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Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768.

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I. Abschnitt. und den Nerven.
der fleischfräßigen kleiner ist, indem das Gehirn des
Adlers nicht über von seinem Körper beträgt [Spaltenumbruch] (h),
doch ist es größer in den Eulen (i). So war es eben-
fals größer in dem Haushane (l), nemlich 1 Unze schwer,
da der ganze Han 25 Unzen wog, und es ist auch nicht
klein in der Taube, weil es 26 Gran macht (l*). Daß
die Sperlinge ein großes Gehirn haben, welches bei
ihnen den ganzen Kopf ausfülle, und daß der Kopf bei-
nahe den fünften Theil von der Schwere des ganzen
Thieres ausmache, hat ehedem Lunden (m) behauptet,
welches der berümte Joseph Pozzi so bestimmt, daß
es in dem Rothkälchen (n) vom ganzen Körper be-
trage, er fand es im gemeinen Sperlinge (o) , im
Kanarienvogel (p), und folglich würde dieser Vogel
unter allen Thieren das größte Gehirn haben. Da ich
dieses schreibe, so öfne ich einen Finken, wobei ich mich
genauer Probiergewichter bediene. Das ganze Thier
wog 711/4 das ganze Gehirn 2 5/8 , welches beinahe ist,
und von denen Verhältnissen nicht sehr abweicht, welche
wir bei dem berühmten Pozzius lesen.

§. 5.
Das Gehirn im Menschen.

Jn der Klasse der Thiere, die dem Menschen am
nächsten kommen (q), hat derjenige Pigmäe ein großes
Gehirn, den Eduard Tyson beschreibt (r). Sein
Gehirn wog 11 Unzen 7 Quentchen, folglich war es nicht

viel
(h) borich. herm. egypt. sa-
pient.
S. 265.
(i) Es ist größer
in der Eule, als in dem Pfauen,
memoir. de l'Academie 1736. S. 127.
Und dieses gehört für den Vogel
der Minerva.
(l) pozzi S. 86.
(l*) Schneider S. 182.
(m) Phy-
siol.
S. 397.
(n) 11 Gran bei 350 Gr.
(o) 21 Gran bei 520 Gran. Der be-
rühmt. mvys de fibra muscul. fand
einen Sperling 526 Gran schwer,
[Spaltenumbruch] das Gehirn von 15 Gran in einem
Vögelchen von 584 Gran oder ein
neun und dreißig Theil der Schwe-
re. browne angeführten Ort.
(p) 13 Gran bei 180 Gran.
(q) Es
ist in der Merkazze größer als im
Fuchse, willis de cerebro. S.
188. edit. 8.
(r) Anat. of A
Pygmy
S. 54. größer als im Men-
schen, bvffon T. VII. S. 17.

I. Abſchnitt. und den Nerven.
der fleiſchfraͤßigen kleiner iſt, indem das Gehirn des
Adlers nicht uͤber von ſeinem Koͤrper betraͤgt [Spaltenumbruch] (h),
doch iſt es groͤßer in den Eulen (i). So war es eben-
fals groͤßer in dem Haushane (l), nemlich 1 Unze ſchwer,
da der ganze Han 25 Unzen wog, und es iſt auch nicht
klein in der Taube, weil es 26 Gran macht (l*). Daß
die Sperlinge ein großes Gehirn haben, welches bei
ihnen den ganzen Kopf ausfuͤlle, und daß der Kopf bei-
nahe den fuͤnften Theil von der Schwere des ganzen
Thieres ausmache, hat ehedem Lunden (m) behauptet,
welches der beruͤmte Joſeph Pozzi ſo beſtimmt, daß
es in dem Rothkaͤlchen (n) vom ganzen Koͤrper be-
trage, er fand es im gemeinen Sperlinge (o) , im
Kanarienvogel (p), und folglich wuͤrde dieſer Vogel
unter allen Thieren das groͤßte Gehirn haben. Da ich
dieſes ſchreibe, ſo oͤfne ich einen Finken, wobei ich mich
genauer Probiergewichter bediene. Das ganze Thier
wog 71¼ das ganze Gehirn 2⅝, welches beinahe iſt,
und von denen Verhaͤltniſſen nicht ſehr abweicht, welche
wir bei dem beruͤhmten Pozzius leſen.

§. 5.
Das Gehirn im Menſchen.

Jn der Klaſſe der Thiere, die dem Menſchen am
naͤchſten kommen (q), hat derjenige Pigmaͤe ein großes
Gehirn, den Eduard Tyſon beſchreibt (r). Sein
Gehirn wog 11 Unzen 7 Quentchen, folglich war es nicht

viel
(h) borich. herm. egypt. ſa-
pient.
S. 265.
(i) Es iſt groͤßer
in der Eule, als in dem Pfauen,
memoir. de l’Academie 1736. S. 127.
Und dieſes gehoͤrt fuͤr den Vogel
der Minerva.
(l) pozzi S. 86.
(l*) Schneider S. 182.
(m) Phy-
ſiol.
S. 397.
(n) 11 Gran bei 350 Gr.
(o) 21 Gran bei 520 Gran. Der be-
ruͤhmt. mvyſ de fibra muscul. fand
einen Sperling 526 Gran ſchwer,
[Spaltenumbruch] das Gehirn von 15 Gran in einem
Voͤgelchen von 584 Gran oder ein
neun und dreißig Theil der Schwe-
re. browne angefuͤhrten Ort.
(p) 13 Gran bei 180 Gran.
(q) Es
iſt in der Merkazze groͤßer als im
Fuchſe, williſ de cerebro. S.
188. edit. 8.
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S. 54. groͤßer als im Men-
ſchen, bvffon T. VII. S. 17.
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[15/0051] I. Abſchnitt. und den Nerven. der fleiſchfraͤßigen kleiner iſt, indem das Gehirn des Adlers nicht uͤber [FORMEL] von ſeinem Koͤrper betraͤgt (h), doch iſt es groͤßer in den Eulen (i). So war es eben- fals groͤßer in dem Haushane (l), nemlich 1 Unze ſchwer, da der ganze Han 25 Unzen wog, und es iſt auch nicht klein in der Taube, weil es 26 Gran macht (l*). Daß die Sperlinge ein großes Gehirn haben, welches bei ihnen den ganzen Kopf ausfuͤlle, und daß der Kopf bei- nahe den fuͤnften Theil von der Schwere des ganzen Thieres ausmache, hat ehedem Lunden (m) behauptet, welches der beruͤmte Joſeph Pozzi ſo beſtimmt, daß es in dem Rothkaͤlchen (n) [FORMEL] vom ganzen Koͤrper be- trage, er fand es im gemeinen Sperlinge (o) [FORMEL], im Kanarienvogel [FORMEL] (p), und folglich wuͤrde dieſer Vogel unter allen Thieren das groͤßte Gehirn haben. Da ich dieſes ſchreibe, ſo oͤfne ich einen Finken, wobei ich mich genauer Probiergewichter bediene. Das ganze Thier wog 71¼ das ganze Gehirn 2⅝, welches beinahe [FORMEL] iſt, und von denen Verhaͤltniſſen nicht ſehr abweicht, welche wir bei dem beruͤhmten Pozzius leſen. §. 5. Das Gehirn im Menſchen. Jn der Klaſſe der Thiere, die dem Menſchen am naͤchſten kommen (q), hat derjenige Pigmaͤe ein großes Gehirn, den Eduard Tyſon beſchreibt (r). Sein Gehirn wog 11 Unzen 7 Quentchen, folglich war es nicht viel (h) borich. herm. egypt. ſa- pient. S. 265. (i) Es iſt groͤßer in der Eule, als in dem Pfauen, memoir. de l’Academie 1736. S. 127. Und dieſes gehoͤrt fuͤr den Vogel der Minerva. (l) pozzi S. 86. (l*) Schneider S. 182. (m) Phy- ſiol. S. 397. (n) 11 Gran bei 350 Gr. (o) 21 Gran bei 520 Gran. Der be- ruͤhmt. mvyſ de fibra muscul. fand einen Sperling 526 Gran ſchwer, das Gehirn von 15 Gran in einem Voͤgelchen von 584 Gran oder ein neun und dreißig Theil der Schwe- re. browne angefuͤhrten Ort. (p) 13 Gran bei 180 Gran. (q) Es iſt in der Merkazze groͤßer als im Fuchſe, williſ de cerebro. S. 188. edit. 8. (r) Anat. of A Pygmy S. 54. groͤßer als im Men- ſchen, bvffon T. VII. S. 17.

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Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768, S. 15. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende04_1768/51>, abgerufen am 20.10.2019.