Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Goeze, Johann August Ephraim: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783.

Bild:
<< vorherige Seite
XV.
Fortsetzung des vierzehnten Stücks.

Vor Unruhe schlief er wieder ein, und nun
war er auf einem schönen Landgute, wo
alles in der besten und herrlichsten Ordnung
war. Er gieng in den großen Garten, und
es wollte Abend werden. Da begegneten ihm
in der einen Allee der Herr und die Frau des
Hauses -- Arm in Arm geschlungen -- und
muntere Kinder hüpften um sie her. Die Frau
war überaus reinlich gekleidet, hatte ihre
Schlüssel und Strickzeug an sich, und die
Kinder trugen ein Körbchen mit Büchern.

Sie redeten ihn freundlich an, und die
Frau sagte: Sie wollen sich gewiß in unserem
Garten besehen. Leben sie aber auch so glück-
lich, als ich? Ich habe den besten Mann von
der Welt. Da küßte sie ihn. Das thaten die
Kinder auch unter einander. Meine Neigung

war
XV.
Fortſetzung des vierzehnten Stuͤcks.

Vor Unruhe ſchlief er wieder ein, und nun
war er auf einem ſchoͤnen Landgute, wo
alles in der beſten und herrlichſten Ordnung
war. Er gieng in den großen Garten, und
es wollte Abend werden. Da begegneten ihm
in der einen Allee der Herr und die Frau des
Hauſes — Arm in Arm geſchlungen — und
muntere Kinder huͤpften um ſie her. Die Frau
war uͤberaus reinlich gekleidet, hatte ihre
Schluͤſſel und Strickzeug an ſich, und die
Kinder trugen ein Koͤrbchen mit Buͤchern.

Sie redeten ihn freundlich an, und die
Frau ſagte: Sie wollen ſich gewiß in unſerem
Garten beſehen. Leben ſie aber auch ſo gluͤck-
lich, als ich? Ich habe den beſten Mann von
der Welt. Da kuͤßte ſie ihn. Das thaten die
Kinder auch unter einander. Meine Neigung

war
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0092" n="70"/>
      <div n="1">
        <head><hi rendition="#aq">XV.</hi><lb/>
Fort&#x017F;etzung des <hi rendition="#fr">vierzehnten</hi> Stu&#x0364;cks.</head><lb/>
        <p><hi rendition="#in">V</hi>or Unruhe &#x017F;chlief er wieder ein, und nun<lb/>
war er auf einem &#x017F;cho&#x0364;nen Landgute, wo<lb/>
alles in der be&#x017F;ten und herrlich&#x017F;ten Ordnung<lb/>
war. Er gieng in den großen Garten, und<lb/>
es wollte Abend werden. Da begegneten ihm<lb/>
in der einen Allee der Herr und die Frau des<lb/>
Hau&#x017F;es &#x2014; Arm in Arm ge&#x017F;chlungen &#x2014; und<lb/>
muntere Kinder hu&#x0364;pften um &#x017F;ie her. Die Frau<lb/>
war u&#x0364;beraus reinlich gekleidet, hatte ihre<lb/>
Schlu&#x0364;&#x017F;&#x017F;el und Strickzeug an &#x017F;ich, und die<lb/>
Kinder trugen ein Ko&#x0364;rbchen mit Bu&#x0364;chern.</p><lb/>
        <p>Sie redeten ihn freundlich an, und die<lb/>
Frau &#x017F;agte: Sie wollen &#x017F;ich gewiß in un&#x017F;erem<lb/>
Garten be&#x017F;ehen. Leben &#x017F;ie aber auch &#x017F;o glu&#x0364;ck-<lb/>
lich, als ich? Ich habe den be&#x017F;ten Mann von<lb/>
der Welt. Da ku&#x0364;ßte &#x017F;ie ihn. Das thaten die<lb/>
Kinder auch unter einander. Meine Neigung<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">war</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[70/0092] XV. Fortſetzung des vierzehnten Stuͤcks. Vor Unruhe ſchlief er wieder ein, und nun war er auf einem ſchoͤnen Landgute, wo alles in der beſten und herrlichſten Ordnung war. Er gieng in den großen Garten, und es wollte Abend werden. Da begegneten ihm in der einen Allee der Herr und die Frau des Hauſes — Arm in Arm geſchlungen — und muntere Kinder huͤpften um ſie her. Die Frau war uͤberaus reinlich gekleidet, hatte ihre Schluͤſſel und Strickzeug an ſich, und die Kinder trugen ein Koͤrbchen mit Buͤchern. Sie redeten ihn freundlich an, und die Frau ſagte: Sie wollen ſich gewiß in unſerem Garten beſehen. Leben ſie aber auch ſo gluͤck- lich, als ich? Ich habe den beſten Mann von der Welt. Da kuͤßte ſie ihn. Das thaten die Kinder auch unter einander. Meine Neigung war

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783/92
Zitationshilfe: Goeze, Johann August Ephraim: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783, S. 70. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/goetze_zeitvertreib02_1783/92>, abgerufen am 09.08.2020.