Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Heckert, Adolph (Hrsg.): Handbuch der Schulgesetzgebung Preußens. Berlin, 1847.

Bild:
<< vorherige Seite
§. 28.

Die Bekleidung der Zöglinge geschieht anständig und reinlich,
nach dem Bedürfnisse derselben, ohne äußere Auszeichnung, durch das
Waisenhaus, jedoch muß sie möglichst einfach und wohlfeil sein.

§. 29.

Der Unterricht erfolgt bei den Zöglingen durch die Schule der
Stiftung so lange, bis sie die gehörige Vorbildung erhalten haben,
um die obern Klassen der höhern Bürgerschule oder die Gewerbeschule
in Potsdam besuchen zu können.

Die erforderlichen Bücher und Hülfsmittel werden von der Anstalt
beschafft.

§. 30.

Die Aufsicht über die Zöglinge und deren häusliche Führung
wird einem, oder mit der Zeit mehreren Lehrern, unter der Ober-
aufsicht des Waisenamtes und vorzüglich dessen Vorstehers, übertragen,
wobei der Lehrer in die Verpflichtungen eines Erziehers tritt, das
Waisenhaus aber die Rechte elterlicher Zucht übernimmt.

§. 31.

Vorzüge unter den Zöglingen finden nicht Statt, als durch Aus-
zeichnung besondern Wohlverhaltens und Fleißes, und durch billige
Berücksichtigung des Alters und der vorgeschrittenen Ausbildung.

§. 32.

Die Zöglinge müssen in der Regel ein Bett, einen vollständigen
Anzug und die nöthige Wäsche mitbringen. Indessen bleibt es dem
Ermessen des Waisenamtes überlassen, in dringenden Fällen diese
Bedingung zu erlassen, und diese Gegenstände aus den Mitteln der
Stiftung zu beschaffen. -- Sobald ein Knabe in die Anstalt aufge-
nommen ist, sorgt dieselbe für alle seine Bedürfnisse.

§. 33.

Den Zöglingen verbleiben bei ihrer Entlassung die während ihrer
Versorgung in der Anstalt durch dieselbe empfangenen Kleidungsstücke,
die Bücher und die andern Hülfsmittel des Unterrichts aber nur, in
soweit ihnen solche zur Verfolgung ihrer ferneren Laufbahn, nach dem
Ermessen des Waisenamtes, gegen dessen desfallsigen Ausspruch keine
Beschwerde zulässig ist, nöthig oder unentbehrlich sind; auch werden
die Zöglinge mit einem neuen vollständigen Anzuge entlassen.

§. 28.

Die Bekleidung der Zöglinge geſchieht anſtändig und reinlich,
nach dem Bedürfniſſe derſelben, ohne äußere Auszeichnung, durch das
Waiſenhaus, jedoch muß ſie möglichſt einfach und wohlfeil ſein.

§. 29.

Der Unterricht erfolgt bei den Zöglingen durch die Schule der
Stiftung ſo lange, bis ſie die gehörige Vorbildung erhalten haben,
um die obern Klaſſen der höhern Bürgerſchule oder die Gewerbeſchule
in Potsdam beſuchen zu können.

Die erforderlichen Bücher und Hülfsmittel werden von der Anſtalt
beſchafft.

§. 30.

Die Aufſicht über die Zöglinge und deren häusliche Führung
wird einem, oder mit der Zeit mehreren Lehrern, unter der Ober-
aufſicht des Waiſenamtes und vorzüglich deſſen Vorſtehers, übertragen,
wobei der Lehrer in die Verpflichtungen eines Erziehers tritt, das
Waiſenhaus aber die Rechte elterlicher Zucht übernimmt.

§. 31.

Vorzüge unter den Zöglingen finden nicht Statt, als durch Aus-
zeichnung beſondern Wohlverhaltens und Fleißes, und durch billige
Berückſichtigung des Alters und der vorgeſchrittenen Ausbildung.

§. 32.

Die Zöglinge müſſen in der Regel ein Bett, einen vollſtändigen
Anzug und die nöthige Wäſche mitbringen. Indeſſen bleibt es dem
Ermeſſen des Waiſenamtes überlaſſen, in dringenden Fällen dieſe
Bedingung zu erlaſſen, und dieſe Gegenſtände aus den Mitteln der
Stiftung zu beſchaffen. — Sobald ein Knabe in die Anſtalt aufge-
nommen iſt, ſorgt dieſelbe für alle ſeine Bedürfniſſe.

§. 33.

Den Zöglingen verbleiben bei ihrer Entlaſſung die während ihrer
Verſorgung in der Anſtalt durch dieſelbe empfangenen Kleidungsſtücke,
die Bücher und die andern Hülfsmittel des Unterrichts aber nur, in
ſoweit ihnen ſolche zur Verfolgung ihrer ferneren Laufbahn, nach dem
Ermeſſen des Waiſenamtes, gegen deſſen desfallſigen Ausſpruch keine
Beſchwerde zuläſſig iſt, nöthig oder unentbehrlich ſind; auch werden
die Zöglinge mit einem neuen vollſtändigen Anzuge entlaſſen.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0340" n="326"/>
              <div n="5">
                <head>§. 28.</head><lb/>
                <p>Die Bekleidung der Zöglinge ge&#x017F;chieht an&#x017F;tändig und reinlich,<lb/>
nach dem Bedürfni&#x017F;&#x017F;e der&#x017F;elben, ohne äußere Auszeichnung, durch das<lb/>
Wai&#x017F;enhaus, jedoch muß &#x017F;ie möglich&#x017F;t einfach und wohlfeil &#x017F;ein.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 29.</head><lb/>
                <p>Der Unterricht erfolgt bei den Zöglingen durch die Schule der<lb/>
Stiftung &#x017F;o lange, bis &#x017F;ie die gehörige Vorbildung erhalten haben,<lb/>
um die obern Kla&#x017F;&#x017F;en der höhern Bürger&#x017F;chule oder die Gewerbe&#x017F;chule<lb/>
in Potsdam be&#x017F;uchen zu können.</p><lb/>
                <p>Die erforderlichen Bücher und Hülfsmittel werden von der An&#x017F;talt<lb/>
be&#x017F;chafft.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 30.</head><lb/>
                <p>Die Auf&#x017F;icht über die Zöglinge und deren häusliche Führung<lb/>
wird einem, oder mit der Zeit mehreren Lehrern, unter der Ober-<lb/>
auf&#x017F;icht des Wai&#x017F;enamtes und vorzüglich de&#x017F;&#x017F;en Vor&#x017F;tehers, übertragen,<lb/>
wobei der Lehrer in die Verpflichtungen eines Erziehers tritt, das<lb/>
Wai&#x017F;enhaus aber die Rechte elterlicher Zucht übernimmt.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 31.</head><lb/>
                <p>Vorzüge unter den Zöglingen finden nicht Statt, als durch Aus-<lb/>
zeichnung be&#x017F;ondern Wohlverhaltens und Fleißes, und durch billige<lb/>
Berück&#x017F;ichtigung des Alters und der vorge&#x017F;chrittenen Ausbildung.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 32.</head><lb/>
                <p>Die Zöglinge mü&#x017F;&#x017F;en in der Regel ein Bett, einen voll&#x017F;tändigen<lb/>
Anzug und die nöthige Wä&#x017F;che mitbringen. Inde&#x017F;&#x017F;en bleibt es dem<lb/>
Erme&#x017F;&#x017F;en des Wai&#x017F;enamtes überla&#x017F;&#x017F;en, in dringenden Fällen die&#x017F;e<lb/>
Bedingung zu erla&#x017F;&#x017F;en, und die&#x017F;e Gegen&#x017F;tände aus den Mitteln der<lb/>
Stiftung zu be&#x017F;chaffen. &#x2014; Sobald ein Knabe in die An&#x017F;talt aufge-<lb/>
nommen i&#x017F;t, &#x017F;orgt die&#x017F;elbe für alle &#x017F;eine Bedürfni&#x017F;&#x017F;e.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 33.</head><lb/>
                <p>Den Zöglingen verbleiben bei ihrer Entla&#x017F;&#x017F;ung die während ihrer<lb/>
Ver&#x017F;orgung in der An&#x017F;talt durch die&#x017F;elbe empfangenen Kleidungs&#x017F;tücke,<lb/>
die Bücher und die andern Hülfsmittel des Unterrichts aber nur, in<lb/>
&#x017F;oweit ihnen &#x017F;olche zur Verfolgung ihrer ferneren Laufbahn, nach dem<lb/>
Erme&#x017F;&#x017F;en des Wai&#x017F;enamtes, gegen de&#x017F;&#x017F;en desfall&#x017F;igen Aus&#x017F;pruch keine<lb/>
Be&#x017F;chwerde zulä&#x017F;&#x017F;ig i&#x017F;t, nöthig oder unentbehrlich &#x017F;ind; auch werden<lb/>
die Zöglinge mit einem neuen voll&#x017F;tändigen Anzuge entla&#x017F;&#x017F;en.</p>
              </div><lb/>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[326/0340] §. 28. Die Bekleidung der Zöglinge geſchieht anſtändig und reinlich, nach dem Bedürfniſſe derſelben, ohne äußere Auszeichnung, durch das Waiſenhaus, jedoch muß ſie möglichſt einfach und wohlfeil ſein. §. 29. Der Unterricht erfolgt bei den Zöglingen durch die Schule der Stiftung ſo lange, bis ſie die gehörige Vorbildung erhalten haben, um die obern Klaſſen der höhern Bürgerſchule oder die Gewerbeſchule in Potsdam beſuchen zu können. Die erforderlichen Bücher und Hülfsmittel werden von der Anſtalt beſchafft. §. 30. Die Aufſicht über die Zöglinge und deren häusliche Führung wird einem, oder mit der Zeit mehreren Lehrern, unter der Ober- aufſicht des Waiſenamtes und vorzüglich deſſen Vorſtehers, übertragen, wobei der Lehrer in die Verpflichtungen eines Erziehers tritt, das Waiſenhaus aber die Rechte elterlicher Zucht übernimmt. §. 31. Vorzüge unter den Zöglingen finden nicht Statt, als durch Aus- zeichnung beſondern Wohlverhaltens und Fleißes, und durch billige Berückſichtigung des Alters und der vorgeſchrittenen Ausbildung. §. 32. Die Zöglinge müſſen in der Regel ein Bett, einen vollſtändigen Anzug und die nöthige Wäſche mitbringen. Indeſſen bleibt es dem Ermeſſen des Waiſenamtes überlaſſen, in dringenden Fällen dieſe Bedingung zu erlaſſen, und dieſe Gegenſtände aus den Mitteln der Stiftung zu beſchaffen. — Sobald ein Knabe in die Anſtalt aufge- nommen iſt, ſorgt dieſelbe für alle ſeine Bedürfniſſe. §. 33. Den Zöglingen verbleiben bei ihrer Entlaſſung die während ihrer Verſorgung in der Anſtalt durch dieſelbe empfangenen Kleidungsſtücke, die Bücher und die andern Hülfsmittel des Unterrichts aber nur, in ſoweit ihnen ſolche zur Verfolgung ihrer ferneren Laufbahn, nach dem Ermeſſen des Waiſenamtes, gegen deſſen desfallſigen Ausſpruch keine Beſchwerde zuläſſig iſt, nöthig oder unentbehrlich ſind; auch werden die Zöglinge mit einem neuen vollſtändigen Anzuge entlaſſen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/heckert_schulgesetzgebung_1847
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/heckert_schulgesetzgebung_1847/340
Zitationshilfe: Heckert, Adolph (Hrsg.): Handbuch der Schulgesetzgebung Preußens. Berlin, 1847, S. 326. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heckert_schulgesetzgebung_1847/340>, abgerufen am 21.03.2019.