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Heckert, Adolph (Hrsg.): Handbuch der Schulgesetzgebung Preußens. Berlin, 1847.

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2) Sollte der Miethsvertrag im Johannis- oder Weihnachts-
termine seinen Anfang nehmen, so gilt derselbe bis zum nächst-
folgenden Michaelis- oder Ostertermine.

3) Die Aufkündigung der Wohnung muß spätestens in den
drei ersten Tagen des letzten Vierteljahrs geschehen.

4) Die Wohnung muß beim Ablaufe der Miethszeit inner-
halb dreier Tage, nach Ablauf des Termines, wieder geräumt
werden.

conf. zu A. L.-R. Th. I. Tit. 21. §. 341. 344.

Von academischen Zeugnissen.

§. 127. Jeder Studirende muß, wenn er die Universität ver-
lassen will, bei seinen Lehrern Zeugnisse seines Fleißes und seiner
Ordnung in Abwartung der Lehrstunden nachsuchen, und selbige dem
Vorsteher des academischen Senates zustellen.

1. Instruction v. 18. Novbr. 1816. (s. zu §. 86. d. Tit.)
2. Rescr. v. 20. Febr. 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 417.), betr. die
Ausstellung der Abgangszeugnisse.
3. Rescr. v. 4. Juni 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 432.), daß Inländer
bei ihrem Uebergange von inländischen Universitäten zu ausländischen
ihr Handgelöbniß abgeben sollen, nicht in unerlaubte Verbindungen
zu treten.
4. Cab.-O. v. 16. August 1834. (v. K. J. B. 44. S. 108.), daß die
Verbindung zu benennen ist, in welcher der Inhaber des Abgangs-
zeugnisses gewesen.
5. Verordn. v. 5. Dcbr. 1835. Art. 12. (s. zu §. 69.)
6. Rescr. v. 26. Aug. 1840. (M.-Bl. S. 293.) verbietet die Ertheilung
vorläufiger Abgangszeugnisse an Theologen behufs Meldung zur
Prüfung pro licent. concion.
7. Cab.-O. v. 30. Juni 1841. (G.-S. S. 139.), betr. die Verpflichtung
diesseitiger Unterthanen, eine Zeit lang auf einer Landesuniversität
zu studiren.

§. 128. Dieser muß die Richtigkeit derselben unter dem Siegel
der Universität bekräftigen, und zugleich bemerken, ob gegen das sitt-
liche Betragen des Abgehenden, während seines Aufenthalts auf der
Academie, etwas Nachtheiliges bekannt geworden sei.

§. 129. Jeder Landeseingeborne, welcher sich zur Uebernehmung
eines Amtes, oder sonst zur Ausübung seiner Wissenschaften qualifi-
ciren will, muß dergleichen Zeugniß von einer inländischen Academie
vorlegen.

1. Cab.-O. v. 13. April 1810. (R.-B. 13. S. 903.), betr. das Be-
suchen fremder Schulen und Universitäten.

2) Sollte der Miethsvertrag im Johannis- oder Weihnachts-
termine ſeinen Anfang nehmen, ſo gilt derſelbe bis zum nächſt-
folgenden Michaelis- oder Oſtertermine.

3) Die Aufkündigung der Wohnung muß ſpäteſtens in den
drei erſten Tagen des letzten Vierteljahrs geſchehen.

4) Die Wohnung muß beim Ablaufe der Miethszeit inner-
halb dreier Tage, nach Ablauf des Termines, wieder geräumt
werden.

conf. zu A. L.-R. Th. I. Tit. 21. §. 341. 344.

Von academiſchen Zeugniſſen.

§. 127. Jeder Studirende muß, wenn er die Univerſität ver-
laſſen will, bei ſeinen Lehrern Zeugniſſe ſeines Fleißes und ſeiner
Ordnung in Abwartung der Lehrſtunden nachſuchen, und ſelbige dem
Vorſteher des academiſchen Senates zuſtellen.

1. Inſtruction v. 18. Novbr. 1816. (ſ. zu §. 86. d. Tit.)
2. Reſcr. v. 20. Febr. 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 417.), betr. die
Ausſtellung der Abgangszeugniſſe.
3. Reſcr. v. 4. Juni 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 432.), daß Inländer
bei ihrem Uebergange von inländiſchen Univerſitäten zu ausländiſchen
ihr Handgelöbniß abgeben ſollen, nicht in unerlaubte Verbindungen
zu treten.
4. Cab.-O. v. 16. Auguſt 1834. (v. K. J. B. 44. S. 108.), daß die
Verbindung zu benennen iſt, in welcher der Inhaber des Abgangs-
zeugniſſes geweſen.
5. Verordn. v. 5. Dcbr. 1835. Art. 12. (ſ. zu §. 69.)
6. Reſcr. v. 26. Aug. 1840. (M.-Bl. S. 293.) verbietet die Ertheilung
vorläufiger Abgangszeugniſſe an Theologen behufs Meldung zur
Prüfung pro licent. concion.
7. Cab.-O. v. 30. Juni 1841. (G.-S. S. 139.), betr. die Verpflichtung
diesſeitiger Unterthanen, eine Zeit lang auf einer Landesuniverſität
zu ſtudiren.

§. 128. Dieſer muß die Richtigkeit derſelben unter dem Siegel
der Univerſität bekräftigen, und zugleich bemerken, ob gegen das ſitt-
liche Betragen des Abgehenden, während ſeines Aufenthalts auf der
Academie, etwas Nachtheiliges bekannt geworden ſei.

§. 129. Jeder Landeseingeborne, welcher ſich zur Uebernehmung
eines Amtes, oder ſonſt zur Ausübung ſeiner Wiſſenſchaften qualifi-
ciren will, muß dergleichen Zeugniß von einer inländiſchen Academie
vorlegen.

1. Cab.-O. v. 13. April 1810. (R.-B. 13. S. 903.), betr. das Be-
ſuchen fremder Schulen und Univerſitäten.
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[71/0085] 2) Sollte der Miethsvertrag im Johannis- oder Weihnachts- termine ſeinen Anfang nehmen, ſo gilt derſelbe bis zum nächſt- folgenden Michaelis- oder Oſtertermine. 3) Die Aufkündigung der Wohnung muß ſpäteſtens in den drei erſten Tagen des letzten Vierteljahrs geſchehen. 4) Die Wohnung muß beim Ablaufe der Miethszeit inner- halb dreier Tage, nach Ablauf des Termines, wieder geräumt werden. conf. zu A. L.-R. Th. I. Tit. 21. §. 341. 344. Von academiſchen Zeugniſſen. §. 127. Jeder Studirende muß, wenn er die Univerſität ver- laſſen will, bei ſeinen Lehrern Zeugniſſe ſeines Fleißes und ſeiner Ordnung in Abwartung der Lehrſtunden nachſuchen, und ſelbige dem Vorſteher des academiſchen Senates zuſtellen. 1. Inſtruction v. 18. Novbr. 1816. (ſ. zu §. 86. d. Tit.) 2. Reſcr. v. 20. Febr. 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 417.), betr. die Ausſtellung der Abgangszeugniſſe. 3. Reſcr. v. 4. Juni 1824. (v. K. Ann. B. 8. S. 432.), daß Inländer bei ihrem Uebergange von inländiſchen Univerſitäten zu ausländiſchen ihr Handgelöbniß abgeben ſollen, nicht in unerlaubte Verbindungen zu treten. 4. Cab.-O. v. 16. Auguſt 1834. (v. K. J. B. 44. S. 108.), daß die Verbindung zu benennen iſt, in welcher der Inhaber des Abgangs- zeugniſſes geweſen. 5. Verordn. v. 5. Dcbr. 1835. Art. 12. (ſ. zu §. 69.) 6. Reſcr. v. 26. Aug. 1840. (M.-Bl. S. 293.) verbietet die Ertheilung vorläufiger Abgangszeugniſſe an Theologen behufs Meldung zur Prüfung pro licent. concion. 7. Cab.-O. v. 30. Juni 1841. (G.-S. S. 139.), betr. die Verpflichtung diesſeitiger Unterthanen, eine Zeit lang auf einer Landesuniverſität zu ſtudiren. §. 128. Dieſer muß die Richtigkeit derſelben unter dem Siegel der Univerſität bekräftigen, und zugleich bemerken, ob gegen das ſitt- liche Betragen des Abgehenden, während ſeines Aufenthalts auf der Academie, etwas Nachtheiliges bekannt geworden ſei. §. 129. Jeder Landeseingeborne, welcher ſich zur Uebernehmung eines Amtes, oder ſonſt zur Ausübung ſeiner Wiſſenſchaften qualifi- ciren will, muß dergleichen Zeugniß von einer inländiſchen Academie vorlegen. 1. Cab.-O. v. 13. April 1810. (R.-B. 13. S. 903.), betr. das Be- ſuchen fremder Schulen und Univerſitäten.

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Zitationshilfe: Heckert, Adolph (Hrsg.): Handbuch der Schulgesetzgebung Preußens. Berlin, 1847, S. 71. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/heckert_schulgesetzgebung_1847/85>, abgerufen am 24.03.2019.