iſt ſehr hart, dem Guajaco gleich, und laͤßt ſich mittelmaͤßig bear- beiten. Noch anderes iſt an Farbe und Haͤrte dem haͤrteſten Nußbaumholze gleich. Endlich iſt dasje- nige, ſo das beſte ſeyn ſoll, gelblich geſprenkelt, an Haͤrte dem l. Ebeno nigro gleich, und laͤßt ſich gut bearbeiten. 3) Asphaltholz, Asphalati ſ. Asphalti lign. iſt auch verſchieden, eines iſt weich wie Birken und laͤßt ſich gut hobeln; ein anderes aber, ſo aus Oſtindien ſeyn ſoll, iſt ſo hart als Weißbuͤchen und laͤßt ſich auch gut bearbeiten. 4) Aureum lignum ex Java, iſt gepellet hellbraun, ſehr hart und ſehr oͤlig, dem l. Guajaco gleich, laͤßt ſich nicht gut hobeln. 5) Benzoës lignum, laͤßt ſich gut hobeln, iſt ſehr weich wie Saſſafras, hat auch ſolche Narben, ſpielt ſeidenhaft ganz hellgraͤulich unter Holzfarbe, iſt ganz fein und dicht gekiepert. 6) Bintang-Laut von der Inſel Celebes, Bintam- Laut. iſt nicht hart aber zaͤhe wie das weichſte Nuß- baumholz, hat aber groͤſſere Narben und keinen Ge- ruch, ſpielet ſeidenhaft, hat große Blumen, die zwilch- weiſe abwechſelnd tangiret ſind. Das Herz iſt hell- braun, das Spint weißlich braun. 7) Fer- N 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789/205
Zitationshilfe: Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789, S. 195. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789/205>, abgerufen am 07.08.2020.