Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 7. Berlin, 1775.

Bild:
<< vorherige Seite
I. Abschn. und deren Saamen.
§. 25.
Der Bau der Saamenbläschen am Menschen.

Wenn an der ganzen Sache keine Veränderung vor-
genommen worden, so stellt ein Saamenbläschen einen
in einen Knaul zusammengelegten Blinddarm vor, der
durch Furchen und Linien abgetheilt ist(a). Es lieget
ganz unter dem untersten Theile der Harnblase (b), und
lieget theils auf dem Mastdarme (c), theils auf dem
Vorsteher, wo es gegen die Seiten vorragt (d). Die
äusersten blinden Theile der Bläschen stehen von einan-
der ab (e), die innern Theile würden sich einander be-
rühren, wofern sich nicht der zurükkführende Gang da-
zwischen legte. Sie sind von oben her dikker, werden
aber dennoch überhaupt gegen die Jnserirung dünner (f).
Sie sizzen auf dem Darmfelle auf, und bekommen von
selbigen cellulöse Fasern (g), womit sie ganz und gar, so
wie mit Schlagadern (h) und einer Menge Blutadern
eingehüllt sind. Man hat diese Fasern, die von mancher-
lei Art sind, ohne Grund für Muskeln ausgegeben (h*).

Wenn man diese Saamenbläschen entwikkelt (i), so
erwächst daraus überhaupt ein ganz anderer Bau (k).

Man
(a) [Spaltenumbruch] Ic. nostr. 2. ALBIN. Ad-
not. L. IV. t. 3. f. 1 BASS. p. 100.
GRAAF. t. 6. f. 1. WINSLOW.
n.
547.
(b) Ic. nostr. et DUVERNEY
et GRAAF. &c. P. CAMPER. de
pelvi.
dies Buch erhalt ich erst jezzt,
indem ich dies bereits längst ge-
schriebene verbeßre T. III. f. 1. 2.
(c) Le Cat. Recueil. t. 6. WEIT-
BRECHT. Comm. Acad. Petrop.
T. V. tab. 1. WINSLOW. n. 545.
SANTORIN. t. 2. f.
2.
(d) Ic. nostr. EUSTACHIUS.
DOUGLAS. COWPER. gland.
urethr. t.
2.
(e) GRAAF t. 7. WINSLOW.
n. 545. SANTORIN. Ic. nostr.
[Spaltenumbruch] ALBIN. DUVERNEY. HEUER-
MANN t. 11. f.
2.
(f) WINSLOW n. 546. und
in den Kupfern.
(g) Aeussere Membran nennts
WINSLOW n. 547.
(h) DUVERNEY. T. II. t. 4.
(h*) LEAL p. 139. 140. KEIL
p. 92. &c. RAU
bei dem ERNEL.
Comm. Litt. Norib. ann. 1736.
hebd.
8. daß nichts vom levator
ani
zu den Saamenbläschen gehe,
sagt mit Recht WALTHER anat.
musc. ten. p.
591.
(i) Vom Entwikkeln VESALIUS
in seinem Exam. obs. p. 136.
(k) Progr. 1745. edit. Phil. trans.
n.
494.
I. Abſchn. und deren Saamen.
§. 25.
Der Bau der Saamenblaͤschen am Menſchen.

Wenn an der ganzen Sache keine Veraͤnderung vor-
genommen worden, ſo ſtellt ein Saamenblaͤschen einen
in einen Knaul zuſammengelegten Blinddarm vor, der
durch Furchen und Linien abgetheilt iſt(a). Es lieget
ganz unter dem unterſten Theile der Harnblaſe (b), und
lieget theils auf dem Maſtdarme (c), theils auf dem
Vorſteher, wo es gegen die Seiten vorragt (d). Die
aͤuſerſten blinden Theile der Blaͤschen ſtehen von einan-
der ab (e), die innern Theile wuͤrden ſich einander be-
ruͤhren, wofern ſich nicht der zuruͤkkfuͤhrende Gang da-
zwiſchen legte. Sie ſind von oben her dikker, werden
aber dennoch uͤberhaupt gegen die Jnſerirung duͤnner (f).
Sie ſizzen auf dem Darmfelle auf, und bekommen von
ſelbigen celluloͤſe Faſern (g), womit ſie ganz und gar, ſo
wie mit Schlagadern (h) und einer Menge Blutadern
eingehuͤllt ſind. Man hat dieſe Faſern, die von mancher-
lei Art ſind, ohne Grund fuͤr Muſkeln ausgegeben (h*).

Wenn man dieſe Saamenblaͤschen entwikkelt (i), ſo
erwaͤchſt daraus uͤberhaupt ein ganz anderer Bau (k).

Man
(a) [Spaltenumbruch] Ic. noſtr. 2. ALBIN. Ad-
not. L. IV. t. 3. f. 1 BASS. p. 100.
GRAAF. t. 6. f. 1. WINSLOW.
n.
547.
(b) Ic. noſtr. et DUVERNEY
et GRAAF. &c. P. CAMPER. de
pelvi.
dies Buch erhalt ich erſt jezzt,
indem ich dies bereits laͤngſt ge-
ſchriebene verbeßre T. III. f. 1. 2.
(c) Le Cat. Recueil. t. 6. WEIT-
BRECHT. Comm. Acad. Petrop.
T. V. tab. 1. WINSLOW. n. 545.
SANTORIN. t. 2. f.
2.
(d) Ic. noſtr. EUSTACHIUS.
DOUGLAS. COWPER. gland.
urethr. t.
2.
(e) GRAAF t. 7. WINSLOW.
n. 545. SANTORIN. Ic. noſtr.
[Spaltenumbruch] ALBIN. DUVERNEY. HEUER-
MANN t. 11. f.
2.
(f) WINSLOW n. 546. und
in den Kupfern.
(g) Aeuſſere Membran nennts
WINSLOW n. 547.
(h) DUVERNEY. T. II. t. 4.
(h*) LEAL p. 139. 140. KEIL
p. 92. &c. RAU
bei dem ERNEL.
Comm. Litt. Norib. ann. 1736.
hebd.
8. daß nichts vom levator
ani
zu den Saamenblaͤschen gehe,
ſagt mit Recht WALTHER anat.
muſc. ten. p.
591.
(i) Vom Entwikkeln VESALIUS
in ſeinem Exam. obſ. p. 136.
(k) Progr. 1745. edit. Phil. tranſ.
n.
494.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0705" n="669"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">I.</hi> Ab&#x017F;chn. und deren Saamen.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 25.<lb/><hi rendition="#b">Der Bau der Saamenbla&#x0364;schen am Men&#x017F;chen.</hi></head><lb/>
              <p>Wenn an der ganzen Sache keine Vera&#x0364;nderung vor-<lb/>
genommen worden, &#x017F;o &#x017F;tellt ein Saamenbla&#x0364;schen einen<lb/>
in einen Knaul zu&#x017F;ammengelegten Blinddarm vor, der<lb/>
durch Furchen und Linien abgetheilt i&#x017F;t<note place="foot" n="(a)"><cb/><hi rendition="#aq">Ic. no&#x017F;tr. 2. ALBIN. Ad-<lb/>
not. L. IV. t. 3. f. 1 BASS. p. 100.<lb/>
GRAAF. t. 6. f. 1. WINSLOW.<lb/>
n.</hi> 547.</note>. Es lieget<lb/>
ganz unter dem unter&#x017F;ten Theile der Harnbla&#x017F;e <note place="foot" n="(b)"><hi rendition="#aq">Ic. no&#x017F;tr. et DUVERNEY<lb/>
et GRAAF. &amp;c. P. CAMPER. de<lb/>
pelvi.</hi> dies Buch erhalt ich er&#x017F;t jezzt,<lb/>
indem ich dies bereits la&#x0364;ng&#x017F;t ge-<lb/>
&#x017F;chriebene verbeßre <hi rendition="#aq">T. III. f.</hi> 1. 2.</note>, und<lb/>
lieget theils auf dem Ma&#x017F;tdarme <note place="foot" n="(c)"><hi rendition="#aq">Le Cat. Recueil. t. 6. WEIT-<lb/>
BRECHT. Comm. Acad. Petrop.<lb/>
T. V. tab. 1. WINSLOW. n. 545.<lb/>
SANTORIN. t. 2. f.</hi> 2.</note>, theils auf dem<lb/>
Vor&#x017F;teher, wo es gegen die Seiten vorragt <note place="foot" n="(d)"><hi rendition="#aq">Ic. no&#x017F;tr. EUSTACHIUS.<lb/>
DOUGLAS. <hi rendition="#g">COWPER.</hi> gland.<lb/>
urethr. t.</hi> 2.</note>. Die<lb/>
a&#x0364;u&#x017F;er&#x017F;ten blinden Theile der Bla&#x0364;schen &#x017F;tehen von einan-<lb/>
der ab <note place="foot" n="(e)"><hi rendition="#aq">GRAAF t. 7. WINSLOW.<lb/>
n. 545. SANTORIN. Ic. no&#x017F;tr.<lb/><cb/>
ALBIN. DUVERNEY. HEUER-<lb/>
MANN t. 11. f.</hi> 2.</note>, die innern Theile wu&#x0364;rden &#x017F;ich einander be-<lb/>
ru&#x0364;hren, wofern &#x017F;ich nicht der zuru&#x0364;kkfu&#x0364;hrende Gang da-<lb/>
zwi&#x017F;chen legte. Sie &#x017F;ind von oben her dikker, werden<lb/>
aber dennoch u&#x0364;berhaupt gegen die Jn&#x017F;erirung du&#x0364;nner <note place="foot" n="(f)"><hi rendition="#aq">WINSLOW n.</hi> 546. und<lb/>
in den Kupfern.</note>.<lb/>
Sie &#x017F;izzen auf dem Darmfelle auf, und bekommen von<lb/>
&#x017F;elbigen cellulo&#x0364;&#x017F;e Fa&#x017F;ern <note place="foot" n="(g)">Aeu&#x017F;&#x017F;ere Membran nennts<lb/><hi rendition="#aq">WINSLOW n.</hi> 547.</note>, womit &#x017F;ie ganz und gar, &#x017F;o<lb/>
wie mit Schlagadern <note place="foot" n="(h)"><hi rendition="#aq">DUVERNEY. T. II. t.</hi> 4.</note> und einer Menge Blutadern<lb/>
eingehu&#x0364;llt &#x017F;ind. Man hat die&#x017F;e Fa&#x017F;ern, die von mancher-<lb/>
lei Art &#x017F;ind, ohne Grund fu&#x0364;r Mu&#x017F;keln ausgegeben <note place="foot" n="(h*)"><hi rendition="#aq">LEAL p. 139. 140. KEIL<lb/>
p. 92. &amp;c. RAU</hi> bei dem <hi rendition="#aq">ERNEL.<lb/>
Comm. Litt. Norib. ann. 1736.<lb/>
hebd.</hi> 8. daß nichts vom <hi rendition="#aq">levator<lb/>
ani</hi> zu den Saamenbla&#x0364;schen gehe,<lb/>
&#x017F;agt mit Recht <hi rendition="#aq">WALTHER anat.<lb/>
mu&#x017F;c. ten. p.</hi> 591.</note>.</p><lb/>
              <p>Wenn man die&#x017F;e Saamenbla&#x0364;schen entwikkelt <note place="foot" n="(i)">Vom Entwikkeln <hi rendition="#aq">VESALIUS</hi><lb/>
in &#x017F;einem <hi rendition="#aq">Exam. ob&#x017F;. p.</hi> 136.</note>, &#x017F;o<lb/>
erwa&#x0364;ch&#x017F;t daraus u&#x0364;berhaupt ein ganz anderer Bau <note place="foot" n="(k)"><hi rendition="#aq">Progr. 1745. edit. Phil. tran&#x017F;.<lb/>
n.</hi> 494.</note>.<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Man</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[669/0705] I. Abſchn. und deren Saamen. §. 25. Der Bau der Saamenblaͤschen am Menſchen. Wenn an der ganzen Sache keine Veraͤnderung vor- genommen worden, ſo ſtellt ein Saamenblaͤschen einen in einen Knaul zuſammengelegten Blinddarm vor, der durch Furchen und Linien abgetheilt iſt (a). Es lieget ganz unter dem unterſten Theile der Harnblaſe (b), und lieget theils auf dem Maſtdarme (c), theils auf dem Vorſteher, wo es gegen die Seiten vorragt (d). Die aͤuſerſten blinden Theile der Blaͤschen ſtehen von einan- der ab (e), die innern Theile wuͤrden ſich einander be- ruͤhren, wofern ſich nicht der zuruͤkkfuͤhrende Gang da- zwiſchen legte. Sie ſind von oben her dikker, werden aber dennoch uͤberhaupt gegen die Jnſerirung duͤnner (f). Sie ſizzen auf dem Darmfelle auf, und bekommen von ſelbigen celluloͤſe Faſern (g), womit ſie ganz und gar, ſo wie mit Schlagadern (h) und einer Menge Blutadern eingehuͤllt ſind. Man hat dieſe Faſern, die von mancher- lei Art ſind, ohne Grund fuͤr Muſkeln ausgegeben (h*). Wenn man dieſe Saamenblaͤschen entwikkelt (i), ſo erwaͤchſt daraus uͤberhaupt ein ganz anderer Bau (k). Man (a) Ic. noſtr. 2. ALBIN. Ad- not. L. IV. t. 3. f. 1 BASS. p. 100. GRAAF. t. 6. f. 1. WINSLOW. n. 547. (b) Ic. noſtr. et DUVERNEY et GRAAF. &c. P. CAMPER. de pelvi. dies Buch erhalt ich erſt jezzt, indem ich dies bereits laͤngſt ge- ſchriebene verbeßre T. III. f. 1. 2. (c) Le Cat. Recueil. t. 6. WEIT- BRECHT. Comm. Acad. Petrop. T. V. tab. 1. WINSLOW. n. 545. SANTORIN. t. 2. f. 2. (d) Ic. noſtr. EUSTACHIUS. DOUGLAS. COWPER. gland. urethr. t. 2. (e) GRAAF t. 7. WINSLOW. n. 545. SANTORIN. Ic. noſtr. ALBIN. DUVERNEY. HEUER- MANN t. 11. f. 2. (f) WINSLOW n. 546. und in den Kupfern. (g) Aeuſſere Membran nennts WINSLOW n. 547. (h) DUVERNEY. T. II. t. 4. (h*) LEAL p. 139. 140. KEIL p. 92. &c. RAU bei dem ERNEL. Comm. Litt. Norib. ann. 1736. hebd. 8. daß nichts vom levator ani zu den Saamenblaͤschen gehe, ſagt mit Recht WALTHER anat. muſc. ten. p. 591. (i) Vom Entwikkeln VESALIUS in ſeinem Exam. obſ. p. 136. (k) Progr. 1745. edit. Phil. tranſ. n. 494.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende07_1775
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende07_1775/705
Zitationshilfe: Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 7. Berlin, 1775, S. 669. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/haller_anfangsgruende07_1775/705>, abgerufen am 17.08.2019.