Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Grimm, Albert Ludwig: Die malerischen und romantischen Stellen des Odenwaldes. Darmstadt, 1843.

Bild:
<< vorherige Seite

aus der Ferne am Horizonte herauf. In entgegengesetzter Richtung sieht man den Taunus und die Rheingebirge. Weniger interessant sind die näheren Umgebungen, wo der Blick sich nur auf den Umrissen ineinander laufender monotoner waldiger Bergrücken verwirrt.

Wie der Höllbach mit dem Itterbach den Katzenbuckel auf seiner nördlichen Seite umgränzt, so umfliesst ihn in ziemlich ähnlichem Bogen auf der südlichen Seite ein kleines Bächlein, das unweit Strümpfelbrunn bei Oberdielbach entspringt, und in der Nähe von Eberbach mehrere Mühlen, besonders die Schleifmühlen treibt, in welchen die hier gefertigten und bei dem Landvolke beliebten Ackerwerkzeuge geschliffen werden.

Das Wasser des Itterbachs wird besonders wegen seiner stärkenden und erfrischenden Kräfte zum Bade empfohlen. Man schreibt dies dem Umstande zu, dass viel Holz in demselben geflöst wird, von welchem diese neu belebenden Stoffe ausgelaugt und dem Wasser mitgetheilt werden.

Das oben genannte Dorf Strümpfelbrunn ist sehr hoch gelegen und hat zwei Kirchen, wovon die eine im sechszehnten Jahrhundert von den Edeln von Hirschhorn erbaut wurde. Bei der Kirchentheilung nach dem dreissigjährigen Kriege fiel sie den Katholiken zu, die Protestanten erbauten sich darauf eine neue.



XI.
Das Gebiet der Elzbach.


Die Elz hat ihre Quelle unfern der odenwäldischen Schneeschmelze bei Langenelz, wo sich mehrere Bächlein vereinigen und anfänglich eine Strecke nach Osten fliessen. Bald wendet sich der Bach dann gegen Süden. Die Berge sind zwar hier nicht mehr so hoch, wie die des übrigen Odenwaldes, und bilden in der Region des Flösskalkes schon mehr ein hügeliges Hochland, das

aus der Ferne am Horizonte herauf. In entgegengesetzter Richtung sieht man den Taunus und die Rheingebirge. Weniger interessant sind die näheren Umgebungen, wo der Blick sich nur auf den Umrissen ineinander laufender monotoner waldiger Bergrücken verwirrt.

Wie der Höllbach mit dem Itterbach den Katzenbuckel auf seiner nördlichen Seite umgränzt, so umfliesst ihn in ziemlich ähnlichem Bogen auf der südlichen Seite ein kleines Bächlein, das unweit Strümpfelbrunn bei Oberdielbach entspringt, und in der Nähe von Eberbach mehrere Mühlen, besonders die Schleifmühlen treibt, in welchen die hier gefertigten und bei dem Landvolke beliebten Ackerwerkzeuge geschliffen werden.

Das Wasser des Itterbachs wird besonders wegen seiner stärkenden und erfrischenden Kräfte zum Bade empfohlen. Man schreibt dies dem Umstande zu, dass viel Holz in demselben geflöst wird, von welchem diese neu belebenden Stoffe ausgelaugt und dem Wasser mitgetheilt werden.

Das oben genannte Dorf Strümpfelbrunn ist sehr hoch gelegen und hat zwei Kirchen, wovon die eine im sechszehnten Jahrhundert von den Edeln von Hirschhorn erbaut wurde. Bei der Kirchentheilung nach dem dreissigjährigen Kriege fiel sie den Katholiken zu, die Protestanten erbauten sich darauf eine neue.



XI.
Das Gebiet der Elzbach.


Die Elz hat ihre Quelle unfern der odenwäldischen Schneeschmelze bei Langenelz, wo sich mehrere Bächlein vereinigen und anfänglich eine Strecke nach Osten fliessen. Bald wendet sich der Bach dann gegen Süden. Die Berge sind zwar hier nicht mehr so hoch, wie die des übrigen Odenwaldes, und bilden in der Region des Flösskalkes schon mehr ein hügeliges Hochland, das

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0074" n="74"/>
aus der Ferne am Horizonte herauf. In entgegengesetzter Richtung sieht man den Taunus und die Rheingebirge. Weniger interessant sind die näheren Umgebungen, wo der Blick sich nur auf den Umrissen ineinander laufender monotoner waldiger Bergrücken verwirrt.</p>
          <p>Wie der Höllbach mit dem Itterbach den Katzenbuckel auf seiner nördlichen Seite umgränzt, so umfliesst ihn in ziemlich ähnlichem Bogen auf der südlichen Seite ein kleines Bächlein, das unweit Strümpfelbrunn bei <hi rendition="#g">Oberdielbach</hi> entspringt, und in der Nähe von Eberbach mehrere Mühlen, besonders die Schleifmühlen treibt, in welchen die hier gefertigten und bei dem Landvolke beliebten Ackerwerkzeuge geschliffen werden.</p>
          <p>Das Wasser des Itterbachs wird besonders wegen seiner stärkenden und erfrischenden Kräfte zum Bade empfohlen. Man schreibt dies dem Umstande zu, dass viel Holz in demselben geflöst wird, von welchem diese neu belebenden Stoffe ausgelaugt und dem Wasser mitgetheilt werden.</p>
          <p>Das oben genannte Dorf <hi rendition="#g">Strümpfelbrunn</hi> ist sehr hoch gelegen und hat zwei Kirchen, wovon die eine im sechszehnten Jahrhundert von den Edeln von Hirschhorn erbaut wurde. Bei der Kirchentheilung nach dem dreissigjährigen Kriege fiel sie den Katholiken zu, die Protestanten erbauten sich darauf eine neue.</p>
        </div>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">XI.<lb/>
Das Gebiet der Elzbach.</hi> </head><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>ie <hi rendition="#g">Elz</hi> hat ihre Quelle unfern der odenwäldischen Schneeschmelze bei <hi rendition="#g">Langenelz</hi>, wo sich mehrere Bächlein vereinigen und anfänglich eine Strecke nach Osten fliessen. Bald wendet sich der Bach dann gegen Süden. Die Berge sind zwar hier nicht mehr so hoch, wie die des übrigen <choice><sic>Oenwaldes</sic><corr>Odenwaldes</corr></choice>, und bilden in der Region des Flösskalkes schon mehr ein hügeliges Hochland, das
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[74/0074] aus der Ferne am Horizonte herauf. In entgegengesetzter Richtung sieht man den Taunus und die Rheingebirge. Weniger interessant sind die näheren Umgebungen, wo der Blick sich nur auf den Umrissen ineinander laufender monotoner waldiger Bergrücken verwirrt. Wie der Höllbach mit dem Itterbach den Katzenbuckel auf seiner nördlichen Seite umgränzt, so umfliesst ihn in ziemlich ähnlichem Bogen auf der südlichen Seite ein kleines Bächlein, das unweit Strümpfelbrunn bei Oberdielbach entspringt, und in der Nähe von Eberbach mehrere Mühlen, besonders die Schleifmühlen treibt, in welchen die hier gefertigten und bei dem Landvolke beliebten Ackerwerkzeuge geschliffen werden. Das Wasser des Itterbachs wird besonders wegen seiner stärkenden und erfrischenden Kräfte zum Bade empfohlen. Man schreibt dies dem Umstande zu, dass viel Holz in demselben geflöst wird, von welchem diese neu belebenden Stoffe ausgelaugt und dem Wasser mitgetheilt werden. Das oben genannte Dorf Strümpfelbrunn ist sehr hoch gelegen und hat zwei Kirchen, wovon die eine im sechszehnten Jahrhundert von den Edeln von Hirschhorn erbaut wurde. Bei der Kirchentheilung nach dem dreissigjährigen Kriege fiel sie den Katholiken zu, die Protestanten erbauten sich darauf eine neue. XI. Das Gebiet der Elzbach. Die Elz hat ihre Quelle unfern der odenwäldischen Schneeschmelze bei Langenelz, wo sich mehrere Bächlein vereinigen und anfänglich eine Strecke nach Osten fliessen. Bald wendet sich der Bach dann gegen Süden. Die Berge sind zwar hier nicht mehr so hoch, wie die des übrigen Odenwaldes, und bilden in der Region des Flösskalkes schon mehr ein hügeliges Hochland, das

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2013-01-11T17:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-01-11T17:54:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-01-11T17:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_odenwald_1843
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_odenwald_1843/74
Zitationshilfe: Grimm, Albert Ludwig: Die malerischen und romantischen Stellen des Odenwaldes. Darmstadt, 1843, S. 74. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/grimm_odenwald_1843/74>, abgerufen am 21.04.2019.