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Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 93, Hamburg, 12. Juni 1789.

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Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Freytage, den 12 Junii.)    
Num. 93.



[Beginn Spaltensatz]

Kurz vor Abgang der Post geht die Nachricht ein,
daß die neulich nach dem Cattegat gegangenen Rußi-
schen Kriegsschiffe auf eine Schwedische Fregatte von
44 Kanonen Jagd gemacht, welche sich hierauf nach
den Norwegischen Gewässern zurückgezogen, aber eine
Windstille erhalten habe, wodurch es der Rußischen
Brigge, Mercurius, geglückt sey, sich der Fregatte im
Angesicht der Schiffe zu bemächtigen, und selbige zu
Lauerculn aufzubringen.


Der Herzog von Südermannland ist vorgestern nach
Carlskrona abgereiset, um das Commando der Flotte
zu übernehmen, welche alsdenn nächstens in See gehen
wird. Die Fregatte, der schwarze Adler, hat den
30sten des vorigen Monats schon die Anker gelichtet,
und ist nach Hango gesegelt, daselbst ihre Station zu
nehmen, und diesen Platz zu bedecken, der wegen des
Auffangens der nach Finnland bestimmten Convoyen
von äußerster Wichtigkeit ist. Man versichert, der
König werde sich ebenfalls ungesäumt nach Finnland
begeben, aber der Tag zur Abreise ist noch nicht vest-
gesetzt.

Jn Betreff der Pommerschen Angelegenheiten ist
noch zu bemerken, daß, dem Verlaute nach, diese Ge-
schäffte, welche bis jetzt zur ausländischen Kanzley in
Stockholm gehört haben, künftig ein besonderes De-
partement ausmachen sollen.

Aus Uddewalla ist Nachricht eingegangen, daß der
Prinz Carl von Hessen dieser Stadt die Obligation
von 75000 Thalern Courant zurückgeschickt hat, welche
selbige im vorigen Herbst wegen der während dem
ersten Waffenstillstand von den Schweden weggenom-
menen Dänischen Fahrzeuge ausgestellt hatte, nachdem
diese Summe von unsers Königs Majestät bezahlet
worden. Es sind auch die Geißeln wieder zurückge-
[Spaltenumbruch] schickt, welche von besagter Stadt zu mehrerer Sicher-
heit der Bezahlung nach Norwegen waren mitgenom-
men. Der Englische Minister, Herr Elliot, hat bey
dieser Gelegenheit gleichfalls an den Magistrat von
Uddewalla geschrieben, und ihm diesen Beweis der
Willfährigkeit angezeigt, mit welcher der König das
Jnteresse der Stadt Uddewalla beherzigt hat, indem
er einen Vergleich eingegangen, den er, der Minister,
vorgeschlagen hatte, um mit dem möglichst kürzesten
Verzug die Räumung Schwedens durch die Dänischen
Truppen zu erleichtern.

Die Königinn und der Kronprinz werden sich den
Sommer über zu Ulrichsthal, und die Herzoginn von
Südermannland zu Carlsberg aufhalten.

Man hat Nachricht aus Finnland, daß bey Pyttis
eine kleine Affaire vorgefallen, wo der Major Gripen-
berg commandirte. Anfangs hat ein Theil von dem
detaschirten Upländischen Regimente etwas gelitten;
nachdem es aber den Berg eingenommen, wo sich die
Russen verschanzt hatten, hat sich der Feind mit Verlust
einiger Mannschaft, Munition, etc. zurückziehen müssen.

Man versichert, unser Hof habe in einer gewissen
Deutschen Residenzstadt eine Anleihe von 3, andere
sagen 6 Millionen Thalern erhalten.

Unterm 23sten April hat der König folgendes Par-
donsplacat für diejenigen, welche aus dem Kriegs-
dienste in Pommern entwichen sind, ausfertigen lassen:

"Wir Gustav, etc. Thun hiemit kund: Daß Wir
Uns in Gnaden bewogen gefunden, denen von Unsern
Unterthanen, die von Pommern und aus ihrem dasigen
Dienste entwichen sind, und aus Furcht vor der Strafe
nicht zurückkommen dürfen, ein wiederholtes Merkmaal
Unserer Königl. Gnade wiederfahren zu lassen, indem
Wir kraft dieses Unseres offenen Briefes erklären, daß
alle diejenigen, welche nach dem Verlaufe des letzten
Pardons-Placats unerlaubt aus Pommern entwichen

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Freytage, den 12 Junii.)    
Num. 93.



[Beginn Spaltensatz]

Kurz vor Abgang der Poſt geht die Nachricht ein,
daß die neulich nach dem Cattegat gegangenen Rußi-
ſchen Kriegsſchiffe auf eine Schwediſche Fregatte von
44 Kanonen Jagd gemacht, welche ſich hierauf nach
den Norwegiſchen Gewaͤſſern zuruͤckgezogen, aber eine
Windſtille erhalten habe, wodurch es der Rußiſchen
Brigge, Mercurius, gegluͤckt ſey, ſich der Fregatte im
Angeſicht der Schiffe zu bemaͤchtigen, und ſelbige zu
Lauerculn aufzubringen.


Der Herzog von Suͤdermannland iſt vorgeſtern nach
Carlskrona abgereiſet, um das Commando der Flotte
zu uͤbernehmen, welche alsdenn naͤchſtens in See gehen
wird. Die Fregatte, der ſchwarze Adler, hat den
30ſten des vorigen Monats ſchon die Anker gelichtet,
und iſt nach Hango geſegelt, daſelbſt ihre Station zu
nehmen, und dieſen Platz zu bedecken, der wegen des
Auffangens der nach Finnland beſtimmten Convoyen
von aͤußerſter Wichtigkeit iſt. Man verſichert, der
Koͤnig werde ſich ebenfalls ungeſaͤumt nach Finnland
begeben, aber der Tag zur Abreiſe iſt noch nicht veſt-
geſetzt.

Jn Betreff der Pommerſchen Angelegenheiten iſt
noch zu bemerken, daß, dem Verlaute nach, dieſe Ge-
ſchaͤffte, welche bis jetzt zur auslaͤndiſchen Kanzley in
Stockholm gehoͤrt haben, kuͤnftig ein beſonderes De-
partement ausmachen ſollen.

Aus Uddewalla iſt Nachricht eingegangen, daß der
Prinz Carl von Heſſen dieſer Stadt die Obligation
von 75000 Thalern Courant zuruͤckgeſchickt hat, welche
ſelbige im vorigen Herbſt wegen der waͤhrend dem
erſten Waffenſtillſtand von den Schweden weggenom-
menen Daͤniſchen Fahrzeuge ausgeſtellt hatte, nachdem
dieſe Summe von unſers Koͤnigs Majeſtaͤt bezahlet
worden. Es ſind auch die Geißeln wieder zuruͤckge-
[Spaltenumbruch] ſchickt, welche von beſagter Stadt zu mehrerer Sicher-
heit der Bezahlung nach Norwegen waren mitgenom-
men. Der Engliſche Miniſter, Herr Elliot, hat bey
dieſer Gelegenheit gleichfalls an den Magiſtrat von
Uddewalla geſchrieben, und ihm dieſen Beweis der
Willfaͤhrigkeit angezeigt, mit welcher der Koͤnig das
Jntereſſe der Stadt Uddewalla beherzigt hat, indem
er einen Vergleich eingegangen, den er, der Miniſter,
vorgeſchlagen hatte, um mit dem moͤglichſt kuͤrzeſten
Verzug die Raͤumung Schwedens durch die Daͤniſchen
Truppen zu erleichtern.

Die Koͤniginn und der Kronprinz werden ſich den
Sommer uͤber zu Ulrichsthal, und die Herzoginn von
Suͤdermannland zu Carlsberg aufhalten.

Man hat Nachricht aus Finnland, daß bey Pyttis
eine kleine Affaire vorgefallen, wo der Major Gripen-
berg commandirte. Anfangs hat ein Theil von dem
detaſchirten Uplaͤndiſchen Regimente etwas gelitten;
nachdem es aber den Berg eingenommen, wo ſich die
Ruſſen verſchanzt hatten, hat ſich der Feind mit Verluſt
einiger Mannſchaft, Munition, ꝛc. zuruͤckziehen muͤſſen.

Man verſichert, unſer Hof habe in einer gewiſſen
Deutſchen Reſidenzſtadt eine Anleihe von 3, andere
ſagen 6 Millionen Thalern erhalten.

Unterm 23ſten April hat der Koͤnig folgendes Par-
donsplacat fuͤr diejenigen, welche aus dem Kriegs-
dienſte in Pommern entwichen ſind, ausfertigen laſſen:

“Wir Guſtav, ꝛc. Thun hiemit kund: Daß Wir
Uns in Gnaden bewogen gefunden, denen von Unſern
Unterthanen, die von Pommern und aus ihrem daſigen
Dienſte entwichen ſind, und aus Furcht vor der Strafe
nicht zuruͤckkommen duͤrfen, ein wiederholtes Merkmaal
Unſerer Koͤnigl. Gnade wiederfahren zu laſſen, indem
Wir kraft dieſes Unſeres offenen Briefes erklaͤren, daß
alle diejenigen, welche nach dem Verlaufe des letzten
Pardons-Placats unerlaubt aus Pommern entwichen

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[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- tung des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1789. (Am Freytage, den 12 Junii.) Num. 93. Schreiben aus Copenhagen, vom 6 Junii. Kurz vor Abgang der Poſt geht die Nachricht ein, daß die neulich nach dem Cattegat gegangenen Rußi- ſchen Kriegsſchiffe auf eine Schwediſche Fregatte von 44 Kanonen Jagd gemacht, welche ſich hierauf nach den Norwegiſchen Gewaͤſſern zuruͤckgezogen, aber eine Windſtille erhalten habe, wodurch es der Rußiſchen Brigge, Mercurius, gegluͤckt ſey, ſich der Fregatte im Angeſicht der Schiffe zu bemaͤchtigen, und ſelbige zu Lauerculn aufzubringen. Schreiben aus Stockholm, vom 2 Junii. Der Herzog von Suͤdermannland iſt vorgeſtern nach Carlskrona abgereiſet, um das Commando der Flotte zu uͤbernehmen, welche alsdenn naͤchſtens in See gehen wird. Die Fregatte, der ſchwarze Adler, hat den 30ſten des vorigen Monats ſchon die Anker gelichtet, und iſt nach Hango geſegelt, daſelbſt ihre Station zu nehmen, und dieſen Platz zu bedecken, der wegen des Auffangens der nach Finnland beſtimmten Convoyen von aͤußerſter Wichtigkeit iſt. Man verſichert, der Koͤnig werde ſich ebenfalls ungeſaͤumt nach Finnland begeben, aber der Tag zur Abreiſe iſt noch nicht veſt- geſetzt. Jn Betreff der Pommerſchen Angelegenheiten iſt noch zu bemerken, daß, dem Verlaute nach, dieſe Ge- ſchaͤffte, welche bis jetzt zur auslaͤndiſchen Kanzley in Stockholm gehoͤrt haben, kuͤnftig ein beſonderes De- partement ausmachen ſollen. Aus Uddewalla iſt Nachricht eingegangen, daß der Prinz Carl von Heſſen dieſer Stadt die Obligation von 75000 Thalern Courant zuruͤckgeſchickt hat, welche ſelbige im vorigen Herbſt wegen der waͤhrend dem erſten Waffenſtillſtand von den Schweden weggenom- menen Daͤniſchen Fahrzeuge ausgeſtellt hatte, nachdem dieſe Summe von unſers Koͤnigs Majeſtaͤt bezahlet worden. Es ſind auch die Geißeln wieder zuruͤckge- ſchickt, welche von beſagter Stadt zu mehrerer Sicher- heit der Bezahlung nach Norwegen waren mitgenom- men. Der Engliſche Miniſter, Herr Elliot, hat bey dieſer Gelegenheit gleichfalls an den Magiſtrat von Uddewalla geſchrieben, und ihm dieſen Beweis der Willfaͤhrigkeit angezeigt, mit welcher der Koͤnig das Jntereſſe der Stadt Uddewalla beherzigt hat, indem er einen Vergleich eingegangen, den er, der Miniſter, vorgeſchlagen hatte, um mit dem moͤglichſt kuͤrzeſten Verzug die Raͤumung Schwedens durch die Daͤniſchen Truppen zu erleichtern. Die Koͤniginn und der Kronprinz werden ſich den Sommer uͤber zu Ulrichsthal, und die Herzoginn von Suͤdermannland zu Carlsberg aufhalten. Man hat Nachricht aus Finnland, daß bey Pyttis eine kleine Affaire vorgefallen, wo der Major Gripen- berg commandirte. Anfangs hat ein Theil von dem detaſchirten Uplaͤndiſchen Regimente etwas gelitten; nachdem es aber den Berg eingenommen, wo ſich die Ruſſen verſchanzt hatten, hat ſich der Feind mit Verluſt einiger Mannſchaft, Munition, ꝛc. zuruͤckziehen muͤſſen. Man verſichert, unſer Hof habe in einer gewiſſen Deutſchen Reſidenzſtadt eine Anleihe von 3, andere ſagen 6 Millionen Thalern erhalten. Unterm 23ſten April hat der Koͤnig folgendes Par- donsplacat fuͤr diejenigen, welche aus dem Kriegs- dienſte in Pommern entwichen ſind, ausfertigen laſſen: “Wir Guſtav, ꝛc. Thun hiemit kund: Daß Wir Uns in Gnaden bewogen gefunden, denen von Unſern Unterthanen, die von Pommern und aus ihrem daſigen Dienſte entwichen ſind, und aus Furcht vor der Strafe nicht zuruͤckkommen duͤrfen, ein wiederholtes Merkmaal Unſerer Koͤnigl. Gnade wiederfahren zu laſſen, indem Wir kraft dieſes Unſeres offenen Briefes erklaͤren, daß alle diejenigen, welche nach dem Verlaufe des letzten Pardons-Placats unerlaubt aus Pommern entwichen

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 93, Hamburg, 12. Juni 1789, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_931206_1789/1>, abgerufen am 22.07.2019.