Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Herwegh, Georg]: Gedichte eines Lebendigen. Bd. 1. Zürich u. a., 1841.

Bild:
<< vorherige Seite
Reiterlied.

Die bange Nacht ist nun herum,
Wir reiten still, wir reiten stumm,
Und reiten in's Verderben.
Wie weht so scharf der Morgenwind!
Frau Wirthin, noch ein Glas geschwind
Vorm Sterben, vorm Sterben.
Du junges Gras, was stehst so grün?
Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n,
Mein Blut ja soll Dich färben.
Den ersten Schluck, an's Schwert die Hand,
Den trink' ich, für das Vaterland
Zu sterben, zu sterben.
Reiterlied.

Die bange Nacht iſt nun herum,
Wir reiten ſtill, wir reiten ſtumm,
Und reiten in's Verderben.
Wie weht ſo ſcharf der Morgenwind!
Frau Wirthin, noch ein Glas geſchwind
Vorm Sterben, vorm Sterben.
Du junges Gras, was ſtehſt ſo grün?
Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n,
Mein Blut ja ſoll Dich färben.
Den erſten Schluck, an's Schwert die Hand,
Den trink' ich, für das Vaterland
Zu ſterben, zu ſterben.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0040" n="[34]"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b #g">Reiterlied.</hi><lb/>
        </head>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <lg type="poem">
          <lg n="1">
            <l>Die bange Nacht i&#x017F;t nun herum,</l><lb/>
            <l>Wir reiten &#x017F;till, wir reiten &#x017F;tumm,</l><lb/>
            <l>Und reiten in's Verderben.</l><lb/>
            <l>Wie weht &#x017F;o &#x017F;charf der Morgenwind!</l><lb/>
            <l>Frau Wirthin, noch ein Glas ge&#x017F;chwind</l><lb/>
            <l>Vorm Sterben, vorm Sterben.</l><lb/>
          </lg>
          <lg n="2">
            <l>Du junges Gras, was &#x017F;teh&#x017F;t &#x017F;o grün?</l><lb/>
            <l>Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n,</l><lb/>
            <l>Mein Blut ja &#x017F;oll Dich färben.</l><lb/>
            <l>Den er&#x017F;ten Schluck, an's Schwert die Hand,</l><lb/>
            <l>Den trink' ich, für das Vaterland</l><lb/>
            <l>Zu &#x017F;terben, zu &#x017F;terben.</l><lb/>
          </lg>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[34]/0040] Reiterlied. Die bange Nacht iſt nun herum, Wir reiten ſtill, wir reiten ſtumm, Und reiten in's Verderben. Wie weht ſo ſcharf der Morgenwind! Frau Wirthin, noch ein Glas geſchwind Vorm Sterben, vorm Sterben. Du junges Gras, was ſtehſt ſo grün? Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n, Mein Blut ja ſoll Dich färben. Den erſten Schluck, an's Schwert die Hand, Den trink' ich, für das Vaterland Zu ſterben, zu ſterben.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/herwegh_gedichte01_1841
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/herwegh_gedichte01_1841/40
Zitationshilfe: [Herwegh, Georg]: Gedichte eines Lebendigen. Bd. 1. Zürich u. a., 1841, S. [34]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/herwegh_gedichte01_1841/40>, abgerufen am 26.09.2020.