Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789.

Bild:
<< vorherige Seite

zu einer Baumschule auf einmahl beysammen zu ha-
ben. Dieser Saame ist zu Ausgange des Juny, und
spätestens in der Mitte des July reif, da er in großer
Menge abfliegt, auch leicht zu sammlen steht, und
kann dieser Saame alsdenn, oder da die Bäume die-
ser Art, ohne eben sonderlich gekannt zu seyn, sich
einzeln unter andern befinden, die Reiser und Schnitt-
linge davon leicht in Bündeln, mit Ausgang des Fe-
bruar Monats, nach andere Oerter zur Anlage verschickt
werden. Der Saame muß gleich frisch im Schatten in
leichte und sandige, aber etwas feuchte Erde ganz flach
gebracht werden, in welcher er bald aufgehet, daß man
noch im selbigen Jahre, um Michaelis schon eine große
Menge Saatpflanzen, einer Querhand hoch, auch
wohl spannenhoch haben kann, die sich schon im fol-
genden Frühlinge oder Herbste in die Baumschulen
auspflanzen lassen. Diese Erziehung ist zu starken
Baumstämmen die beste und beträchtlichste, welche
man nach 10, 12 Jahren schon sehr ansehnlich finden
wird. Diese kann man auch zum Schneideln, wie
bekannt, nach Verschiedenheit des nahrhaften Grun-
des einrichten, oder abhauen, daß der Stamm über
der Erde 4, 5, 6 Fuß hoch stehet, welchen man
nach und nach verschiedene wagerecht laufende Aeste
verschaffet, die sich kappen lassen, eine große Menge
Zweige zu Reisholz tragen, und nach gewissen Jah-
ren zu Brennholz behauen werden. Es lassen sich
aber auch die Stämme, wenn sie in gehöriger Weite
4 Fuß auseinander stehen, von einem solchen Alter,
in einem guten tragbaren Grunde, kürzer abhauen,
um durch ihren Ausschlag, welcher sehr stark ist, in
kurzer Zeit davon eine erstaunende Vermehrung vor
die Schulen und Plantagen zu machen. Wie denn
dazu gesunde Stämme von einem Daumen, halben
oder ganzen Fuß stark, hart an der Erde weggenom-
men werden können. Ihre Sproßen werden als-

denn
C

zu einer Baumſchule auf einmahl beyſammen zu ha-
ben. Dieſer Saame iſt zu Ausgange des Juny, und
ſpaͤteſtens in der Mitte des July reif, da er in großer
Menge abfliegt, auch leicht zu ſammlen ſteht, und
kann dieſer Saame alsdenn, oder da die Baͤume die-
ſer Art, ohne eben ſonderlich gekannt zu ſeyn, ſich
einzeln unter andern befinden, die Reiſer und Schnitt-
linge davon leicht in Buͤndeln, mit Ausgang des Fe-
bruar Monats, nach andere Oerter zur Anlage verſchickt
werden. Der Saame muß gleich friſch im Schatten in
leichte und ſandige, aber etwas feuchte Erde ganz flach
gebracht werden, in welcher er bald aufgehet, daß man
noch im ſelbigen Jahre, um Michaelis ſchon eine große
Menge Saatpflanzen, einer Querhand hoch, auch
wohl ſpannenhoch haben kann, die ſich ſchon im fol-
genden Fruͤhlinge oder Herbſte in die Baumſchulen
auspflanzen laſſen. Dieſe Erziehung iſt zu ſtarken
Baumſtaͤmmen die beſte und betraͤchtlichſte, welche
man nach 10, 12 Jahren ſchon ſehr anſehnlich finden
wird. Dieſe kann man auch zum Schneideln, wie
bekannt, nach Verſchiedenheit des nahrhaften Grun-
des einrichten, oder abhauen, daß der Stamm uͤber
der Erde 4, 5, 6 Fuß hoch ſtehet, welchen man
nach und nach verſchiedene wagerecht laufende Aeſte
verſchaffet, die ſich kappen laſſen, eine große Menge
Zweige zu Reisholz tragen, und nach gewiſſen Jah-
ren zu Brennholz behauen werden. Es laſſen ſich
aber auch die Staͤmme, wenn ſie in gehoͤriger Weite
4 Fuß auseinander ſtehen, von einem ſolchen Alter,
in einem guten tragbaren Grunde, kuͤrzer abhauen,
um durch ihren Ausſchlag, welcher ſehr ſtark iſt, in
kurzer Zeit davon eine erſtaunende Vermehrung vor
die Schulen und Plantagen zu machen. Wie denn
dazu geſunde Staͤmme von einem Daumen, halben
oder ganzen Fuß ſtark, hart an der Erde weggenom-
men werden koͤnnen. Ihre Sproßen werden als-

denn
C
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0043" n="33"/>
zu einer Baum&#x017F;chule auf einmahl bey&#x017F;ammen zu ha-<lb/>
ben. Die&#x017F;er Saame i&#x017F;t zu Ausgange des Juny, und<lb/>
&#x017F;pa&#x0364;te&#x017F;tens in der Mitte des July reif, da er in großer<lb/>
Menge abfliegt, auch leicht zu &#x017F;ammlen &#x017F;teht, und<lb/>
kann die&#x017F;er Saame alsdenn, oder da die Ba&#x0364;ume die-<lb/>
&#x017F;er Art, ohne eben &#x017F;onderlich gekannt zu &#x017F;eyn, &#x017F;ich<lb/>
einzeln unter andern befinden, die Rei&#x017F;er und Schnitt-<lb/>
linge davon leicht in Bu&#x0364;ndeln, mit Ausgang des Fe-<lb/>
bruar Monats, nach andere Oerter zur Anlage ver&#x017F;chickt<lb/>
werden. Der Saame muß gleich fri&#x017F;ch im Schatten in<lb/>
leichte und &#x017F;andige, aber etwas feuchte Erde ganz flach<lb/>
gebracht werden, in welcher er bald aufgehet, daß man<lb/>
noch im &#x017F;elbigen Jahre, um Michaelis &#x017F;chon eine große<lb/>
Menge Saatpflanzen, einer Querhand hoch, auch<lb/>
wohl &#x017F;pannenhoch haben kann, die &#x017F;ich &#x017F;chon im fol-<lb/>
genden Fru&#x0364;hlinge oder Herb&#x017F;te in die Baum&#x017F;chulen<lb/>
auspflanzen la&#x017F;&#x017F;en. Die&#x017F;e Erziehung i&#x017F;t zu &#x017F;tarken<lb/>
Baum&#x017F;ta&#x0364;mmen die be&#x017F;te und betra&#x0364;chtlich&#x017F;te, welche<lb/>
man nach 10, 12 Jahren &#x017F;chon &#x017F;ehr an&#x017F;ehnlich finden<lb/>
wird. Die&#x017F;e kann man auch zum Schneideln, wie<lb/>
bekannt, nach Ver&#x017F;chiedenheit des nahrhaften Grun-<lb/>
des einrichten, oder abhauen, daß der Stamm u&#x0364;ber<lb/>
der Erde 4, 5, 6 Fuß hoch &#x017F;tehet, welchen man<lb/>
nach und nach ver&#x017F;chiedene wagerecht laufende Ae&#x017F;te<lb/>
ver&#x017F;chaffet, die &#x017F;ich kappen la&#x017F;&#x017F;en, eine große Menge<lb/>
Zweige zu Reisholz tragen, und nach gewi&#x017F;&#x017F;en Jah-<lb/>
ren zu Brennholz behauen werden. Es la&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ich<lb/>
aber auch die Sta&#x0364;mme, wenn &#x017F;ie in geho&#x0364;riger Weite<lb/>
4 Fuß auseinander &#x017F;tehen, von einem &#x017F;olchen Alter,<lb/>
in einem guten tragbaren Grunde, ku&#x0364;rzer abhauen,<lb/>
um durch ihren Aus&#x017F;chlag, welcher &#x017F;ehr &#x017F;tark i&#x017F;t, in<lb/>
kurzer Zeit davon eine er&#x017F;taunende Vermehrung vor<lb/>
die Schulen und Plantagen zu machen. Wie denn<lb/>
dazu ge&#x017F;unde Sta&#x0364;mme von einem Daumen, halben<lb/>
oder ganzen Fuß &#x017F;tark, hart an der Erde weggenom-<lb/>
men werden ko&#x0364;nnen. Ihre Sproßen werden als-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">C</fw><fw place="bottom" type="catch">denn</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[33/0043] zu einer Baumſchule auf einmahl beyſammen zu ha- ben. Dieſer Saame iſt zu Ausgange des Juny, und ſpaͤteſtens in der Mitte des July reif, da er in großer Menge abfliegt, auch leicht zu ſammlen ſteht, und kann dieſer Saame alsdenn, oder da die Baͤume die- ſer Art, ohne eben ſonderlich gekannt zu ſeyn, ſich einzeln unter andern befinden, die Reiſer und Schnitt- linge davon leicht in Buͤndeln, mit Ausgang des Fe- bruar Monats, nach andere Oerter zur Anlage verſchickt werden. Der Saame muß gleich friſch im Schatten in leichte und ſandige, aber etwas feuchte Erde ganz flach gebracht werden, in welcher er bald aufgehet, daß man noch im ſelbigen Jahre, um Michaelis ſchon eine große Menge Saatpflanzen, einer Querhand hoch, auch wohl ſpannenhoch haben kann, die ſich ſchon im fol- genden Fruͤhlinge oder Herbſte in die Baumſchulen auspflanzen laſſen. Dieſe Erziehung iſt zu ſtarken Baumſtaͤmmen die beſte und betraͤchtlichſte, welche man nach 10, 12 Jahren ſchon ſehr anſehnlich finden wird. Dieſe kann man auch zum Schneideln, wie bekannt, nach Verſchiedenheit des nahrhaften Grun- des einrichten, oder abhauen, daß der Stamm uͤber der Erde 4, 5, 6 Fuß hoch ſtehet, welchen man nach und nach verſchiedene wagerecht laufende Aeſte verſchaffet, die ſich kappen laſſen, eine große Menge Zweige zu Reisholz tragen, und nach gewiſſen Jah- ren zu Brennholz behauen werden. Es laſſen ſich aber auch die Staͤmme, wenn ſie in gehoͤriger Weite 4 Fuß auseinander ſtehen, von einem ſolchen Alter, in einem guten tragbaren Grunde, kuͤrzer abhauen, um durch ihren Ausſchlag, welcher ſehr ſtark iſt, in kurzer Zeit davon eine erſtaunende Vermehrung vor die Schulen und Plantagen zu machen. Wie denn dazu geſunde Staͤmme von einem Daumen, halben oder ganzen Fuß ſtark, hart an der Erde weggenom- men werden koͤnnen. Ihre Sproßen werden als- denn C

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789/43
Zitationshilfe: Gleditsch, Johann Gottlieb: Vermischte botanische und ökonomische Abhandlungen. Bd. 3. Berlin, 1789, S. 33. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/gleditsch_abhandlungen03_1789/43>, abgerufen am 26.09.2020.