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Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 36, Hamburg, 22. Oktober 1712.

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[Spaltenumbruch] von Utrecht haben gebracht/ daß die Frantzösische
Ministri sich mit der Resolution von Jhro Hochmö-
genden/ wegen der Affaire zwischen dem Grafen von
Rechtern und Monsr. Menager/ confirmiret hatten/
ausgenommen/ daß sie annoch bey der Prätension
verharreteten/ daß die Plenipotentiarien vom Staat
en Corps diese Resolution in dem Hause eines der
Frantzösischen Ministern/ öffentlich declariren solten.
Unterdessen wandten die Englischen Ministri alle
Mühe an/ die Frantzosen hiervon abzubringen/ und
gaben vor/ daß künfftige Woche wol möchte eine
general Conference über den Frieden gehalten
werden.

Die Ratification des
Tractats mit Engelland/ wegen Auswechselung und
völliger Freystellung beyderseits Kriegs-Gefangenen
vom 29. September an/ ist von dannen angekom-
men/ und dem zu Folge/ durch eine Königl. Ordon-
nantz vom 27. desselben/ die Publication zu Anfang
dieses Monats allhier geschehen. Man sagt/ daß/
Krafft dieses Tractats/ allen hieher ausgewichenen
und verbanneten Engelländern eine Amnestie von
der Königin verliehen/ und vom Parlament bey näch-
ster Seßion confirmirct werden solle.

Vom Spanischen Krieg in Catalonien.

Jn der Nacht zwi-
schen den 10. und 11. dieses kam der General We-
tzel mit 2000 Kayserlichen Granadierern und Sol-
daten vor hiesige Stadt/ bemächtigte sich so fort ei-
nes Schlag-Baums/ und fing an/ nachdem er die
dabey gefundene Wache von 11. Mann nebst einem
Sergeanten theils getödtet theils gefangen genom-
men/ denselben zu zerhauen; wurde aber darüber
von dem Lieutenant Franco mit der Garnison atta-
quiret/ und muste 200. theils Todte theils Bleßierte
hinterlassende/ sich zurück ziehen. Wir haben nicht
mehr als 9. Gemeine verlohren/ ein Capitain aber
ist bleßiret worden.

Vom Jtaliänischen Krieg/ u. dergleichen.

Verwichene Woche sind
auf Ordre des Rahts der Jnconfidenten/ wegen ver-
dächtiger Correspondence mit den Feinden/ verschie-
dene Persohnen inhaftiret; auch zu Pozzuolo einige im
Bauren-Habit ertappet worden/ welche aufrühri-
sche Briefe auszustreuen herumgereiset. Am Don-
nerstag ist wieder ein Convoy von 30. Tartamen
mit vieler Kriegs- und Mund-Provision/ und 400.
Mann Recruten/ von hier nach Barcellona abge-
segelt.

Der Hertzog von Sa-
[Spaltenumbruch] voyen bezeiget sich noch nicht zu frieden; Unterdessen
find Ordres von Wien gekommen/ demselben das
gantze Vigevanische bis auf 3. Flecken im selbigen
District einzuräumen; Selbiger continuiret Ale-
xandria zu befestigen/ wie imgleichen das Casteel
Casale/ und weiln es bereits in den Bergen zu schney-
en beginnet/ als werden die Teutschen bald aus Pie-
mont marchiren/ und zwischen Valenz/ Novara/
Tortona/ und andere umliegende Oerter/ sich ein-
quartiren. Der Marschall de Berwyck hat ein De-
tachement von 6 Regimentern nach Roußilon gehen
lassen/ wohin er sich selbst zu commandiren begeben
wird. Der General Zumjungen gehet nacher Wien/
wie man glaubt in wichtigen Affairen/ und nicht
blos wegen Austheilung der Winter-Ouartire.

Von allerhand Staats- und Neben-
Affairen.

Gestern ist ein
Kayserl. Commißions-Decret ad Dictaturam publi-
cam
gekommen/ des Jnhalts/ daß des Bischoffs von
Constantz Hoch-Fürstl. Gnaden in dero allerunter-
thänigstem Gesuch gefüget/ und wegen der von viel
hundert Jahren her je und alle Wege würcklich und
besonders gefürsteten Reichs-Abtey Reichenau (wel-
che auch die Reichs-Lasten biß dato ohn Unterbruch
getragen/ das Votum aber einige Zeithero durch wie-
derwärtige Läuffe/ nicht gehabt hätte/ wiewol sie noch
Anno 1612. vom Kayser Matthia zum Reichs-Ta-
ge mit beschrieben worden) Jhro oder deroselben Ge-
sandschafft dermahlen die gebührende Stelle samt
Voto im Fürstlichen Collegio wieder eingeräumet
werden möchte.

Vorgestern Abend
am 7. Uhr ist die Leiche des unlängst zu Franckfurt
rm Mayn verstorbenen sel. Ober-Cämmerers/ Reichs-
Grafen von Wartenberg/ aus dem Hopffen-Garten
herein gebracht/ und unter Läutung aller Glocken/
in Begleitung etlicher 20. Trauer-Carossen/ und Zu-
schauung vieler 1000. Persohnen/ in sein Gewölbe
unter der hiesigen Reformirten Parochial-Kirchen
in der Closter-Strasse beygesetzet worden.

Uber die reiche
Wein-Erndte/ welche man/ durch den Segen GOt-
tes/ in diesem Lande geniefset/ ist jederman höchlich
erfreuet/ zumahlen da sich bey der Vielheit auch noch
eine sonderbahre Anmuth in dem Geschmack findet/
welches in vielen vorigen Jahren nicht also gewesen/
worzu der heurige schöne Sommer und warme Son-
nenschein ein grosses contribuiret.




Schiffbeck bey HAMBURG. Gedruckt und zu bekommen in der HOLLIschen privilegirten Buch-
druckerey/ wie auch auff der Börse in Hamburg. Die Woche 2. Stück.

[Spaltenumbruch] von Utrecht haben gebracht/ daß die Frantzoͤſiſche
Miniſtri ſich mit der Reſolution von Jhro Hochmoͤ-
genden/ wegen der Affaire zwiſchen dem Grafen von
Rechtern und Monſr. Menager/ confirmiret hatten/
ausgenommen/ daß ſie annoch bey der Praͤtenſion
verharreteten/ daß die Plenipotentiarien vom Staat
en Corps dieſe Reſolution in dem Hauſe eines der
Frantzoͤſiſchen Miniſtern/ oͤffentlich declariren ſolten.
Unterdeſſen wandten die Engliſchen Miniſtri alle
Muͤhe an/ die Frantzoſen hiervon abzubringen/ und
gaben vor/ daß kuͤnfftige Woche wol moͤchte eine
general Conference uͤber den Frieden gehalten
werden.

Die Ratification des
Tractats mit Engelland/ wegen Auswechſelung und
voͤlliger Freyſtellung beyderſeits Kriegs-Gefangenen
vom 29. September an/ iſt von dannen angekom-
men/ und dem zu Folge/ durch eine Koͤnigl. Ordon-
nantz vom 27. deſſelben/ die Publication zu Anfang
dieſes Monats allhier geſchehen. Man ſagt/ daß/
Krafft dieſes Tractats/ allen hieher ausgewichenen
und verbanneten Engellaͤndern eine Amneſtie von
der Koͤnigin verliehen/ und vom Parlament bey naͤch-
ſter Seßion confirmirct werden ſolle.

Vom Spaniſchen Krieg in Catalonien.

Jn der Nacht zwi-
ſchen den 10. und 11. dieſes kam der General We-
tzel mit 2000 Kayſerlichen Granadierern und Sol-
daten vor hieſige Stadt/ bemaͤchtigte ſich ſo fort ei-
nes Schlag-Baums/ und fing an/ nachdem er die
dabey gefundene Wache von 11. Mann nebſt einem
Sergeanten theils getoͤdtet theils gefangen genom-
men/ denſelben zu zerhauen; wurde aber daruͤber
von dem Lieutenant Franco mit der Garniſon atta-
quiret/ und muſte 200. theils Todte theils Bleßierte
hinterlaſſende/ ſich zuruͤck ziehen. Wir haben nicht
mehr als 9. Gemeine verlohren/ ein Capitain aber
iſt bleßiret worden.

Vom Jtaliaͤniſchen Krieg/ u. dergleichen.

Verwichene Woche ſind
auf Ordre des Rahts der Jnconfidenten/ wegen ver-
daͤchtiger Correſpondence mit den Feinden/ verſchie-
dene Perſohnen inhaftiret; auch zu Pozzuolo einige im
Bauren-Habit ertappet worden/ welche aufruͤhri-
ſche Briefe auszuſtreuen herumgereiſet. Am Don-
nerstag iſt wieder ein Convoy von 30. Tartamen
mit vieler Kriegs- und Mund-Proviſion/ und 400.
Mann Recruten/ von hier nach Barcellona abge-
ſegelt.

Der Hertzog von Sa-
[Spaltenumbruch] voyen bezeiget ſich noch nicht zu frieden; Unterdeſſen
find Ordres von Wien gekommen/ demſelben das
gantze Vigevaniſche bis auf 3. Flecken im ſelbigen
Diſtrict einzuraͤumen; Selbiger continuiret Ale-
xandria zu befeſtigen/ wie imgleichen das Caſteel
Caſale/ und weiln es bereits in den Bergen zu ſchney-
en beginnet/ als werden die Teutſchen bald aus Pie-
mont marchiren/ und zwiſchen Valenz/ Novara/
Tortona/ und andere umliegende Oerter/ ſich ein-
quartiren. Der Marſchall de Berwyck hat ein De-
tachement von 6 Regimentern nach Roußilon gehen
laſſen/ wohin er ſich ſelbſt zu commandiren begeben
wird. Der General Zumjungen gehet nacher Wien/
wie man glaubt in wichtigen Affairen/ und nicht
blos wegen Austheilung der Winter-Ouartire.

Von allerhand Staats- und Neben-
Affairen.

Geſtern iſt ein
Kayſerl. Commißions-Decret ad Dictaturam publi-
cam
gekommen/ des Jnhalts/ daß des Biſchoffs von
Conſtantz Hoch-Fuͤrſtl. Gnaden in dero allerunter-
thaͤnigſtem Geſuch gefuͤget/ und wegen der von viel
hundert Jahren her je und alle Wege wuͤrcklich und
beſonders gefuͤrſteten Reichs-Abtey Reichenau (wel-
che auch die Reichs-Laſten biß dato ohn Unterbruch
getragen/ das Votum aber einige Zeithero durch wie-
derwaͤrtige Laͤuffe/ nicht gehabt haͤtte/ wiewol ſie noch
Anno 1612. vom Kayſer Matthia zum Reichs-Ta-
ge mit beſchrieben worden) Jhro oder deroſelben Ge-
ſandſchafft dermahlen die gebuͤhrende Stelle ſamt
Voto im Fuͤrſtlichen Collegio wieder eingeraͤumet
werden moͤchte.

Vorgeſtern Abend
am 7. Uhr iſt die Leiche des unlaͤngſt zu Franckfurt
rm Mayn verſtorbenen ſel. Ober-Caͤm̃erers/ Reichs-
Grafen von Wartenberg/ aus dem Hopffen-Garten
herein gebracht/ und unter Laͤutung aller Glocken/
in Begleitung etlicher 20. Trauer-Caroſſen/ und Zu-
ſchauung vieler 1000. Perſohnen/ in ſein Gewoͤlbe
unter der hieſigen Reformirten Parochial-Kirchen
in der Cloſter-Straſſe beygeſetzet worden.

Uber die reiche
Wein-Erndte/ welche man/ durch den Segen GOt-
tes/ in dieſem Lande geniefſet/ iſt jederman hoͤchlich
erfreuet/ zumahlen da ſich bey der Vielheit auch noch
eine ſonderbahre Anmuth in dem Geſchmack findet/
welches in vielen vorigen Jahren nicht alſo geweſen/
worzu der heurige ſchoͤne Sommer und warme Son-
nenſchein ein groſſes contribuiret.




Schiffbeck bey HAMBURG. Gedruckt und zu bekommen in der HOLLIſchen privilegirten Buch-
druckerey/ wie auch auff der Boͤrſe in Hamburg. Die Woche 2. Stuͤck.

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[[4]/0004] von Utrecht haben gebracht/ daß die Frantzoͤſiſche Miniſtri ſich mit der Reſolution von Jhro Hochmoͤ- genden/ wegen der Affaire zwiſchen dem Grafen von Rechtern und Monſr. Menager/ confirmiret hatten/ ausgenommen/ daß ſie annoch bey der Praͤtenſion verharreteten/ daß die Plenipotentiarien vom Staat en Corps dieſe Reſolution in dem Hauſe eines der Frantzoͤſiſchen Miniſtern/ oͤffentlich declariren ſolten. Unterdeſſen wandten die Engliſchen Miniſtri alle Muͤhe an/ die Frantzoſen hiervon abzubringen/ und gaben vor/ daß kuͤnfftige Woche wol moͤchte eine general Conference uͤber den Frieden gehalten werden. Paris/ vom 10. Octobr. Die Ratification des Tractats mit Engelland/ wegen Auswechſelung und voͤlliger Freyſtellung beyderſeits Kriegs-Gefangenen vom 29. September an/ iſt von dannen angekom- men/ und dem zu Folge/ durch eine Koͤnigl. Ordon- nantz vom 27. deſſelben/ die Publication zu Anfang dieſes Monats allhier geſchehen. Man ſagt/ daß/ Krafft dieſes Tractats/ allen hieher ausgewichenen und verbanneten Engellaͤndern eine Amneſtie von der Koͤnigin verliehen/ und vom Parlament bey naͤch- ſter Seßion confirmirct werden ſolle. Vom Spaniſchen Krieg in Catalonien. Roſes/ vom 13. October. Jn der Nacht zwi- ſchen den 10. und 11. dieſes kam der General We- tzel mit 2000 Kayſerlichen Granadierern und Sol- daten vor hieſige Stadt/ bemaͤchtigte ſich ſo fort ei- nes Schlag-Baums/ und fing an/ nachdem er die dabey gefundene Wache von 11. Mann nebſt einem Sergeanten theils getoͤdtet theils gefangen genom- men/ denſelben zu zerhauen; wurde aber daruͤber von dem Lieutenant Franco mit der Garniſon atta- quiret/ und muſte 200. theils Todte theils Bleßierte hinterlaſſende/ ſich zuruͤck ziehen. Wir haben nicht mehr als 9. Gemeine verlohren/ ein Capitain aber iſt bleßiret worden. Vom Jtaliaͤniſchen Krieg/ u. dergleichen. Neapolis/ vom 20. Sept. Verwichene Woche ſind auf Ordre des Rahts der Jnconfidenten/ wegen ver- daͤchtiger Correſpondence mit den Feinden/ verſchie- dene Perſohnen inhaftiret; auch zu Pozzuolo einige im Bauren-Habit ertappet worden/ welche aufruͤhri- ſche Briefe auszuſtreuen herumgereiſet. Am Don- nerstag iſt wieder ein Convoy von 30. Tartamen mit vieler Kriegs- und Mund-Proviſion/ und 400. Mann Recruten/ von hier nach Barcellona abge- ſegelt. Mayland/ vom 1. Octobr. Der Hertzog von Sa- voyen bezeiget ſich noch nicht zu frieden; Unterdeſſen find Ordres von Wien gekommen/ demſelben das gantze Vigevaniſche bis auf 3. Flecken im ſelbigen Diſtrict einzuraͤumen; Selbiger continuiret Ale- xandria zu befeſtigen/ wie imgleichen das Caſteel Caſale/ und weiln es bereits in den Bergen zu ſchney- en beginnet/ als werden die Teutſchen bald aus Pie- mont marchiren/ und zwiſchen Valenz/ Novara/ Tortona/ und andere umliegende Oerter/ ſich ein- quartiren. Der Marſchall de Berwyck hat ein De- tachement von 6 Regimentern nach Roußilon gehen laſſen/ wohin er ſich ſelbſt zu commandiren begeben wird. Der General Zumjungen gehet nacher Wien/ wie man glaubt in wichtigen Affairen/ und nicht blos wegen Austheilung der Winter-Ouartire. Von allerhand Staats- und Neben- Affairen. Regenſpurg/ vom 13. Octobr. Geſtern iſt ein Kayſerl. Commißions-Decret ad Dictaturam publi- cam gekommen/ des Jnhalts/ daß des Biſchoffs von Conſtantz Hoch-Fuͤrſtl. Gnaden in dero allerunter- thaͤnigſtem Geſuch gefuͤget/ und wegen der von viel hundert Jahren her je und alle Wege wuͤrcklich und beſonders gefuͤrſteten Reichs-Abtey Reichenau (wel- che auch die Reichs-Laſten biß dato ohn Unterbruch getragen/ das Votum aber einige Zeithero durch wie- derwaͤrtige Laͤuffe/ nicht gehabt haͤtte/ wiewol ſie noch Anno 1612. vom Kayſer Matthia zum Reichs-Ta- ge mit beſchrieben worden) Jhro oder deroſelben Ge- ſandſchafft dermahlen die gebuͤhrende Stelle ſamt Voto im Fuͤrſtlichen Collegio wieder eingeraͤumet werden moͤchte. Berlin/ vom 17. October. Vorgeſtern Abend am 7. Uhr iſt die Leiche des unlaͤngſt zu Franckfurt rm Mayn verſtorbenen ſel. Ober-Caͤm̃erers/ Reichs- Grafen von Wartenberg/ aus dem Hopffen-Garten herein gebracht/ und unter Laͤutung aller Glocken/ in Begleitung etlicher 20. Trauer-Caroſſen/ und Zu- ſchauung vieler 1000. Perſohnen/ in ſein Gewoͤlbe unter der hieſigen Reformirten Parochial-Kirchen in der Cloſter-Straſſe beygeſetzet worden. Dreßden/ vom 14. October. Uber die reiche Wein-Erndte/ welche man/ durch den Segen GOt- tes/ in dieſem Lande geniefſet/ iſt jederman hoͤchlich erfreuet/ zumahlen da ſich bey der Vielheit auch noch eine ſonderbahre Anmuth in dem Geſchmack findet/ welches in vielen vorigen Jahren nicht alſo geweſen/ worzu der heurige ſchoͤne Sommer und warme Son- nenſchein ein groſſes contribuiret. Schiffbeck bey HAMBURG. Gedruckt und zu bekommen in der HOLLIſchen privilegirten Buch- druckerey/ wie auch auff der Boͤrſe in Hamburg. Die Woche 2. Stuͤck.

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Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
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Zitationshilfe: Der Hollsteinische unpartheyische Correspondente. Nr. 36, Hamburg, 22. Oktober 1712, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_362210_1712/4>, abgerufen am 23.09.2020.