Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Die Grenzboten. Jg. 51, 1892, Viertes Vierteljahr.

Bild:
<< vorherige Seite

Aus wüster Zeit.

Als hundertneunzigste Publikation des Stuttgarter Litte¬
rarischen Vereins ist im vergangnen Jahre die sittengeschichtlich höchst wertvolle
Chronik des Dechanten am Hildesheimer Kreuzstift Johannes Oldeeop (geboren
1493, gestorben 1574) ausgegeben worden, und der Bearbeiter Dr, Karl Eutin g
hat den guten Gedanken gehabt, ans dem umfangreichen Werke eine Reihe von
Bildern, zum Teil in dem niederdeutschen Originaltext, zusammenzustellen und dem
größern Lesepublikum unter dem Titel Hildesheimer Land und Leute des sech¬
zehnten Jahrhunderts (Hildesheim, Borgmeyer) darzubieten. Der Inhalt der
kleinen Schrift ist keineswegs nur von lokaler Bedeutung. Die Bischofsstadt, jetzt
durch ihre Kirchenbauten und Kirchenschätze aus romanischer Zeit und ihre unver¬
gleichliche Holzarchitektur für den Freund von Kunst und Altertum so anziehend,
ist von allen Wirren und Kämpfen, die Deutschland im sechzehnten Jahrhundert
zu bestehen hatte, aufs tiefste berührt worden; der verrottete Zustand der Kirche
trat dort so grell ans Licht wie kaum irgendwo, und nur wenig erfreulicher die
durch die Reformation hervorgerufne Bewegung; die Bürgerschaft war dem Luxus
und deu Ausschweifungen des Zeitalters ergeben; dem Abschnitt "öffentliche Sicher¬
heit" gebührt dieser Titel eigentlich nur in ironischem Sinne; die kriegerischen
Verwicklungen nahmen kein Ende. Und der Chronist verzeichnet alle seine Er¬
lebnisse und Beobachtungen mit einem hohen Grade von Unparteilichkeit. Oldeeop
überragte augenscheinlich an Charakter, Bildung und Wissen seine ganze Um¬
gebung. Er hatte in Wittenberg zu Luthers Füßen gesessen, ohne sich jedoch für
dessen "neue Religion" gewinnen zu lassen, dann fünf Jahre lang in Italien
studirt, endlich mis'Kaplan Balthasar Merkurs, des Vizekanzlers Karls des Fünften,
Spanien, Italien und Deutschland bereist, bis er 1531 in seiner Vaterstadt Hildes¬
heim Wohnung nahm. Daß er von Irrtümern und Vorurteilen seiner Zeit nicht
frei war, zeigen manche komische Züge, wie z. B. sein Tadel der Verbreitung der
Kalender, weil aus ihnen die Raubritter ersähen, wo Jahrmärkte stattfinden sollten,
und sein Glaube an die Vorhersagungen des Hofastrologen des Kurfürsten von
Sachsen für 1562, deren Ankündigung eines großen Blutvergießens am 15. No¬
vember er darin bestätigt sieht, daß an dem genannten Tage "allenthalben viele
Schweine geschlachtet" worden sind. Infolge seines strengen Katholizismus macht
er für alle bösen Erscheinungen, die den alten Mann verbitterten, Luther verant¬
wortlich. Um so glaubwürdiger aber werde" dadurch seine Schilderungen der
äußersten Verwilderung des Klerus. Als 1649 sein Wohnhaus fertig war, ließ
er dort den durch Aneinanderreihung der Hauptwörter und dann der Zeitwörter
in zwei Hexameter gefaßten Spruch anbringen: Virtn" vosWt,, NeolsÄu, turdatur,
Olsru" oiiAt, vaoMon rsKimt, Limvius clomiimtur. Und der Unparteiische wird
zugeben, daß es immer noch zweierlei ist, wenn ein Gauner die Rolle eines Prädi-
lauten spielt und vor seiner Hinrichtung bemerkt, es sei nicht notwendig, ihm die
Weihen zu nehme", da er "ungeweiht in die Kirche gekommen sei," oder wenn
ein Vikar als Anführer eines Schatzgräberkleeblatts die Kasse des bischöflichen Ver¬
walters ausraubt, weil sich der gehoffte Schatz im Hofe des Bischofs nicht finden
lassen wollte, wenn ein Domherr sich dem Markgrafen Albrecht von Branden¬
burg anschließt, raubt, mordet und brennt, andre Kleriker durch ihr lnderlicheS
Leben öffentliches Ärgernis geben n. f. w.

Ohne Euliugs Buche den Saft auszupressen, können wir doch manche be¬
zeichnende Notiz des Chronisten hier mitteilen. Seinen großen Unwillen erregte
die Mode der "zerluderten, zucht- "ud ehrverwegnen plndrigen Teufelshose, die
eine solche Veränderung bei vielen Leuten hervorbrachte, daß alle Zucht, Scham



Aus wüster Zeit.

Als hundertneunzigste Publikation des Stuttgarter Litte¬
rarischen Vereins ist im vergangnen Jahre die sittengeschichtlich höchst wertvolle
Chronik des Dechanten am Hildesheimer Kreuzstift Johannes Oldeeop (geboren
1493, gestorben 1574) ausgegeben worden, und der Bearbeiter Dr, Karl Eutin g
hat den guten Gedanken gehabt, ans dem umfangreichen Werke eine Reihe von
Bildern, zum Teil in dem niederdeutschen Originaltext, zusammenzustellen und dem
größern Lesepublikum unter dem Titel Hildesheimer Land und Leute des sech¬
zehnten Jahrhunderts (Hildesheim, Borgmeyer) darzubieten. Der Inhalt der
kleinen Schrift ist keineswegs nur von lokaler Bedeutung. Die Bischofsstadt, jetzt
durch ihre Kirchenbauten und Kirchenschätze aus romanischer Zeit und ihre unver¬
gleichliche Holzarchitektur für den Freund von Kunst und Altertum so anziehend,
ist von allen Wirren und Kämpfen, die Deutschland im sechzehnten Jahrhundert
zu bestehen hatte, aufs tiefste berührt worden; der verrottete Zustand der Kirche
trat dort so grell ans Licht wie kaum irgendwo, und nur wenig erfreulicher die
durch die Reformation hervorgerufne Bewegung; die Bürgerschaft war dem Luxus
und deu Ausschweifungen des Zeitalters ergeben; dem Abschnitt „öffentliche Sicher¬
heit" gebührt dieser Titel eigentlich nur in ironischem Sinne; die kriegerischen
Verwicklungen nahmen kein Ende. Und der Chronist verzeichnet alle seine Er¬
lebnisse und Beobachtungen mit einem hohen Grade von Unparteilichkeit. Oldeeop
überragte augenscheinlich an Charakter, Bildung und Wissen seine ganze Um¬
gebung. Er hatte in Wittenberg zu Luthers Füßen gesessen, ohne sich jedoch für
dessen „neue Religion" gewinnen zu lassen, dann fünf Jahre lang in Italien
studirt, endlich mis'Kaplan Balthasar Merkurs, des Vizekanzlers Karls des Fünften,
Spanien, Italien und Deutschland bereist, bis er 1531 in seiner Vaterstadt Hildes¬
heim Wohnung nahm. Daß er von Irrtümern und Vorurteilen seiner Zeit nicht
frei war, zeigen manche komische Züge, wie z. B. sein Tadel der Verbreitung der
Kalender, weil aus ihnen die Raubritter ersähen, wo Jahrmärkte stattfinden sollten,
und sein Glaube an die Vorhersagungen des Hofastrologen des Kurfürsten von
Sachsen für 1562, deren Ankündigung eines großen Blutvergießens am 15. No¬
vember er darin bestätigt sieht, daß an dem genannten Tage „allenthalben viele
Schweine geschlachtet" worden sind. Infolge seines strengen Katholizismus macht
er für alle bösen Erscheinungen, die den alten Mann verbitterten, Luther verant¬
wortlich. Um so glaubwürdiger aber werde» dadurch seine Schilderungen der
äußersten Verwilderung des Klerus. Als 1649 sein Wohnhaus fertig war, ließ
er dort den durch Aneinanderreihung der Hauptwörter und dann der Zeitwörter
in zwei Hexameter gefaßten Spruch anbringen: Virtn« vosWt,, NeolsÄu, turdatur,
Olsru« oiiAt, vaoMon rsKimt, Limvius clomiimtur. Und der Unparteiische wird
zugeben, daß es immer noch zweierlei ist, wenn ein Gauner die Rolle eines Prädi-
lauten spielt und vor seiner Hinrichtung bemerkt, es sei nicht notwendig, ihm die
Weihen zu nehme», da er „ungeweiht in die Kirche gekommen sei," oder wenn
ein Vikar als Anführer eines Schatzgräberkleeblatts die Kasse des bischöflichen Ver¬
walters ausraubt, weil sich der gehoffte Schatz im Hofe des Bischofs nicht finden
lassen wollte, wenn ein Domherr sich dem Markgrafen Albrecht von Branden¬
burg anschließt, raubt, mordet und brennt, andre Kleriker durch ihr lnderlicheS
Leben öffentliches Ärgernis geben n. f. w.

Ohne Euliugs Buche den Saft auszupressen, können wir doch manche be¬
zeichnende Notiz des Chronisten hier mitteilen. Seinen großen Unwillen erregte
die Mode der „zerluderten, zucht- »ud ehrverwegnen plndrigen Teufelshose, die
eine solche Veränderung bei vielen Leuten hervorbrachte, daß alle Zucht, Scham


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div n="1">
          <div n="2">
            <pb facs="#f0286" corresp="http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/213400"/>
            <fw type="header" place="top"/><lb/>
          </div>
          <div n="2">
            <head> Aus wüster Zeit.</head>
            <p xml:id="ID_851"> Als hundertneunzigste Publikation des Stuttgarter Litte¬<lb/>
rarischen Vereins ist im vergangnen Jahre die sittengeschichtlich höchst wertvolle<lb/>
Chronik des Dechanten am Hildesheimer Kreuzstift Johannes Oldeeop (geboren<lb/>
1493, gestorben 1574) ausgegeben worden, und der Bearbeiter Dr, Karl Eutin g<lb/>
hat den guten Gedanken gehabt, ans dem umfangreichen Werke eine Reihe von<lb/>
Bildern, zum Teil in dem niederdeutschen Originaltext, zusammenzustellen und dem<lb/>
größern Lesepublikum unter dem Titel Hildesheimer Land und Leute des sech¬<lb/>
zehnten Jahrhunderts (Hildesheim, Borgmeyer) darzubieten. Der Inhalt der<lb/>
kleinen Schrift ist keineswegs nur von lokaler Bedeutung. Die Bischofsstadt, jetzt<lb/>
durch ihre Kirchenbauten und Kirchenschätze aus romanischer Zeit und ihre unver¬<lb/>
gleichliche Holzarchitektur für den Freund von Kunst und Altertum so anziehend,<lb/>
ist von allen Wirren und Kämpfen, die Deutschland im sechzehnten Jahrhundert<lb/>
zu bestehen hatte, aufs tiefste berührt worden; der verrottete Zustand der Kirche<lb/>
trat dort so grell ans Licht wie kaum irgendwo, und nur wenig erfreulicher die<lb/>
durch die Reformation hervorgerufne Bewegung; die Bürgerschaft war dem Luxus<lb/>
und deu Ausschweifungen des Zeitalters ergeben; dem Abschnitt &#x201E;öffentliche Sicher¬<lb/>
heit" gebührt dieser Titel eigentlich nur in ironischem Sinne; die kriegerischen<lb/>
Verwicklungen nahmen kein Ende. Und der Chronist verzeichnet alle seine Er¬<lb/>
lebnisse und Beobachtungen mit einem hohen Grade von Unparteilichkeit. Oldeeop<lb/>
überragte augenscheinlich an Charakter, Bildung und Wissen seine ganze Um¬<lb/>
gebung. Er hatte in Wittenberg zu Luthers Füßen gesessen, ohne sich jedoch für<lb/>
dessen &#x201E;neue Religion" gewinnen zu lassen, dann fünf Jahre lang in Italien<lb/>
studirt, endlich mis'Kaplan Balthasar Merkurs, des Vizekanzlers Karls des Fünften,<lb/>
Spanien, Italien und Deutschland bereist, bis er 1531 in seiner Vaterstadt Hildes¬<lb/>
heim Wohnung nahm. Daß er von Irrtümern und Vorurteilen seiner Zeit nicht<lb/>
frei war, zeigen manche komische Züge, wie z. B. sein Tadel der Verbreitung der<lb/>
Kalender, weil aus ihnen die Raubritter ersähen, wo Jahrmärkte stattfinden sollten,<lb/>
und sein Glaube an die Vorhersagungen des Hofastrologen des Kurfürsten von<lb/>
Sachsen für 1562, deren Ankündigung eines großen Blutvergießens am 15. No¬<lb/>
vember er darin bestätigt sieht, daß an dem genannten Tage &#x201E;allenthalben viele<lb/>
Schweine geschlachtet" worden sind. Infolge seines strengen Katholizismus macht<lb/>
er für alle bösen Erscheinungen, die den alten Mann verbitterten, Luther verant¬<lb/>
wortlich. Um so glaubwürdiger aber werde» dadurch seine Schilderungen der<lb/>
äußersten Verwilderung des Klerus. Als 1649 sein Wohnhaus fertig war, ließ<lb/>
er dort den durch Aneinanderreihung der Hauptwörter und dann der Zeitwörter<lb/>
in zwei Hexameter gefaßten Spruch anbringen: Virtn« vosWt,, NeolsÄu, turdatur,<lb/>
Olsru« oiiAt, vaoMon rsKimt, Limvius clomiimtur. Und der Unparteiische wird<lb/>
zugeben, daß es immer noch zweierlei ist, wenn ein Gauner die Rolle eines Prädi-<lb/>
lauten spielt und vor seiner Hinrichtung bemerkt, es sei nicht notwendig, ihm die<lb/>
Weihen zu nehme», da er &#x201E;ungeweiht in die Kirche gekommen sei," oder wenn<lb/>
ein Vikar als Anführer eines Schatzgräberkleeblatts die Kasse des bischöflichen Ver¬<lb/>
walters ausraubt, weil sich der gehoffte Schatz im Hofe des Bischofs nicht finden<lb/>
lassen wollte, wenn ein Domherr sich dem Markgrafen Albrecht von Branden¬<lb/>
burg anschließt, raubt, mordet und brennt, andre Kleriker durch ihr lnderlicheS<lb/>
Leben öffentliches Ärgernis geben n. f. w.</p><lb/>
            <p xml:id="ID_852" next="#ID_853"> Ohne Euliugs Buche den Saft auszupressen, können wir doch manche be¬<lb/>
zeichnende Notiz des Chronisten hier mitteilen. Seinen großen Unwillen erregte<lb/>
die Mode der &#x201E;zerluderten, zucht- »ud ehrverwegnen plndrigen Teufelshose, die<lb/>
eine solche Veränderung bei vielen Leuten hervorbrachte, daß alle Zucht, Scham</p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0286] Aus wüster Zeit. Als hundertneunzigste Publikation des Stuttgarter Litte¬ rarischen Vereins ist im vergangnen Jahre die sittengeschichtlich höchst wertvolle Chronik des Dechanten am Hildesheimer Kreuzstift Johannes Oldeeop (geboren 1493, gestorben 1574) ausgegeben worden, und der Bearbeiter Dr, Karl Eutin g hat den guten Gedanken gehabt, ans dem umfangreichen Werke eine Reihe von Bildern, zum Teil in dem niederdeutschen Originaltext, zusammenzustellen und dem größern Lesepublikum unter dem Titel Hildesheimer Land und Leute des sech¬ zehnten Jahrhunderts (Hildesheim, Borgmeyer) darzubieten. Der Inhalt der kleinen Schrift ist keineswegs nur von lokaler Bedeutung. Die Bischofsstadt, jetzt durch ihre Kirchenbauten und Kirchenschätze aus romanischer Zeit und ihre unver¬ gleichliche Holzarchitektur für den Freund von Kunst und Altertum so anziehend, ist von allen Wirren und Kämpfen, die Deutschland im sechzehnten Jahrhundert zu bestehen hatte, aufs tiefste berührt worden; der verrottete Zustand der Kirche trat dort so grell ans Licht wie kaum irgendwo, und nur wenig erfreulicher die durch die Reformation hervorgerufne Bewegung; die Bürgerschaft war dem Luxus und deu Ausschweifungen des Zeitalters ergeben; dem Abschnitt „öffentliche Sicher¬ heit" gebührt dieser Titel eigentlich nur in ironischem Sinne; die kriegerischen Verwicklungen nahmen kein Ende. Und der Chronist verzeichnet alle seine Er¬ lebnisse und Beobachtungen mit einem hohen Grade von Unparteilichkeit. Oldeeop überragte augenscheinlich an Charakter, Bildung und Wissen seine ganze Um¬ gebung. Er hatte in Wittenberg zu Luthers Füßen gesessen, ohne sich jedoch für dessen „neue Religion" gewinnen zu lassen, dann fünf Jahre lang in Italien studirt, endlich mis'Kaplan Balthasar Merkurs, des Vizekanzlers Karls des Fünften, Spanien, Italien und Deutschland bereist, bis er 1531 in seiner Vaterstadt Hildes¬ heim Wohnung nahm. Daß er von Irrtümern und Vorurteilen seiner Zeit nicht frei war, zeigen manche komische Züge, wie z. B. sein Tadel der Verbreitung der Kalender, weil aus ihnen die Raubritter ersähen, wo Jahrmärkte stattfinden sollten, und sein Glaube an die Vorhersagungen des Hofastrologen des Kurfürsten von Sachsen für 1562, deren Ankündigung eines großen Blutvergießens am 15. No¬ vember er darin bestätigt sieht, daß an dem genannten Tage „allenthalben viele Schweine geschlachtet" worden sind. Infolge seines strengen Katholizismus macht er für alle bösen Erscheinungen, die den alten Mann verbitterten, Luther verant¬ wortlich. Um so glaubwürdiger aber werde» dadurch seine Schilderungen der äußersten Verwilderung des Klerus. Als 1649 sein Wohnhaus fertig war, ließ er dort den durch Aneinanderreihung der Hauptwörter und dann der Zeitwörter in zwei Hexameter gefaßten Spruch anbringen: Virtn« vosWt,, NeolsÄu, turdatur, Olsru« oiiAt, vaoMon rsKimt, Limvius clomiimtur. Und der Unparteiische wird zugeben, daß es immer noch zweierlei ist, wenn ein Gauner die Rolle eines Prädi- lauten spielt und vor seiner Hinrichtung bemerkt, es sei nicht notwendig, ihm die Weihen zu nehme», da er „ungeweiht in die Kirche gekommen sei," oder wenn ein Vikar als Anführer eines Schatzgräberkleeblatts die Kasse des bischöflichen Ver¬ walters ausraubt, weil sich der gehoffte Schatz im Hofe des Bischofs nicht finden lassen wollte, wenn ein Domherr sich dem Markgrafen Albrecht von Branden¬ burg anschließt, raubt, mordet und brennt, andre Kleriker durch ihr lnderlicheS Leben öffentliches Ärgernis geben n. f. w. Ohne Euliugs Buche den Saft auszupressen, können wir doch manche be¬ zeichnende Notiz des Chronisten hier mitteilen. Seinen großen Unwillen erregte die Mode der „zerluderten, zucht- »ud ehrverwegnen plndrigen Teufelshose, die eine solche Veränderung bei vielen Leuten hervorbrachte, daß alle Zucht, Scham

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) Bremen: Bereitstellung der Texttranskription.
Kay-Michael Würzner: Bearbeitung der digitalen Edition.

Weitere Informationen:

Verfahren der Texterfassung: OCR mit Nachkorrektur.

Bogensignaturen: gekennzeichnet;Druckfehler: ignoriert;fremdsprachliches Material: nicht gekennzeichnet;Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage;Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): nicht ausgezeichnet;i/j in Fraktur: wie Vorlage;I/J in Fraktur: wie Vorlage;Kolumnentitel: gekennzeichnet;Kustoden: gekennzeichnet;langes s (ſ): als s transkribiert;Normalisierungen: stillschweigend;rundes r (&#xa75b;): als r/et transkribiert;Seitenumbrüche markiert: ja;Silbentrennung: wie Vorlage;u/v bzw. U/V: wie Vorlage;Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;Vollständigkeit: vollständig erfasst;Zeichensetzung: wie Vorlage;Zeilenumbrüche markiert: ja;

Nachkorrektur erfolgte automatisch.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/grenzboten_341855_213113
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/grenzboten_341855_213113/286
Zitationshilfe: Die Grenzboten. Jg. 51, 1892, Viertes Vierteljahr, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/grenzboten_341855_213113/286>, abgerufen am 27.04.2024.