Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768.

Bild:
<< vorherige Seite
I. Abschn. und den Nerven.

Es haben alle vierfüßige Thiere, so viel ich Nach-
richt finde [Spaltenumbruch] (l), dergleichen Körper, nur die Vögel aus-
genommen. Denn obgleich in beiden Seitenkammern
derselben eine ähnliche Säule hervorragt, so ist diese
dennoch ganz und gar aschfarben, wovon ich mich durch
eine genaue Untersuchung überzeugt habe. Mitten an
der Kammer grenzen zween kleine Hügel, die den gestreif-
ten Körpern ähnlich sind, welche aber gar nicht von einer
gedoppelten Farbe bemalt sind, und in diese endiget sich
das gesamte Gehirnmark.

§. 23.
Der halbzirklige Streif, oder der gedoppelte
halbzirklige Mittelpunkt.

Es wird der hintere Rand des gestreiften Kör-
pers (m) nicht unrecht so vom Willis (n) genannt, und
es nennt Vieussen den nackten Theil desselben ebenfalls
Limbus (o), den tiefen aber mit einer veränderten Be-
deutung des Wortes Mittelpunkts, halbzirklig [Spaltenumbruch] (p).
Peter Tarin (q) giebt ihm den Namen Frenula nova.
Es ist dieses eigentlich ein weisser, und nebst dem ge-
streiften Körper, zu einem Bogen gekrümter Streif,
welcher die Blutader (r) dieses Körpers gegen eben
diesen Körper andrückt, indem sie unter ihm liegt; Er
folgt der gemeinen Grenze des gestreiften Körpers (s)

und
(l) Hin und wieder aus einem
Schafe WILLIS. tab. 7. de an.
brut. et de cerebro tab.
5. an einer
Kazze, COLLINS tab. 53. fig. 2.
an der Bergmaus, die Pariser,
an dem Elephanten G. STVKELEY
tab.
1.
(m) Anima brut. S. 47. tab. 8.
H. tab. 7. E.
(n) Er hat es genannt proces-
sum medullarem transversum de
serebr. tab. 7. G.G.
und S. 29.
(o) tab. 11. a. c.
(p) S. 67. tab. 13. G. G. Hieher
gehöret auch der tractus medullaris
transversus et non nihil obliquus
tab. 14. D. D.
(q) Advers. 1. S. 2. tab. 1. fig.
1. 2. 3. v. v. anthrop. lib.
1. S. 230.
(r) Nach dem GVNZ S. 9.
er hat sie aber darauf liegen ge-
sehen.
(s) VIEVSSENS tab. 10. 11. 12.
fasc. anat. 7. tab. 2. I. tab. 3. E.
RIDLEY fig. 5. m.m.
S. 102.
I. Abſchn. und den Nerven.

Es haben alle vierfuͤßige Thiere, ſo viel ich Nach-
richt finde [Spaltenumbruch] (l), dergleichen Koͤrper, nur die Voͤgel aus-
genommen. Denn obgleich in beiden Seitenkammern
derſelben eine aͤhnliche Saͤule hervorragt, ſo iſt dieſe
dennoch ganz und gar aſchfarben, wovon ich mich durch
eine genaue Unterſuchung uͤberzeugt habe. Mitten an
der Kammer grenzen zween kleine Huͤgel, die den geſtreif-
ten Koͤrpern aͤhnlich ſind, welche aber gar nicht von einer
gedoppelten Farbe bemalt ſind, und in dieſe endiget ſich
das geſamte Gehirnmark.

§. 23.
Der halbzirklige Streif, oder der gedoppelte
halbzirklige Mittelpunkt.

Es wird der hintere Rand des geſtreiften Koͤr-
pers (m) nicht unrecht ſo vom Willis (n) genannt, und
es nennt Vieuſſen den nackten Theil deſſelben ebenfalls
Limbus (o), den tiefen aber mit einer veraͤnderten Be-
deutung des Wortes Mittelpunkts, halbzirklig [Spaltenumbruch] (p).
Peter Tarin (q) giebt ihm den Namen Frenula nova.
Es iſt dieſes eigentlich ein weiſſer, und nebſt dem ge-
ſtreiften Koͤrper, zu einem Bogen gekruͤmter Streif,
welcher die Blutader (r) dieſes Koͤrpers gegen eben
dieſen Koͤrper andruͤckt, indem ſie unter ihm liegt; Er
folgt der gemeinen Grenze des geſtreiften Koͤrpers (s)

und
(l) Hin und wieder aus einem
Schafe WILLIS. tab. 7. de an.
brut. et de cerebro tab.
5. an einer
Kazze, COLLINS tab. 53. fig. 2.
an der Bergmaus, die Pariſer,
an dem Elephanten G. STVKELEY
tab.
1.
(m) Anima brut. S. 47. tab. 8.
H. tab. 7. E.
(n) Er hat es genannt proceſ-
ſum medullarem transverſum de
serebr. tab. 7. G.G.
und S. 29.
(o) tab. 11. a. c.
(p) S. 67. tab. 13. G. G. Hieher
gehoͤret auch der tractus medullaris
transverſus et non nihil obliquus
tab. 14. D. D.
(q) Adverſ. 1. S. 2. tab. 1. fig.
1. 2. 3. v. v. anthrop. lib.
1. S. 230.
(r) Nach dem GVNZ S. 9.
er hat ſie aber darauf liegen ge-
ſehen.
(s) VIEVSSENS tab. 10. 11. 12.
faſc. anat. 7. tab. 2. I. tab. 3. E.
RIDLEY fig. 5. m.m.
S. 102.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0113" n="77"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">I.</hi> Ab&#x017F;chn. und den Nerven.</hi> </fw><lb/>
            <p>Es haben alle vierfu&#x0364;ßige Thiere, &#x017F;o viel ich Nach-<lb/>
richt finde <cb/>
<note place="foot" n="(l)">Hin und wieder aus einem<lb/>
Schafe <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">WILLIS.</hi> tab. 7. de an.<lb/>
brut. et de cerebro tab.</hi> 5. an einer<lb/>
Kazze, <hi rendition="#aq">COLLINS tab. 53. fig.</hi> 2.<lb/>
an der Bergmaus, <hi rendition="#fr">die Pari&#x017F;er,</hi><lb/>
an dem Elephanten <hi rendition="#aq">G. STVKELEY<lb/>
tab.</hi> 1.</note>, dergleichen Ko&#x0364;rper, nur die Vo&#x0364;gel aus-<lb/>
genommen. Denn obgleich in beiden Seitenkammern<lb/>
der&#x017F;elben eine a&#x0364;hnliche Sa&#x0364;ule hervorragt, &#x017F;o i&#x017F;t die&#x017F;e<lb/>
dennoch ganz und gar a&#x017F;chfarben, wovon ich mich durch<lb/>
eine genaue Unter&#x017F;uchung u&#x0364;berzeugt habe. Mitten an<lb/>
der Kammer grenzen zween kleine Hu&#x0364;gel, die den ge&#x017F;treif-<lb/>
ten Ko&#x0364;rpern a&#x0364;hnlich &#x017F;ind, welche aber gar nicht von einer<lb/>
gedoppelten Farbe bemalt &#x017F;ind, und in die&#x017F;e endiget &#x017F;ich<lb/>
das ge&#x017F;amte Gehirnmark.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 23.<lb/>
Der halbzirklige Streif, oder der gedoppelte<lb/>
halbzirklige Mittelpunkt.</head><lb/>
            <p>Es wird der hintere Rand des ge&#x017F;treiften Ko&#x0364;r-<lb/>
pers <note place="foot" n="(m)"><hi rendition="#aq">Anima brut.</hi> S. 47. <hi rendition="#aq">tab. 8.<lb/>
H. tab. 7. E.</hi></note> nicht unrecht &#x017F;o vom <hi rendition="#fr">Willis</hi> <note place="foot" n="(n)">Er hat es genannt <hi rendition="#aq">proce&#x017F;-<lb/>
&#x017F;um medullarem transver&#x017F;um de<lb/>
serebr. tab. 7. G.G.</hi> und S. 29.</note> genannt, und<lb/>
es nennt <hi rendition="#fr">Vieu&#x017F;&#x017F;en</hi> den nackten Theil de&#x017F;&#x017F;elben ebenfalls<lb/>
Limbus <note place="foot" n="(o)"><hi rendition="#aq">tab. 11. a. c.</hi></note>, den tiefen aber mit einer vera&#x0364;nderten Be-<lb/>
deutung des Wortes <hi rendition="#fr">Mittelpunkts,</hi> halbzirklig <cb/>
<note place="foot" n="(p)">S. 67. <hi rendition="#aq">tab. 13. G. G.</hi> Hieher<lb/>
geho&#x0364;ret auch der <hi rendition="#aq">tractus medullaris<lb/>
transver&#x017F;us et non nihil obliquus<lb/>
tab. 14. D. D.</hi></note>.<lb/>
Peter <hi rendition="#fr">Tarin</hi> <note place="foot" n="(q)"><hi rendition="#aq">Adver&#x017F;.</hi> 1. S. 2. <hi rendition="#aq">tab. 1. fig.<lb/>
1. 2. 3. v. v. anthrop. lib.</hi> 1. S. 230.</note> giebt ihm den Namen Frenula nova.<lb/>
Es i&#x017F;t die&#x017F;es eigentlich ein wei&#x017F;&#x017F;er, und neb&#x017F;t dem ge-<lb/>
&#x017F;treiften Ko&#x0364;rper, zu einem Bogen gekru&#x0364;mter Streif,<lb/>
welcher die Blutader <note place="foot" n="(r)">Nach dem <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">GVNZ</hi></hi> S. 9.<lb/>
er hat &#x017F;ie aber darauf liegen ge-<lb/>
&#x017F;ehen.</note> die&#x017F;es Ko&#x0364;rpers gegen eben<lb/>
die&#x017F;en Ko&#x0364;rper andru&#x0364;ckt, indem &#x017F;ie unter ihm liegt; Er<lb/>
folgt der gemeinen Grenze des ge&#x017F;treiften Ko&#x0364;rpers <note place="foot" n="(s)"><hi rendition="#aq">VIEVSSENS tab. 10. 11. 12.<lb/>
fa&#x017F;c. anat. 7. tab. 2. I. tab. 3. E.<lb/>
RIDLEY fig. 5. m.m.</hi> S. 102.</note><lb/>
<fw place="bottom" type="catch">und</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[77/0113] I. Abſchn. und den Nerven. Es haben alle vierfuͤßige Thiere, ſo viel ich Nach- richt finde (l), dergleichen Koͤrper, nur die Voͤgel aus- genommen. Denn obgleich in beiden Seitenkammern derſelben eine aͤhnliche Saͤule hervorragt, ſo iſt dieſe dennoch ganz und gar aſchfarben, wovon ich mich durch eine genaue Unterſuchung uͤberzeugt habe. Mitten an der Kammer grenzen zween kleine Huͤgel, die den geſtreif- ten Koͤrpern aͤhnlich ſind, welche aber gar nicht von einer gedoppelten Farbe bemalt ſind, und in dieſe endiget ſich das geſamte Gehirnmark. §. 23. Der halbzirklige Streif, oder der gedoppelte halbzirklige Mittelpunkt. Es wird der hintere Rand des geſtreiften Koͤr- pers (m) nicht unrecht ſo vom Willis (n) genannt, und es nennt Vieuſſen den nackten Theil deſſelben ebenfalls Limbus (o), den tiefen aber mit einer veraͤnderten Be- deutung des Wortes Mittelpunkts, halbzirklig (p). Peter Tarin (q) giebt ihm den Namen Frenula nova. Es iſt dieſes eigentlich ein weiſſer, und nebſt dem ge- ſtreiften Koͤrper, zu einem Bogen gekruͤmter Streif, welcher die Blutader (r) dieſes Koͤrpers gegen eben dieſen Koͤrper andruͤckt, indem ſie unter ihm liegt; Er folgt der gemeinen Grenze des geſtreiften Koͤrpers (s) und (l) Hin und wieder aus einem Schafe WILLIS. tab. 7. de an. brut. et de cerebro tab. 5. an einer Kazze, COLLINS tab. 53. fig. 2. an der Bergmaus, die Pariſer, an dem Elephanten G. STVKELEY tab. 1. (m) Anima brut. S. 47. tab. 8. H. tab. 7. E. (n) Er hat es genannt proceſ- ſum medullarem transverſum de serebr. tab. 7. G.G. und S. 29. (o) tab. 11. a. c. (p) S. 67. tab. 13. G. G. Hieher gehoͤret auch der tractus medullaris transverſus et non nihil obliquus tab. 14. D. D. (q) Adverſ. 1. S. 2. tab. 1. fig. 1. 2. 3. v. v. anthrop. lib. 1. S. 230. (r) Nach dem GVNZ S. 9. er hat ſie aber darauf liegen ge- ſehen. (s) VIEVSSENS tab. 10. 11. 12. faſc. anat. 7. tab. 2. I. tab. 3. E. RIDLEY fig. 5. m.m. S. 102.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/113
Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, S. 77. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/113>, abgerufen am 18.10.2019.