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Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 32, Hamburg, 8. Oktober 1712.

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[Spaltenumbruch] Vom Nieder-Ländischen Krieg/ u. dergl.

Die vorgenommene Veränderung
des Lagers bleibt auf Vorstellung einiger Genera-
len ausgestellet/ und wird man/ weil die Trouppen
schon Hütten auffgeschlagen/ und an Fourage noch
ziemlicher Vorraht da ist/ so lange sichs thun läst al-
hie verweilen. Printz Eugenius und die andern Ge-
nerals sind heut Morgen mit der Jagd sich zu diver-
tiren gegangen. Die Trouppen vouragiren noch
täglich wechselweis. Die grosse Convoy von Brüs-
sel ist heut angekommen. Wegen Einrichtung der
Winter-Quartiere ist man noch immer beschäfftiget/
und fallen darüber schon einige Debatten vor.
Quesnoy hält sich noch tapfer/ zu grossem Nachtheil
der Feinde/ und sollen die Belagerte/ nachdem die
grosse Batterie vom Royal-Bolwerck nieder geschos-
sen worden/ schon eine andere fertig/ auch vorgestern
Abend die Feinde/ so auf die Contrescharpe gestür-
met/ nachdem sie einige Minen springen lassen/ mit
grossem Verlust abgeschlagen/ und darauf in einem
Ausfall viel Volcks erleget haben. Jndessen kom-
men die Belagerer doch immer den Pallisaden nä-
her/ und hat man diese Nacht und gantzen Tag un-
aufhörlich schiessen gehöret/ womit auch noch con-
tinuiret wird. Bouchain meinen die Feinde auch
noch vor Ende der Campagne zu emportiren.

Ehegestern haben
die Unsrigen auf 2 halbe Monden und 1 Redoute vor
Quesnoy gestürmet/ und dieselbe nach einer furieu-
sen Attaque und Defension von anderthalb Stun-
den/ und mit einem ungemein grossen Verlust ero-
bert/ und sich daselbst begraben/ worauf sie auf den
bedeckten Weg Batterien zu machen angefangen/ um
Bresche in der Stadt Mauer zu schiessen.

Von Bergen wird berich-
tet/ daß die Feinde grosse Force auf Quesnoy thun/
und mit vielem Blutvergiessen einige Posten dieser
Stadt erobert. Die Alliirte Armee ist aus dem
Camp von Belian aufgebrochen/ und campiret
zwischen Bougnies/ Snellermont und Hauchin/ nach
der Seite der Sambre.

Von den Friedens-Tractaten in Engel-
land/ und dergleichen.

Die Friedens-Hande-
lung stehet alhier noch stille/ und wollen die Fran-
tzosen von der prätendirten Satisfaction nicht ab-
stehen. Das Memorial des Grafen von Rechtern
an die General-Staaten (worin er seiner in solcher
Affaire geführten Condite halber Rechenschafft giebt/
und seine Commißsion/ um die Friedens Tractaten
nicht aufzu[halt]en/ von freyen Stücken niedergelegt)
[Spaltenumbruch] ist ehegestern bey Strafe von 300 Gulden zu verkauf-
fen verboten.

Man ist am Hose we-
gen der Circulair-Briefen an alle die Städte und
Provintzien dieser Königreichen/ so Stimmen zu
den sogenandten Cortes haben/ beschäfftiget/ um
dieselben gegen den 6 Oct. in diese Stadt zusammen
zu ruffen/ alsdann der König mit grössester Solen-
nität dasjenige/ was wegen desselben Renuncia-
tion mit Engelland geschlossen ist/ befestigen wird:
Jmgleichen auch üm die Succession zur Spanischen
Crohn/ in Ermangelung der gegenwärtigen Prin-
tzen vom Hause Bourbon/ auf einen andern Prin-
tzen fest zu stellen. Man machet Staat daß der Lord
Lexington als Ambassadeur von Groß-Brittannien
diesen Solennitäten allhier beywohnen wird.

Von Cadix hat man/
daß daselbst der Stilstand abgekündiget/ auch 2.
Englische auf der Höhe von Cap Finis Terrae mit
schwerem Sturm befallene und sehr beschädigte
Strassen-Fahrer vor Ancker kommen; ferner/ daß
die Blocquade von Gibraltar Landwerts aufgeho-
ben/ und die dasige Holländische Trouppen/ einge-
schiffet und nach Holland geführet zu werden parat
stünden. Von Bajonne vernimt man auch vom 10.
dieses/ daß seit dem der Stilstand publiciret/ viele
Englische Schiffe sich eingefunden/ um Wein und
Brandwein zu laden/ wovon der Preis schon etwas
steige. Durch Sturm sind den 6. daselbst verschie-
dene Fahr-Zeuge geblieben/ und ein groß Englisch
Schif zerscheitert/ das Volck aber gerettet worden.

Vom Spanischen Krieg in Catalonien.

Daß Girona von
den Feinden sehr enge eingeschlossen/ und an die
Spanische Armee unterm Printz T'serclas Ordre
ergangen/ durch passirung der Segra/ gleich als
wolte man ihre Armee attaquiren/ denselben eine
Diversion zu machen/ ist wol gewis/ die eigentliche
Umstände aber sind unbekandt/ weil die Arragonier
nicht alles schreiben dürfen; Und glaubet man aus
allem/ daß der Ort entweder schon verlohren sey/
oder doch aufm Poinct stehe/ sich zu ergeben.

Durch letzte Briefe von
Perpignau hat man/ daß der Kayserl. General We-
tzel den 11 dieses des Nachts mit 2000 ausgesuch-
ten Soldaten die Stadt Roses zu überrumpeln
vermeinet/ es wäre ihm aber sein Dessein mißge-
lücket.

Vom Jtaliänischen Krieg/ u. dergleichen.

Die Frantzosen so
in Piemont gekommen gewesen/ haben in ihrem
Zurück-Marsch/ das grosse Dorff in dem Thal von

Sanct
[Spaltenumbruch] Vom Nieder-Laͤndiſchen Krieg/ u. dergl.

Die vorgenommene Veraͤnderung
des Lagers bleibt auf Vorſtellung einiger Genera-
len ausgeſtellet/ und wird man/ weil die Trouppen
ſchon Huͤtten auffgeſchlagen/ und an Fourage noch
ziemlicher Vorraht da iſt/ ſo lange ſichs thun laͤſt al-
hie verweilen. Printz Eugenius und die andern Ge-
nerals ſind heut Morgen mit der Jagd ſich zu diver-
tiren gegangen. Die Trouppen vouragiren noch
taͤglich wechſelweis. Die groſſe Convoy von Bruͤſ-
ſel iſt heut angekommen. Wegen Einrichtung der
Winter-Quartiere iſt man noch immer beſchaͤfftiget/
und fallen daruͤber ſchon einige Debatten vor.
Quesnoy haͤlt ſich noch tapfer/ zu groſſem Nachtheil
der Feinde/ und ſollen die Belagerte/ nachdem die
groſſe Batterie vom Royal-Bolwerck nieder geſchoſ-
ſen worden/ ſchon eine andere fertig/ auch vorgeſtern
Abend die Feinde/ ſo auf die Contreſcharpe geſtuͤr-
met/ nachdem ſie einige Minen ſpringen laſſen/ mit
groſſem Verluſt abgeſchlagen/ und darauf in einem
Ausfall viel Volcks erleget haben. Jndeſſen kom-
men die Belagerer doch immer den Palliſaden naͤ-
her/ und hat man dieſe Nacht und gantzen Tag un-
aufhoͤrlich ſchieſſen gehoͤret/ womit auch noch con-
tinuiret wird. Bouchain meinen die Feinde auch
noch vor Ende der Campagne zu emportiren.

Ehegeſtern haben
die Unſrigen auf 2 halbe Monden und 1 Redoute vor
Quesnoy geſtuͤrmet/ und dieſelbe nach einer furieu-
ſen Attaque und Defenſion von anderthalb Stun-
den/ und mit einem ungemein groſſen Verluſt ero-
bert/ und ſich daſelbſt begraben/ worauf ſie auf den
bedeckten Weg Batterien zu machen angefangen/ um
Breſche in der Stadt Mauer zu ſchieſſen.

Von Bergen wird berich-
tet/ daß die Feinde groſſe Force auf Quesnoy thun/
und mit vielem Blutvergieſſen einige Poſten dieſer
Stadt erobert. Die Alliirte Armee iſt aus dem
Camp von Belian aufgebrochen/ und campiret
zwiſchen Bougnies/ Snellermont und Hauchin/ nach
der Seite der Sambre.

Von den Friedens-Tractaten in Engel-
land/ und dergleichen.

Die Friedens-Hande-
lung ſtehet alhier noch ſtille/ und wollen die Fran-
tzoſen von der praͤtendirten Satisfaction nicht ab-
ſtehen. Das Memorial des Grafen von Rechtern
an die General-Staaten (worin er ſeiner in ſolcher
Affaire gefuͤhrten Condite halber Rechẽſchafft giebt/
und ſeine Commißſion/ um die Friedens Tractaten
nicht aufzu[halt]en/ von freyen Stuͤcken niedergelegt)
[Spaltenumbruch] iſt ehegeſtern bey Strafe von 300 Gulden zu verkauf-
fen verboten.

Man iſt am Hoſe we-
gen der Circulair-Briefen an alle die Staͤdte und
Provintzien dieſer Koͤnigreichen/ ſo Stimmen zu
den ſogenandten Cortes haben/ beſchaͤfftiget/ um
dieſelben gegen den 6 Oct. in dieſe Stadt zuſammen
zu ruffen/ alsdann der Koͤnig mit groͤſſeſter Solen-
nitaͤt dasjenige/ was wegen deſſelben Renuncia-
tion mit Engelland geſchloſſen iſt/ befeſtigen wird:
Jmgleichen auch uͤm die Succeſſion zur Spaniſchen
Crohn/ in Ermangelung der gegenwaͤrtigen Prin-
tzen vom Hauſe Bourbon/ auf einen andern Prin-
tzen feſt zu ſtellen. Man machet Staat daß der Lord
Lexington als Ambaſſadeur von Groß-Brittannien
dieſen Solennitaͤten allhier beywohnen wird.

Von Cadix hat man/
daß daſelbſt der Stilſtand abgekuͤndiget/ auch 2.
Engliſche auf der Hoͤhe von Cap Finis Terræ mit
ſchwerem Sturm befallene und ſehr beſchaͤdigte
Straſſen-Fahrer vor Ancker kommen; ferner/ daß
die Blocquade von Gibraltar Landwerts aufgeho-
ben/ und die daſige Hollaͤndiſche Trouppen/ einge-
ſchiffet und nach Holland gefuͤhret zu werden parat
ſtuͤnden. Von Bajonne vernimt man auch vom 10.
dieſes/ daß ſeit dem der Stilſtand publiciret/ viele
Engliſche Schiffe ſich eingefunden/ um Wein und
Brandwein zu laden/ wovon der Preis ſchon etwas
ſteige. Durch Sturm ſind den 6. daſelbſt verſchie-
dene Fahr-Zeuge geblieben/ und ein groß Engliſch
Schif zerſcheitert/ das Volck aber gerettet worden.

Vom Spaniſchen Krieg in Catalonien.

Daß Girona von
den Feinden ſehr enge eingeſchloſſen/ und an die
Spaniſche Armee unterm Printz T’ſerclas Ordre
ergangen/ durch paſſirung der Segra/ gleich als
wolte man ihre Armee attaquiren/ denſelben eine
Diverſion zu machen/ iſt wol gewis/ die eigentliche
Umſtaͤnde aber ſind unbekandt/ weil die Arragonier
nicht alles ſchreiben duͤrfen; Und glaubet man aus
allem/ daß der Ort entweder ſchon verlohren ſey/
oder doch aufm Poinct ſtehe/ ſich zu ergeben.

Durch letzte Briefe von
Perpignau hat man/ daß der Kayſerl. General We-
tzel den 11 dieſes des Nachts mit 2000 ausgeſuch-
ten Soldaten die Stadt Roſes zu uͤberrumpeln
vermeinet/ es waͤre ihm aber ſein Deſſein mißge-
luͤcket.

Vom Jtaliaͤniſchen Krieg/ u. dergleichen.

Die Frantzoſen ſo
in Piemont gekommen geweſen/ haben in ihrem
Zuruͤck-Marſch/ das groſſe Dorff in dem Thal von

Sanct
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[[3]/0003] Vom Nieder-Laͤndiſchen Krieg/ u. dergl. Aus dem Alliirten Lager zu Belian und Novelle/ vom 29. Sept. Die vorgenommene Veraͤnderung des Lagers bleibt auf Vorſtellung einiger Genera- len ausgeſtellet/ und wird man/ weil die Trouppen ſchon Huͤtten auffgeſchlagen/ und an Fourage noch ziemlicher Vorraht da iſt/ ſo lange ſichs thun laͤſt al- hie verweilen. Printz Eugenius und die andern Ge- nerals ſind heut Morgen mit der Jagd ſich zu diver- tiren gegangen. Die Trouppen vouragiren noch taͤglich wechſelweis. Die groſſe Convoy von Bruͤſ- ſel iſt heut angekommen. Wegen Einrichtung der Winter-Quartiere iſt man noch immer beſchaͤfftiget/ und fallen daruͤber ſchon einige Debatten vor. Quesnoy haͤlt ſich noch tapfer/ zu groſſem Nachtheil der Feinde/ und ſollen die Belagerte/ nachdem die groſſe Batterie vom Royal-Bolwerck nieder geſchoſ- ſen worden/ ſchon eine andere fertig/ auch vorgeſtern Abend die Feinde/ ſo auf die Contreſcharpe geſtuͤr- met/ nachdem ſie einige Minen ſpringen laſſen/ mit groſſem Verluſt abgeſchlagen/ und darauf in einem Ausfall viel Volcks erleget haben. Jndeſſen kom- men die Belagerer doch immer den Palliſaden naͤ- her/ und hat man dieſe Nacht und gantzen Tag un- aufhoͤrlich ſchieſſen gehoͤret/ womit auch noch con- tinuiret wird. Bouchain meinen die Feinde auch noch vor Ende der Campagne zu emportiren. Valencyn/ von 1. Octobr. Ehegeſtern haben die Unſrigen auf 2 halbe Monden und 1 Redoute vor Quesnoy geſtuͤrmet/ und dieſelbe nach einer furieu- ſen Attaque und Defenſion von anderthalb Stun- den/ und mit einem ungemein groſſen Verluſt ero- bert/ und ſich daſelbſt begraben/ worauf ſie auf den bedeckten Weg Batterien zu machen angefangen/ um Breſche in der Stadt Mauer zu ſchieſſen. Bruͤſſel/ vom 2. Oct. Von Bergen wird berich- tet/ daß die Feinde groſſe Force auf Quesnoy thun/ und mit vielem Blutvergieſſen einige Poſten dieſer Stadt erobert. Die Alliirte Armee iſt aus dem Camp von Belian aufgebrochen/ und campiret zwiſchen Bougnies/ Snellermont und Hauchin/ nach der Seite der Sambre. Von den Friedens-Tractaten in Engel- land/ und dergleichen. Utrecht/ vom 2. Octobr. Die Friedens-Hande- lung ſtehet alhier noch ſtille/ und wollen die Fran- tzoſen von der praͤtendirten Satisfaction nicht ab- ſtehen. Das Memorial des Grafen von Rechtern an die General-Staaten (worin er ſeiner in ſolcher Affaire gefuͤhrten Condite halber Rechẽſchafft giebt/ und ſeine Commißſion/ um die Friedens Tractaten nicht aufzuhalten/ von freyen Stuͤcken niedergelegt) iſt ehegeſtern bey Strafe von 300 Gulden zu verkauf- fen verboten. Madrit/ vom 12. Sept. Man iſt am Hoſe we- gen der Circulair-Briefen an alle die Staͤdte und Provintzien dieſer Koͤnigreichen/ ſo Stimmen zu den ſogenandten Cortes haben/ beſchaͤfftiget/ um dieſelben gegen den 6 Oct. in dieſe Stadt zuſammen zu ruffen/ alsdann der Koͤnig mit groͤſſeſter Solen- nitaͤt dasjenige/ was wegen deſſelben Renuncia- tion mit Engelland geſchloſſen iſt/ befeſtigen wird: Jmgleichen auch uͤm die Succeſſion zur Spaniſchen Crohn/ in Ermangelung der gegenwaͤrtigen Prin- tzen vom Hauſe Bourbon/ auf einen andern Prin- tzen feſt zu ſtellen. Man machet Staat daß der Lord Lexington als Ambaſſadeur von Groß-Brittannien dieſen Solennitaͤten allhier beywohnen wird. Paris/ vom 23. Sept. Von Cadix hat man/ daß daſelbſt der Stilſtand abgekuͤndiget/ auch 2. Engliſche auf der Hoͤhe von Cap Finis Terræ mit ſchwerem Sturm befallene und ſehr beſchaͤdigte Straſſen-Fahrer vor Ancker kommen; ferner/ daß die Blocquade von Gibraltar Landwerts aufgeho- ben/ und die daſige Hollaͤndiſche Trouppen/ einge- ſchiffet und nach Holland gefuͤhret zu werden parat ſtuͤnden. Von Bajonne vernimt man auch vom 10. dieſes/ daß ſeit dem der Stilſtand publiciret/ viele Engliſche Schiffe ſich eingefunden/ um Wein und Brandwein zu laden/ wovon der Preis ſchon etwas ſteige. Durch Sturm ſind den 6. daſelbſt verſchie- dene Fahr-Zeuge geblieben/ und ein groß Engliſch Schif zerſcheitert/ das Volck aber gerettet worden. Vom Spaniſchen Krieg in Catalonien. Pampelona/ vom 9. Sept. Daß Girona von den Feinden ſehr enge eingeſchloſſen/ und an die Spaniſche Armee unterm Printz T’ſerclas Ordre ergangen/ durch paſſirung der Segra/ gleich als wolte man ihre Armee attaquiren/ denſelben eine Diverſion zu machen/ iſt wol gewis/ die eigentliche Umſtaͤnde aber ſind unbekandt/ weil die Arragonier nicht alles ſchreiben duͤrfen; Und glaubet man aus allem/ daß der Ort entweder ſchon verlohren ſey/ oder doch aufm Poinct ſtehe/ ſich zu ergeben. Paris/ vom 30. Sept. Durch letzte Briefe von Perpignau hat man/ daß der Kayſerl. General We- tzel den 11 dieſes des Nachts mit 2000 ausgeſuch- ten Soldaten die Stadt Roſes zu uͤberrumpeln vermeinet/ es waͤre ihm aber ſein Deſſein mißge- luͤcket. Vom Jtaliaͤniſchen Krieg/ u. dergleichen. Turin/ vom 17. September. Die Frantzoſen ſo in Piemont gekommen geweſen/ haben in ihrem Zuruͤck-Marſch/ das groſſe Dorff in dem Thal von Sanct

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Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
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Zitationshilfe: Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 32, Hamburg, 8. Oktober 1712, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_320810_1712/3>, abgerufen am 16.09.2019.