Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768.

Bild:
<< vorherige Seite

Vom Gehirne. X. Buch.
Jndessen lassen verschiedene berühmte Männer eine der-
gleichen Gemeinschaft zu [Spaltenumbruch] (e). Nicolaus Stenonius (f)
ist mit uns einerlei Meinung.

Es befindet sich der Obertheil dieser Gehirnkammer
zwischen ihren beiden Enden, und sie neigt sich von da,
nach vorne und hinten herab, und zwar mehr nach vorne,
indem auch das Wasser, womit man die dritte Kammer
anfüllt, dahin fließt (g).

Jch lese, daß sich einige weisse Fasern, an der Rizze,
welche in das verlängerte Mark eingedrückt ist, einander
durchkreuzen sollen (h), wiewol ich solches nicht gesehen.

§. 28.
Die vordere Zusammenfügung des Gehirns.

Es hat die Natur vor das vordere Ende der Kam-
mer eine markige und starke (h*) Schnur vorgezogen,
welche das rechte Gehirnmark mit dem linken, vor den
Kammern der Sehnerven (i), und vor den vordern
Schenkeln des Gewölbes (i*) vereinigt.

Wir haben bereits die Erinnerung gethan, daß sich
die weisse Faser, welche über die Kammern der Seh-
nerven, den gedoppelten Mittelpunkt (k), und nach an-
dern berühmten Männern (l), über die Schenkel des
Gewölbes herabläuft, mit einigen weissen Fäden in diese

Zu-
(e) WINSLNW n. 86. VIEVS-
SENS
S. 64. MARCHETT anat.
S. 119. LIEVTAVD S. 39. VA-
ROLIVS
u. s. f.
(f) Du cerveau S. 30.
(g) Es ist in den Figuren nicht
ausgedrückt.
(h) GVNZ S. 10. man verglei-
che HEVERMANNS Kupfer.
(h*) Groscordon. WINSLOW
n.
70. 74. der Querfortsatz, welcher
die gestreiften Körper zusammen-
hängt, BARTHOLIN S. 479.
[Spaltenumbruch] DROUIN macht fig. 1. F. deren
zwei.
(i) LIEVTAVD tab. 2. BON-
HOMME tab.
7.
(i*) Es ist falsch, wenn TARIN
dieses Seil hinter diese Schenkel
setzt, fig. 3. tab. 1. RIDLEY S. 128.
(k) VIEVSSENS tab. 10. 11.
12. 13. 14.
(l) VIEVSSENS tab. 9. b. LI-
EVTAVD
S. 194. ober gleich sagt,
daß es blos so auszusehen scheine.

Vom Gehirne. X. Buch.
Jndeſſen laſſen verſchiedene beruͤhmte Maͤnner eine der-
gleichen Gemeinſchaft zu [Spaltenumbruch] (e). Nicolaus Stenonius (f)
iſt mit uns einerlei Meinung.

Es befindet ſich der Obertheil dieſer Gehirnkammer
zwiſchen ihren beiden Enden, und ſie neigt ſich von da,
nach vorne und hinten herab, und zwar mehr nach vorne,
indem auch das Waſſer, womit man die dritte Kammer
anfuͤllt, dahin fließt (g).

Jch leſe, daß ſich einige weiſſe Faſern, an der Rizze,
welche in das verlaͤngerte Mark eingedruͤckt iſt, einander
durchkreuzen ſollen (h), wiewol ich ſolches nicht geſehen.

§. 28.
Die vordere Zuſammenfuͤgung des Gehirns.

Es hat die Natur vor das vordere Ende der Kam-
mer eine markige und ſtarke (h*) Schnur vorgezogen,
welche das rechte Gehirnmark mit dem linken, vor den
Kammern der Sehnerven (i), und vor den vordern
Schenkeln des Gewoͤlbes (i*) vereinigt.

Wir haben bereits die Erinnerung gethan, daß ſich
die weiſſe Faſer, welche uͤber die Kammern der Seh-
nerven, den gedoppelten Mittelpunkt (k), und nach an-
dern beruͤhmten Maͤnnern (l), uͤber die Schenkel des
Gewoͤlbes herablaͤuft, mit einigen weiſſen Faͤden in dieſe

Zu-
(e) WINSLNW n. 86. VIEVS-
SENS
S. 64. MARCHETT anat.
S. 119. LIEVTAVD S. 39. VA-
ROLIVS
u. ſ. f.
(f) Du cerveau S. 30.
(g) Es iſt in den Figuren nicht
ausgedruͤckt.
(h) GVNZ S. 10. man verglei-
che HEVERMANNS Kupfer.
(h*) Groscordon. WINSLOW
n.
70. 74. der Querfortſatz, welcher
die geſtreiften Koͤrper zuſammen-
haͤngt, BARTHOLIN S. 479.
[Spaltenumbruch] DROUIN macht fig. 1. F. deren
zwei.
(i) LIEVTAVD tab. 2. BON-
HOMME tab.
7.
(i*) Es iſt falſch, wenn TARIN
dieſes Seil hinter dieſe Schenkel
ſetzt, fig. 3. tab. 1. RIDLEY S. 128.
(k) VIEVSSENS tab. 10. 11.
12. 13. 14.
(l) VIEVSSENS tab. 9. b. LI-
EVTAVD
S. 194. ober gleich ſagt,
daß es blos ſo auszuſehen ſcheine.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0122" n="86"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Vom Gehirne. <hi rendition="#aq">X.</hi> Buch.</hi></fw><lb/>
Jnde&#x017F;&#x017F;en la&#x017F;&#x017F;en ver&#x017F;chiedene beru&#x0364;hmte Ma&#x0364;nner eine der-<lb/>
gleichen Gemein&#x017F;chaft zu <cb/>
<note place="foot" n="(e)"><hi rendition="#aq">WINSLNW n. 86. VIEVS-<lb/>
SENS</hi> S. 64. <hi rendition="#aq">MARCHETT anat.</hi><lb/>
S. 119. <hi rendition="#aq">LIEVTAVD</hi> S. 39. <hi rendition="#aq">VA-<lb/>
ROLIVS</hi> u. &#x017F;. f.</note>. Nicolaus <hi rendition="#fr">Stenonius</hi> <note place="foot" n="(f)"><hi rendition="#aq">Du cerveau</hi> S. 30.</note><lb/>
i&#x017F;t mit uns einerlei Meinung.</p><lb/>
            <p>Es befindet &#x017F;ich der Obertheil die&#x017F;er Gehirnkammer<lb/>
zwi&#x017F;chen ihren beiden Enden, und &#x017F;ie neigt &#x017F;ich von da,<lb/>
nach vorne und hinten herab, und zwar mehr nach vorne,<lb/>
indem auch das Wa&#x017F;&#x017F;er, womit man die dritte Kammer<lb/>
anfu&#x0364;llt, dahin fließt <note place="foot" n="(g)">Es i&#x017F;t in den Figuren nicht<lb/>
ausgedru&#x0364;ckt.</note>.</p><lb/>
            <p>Jch le&#x017F;e, daß &#x017F;ich einige wei&#x017F;&#x017F;e Fa&#x017F;ern, an der Rizze,<lb/>
welche in das verla&#x0364;ngerte Mark eingedru&#x0364;ckt i&#x017F;t, einander<lb/>
durchkreuzen &#x017F;ollen <note place="foot" n="(h)"><hi rendition="#aq">GVNZ</hi> S. 10. man verglei-<lb/>
che <hi rendition="#aq">HEVERMANNS</hi> Kupfer.</note>, wiewol ich &#x017F;olches nicht ge&#x017F;ehen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 28.<lb/>
Die vordere Zu&#x017F;ammenfu&#x0364;gung des Gehirns.</head><lb/>
            <p>Es hat die Natur vor das vordere Ende der Kam-<lb/>
mer eine markige und &#x017F;tarke <note place="foot" n="(h*)"><hi rendition="#aq">Groscordon. WINSLOW<lb/>
n.</hi> 70. 74. der Querfort&#x017F;atz, welcher<lb/>
die ge&#x017F;treiften Ko&#x0364;rper zu&#x017F;ammen-<lb/>
ha&#x0364;ngt, <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">BARTHOLIN</hi></hi> S. 479.<lb/><cb/> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">DROUIN</hi></hi> macht <hi rendition="#aq">fig. 1. F.</hi> deren<lb/>
zwei.</note> Schnur vorgezogen,<lb/>
welche das rechte Gehirnmark mit dem linken, vor den<lb/>
Kammern der Sehnerven <note place="foot" n="(i)"><hi rendition="#aq">LIEVTAVD tab. 2. BON-<lb/>
HOMME tab.</hi> 7.</note>, und vor den vordern<lb/>
Schenkeln des Gewo&#x0364;lbes <note place="foot" n="(i*)">Es i&#x017F;t fal&#x017F;ch, wenn <hi rendition="#aq">TARIN</hi><lb/>
die&#x017F;es Seil hinter die&#x017F;e Schenkel<lb/>
&#x017F;etzt, <hi rendition="#aq">fig. 3. tab. 1. RIDLEY</hi> S. 128.</note> vereinigt.</p><lb/>
            <p>Wir haben bereits die Erinnerung gethan, daß &#x017F;ich<lb/>
die wei&#x017F;&#x017F;e Fa&#x017F;er, welche u&#x0364;ber die Kammern der Seh-<lb/>
nerven, den gedoppelten Mittelpunkt <note place="foot" n="(k)"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">VIEVSSENS</hi> tab.</hi> 10. 11.<lb/>
12. 13. 14.</note>, und nach an-<lb/>
dern beru&#x0364;hmten Ma&#x0364;nnern <note place="foot" n="(l)"><hi rendition="#aq">VIEVSSENS tab. 9. b. LI-<lb/>
EVTAVD</hi> S. 194. ober gleich &#x017F;agt,<lb/>
daß es blos &#x017F;o auszu&#x017F;ehen &#x017F;cheine.</note>, u&#x0364;ber die Schenkel des<lb/>
Gewo&#x0364;lbes herabla&#x0364;uft, mit einigen wei&#x017F;&#x017F;en Fa&#x0364;den in die&#x017F;e<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Zu-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[86/0122] Vom Gehirne. X. Buch. Jndeſſen laſſen verſchiedene beruͤhmte Maͤnner eine der- gleichen Gemeinſchaft zu (e). Nicolaus Stenonius (f) iſt mit uns einerlei Meinung. Es befindet ſich der Obertheil dieſer Gehirnkammer zwiſchen ihren beiden Enden, und ſie neigt ſich von da, nach vorne und hinten herab, und zwar mehr nach vorne, indem auch das Waſſer, womit man die dritte Kammer anfuͤllt, dahin fließt (g). Jch leſe, daß ſich einige weiſſe Faſern, an der Rizze, welche in das verlaͤngerte Mark eingedruͤckt iſt, einander durchkreuzen ſollen (h), wiewol ich ſolches nicht geſehen. §. 28. Die vordere Zuſammenfuͤgung des Gehirns. Es hat die Natur vor das vordere Ende der Kam- mer eine markige und ſtarke (h*) Schnur vorgezogen, welche das rechte Gehirnmark mit dem linken, vor den Kammern der Sehnerven (i), und vor den vordern Schenkeln des Gewoͤlbes (i*) vereinigt. Wir haben bereits die Erinnerung gethan, daß ſich die weiſſe Faſer, welche uͤber die Kammern der Seh- nerven, den gedoppelten Mittelpunkt (k), und nach an- dern beruͤhmten Maͤnnern (l), uͤber die Schenkel des Gewoͤlbes herablaͤuft, mit einigen weiſſen Faͤden in dieſe Zu- (e) WINSLNW n. 86. VIEVS- SENS S. 64. MARCHETT anat. S. 119. LIEVTAVD S. 39. VA- ROLIVS u. ſ. f. (f) Du cerveau S. 30. (g) Es iſt in den Figuren nicht ausgedruͤckt. (h) GVNZ S. 10. man verglei- che HEVERMANNS Kupfer. (h*) Groscordon. WINSLOW n. 70. 74. der Querfortſatz, welcher die geſtreiften Koͤrper zuſammen- haͤngt, BARTHOLIN S. 479. DROUIN macht fig. 1. F. deren zwei. (i) LIEVTAVD tab. 2. BON- HOMME tab. 7. (i*) Es iſt falſch, wenn TARIN dieſes Seil hinter dieſe Schenkel ſetzt, fig. 3. tab. 1. RIDLEY S. 128. (k) VIEVSSENS tab. 10. 11. 12. 13. 14. (l) VIEVSSENS tab. 9. b. LI- EVTAVD S. 194. ober gleich ſagt, daß es blos ſo auszuſehen ſcheine.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/122
Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, S. 86. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/122>, abgerufen am 15.10.2019.