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Hirschfeld, Christian Cay Lorenz: Theorie der Gartenkunst. Bd. 2. Leipzig, 1780.

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Vom Baumwerk.
werks, auf die Blühten und auf die Früchte Rücksicht. Bey einigen Bäumen
ist mehr als eine Art des Vorzugs oder des Unterschiedes vereinigt, und sie gehören
daher sowohl zu dieser als zu jener Klasse.

a.

Die Schönheit der Stämme beruhet auf dem geraden, hohen und schlanken
Wuchs, wozu bey einigen noch die ebene glatte Rinde kommt. Durch diese Gestalt
gewinnen uns Bäume, schon einzeln da stehend, unsere Aufmerksamkeit ab, und ma-
chen mancherley angenehme Eindrücke. In diese Klasse gehört eine ziemliche Anzahl,
wovon ein Theil sich noch durch eine vorzügliche Schnelligkeit seines Wachsthums
empfiehlt.

Die Buche (Fagus sylvatica. Linnaei.)
die Linde (Tilia europaea. L.)
die Fichte oder Rothtanne (Pinus abies. L.)
die Weißtanne, Edeltanne, Silbertanne (Pinus picea. L.)
die Balsamtanne (Pinus balsamea. L.)
die Ulme, Rüster, Iper (Ulmus campestris. L.)
die Esche (Fraxinus excelsior. L.)
die Lenne (Acer Platanoides. L.)
der gemeine weiße Ahorn (Acer Pseudo-Platanus. L.)
der nordamericanische rothblühende Ahorn (Acer rubrum. L.)
der virginische eschenblättrige Ahorn (Acer Negundo. L.)
die schwarze Pappel (Populus nigra. L.)
die weiße Pappel (Populus alba. L.)
die italienische Pappel (Populus nigra italica. Du Roi.)
der Kastanienbaum (Fagus Castanea. L.)
die nordamericanische rothe Eiche (Quercus rubra. L.)
die kastanienblättrige Eiche (Quercus Prinus. L.)
die canadische weiße Fichte (Pinus Canadensis. L.)
die Weymouthskiefer (Pinus Strobus. L.)
der americanische Platanus (Platanus Occidentalis. L.)
und einige andere, die zum Theil hier ausgelassen werden, weil sie zu einer der andern
Klassen im vorzüglichen Verstande gehören.

Bäume dieser Klasse sind für Plätze, wo Schönheit der Form, Regelmäßig-
keit und Würde ihre Einflüsse beweisen sollen. Sie schicken sich besonders für Zugän-
ge, für Alleen, für Lustwälder, zur Bekleidung der Anhöhen, in der Nachbarschaft
edler Wohngebäude und Tempel, bey feyerlichen Scenen. Schon der Anblick ge-

rader

Vom Baumwerk.
werks, auf die Bluͤhten und auf die Fruͤchte Ruͤckſicht. Bey einigen Baͤumen
iſt mehr als eine Art des Vorzugs oder des Unterſchiedes vereinigt, und ſie gehoͤren
daher ſowohl zu dieſer als zu jener Klaſſe.

a.

Die Schoͤnheit der Staͤmme beruhet auf dem geraden, hohen und ſchlanken
Wuchs, wozu bey einigen noch die ebene glatte Rinde kommt. Durch dieſe Geſtalt
gewinnen uns Baͤume, ſchon einzeln da ſtehend, unſere Aufmerkſamkeit ab, und ma-
chen mancherley angenehme Eindruͤcke. In dieſe Klaſſe gehoͤrt eine ziemliche Anzahl,
wovon ein Theil ſich noch durch eine vorzuͤgliche Schnelligkeit ſeines Wachsthums
empfiehlt.

Die Buche (Fagus ſylvatica. Linnaei.)
die Linde (Tilia europaea. L.)
die Fichte oder Rothtanne (Pinus abies. L.)
die Weißtanne, Edeltanne, Silbertanne (Pinus picea. L.)
die Balſamtanne (Pinus balſamea. L.)
die Ulme, Ruͤſter, Iper (Ulmus campeſtris. L.)
die Eſche (Fraxinus excelſior. L.)
die Lenne (Acer Platanoides. L.)
der gemeine weiße Ahorn (Acer Pſeudo-Platanus. L.)
der nordamericaniſche rothbluͤhende Ahorn (Acer rubrum. L.)
der virginiſche eſchenblaͤttrige Ahorn (Acer Negundo. L.)
die ſchwarze Pappel (Populus nigra. L.)
die weiße Pappel (Populus alba. L.)
die italieniſche Pappel (Populus nigra italica. Du Roi.)
der Kaſtanienbaum (Fagus Caſtanea. L.)
die nordamericaniſche rothe Eiche (Quercus rubra. L.)
die kaſtanienblaͤttrige Eiche (Quercus Prinus. L.)
die canadiſche weiße Fichte (Pinus Canadenſis. L.)
die Weymouthskiefer (Pinus Strobus. L.)
der americaniſche Platanus (Platanus Occidentalis. L.)
und einige andere, die zum Theil hier ausgelaſſen werden, weil ſie zu einer der andern
Klaſſen im vorzuͤglichen Verſtande gehoͤren.

Baͤume dieſer Klaſſe ſind fuͤr Plaͤtze, wo Schoͤnheit der Form, Regelmaͤßig-
keit und Wuͤrde ihre Einfluͤſſe beweiſen ſollen. Sie ſchicken ſich beſonders fuͤr Zugaͤn-
ge, fuͤr Alleen, fuͤr Luſtwaͤlder, zur Bekleidung der Anhoͤhen, in der Nachbarſchaft
edler Wohngebaͤude und Tempel, bey feyerlichen Scenen. Schon der Anblick ge-

rader
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[15/0019] Vom Baumwerk. werks, auf die Bluͤhten und auf die Fruͤchte Ruͤckſicht. Bey einigen Baͤumen iſt mehr als eine Art des Vorzugs oder des Unterſchiedes vereinigt, und ſie gehoͤren daher ſowohl zu dieſer als zu jener Klaſſe. a. Die Schoͤnheit der Staͤmme beruhet auf dem geraden, hohen und ſchlanken Wuchs, wozu bey einigen noch die ebene glatte Rinde kommt. Durch dieſe Geſtalt gewinnen uns Baͤume, ſchon einzeln da ſtehend, unſere Aufmerkſamkeit ab, und ma- chen mancherley angenehme Eindruͤcke. In dieſe Klaſſe gehoͤrt eine ziemliche Anzahl, wovon ein Theil ſich noch durch eine vorzuͤgliche Schnelligkeit ſeines Wachsthums empfiehlt. Die Buche (Fagus ſylvatica. Linnaei.) die Linde (Tilia europaea. L.) die Fichte oder Rothtanne (Pinus abies. L.) die Weißtanne, Edeltanne, Silbertanne (Pinus picea. L.) die Balſamtanne (Pinus balſamea. L.) die Ulme, Ruͤſter, Iper (Ulmus campeſtris. L.) die Eſche (Fraxinus excelſior. L.) die Lenne (Acer Platanoides. L.) der gemeine weiße Ahorn (Acer Pſeudo-Platanus. L.) der nordamericaniſche rothbluͤhende Ahorn (Acer rubrum. L.) der virginiſche eſchenblaͤttrige Ahorn (Acer Negundo. L.) die ſchwarze Pappel (Populus nigra. L.) die weiße Pappel (Populus alba. L.) die italieniſche Pappel (Populus nigra italica. Du Roi.) der Kaſtanienbaum (Fagus Caſtanea. L.) die nordamericaniſche rothe Eiche (Quercus rubra. L.) die kaſtanienblaͤttrige Eiche (Quercus Prinus. L.) die canadiſche weiße Fichte (Pinus Canadenſis. L.) die Weymouthskiefer (Pinus Strobus. L.) der americaniſche Platanus (Platanus Occidentalis. L.) und einige andere, die zum Theil hier ausgelaſſen werden, weil ſie zu einer der andern Klaſſen im vorzuͤglichen Verſtande gehoͤren. Baͤume dieſer Klaſſe ſind fuͤr Plaͤtze, wo Schoͤnheit der Form, Regelmaͤßig- keit und Wuͤrde ihre Einfluͤſſe beweiſen ſollen. Sie ſchicken ſich beſonders fuͤr Zugaͤn- ge, fuͤr Alleen, fuͤr Luſtwaͤlder, zur Bekleidung der Anhoͤhen, in der Nachbarſchaft edler Wohngebaͤude und Tempel, bey feyerlichen Scenen. Schon der Anblick ge- rader

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Zitationshilfe: Hirschfeld, Christian Cay Lorenz: Theorie der Gartenkunst. Bd. 2. Leipzig, 1780, S. 15. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hirschfeld_gartenkunst2_1780/19>, abgerufen am 16.06.2019.