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Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841.

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Fastenmährlein.
Der Sabbath ist um des Menschen willen gemacht
und nicht der Mensch um des Sabbaths willen.

Evangel. Marci 2, 27
Ein Herr am grünen Donnerstag
Aß Fleisch, denn Fisch bekam ihm schlecht:
Das ist ein Essen, wie ich's mag!
Sprach er: nun iß auch du, mein guter Knecht!
Da sprach zum Herrn der gute Knecht:
O Herr, fürwahr, das thu' ich nicht!
O Herr, es ist fürwahr nicht recht,
Daß man die strenge Fasten also bricht.
Iß! sprach der Herr, that's Christus nicht?
Und was er that, das ist doch recht.
Ja, Herr, er that's, doch wißt ihr nicht --
Es ging ihm auch des andern Tags recht schlecht.

Faſtenmährlein.
Der Sabbath iſt um des Menſchen willen gemacht
und nicht der Menſch um des Sabbaths willen.

Evangel. Marci 2, 27
Ein Herr am grünen Donnerstag
Aß Fleiſch, denn Fiſch bekam ihm ſchlecht:
Das iſt ein Eſſen, wie ich's mag!
Sprach er: nun iß auch du, mein guter Knecht!
Da ſprach zum Herrn der gute Knecht:
O Herr, fürwahr, das thu' ich nicht!
O Herr, es iſt fürwahr nicht recht,
Daß man die ſtrenge Faſten alſo bricht.
Iß! ſprach der Herr, that's Chriſtus nicht?
Und was er that, das iſt doch recht.
Ja, Herr, er that's, doch wißt ihr nicht —
Es ging ihm auch des andern Tags recht ſchlecht.

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[103/0123] Faſtenmährlein. Der Sabbath iſt um des Menſchen willen gemacht und nicht der Menſch um des Sabbaths willen. Evangel. Marci 2, 27 Ein Herr am grünen Donnerstag Aß Fleiſch, denn Fiſch bekam ihm ſchlecht: Das iſt ein Eſſen, wie ich's mag! Sprach er: nun iß auch du, mein guter Knecht! Da ſprach zum Herrn der gute Knecht: O Herr, fürwahr, das thu' ich nicht! O Herr, es iſt fürwahr nicht recht, Daß man die ſtrenge Faſten alſo bricht. Iß! ſprach der Herr, that's Chriſtus nicht? Und was er that, das iſt doch recht. Ja, Herr, er that's, doch wißt ihr nicht — Es ging ihm auch des andern Tags recht ſchlecht.

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Zitationshilfe: Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich: Unpolitische Lieder. Bd. 2. Hamburg, 1841, S. 103. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hoffmann_unpolitische02_1841/123>, abgerufen am 13.08.2020.