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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 9, Hamburg, 16. Januar 1801.

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Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1801.    (Am Freytage, den 16 Januar.)
Num. 9.



[Beginn Spaltensatz]

(Aus der Hofzeitung.)

"Man sagt, daß Se. Majestät, der Kayser, da Er
sieht, daß die Europäischen Mächte sich nicht vereini-
gen können, und einen Krieg zu beendigen wünscht,
der seit 11 Jahren wüthet, einen Ort vorzuschlagen
gedenkt, wohin er alle die andern Potentaten einladen
will, um mit ihm in geschlossenen Schranken zu käm-
pfen, zu welchem Behuf sie ihre aufgeklärtesten Mini-
ster und geschicktesten Generals als Knappen, Kampf-
richter und Herolde mit sich bringen sollen; als da
sind Thugut, Pitt, Bernstorff. Er selbst sey gesonnen,
den Grafen von der Pahlen und Kutusoff an seiner
Seite zu haben. Man weiß nicht, ob man diesem
Gerüchte Glauben beymessen soll; indessen scheint es
nicht ganz ohne Grund, da es den Stempel dessen trägt,
wessen man ihn ost beschuldigt hat."

Noch meldet die Hofzeitung, daß der General-Lieu-
tenant Tormaßow zum Commandeur des Leibgarde-
Regiments zu Pferde Sr. Kayserl. Hoheit, des Groß-
fürsten Zesarewitsch Constantin Pawlowitsch, und der
General-Major Kof hin zum Chef des Leib-Cuiraßier-
Regiments Sr. Kayserl. Majestät ernannt ist.


Auch nach der Schlacht am 25sten und 26sten Dec.
haben in Jtalien noch, ehe die Nachricht von dem
Waffenstillstande in Deutschland dahin kam, die Feind-
seligkeiten bis zum Schluß des abgewichenen Jahrhun-
derts fortgedauert. Unsere heutige Hofzeitung enthält
darüber folgendes:

"Wie der General, Graf von Bellegarde, unterm
29sten und 31sten des abgewichenen Monats und Jahrs
aus dem Hauptquartier St. Michele bey Verona an-
zeigt, hat der Feind am gedachten 29sten die bey St.
Lucia, Tomba und Croce bianca unter dem General
[Spaltenumbruch] Bussy gestandenen Vorposten mit Heftigkeit angegrif-
fen. Gedachter General zog sich zufolge des gehabten
Auftrags fechtend und mit aller Contenanz gegen Ve-
rona zurück, und die neue Vorpostenkette ward dicht
an dem Feinde gezogen."

"Am 30sten wiederholte der Feind seinen Angriff auf
die gedachten Vorposten, ward aber zurückgewiesen; da
indessen diese Vorposten auf des Feindes linken Flügel
einige Bewegungen bemerkten, so verstärkte der Gene-
ral der Cavallerie seinen rechten Flügel, um, wenn der
Feind den Uebergang des Etsch-Flusses in jener Gegend
versuchen sollte, ihm einen nachdrucksamen Widerstand
zu leisten."

"Zu gleicher Zeit unternahm der Feind einen An-
griff auf die vor der Festung Peschiera liegenden Fle-
schen, ward aber durch eine standhafte Gegenwehr ab-
gewiesen."

"Auch den General Stojanich hat der Feind am
29sten abermals auf dem Posten Tonal angegriffen;
ward aber auch diesmal mit Verlust zurückgeschlagen."

Noch enthält die heutige Hofzeitung folgendes:

"Se. K. K. Majestät haben den General[-] Major,
Erzherzog Ferdinand, dann die General-Majors, Für-
sten von Rosenberg, Marquis Chasteller, Ducca, dall'
Aglio und Görger, zu Feldmarschall-Lieutenants, die
beyden General Adjutanten des Erzherzogs Carl, Oberst-
Lieuenant Colloredo, und Dellmotte zu Obersten er-
nannt, nebst dem aber dem F. M. L. Fürsten vor
Schwarzenberg das zweyte Uhlanen-Regiment ver-
liehen.


Auch in Jtalien ist nun ein Waffenstillstand zwischen
den beyderseitigen Armeen geschlossen worden. Es cir-
culiren schon verschiedene Angaben von den Bedingun-

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1801.    (Am Freytage, den 16 Januar.)
Num. 9.



[Beginn Spaltensatz]

(Aus der Hofzeitung.)

“Man ſagt, daß Se. Majeſtaͤt, der Kayſer, da Er
ſieht, daß die Europaͤiſchen Maͤchte ſich nicht vereini-
gen koͤnnen, und einen Krieg zu beendigen wuͤnſcht,
der ſeit 11 Jahren wuͤthet, einen Ort vorzuſchlagen
gedenkt, wohin er alle die andern Potentaten einladen
will, um mit ihm in geſchloſſenen Schranken zu kaͤm-
pfen, zu welchem Behuf ſie ihre aufgeklaͤrteſten Mini-
ſter und geſchickteſten Generals als Knappen, Kampf-
richter und Herolde mit ſich bringen ſollen; als da
ſind Thugut, Pitt, Bernſtorff. Er ſelbſt ſey geſonnen,
den Grafen von der Pahlen und Kutuſoff an ſeiner
Seite zu haben. Man weiß nicht, ob man dieſem
Geruͤchte Glauben beymeſſen ſoll; indeſſen ſcheint es
nicht ganz ohne Grund, da es den Stempel deſſen traͤgt,
weſſen man ihn oſt beſchuldigt hat.”

Noch meldet die Hofzeitung, daß der General-Lieu-
tenant Tormaßow zum Commandeur des Leibgarde-
Regiments zu Pferde Sr. Kayſerl. Hoheit, des Groß-
fuͤrſten Zeſarewitſch Conſtantin Pawlowitſch, und der
General-Major Kof hin zum Chef des Leib-Cuiraßier-
Regiments Sr. Kayſerl. Majeſtaͤt ernannt iſt.


Auch nach der Schlacht am 25ſten und 26ſten Dec.
haben in Jtalien noch, ehe die Nachricht von dem
Waffenſtillſtande in Deutſchland dahin kam, die Feind-
ſeligkeiten bis zum Schluß des abgewichenen Jahrhun-
derts fortgedauert. Unſere heutige Hofzeitung enthaͤlt
daruͤber folgendes:

“Wie der General, Graf von Bellegarde, unterm
29ſten und 31ſten des abgewichenen Monats und Jahrs
aus dem Hauptquartier St. Michele bey Verona an-
zeigt, hat der Feind am gedachten 29ſten die bey St.
Lucia, Tomba und Croce bianca unter dem General
[Spaltenumbruch] Buſſy geſtandenen Vorpoſten mit Heftigkeit angegrif-
fen. Gedachter General zog ſich zufolge des gehabten
Auftrags fechtend und mit aller Contenanz gegen Ve-
rona zuruͤck, und die neue Vorpoſtenkette ward dicht
an dem Feinde gezogen.”

“Am 30ſten wiederholte der Feind ſeinen Angriff auf
die gedachten Vorpoſten, ward aber zuruͤckgewieſen; da
indeſſen dieſe Vorpoſten auf des Feindes linken Fluͤgel
einige Bewegungen bemerkten, ſo verſtaͤrkte der Gene-
ral der Cavallerie ſeinen rechten Fluͤgel, um, wenn der
Feind den Uebergang des Etſch-Fluſſes in jener Gegend
verſuchen ſollte, ihm einen nachdruckſamen Widerſtand
zu leiſten.”

“Zu gleicher Zeit unternahm der Feind einen An-
griff auf die vor der Feſtung Peſchiera liegenden Fle-
ſchen, ward aber durch eine ſtandhafte Gegenwehr ab-
gewieſen.”

“Auch den General Stojanich hat der Feind am
29ſten abermals auf dem Poſten Tonal angegriffen;
ward aber auch diesmal mit Verluſt zuruͤckgeſchlagen.”

Noch enthaͤlt die heutige Hofzeitung folgendes:

“Se. K. K. Majeſtaͤt haben den General[-] Major,
Erzherzog Ferdinand, dann die General-Majors, Fuͤr-
ſten von Roſenberg, Marquis Chaſteller, Ducca, dall’
Aglio und Goͤrger, zu Feldmarſchall-Lieutenants, die
beyden General Adjutanten des Erzherzogs Carl, Oberſt-
Lieuenant Colloredo, und Dellmotte zu Oberſten er-
nannt, nebſt dem aber dem F. M. L. Fuͤrſten vor
Schwarzenberg das zweyte Uhlanen-Regiment ver-
liehen.


Auch in Jtalien iſt nun ein Waffenſtillſtand zwiſchen
den beyderſeitigen Armeen geſchloſſen worden. Es cir-
culiren ſchon verſchiedene Angaben von den Bedingun-

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[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- tung des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1801. (Am Freytage, den 16 Januar.) Num. 9. St. Petersburg, den 30 Dec. (Aus der Hofzeitung.) “Man ſagt, daß Se. Majeſtaͤt, der Kayſer, da Er ſieht, daß die Europaͤiſchen Maͤchte ſich nicht vereini- gen koͤnnen, und einen Krieg zu beendigen wuͤnſcht, der ſeit 11 Jahren wuͤthet, einen Ort vorzuſchlagen gedenkt, wohin er alle die andern Potentaten einladen will, um mit ihm in geſchloſſenen Schranken zu kaͤm- pfen, zu welchem Behuf ſie ihre aufgeklaͤrteſten Mini- ſter und geſchickteſten Generals als Knappen, Kampf- richter und Herolde mit ſich bringen ſollen; als da ſind Thugut, Pitt, Bernſtorff. Er ſelbſt ſey geſonnen, den Grafen von der Pahlen und Kutuſoff an ſeiner Seite zu haben. Man weiß nicht, ob man dieſem Geruͤchte Glauben beymeſſen ſoll; indeſſen ſcheint es nicht ganz ohne Grund, da es den Stempel deſſen traͤgt, weſſen man ihn oſt beſchuldigt hat.” Noch meldet die Hofzeitung, daß der General-Lieu- tenant Tormaßow zum Commandeur des Leibgarde- Regiments zu Pferde Sr. Kayſerl. Hoheit, des Groß- fuͤrſten Zeſarewitſch Conſtantin Pawlowitſch, und der General-Major Kof hin zum Chef des Leib-Cuiraßier- Regiments Sr. Kayſerl. Majeſtaͤt ernannt iſt. Schreiben aus Wien, vom 7 Januar. Auch nach der Schlacht am 25ſten und 26ſten Dec. haben in Jtalien noch, ehe die Nachricht von dem Waffenſtillſtande in Deutſchland dahin kam, die Feind- ſeligkeiten bis zum Schluß des abgewichenen Jahrhun- derts fortgedauert. Unſere heutige Hofzeitung enthaͤlt daruͤber folgendes: “Wie der General, Graf von Bellegarde, unterm 29ſten und 31ſten des abgewichenen Monats und Jahrs aus dem Hauptquartier St. Michele bey Verona an- zeigt, hat der Feind am gedachten 29ſten die bey St. Lucia, Tomba und Croce bianca unter dem General Buſſy geſtandenen Vorpoſten mit Heftigkeit angegrif- fen. Gedachter General zog ſich zufolge des gehabten Auftrags fechtend und mit aller Contenanz gegen Ve- rona zuruͤck, und die neue Vorpoſtenkette ward dicht an dem Feinde gezogen.” “Am 30ſten wiederholte der Feind ſeinen Angriff auf die gedachten Vorpoſten, ward aber zuruͤckgewieſen; da indeſſen dieſe Vorpoſten auf des Feindes linken Fluͤgel einige Bewegungen bemerkten, ſo verſtaͤrkte der Gene- ral der Cavallerie ſeinen rechten Fluͤgel, um, wenn der Feind den Uebergang des Etſch-Fluſſes in jener Gegend verſuchen ſollte, ihm einen nachdruckſamen Widerſtand zu leiſten.” “Zu gleicher Zeit unternahm der Feind einen An- griff auf die vor der Feſtung Peſchiera liegenden Fle- ſchen, ward aber durch eine ſtandhafte Gegenwehr ab- gewieſen.” “Auch den General Stojanich hat der Feind am 29ſten abermals auf dem Poſten Tonal angegriffen; ward aber auch diesmal mit Verluſt zuruͤckgeſchlagen.” Noch enthaͤlt die heutige Hofzeitung folgendes: “Se. K. K. Majeſtaͤt haben den General- Major, Erzherzog Ferdinand, dann die General-Majors, Fuͤr- ſten von Roſenberg, Marquis Chaſteller, Ducca, dall’ Aglio und Goͤrger, zu Feldmarſchall-Lieutenants, die beyden General Adjutanten des Erzherzogs Carl, Oberſt- Lieuenant Colloredo, und Dellmotte zu Oberſten er- nannt, nebſt dem aber dem F. M. L. Fuͤrſten vor Schwarzenberg das zweyte Uhlanen-Regiment ver- liehen. Ein andres Schreiben aus Wien, vom 7 Januar. Auch in Jtalien iſt nun ein Waffenſtillſtand zwiſchen den beyderſeitigen Armeen geſchloſſen worden. Es cir- culiren ſchon verſchiedene Angaben von den Bedingun-

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 9, Hamburg, 16. Januar 1801, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_091601_1801/1>, abgerufen am 06.12.2019.