Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Grimm, Jacob; Grimm, Wilhelm: Kinder und Hausmärchen. 7. Aufl. Bd. 2. Göttingen, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

Den dritten Dag, da blivt de jungeste to Hus, da kümmet dat kleine Männeken wier un hölt um en Stücksken Braud an; da he ünne dat giewen hätt, let he et wier fallen un segd he mügte dock so gut sien un reicken ünne dat Stücksken wier. Da segd he to den kleinen Männeken 'wat! kannst du dat Stücke nig sulwens wier up nümmen, wenn du die de Möhe nig mal um dine dägliche Narunge giewen wust, so bist du auck nich werth, dat du et etest.' Da word dat Männeken so bös un sehde he möst et doen: he awerst nig fuhl, nam min lewe Männeken un drosch et duet dör (tüchtig durch). Da schriege dat Männeken so viel un rep 'hör up, hör up, un lat mie geweren, dann will ik die auck seggen wo de Künigsdöchter sied.' Wie he dat hörde, häll hei up to slaen, un dat Männeken vertelde he wör en Erdmänneken, un sulke wären mehr ase dusend, he mögte man mit ünne gaen, dann wulle he ünne wiesen wo de Künigsdöchter weren. Da wist he ünne en deipen Born, da is awerst kien Water inne west. Da segd dat Männeken he wuste wohl dat et sine Gesellen nig ehrlich mit ünne meinten, wenn he de Künigskinner erlösen wulle, dann möste he et alleine doen. De beiden annern Broer wullen wohl auck geren de Künigsdöchter wier hewen, awerst se wullen der kiene Möge un Gefahr umme doen, he möste so en grauten Korv nümmen, un möste sik mit sinen Hirschfänger un en Schelle darinne setten un sik herunter winnen laten: unnen da wören drei Zimmer, in jeden sette ein Künigskind un hädde en Drachen mit villen Köppen to lusen, den möste he de Köppe afschlagen. Ase dat Erdmänneken nu dat alle sagd hadde, verschwand et. Ase't Awend is, da kümmet de beiden annern un fraget wie et ün gaen hädde, da segd he 'o, so wit gud,' un hädde keinen Minsken sehen, ase des Middags, da wer so ein klein Männeken kummen, de hädde ün umme en Stücksken Braud biddit, do he et ünne giewen hädde, hädde dat Männeken et fallen laten un hädde segd

Den dritten Dag, da blivt de jungeste to Hus, da kümmet dat kleine Männeken wier un hölt um en Stücksken Braud an; da he ünne dat giewen hätt, let he et wier fallen un segd he mügte dock so gut sien un reicken ünne dat Stücksken wier. Da segd he to den kleinen Männeken ‘wat! kannst du dat Stücke nig sulwens wier up nümmen, wenn du die de Möhe nig mal um dine dägliche Narunge giewen wust, so bist du auck nich werth, dat du et etest.’ Da word dat Männeken so bös un sehde he möst et doen: he awerst nig fuhl, nam min lewe Männeken un drosch et duet dör (tüchtig durch). Da schriege dat Männeken so viel un rep ‘hör up, hör up, un lat mie geweren, dann will ik die auck seggen wo de Künigsdöchter sied.’ Wie he dat hörde, häll hei up to slaen, un dat Männeken vertelde he wör en Erdmänneken, un sulke wären mehr ase dusend, he mögte man mit ünne gaen, dann wulle he ünne wiesen wo de Künigsdöchter weren. Da wist he ünne en deipen Born, da is awerst kien Water inne west. Da segd dat Männeken he wuste wohl dat et sine Gesellen nig ehrlich mit ünne meinten, wenn he de Künigskinner erlösen wulle, dann möste he et alleine doen. De beiden annern Broer wullen wohl auck geren de Künigsdöchter wier hewen, awerst se wullen der kiene Möge un Gefahr umme doen, he möste so en grauten Korv nümmen, un möste sik mit sinen Hirschfänger un en Schelle darinne setten un sik herunter winnen laten: unnen da wören drei Zimmer, in jeden sette ein Künigskind un hädde en Drachen mit villen Köppen to lusen, den möste he de Köppe afschlagen. Ase dat Erdmänneken nu dat alle sagd hadde, verschwand et. Ase’t Awend is, da kümmet de beiden annern un fraget wie et ün gaen hädde, da segd he ‘o, so wit gud,’ un hädde keinen Minsken sehen, ase des Middags, da wer so ein klein Männeken kummen, de hädde ün umme en Stücksken Braud biddit, do he et ünne giewen hädde, hädde dat Männeken et fallen laten un hädde segd

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0043" n="31"/>
Den dritten Dag, da blivt de jungeste to Hus, da kümmet dat kleine Männeken wier un hölt um en Stücksken Braud an; da he ünne dat giewen hätt, let he et wier fallen un segd he mügte dock so gut sien un reicken ünne dat Stücksken wier. Da segd he to den kleinen Männeken &#x2018;wat! kannst du dat Stücke nig sulwens wier up nümmen, wenn du die de Möhe nig mal um dine dägliche Narunge giewen wust, so bist du auck nich werth, dat du et etest.&#x2019; Da word dat Männeken so bös un sehde he möst et doen: he awerst nig fuhl, nam min lewe Männeken un drosch et duet dör (tüchtig durch). Da schriege dat Männeken so viel un rep &#x2018;hör up, hör up, un lat mie geweren, dann will ik die auck seggen wo de Künigsdöchter sied.&#x2019; Wie he dat hörde, häll hei up to slaen, un dat Männeken vertelde he wör en Erdmänneken, un sulke wären mehr ase dusend, he mögte man mit ünne gaen, dann wulle he ünne wiesen wo de Künigsdöchter weren. Da wist he ünne en deipen Born, da is awerst kien Water inne west. Da segd dat Männeken he wuste wohl dat et sine Gesellen nig ehrlich mit ünne meinten, wenn he de Künigskinner erlösen wulle, dann möste he et alleine doen. De beiden annern Broer wullen wohl auck geren de Künigsdöchter wier hewen, awerst se wullen der kiene Möge un Gefahr umme doen, he möste so en grauten Korv nümmen, un möste sik mit sinen Hirschfänger un en Schelle darinne setten un sik herunter winnen laten: unnen da wören drei Zimmer, in jeden sette ein Künigskind un hädde en Drachen mit villen Köppen to lusen, den möste he de Köppe afschlagen. Ase dat Erdmänneken nu dat alle sagd hadde, verschwand et. Ase&#x2019;t Awend is, da kümmet de beiden annern un fraget wie et ün gaen hädde, da segd he &#x2018;o, so wit gud,&#x2019; un hädde keinen Minsken sehen, ase des Middags, da wer so ein klein Männeken kummen, de hädde ün umme en Stücksken Braud biddit, do he et ünne giewen hädde, hädde dat Männeken et fallen laten un hädde segd
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[31/0043] Den dritten Dag, da blivt de jungeste to Hus, da kümmet dat kleine Männeken wier un hölt um en Stücksken Braud an; da he ünne dat giewen hätt, let he et wier fallen un segd he mügte dock so gut sien un reicken ünne dat Stücksken wier. Da segd he to den kleinen Männeken ‘wat! kannst du dat Stücke nig sulwens wier up nümmen, wenn du die de Möhe nig mal um dine dägliche Narunge giewen wust, so bist du auck nich werth, dat du et etest.’ Da word dat Männeken so bös un sehde he möst et doen: he awerst nig fuhl, nam min lewe Männeken un drosch et duet dör (tüchtig durch). Da schriege dat Männeken so viel un rep ‘hör up, hör up, un lat mie geweren, dann will ik die auck seggen wo de Künigsdöchter sied.’ Wie he dat hörde, häll hei up to slaen, un dat Männeken vertelde he wör en Erdmänneken, un sulke wären mehr ase dusend, he mögte man mit ünne gaen, dann wulle he ünne wiesen wo de Künigsdöchter weren. Da wist he ünne en deipen Born, da is awerst kien Water inne west. Da segd dat Männeken he wuste wohl dat et sine Gesellen nig ehrlich mit ünne meinten, wenn he de Künigskinner erlösen wulle, dann möste he et alleine doen. De beiden annern Broer wullen wohl auck geren de Künigsdöchter wier hewen, awerst se wullen der kiene Möge un Gefahr umme doen, he möste so en grauten Korv nümmen, un möste sik mit sinen Hirschfänger un en Schelle darinne setten un sik herunter winnen laten: unnen da wören drei Zimmer, in jeden sette ein Künigskind un hädde en Drachen mit villen Köppen to lusen, den möste he de Köppe afschlagen. Ase dat Erdmänneken nu dat alle sagd hadde, verschwand et. Ase’t Awend is, da kümmet de beiden annern un fraget wie et ün gaen hädde, da segd he ‘o, so wit gud,’ un hädde keinen Minsken sehen, ase des Middags, da wer so ein klein Männeken kummen, de hädde ün umme en Stücksken Braud biddit, do he et ünne giewen hädde, hädde dat Männeken et fallen laten un hädde segd

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2015-05-11T18:40:00Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Google Books (Harvard University): Bereitstellung der Bilddigitalisate (2015-05-11T18:40:00Z)
Sandra Balck, Benjamin Fiechter: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-06-08T16:12:00Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_maerchen02_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_maerchen02_1857/43
Zitationshilfe: Grimm, Jacob; Grimm, Wilhelm: Kinder und Hausmärchen. 7. Aufl. Bd. 2. Göttingen, 1857, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_maerchen02_1857/43>, abgerufen am 27.10.2020.