Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

Bild:
<< vorherige Seite
Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
Cap. LXXVII.
Vom Holunder.
[Spaltenumbruch]

WO man dessen in den Feldern und wüsten Orten
ohne diß die Menge hat/ ist unnöhtig die Gärten
damit zu beschweren/ absonderlich/ weil er we-
gen seiner leicht-gebrechlichen und nicht dauerhafften Ae-
ste/ in die Gehäge gantz ungeschickt ist. Wächset gern
fast an allen Orten/ nahe bey den Zäunen/ Häusern
und Wegen/ in Stadtgräben und schattechten Orten/
wie auch an den Wassern.

Die grünen Holunder-Stämmlein von dem in-
wendigen Marck entlediget/ sollen mit ihrer Feuchtigkeit
sehr wol und gut die Peltz-Zweiglein/ so in die Ferne
müssen verschickt seyn/ wie Tanara bezeuget/ erhalten
und conserviren.

Hat die Art zu trocknen/ zu wärmen/ zu verdau-
en/ das Gewässer aus dem Leib zu führen/ und sänfftig-
lich zu zertheilen/ purgirt Schleim und Gall/ die fri-
schen und jungen Blätter mit ein wenig Maltz vermischet/
lindern die hitzigen Geschwulsten/ und erkühlen die ent-
zündeten Glieder/ oder wann man sich verbrennt hat;
er heilet auch tieffe und fistulirte Schäden. Wir reden
aber allhier allein von dem gemeinen Holder/ weil die
übrigen in den Kräuter-Büchern zu finden/ theils aber
in dem Blumengarten einkommen werden.

Der Königliche Holländische Gärtner sagt/ der
Holder lasse sich auch durch seine abgeschnittene/ einjäh-
rige/ gerade Zweiglein vermehren/ wann sie im Februa-
rio oder Martio an feuchte schattichte Ort im wachsen-
den Monden gesetzt und besprützt werden; und das ist
desto wahrscheinlicher/ weil alles Holtz/ so grosses Marck
hat/ auf solche Weise leichtlich bekleibet/ wie die Erfah-
rung bezeuget/ und solches auch an Sambuco rosea zu sehen.

Unser Holder nun hat fast gleiche Eigenschafft mit
dem Attich; die Wurtzen in Wein gesotten/ und darüber
getruncken/ ist gut wider die Wassersucht. Etliche brau-
chen im ersten Früling die zarten Schößlein von dem
Holder/ kochen sie mit Spenat zu einem Müslein und
essen es/ das purgirt wol und gelinde; theils essen sie ü-
berbrüht mit Essig und Oel/ wie Salat/ ist aber nicht so
rahtsam/ weil der Essig leicht ein Reissen verursachen
kan.

Der ausgepresste Safft der Holderbeer mit Wein
getruncken/ treibt das Wasser mit Gewalt aus/ solches
thut auch die innerste grüne Rinden/ muß aber nur star-
cken/ und nicht jungen oder schwachen Personen einge-
geben werden/ weil er dem Magen etwas zu starck und
schädlich ist.

Der Essig aber von der dürren Holderblühe ist dem
Magen sehr bequem/ bringt wieder den verlohrnen Ap-
petit/ und zertheilet die groben und zähen Feuchtigkeiten.

Der in Essig praeparirte Saame/ eines Quintels
schwer/ mit gleich so viel Weinstein und ein wenig Anis
genommen/ führet das Wasser des geschwollenen
Bauchs ohne Beschwerung aus/ wie gleichfalls auch
das aus der mittleren Rinden distillirte Wasser/ alle
Morgen und Abend zwey Stund vor dem Essen/ acht
Loth davon getruncken/ und treibt (wie gleichfalls auch
das distillirte Holderblüh-Wasser auf 12 Loth nüchtern
genommen) den Stulgang gewaltig fort; das aus den
[Spaltenumbruch] Wurtzen aber auf 8 Loth (wie Caesar Durantes mel-
det) mit halb so viel des Wassers von Attich-Wurtzen
gebraucht/ reutet die blästige Geschwulst und Wasser-
sucht aus/ und muß man mit dem Gebrauch solcher bee-
der Wasser dreissig Tage nacheinander anhalten.

Ein sonderliches Amuletum wider das Hinfallen-
de/ beschreibt Joh. Hartmann in Praxi Chymiatrica
cap.
7. Man nimmt ein Holderschoß/ welches auf ei-
nem alten Weidenbaum gewachsen ist/ schneidet es in
kleine Scheiblein/ deren neun bindet man in ein leinen
oder seiden Säcklein/ henckt es an den Hals/ so weit
hinunter/ daß es des Krancken Magen berühret/ lässt es
so lang hangen/ biß es von sich selbst bricht/ oder herab
fällt/ dann muß man das abgefallene Säcklein nicht mit
der Hand anrühren/ sondern mit einer Zangen fassen/
und an einem abgelegenen Ort verscharren/ damit nicht
andere davon angesteckt werden. Und so lang der Kran-
cke dieses Säcklein am Hals trägt/ soll er durch ein
ausgeholtes Rohr dieser Holunderschossen seinen Tranck
zu sich nehmen/ auch vor allen starcken Gemüts-Bewe-
gungen sich hüten.

Thomas Bartholinus M. D. Hist. rarior. Anatomic.
Cent 4. obs.
69. berichtet/ daß durch solches Mittel/ viel
von der fallenden Seuche seyen errettet worden; soll
auch/ auf diese Weise gebraucht/ gut für die Gicht
seyn.

Uber diß vertreibt der Holder die Schmertzen/ er-
öffnet die Schweißlöcher/ und zertheilet die Dünste und
Feuchtigkeiten/ treibt den Harn/ befördert den Schweiß/
zerbricht den Stein/ und bringt der Frauen verstandene
Monat-Zeit wieder/ wie dann Herr D. Daniel Be-
cker/ Churfürstl. Brandenburgischer Hof- und Stadt-
Medicus zu Königsberg in Preussen von dem Hollun-
der und Wacholdern einen absonderlichen Tractat ge-
schrieben hat/ der An. 1665 zu Giessen gedruckt worden/
dahin ich den günstigen Leser will gewiesen haben.

Des Holders Gebrauch ist auch äusserlich zu vielen
dienlich/ das distillirte Wasser aus den Blättern/ da-
mit gegurgelt/ hilfft wider die Bräune; Holderblüh-
Wasser auf die Stirn gelegt/ stillet die hitzigen Haubt-
Schmertzen; die Schwämmlein/ so im Mayen an den
Aesten wachsen/ gedörrt/ und in Rosen-Wasser einge-
weicht/ und von aussen applicirt/ zertheilen die Entzün-
dungen und Schmertzen des Haubts; die Schößlein/
die erst im Früling kommen/ mit gleich so viel Wegrich-
Wurtzen und altem Schweinen-Schmaltz gestossen und
aufgelegt/ gehen in Stillung des Podagra/ wie Caes.
Durantes
schreibet/ gleichsam allen andern Mitteln
vor.

Man macht aus den Beeren eine treffliche Salsen/
die für alles innerliche Gifft nutzet/ heilet inwendige Ge-
schwer/ und treibet durch den Schweiß alles Böse aus/
wird derhalben vor den Schweiß-Bädern eingenom-
men/ muß aber nach purgirtem Leib und nüchtern ge-
schehen; so verzehrt sie auch die anfangende Wasser-
sucht; über das Rothlauf gestrichen/ heilet und mildert
es allen Schmertzen.

Man
Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
Cap. LXXVII.
Vom Holunder.
[Spaltenumbruch]

WO man deſſen in den Feldern und wuͤſten Orten
ohne diß die Menge hat/ iſt unnoͤhtig die Gaͤrten
damit zu beſchweren/ abſonderlich/ weil er we-
gen ſeiner leicht-gebrechlichen und nicht dauerhafften Ae-
ſte/ in die Gehaͤge gantz ungeſchickt iſt. Waͤchſet gern
faſt an allen Orten/ nahe bey den Zaͤunen/ Haͤuſern
und Wegen/ in Stadtgraͤben und ſchattechten Orten/
wie auch an den Waſſern.

Die gruͤnen Holunder-Staͤmmlein von dem in-
wendigen Marck entlediget/ ſollen mit ihrer Feuchtigkeit
ſehr wol und gut die Peltz-Zweiglein/ ſo in die Ferne
muͤſſen verſchickt ſeyn/ wie Tanara bezeuget/ erhalten
und conſerviren.

Hat die Art zu trocknen/ zu waͤrmen/ zu verdau-
en/ das Gewaͤſſer aus dem Leib zu fuͤhren/ und ſaͤnfftig-
lich zu zertheilen/ purgirt Schleim und Gall/ die fri-
ſchen und jungen Blaͤtter mit ein wenig Maltz vermiſchet/
lindern die hitzigen Geſchwulſten/ und erkuͤhlen die ent-
zuͤndeten Glieder/ oder wann man ſich verbrennt hat;
er heilet auch tieffe und fiſtulirte Schaͤden. Wir reden
aber allhier allein von dem gemeinen Holder/ weil die
uͤbrigen in den Kraͤuter-Buͤchern zu finden/ theils aber
in dem Blumengarten einkommen werden.

Der Koͤnigliche Hollaͤndiſche Gaͤrtner ſagt/ der
Holder laſſe ſich auch durch ſeine abgeſchnittene/ einjaͤh-
rige/ gerade Zweiglein vermehren/ wann ſie im Februa-
rio oder Martio an feuchte ſchattichte Ort im wachſen-
den Monden geſetzt und beſpruͤtzt werden; und das iſt
deſto wahrſcheinlicher/ weil alles Holtz/ ſo groſſes Marck
hat/ auf ſolche Weiſe leichtlich bekleibet/ wie die Erfah-
rung bezeuget/ uñ ſolches auch an Sambuco roſeâ zu ſehẽ.

Unſer Holder nun hat faſt gleiche Eigenſchafft mit
dem Attich; die Wurtzen in Wein geſotten/ und daruͤber
getruncken/ iſt gut wider die Waſſerſucht. Etliche brau-
chen im erſten Fruͤling die zarten Schoͤßlein von dem
Holder/ kochen ſie mit Spenat zu einem Muͤslein und
eſſen es/ das purgirt wol und gelinde; theils eſſen ſie uͤ-
berbruͤht mit Eſſig und Oel/ wie Salat/ iſt aber nicht ſo
rahtſam/ weil der Eſſig leicht ein Reiſſen verurſachen
kan.

Der ausgepreſſte Safft der Holderbeer mit Wein
getruncken/ treibt das Waſſer mit Gewalt aus/ ſolches
thut auch die innerſte gruͤne Rinden/ muß aber nur ſtar-
cken/ und nicht jungen oder ſchwachen Perſonen einge-
geben werden/ weil er dem Magen etwas zu ſtarck und
ſchaͤdlich iſt.

Der Eſſig aber von der duͤrren Holderbluͤhe iſt dem
Magen ſehr bequem/ bringt wieder den verlohrnen Ap-
petit/ und zertheilet die groben und zaͤhen Feuchtigkeiten.

Der in Eſſig præparirte Saame/ eines Quintels
ſchwer/ mit gleich ſo viel Weinſtein und ein wenig Anis
genommen/ fuͤhret das Waſſer des geſchwollenen
Bauchs ohne Beſchwerung aus/ wie gleichfalls auch
das aus der mittleren Rinden diſtillirte Waſſer/ alle
Morgen und Abend zwey Stund vor dem Eſſen/ acht
Loth davon getruncken/ und treibt (wie gleichfalls auch
das diſtillirte Holderbluͤh-Waſſer auf 12 Loth nuͤchtern
genommen) den Stulgang gewaltig fort; das aus den
[Spaltenumbruch] Wurtzen aber auf 8 Loth (wie Cæſar Durantes mel-
det) mit halb ſo viel des Waſſers von Attich-Wurtzen
gebraucht/ reutet die blaͤſtige Geſchwulſt und Waſſer-
ſucht aus/ und muß man mit dem Gebrauch ſolcher bee-
der Waſſer dreiſſig Tage nacheinander anhalten.

Ein ſonderliches Amuletum wider das Hinfallen-
de/ beſchreibt Joh. Hartmann in Praxi Chymiatricâ
cap.
7. Man nimmt ein Holderſchoß/ welches auf ei-
nem alten Weidenbaum gewachſen iſt/ ſchneidet es in
kleine Scheiblein/ deren neun bindet man in ein leinen
oder ſeiden Saͤcklein/ henckt es an den Hals/ ſo weit
hinunter/ daß es des Krancken Magen beruͤhret/ laͤſſt es
ſo lang hangen/ biß es von ſich ſelbſt bricht/ oder herab
faͤllt/ dann muß man das abgefallene Saͤcklein nicht mit
der Hand anruͤhren/ ſondern mit einer Zangen faſſen/
und an einem abgelegenen Ort verſcharren/ damit nicht
andere davon angeſteckt werden. Und ſo lang der Kran-
cke dieſes Saͤcklein am Hals traͤgt/ ſoll er durch ein
ausgeholtes Rohr dieſer Holunderſchoſſen ſeinen Tranck
zu ſich nehmen/ auch vor allen ſtarcken Gemuͤts-Bewe-
gungen ſich huͤten.

Thomas Bartholinus M. D. Hiſt. rarior. Anatomic.
Cent 4. obſ.
69. berichtet/ daß durch ſolches Mittel/ viel
von der fallenden Seuche ſeyen errettet worden; ſoll
auch/ auf dieſe Weiſe gebraucht/ gut fuͤr die Gicht
ſeyn.

Uber diß vertreibt der Holder die Schmertzen/ er-
oͤffnet die Schweißloͤcher/ und zertheilet die Duͤnſte und
Feuchtigkeiten/ treibt den Harn/ befoͤrdert den Schweiß/
zerbricht den Stein/ und bringt der Frauen verſtandene
Monat-Zeit wieder/ wie dann Herr D. Daniel Be-
cker/ Churfuͤrſtl. Brandenburgiſcher Hof- und Stadt-
Medicus zu Koͤnigsberg in Preuſſen von dem Hollun-
der und Wacholdern einen abſonderlichen Tractat ge-
ſchrieben hat/ der An. 1665 zu Gieſſen gedruckt worden/
dahin ich den guͤnſtigen Leſer will gewieſen haben.

Des Holders Gebrauch iſt auch aͤuſſerlich zu vielen
dienlich/ das diſtillirte Waſſer aus den Blaͤttern/ da-
mit gegurgelt/ hilfft wider die Braͤune; Holderbluͤh-
Waſſer auf die Stirn gelegt/ ſtillet die hitzigen Haubt-
Schmertzen; die Schwaͤmmlein/ ſo im Mayen an den
Aeſten wachſen/ gedoͤrrt/ und in Roſen-Waſſer einge-
weicht/ und von auſſen applicirt/ zertheilen die Entzuͤn-
dungen und Schmertzen des Haubts; die Schoͤßlein/
die erſt im Fruͤling kommen/ mit gleich ſo viel Wegrich-
Wurtzen und altem Schweinen-Schmaltz geſtoſſen und
aufgelegt/ gehen in Stillung des Podagra/ wie Cæſ.
Durantes
ſchreibet/ gleichſam allen andern Mitteln
vor.

Man macht aus den Beeren eine treffliche Salſen/
die fuͤr alles innerliche Gifft nutzet/ heilet inwendige Ge-
ſchwer/ und treibet durch den Schweiß alles Boͤſe aus/
wird derhalben vor den Schweiß-Baͤdern eingenom-
men/ muß aber nach purgirtem Leib und nuͤchtern ge-
ſchehen; ſo verzehrt ſie auch die anfangende Waſſer-
ſucht; uͤber das Rothlauf geſtrichen/ heilet und mildert
es allen Schmertzen.

Man
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0544" n="528[526]"/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Des Adelichen Land- und Feld-Lebens</hi> </fw><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Cap</hi>. LXXVII</hi>.</hi><lb/> <hi rendition="#fr">Vom Holunder.</hi> </head><lb/>
            <cb/>
            <p><hi rendition="#in">W</hi>O man de&#x017F;&#x017F;en in den Feldern und wu&#x0364;&#x017F;ten Orten<lb/>
ohne diß die Menge hat/ i&#x017F;t unno&#x0364;htig die Ga&#x0364;rten<lb/>
damit zu be&#x017F;chweren/ ab&#x017F;onderlich/ weil er we-<lb/>
gen &#x017F;einer leicht-gebrechlichen und nicht dauerhafften Ae-<lb/>
&#x017F;te/ in die Geha&#x0364;ge gantz unge&#x017F;chickt i&#x017F;t. Wa&#x0364;ch&#x017F;et gern<lb/>
fa&#x017F;t an allen Orten/ nahe bey den Za&#x0364;unen/ Ha&#x0364;u&#x017F;ern<lb/>
und Wegen/ in Stadtgra&#x0364;ben und &#x017F;chattechten Orten/<lb/>
wie auch an den Wa&#x017F;&#x017F;ern.</p><lb/>
            <p>Die gru&#x0364;nen Holunder-Sta&#x0364;mmlein von dem in-<lb/>
wendigen Marck entlediget/ &#x017F;ollen mit ihrer Feuchtigkeit<lb/>
&#x017F;ehr wol und gut die Peltz-Zweiglein/ &#x017F;o in die Ferne<lb/>
mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en ver&#x017F;chickt &#x017F;eyn/ wie <hi rendition="#aq">Tanara</hi> bezeuget/ erhalten<lb/>
und <hi rendition="#aq">con&#x017F;ervi</hi>ren.</p><lb/>
            <p>Hat die Art zu trocknen/ zu wa&#x0364;rmen/ zu verdau-<lb/>
en/ das Gewa&#x0364;&#x017F;&#x017F;er aus dem Leib zu fu&#x0364;hren/ und &#x017F;a&#x0364;nfftig-<lb/>
lich zu zertheilen/ purgirt Schleim und Gall/ die fri-<lb/>
&#x017F;chen und jungen Bla&#x0364;tter mit ein wenig Maltz vermi&#x017F;chet/<lb/>
lindern die hitzigen Ge&#x017F;chwul&#x017F;ten/ und erku&#x0364;hlen die ent-<lb/>
zu&#x0364;ndeten Glieder/ oder wann man &#x017F;ich verbrennt hat;<lb/>
er heilet auch tieffe und fi&#x017F;tulirte Scha&#x0364;den. Wir reden<lb/>
aber allhier allein von dem gemeinen Holder/ weil die<lb/>
u&#x0364;brigen in den Kra&#x0364;uter-Bu&#x0364;chern zu finden/ theils aber<lb/>
in dem Blumengarten einkommen werden.</p><lb/>
            <p>Der Ko&#x0364;nigliche Holla&#x0364;ndi&#x017F;che Ga&#x0364;rtner &#x017F;agt/ der<lb/>
Holder la&#x017F;&#x017F;e &#x017F;ich auch durch &#x017F;eine abge&#x017F;chnittene/ einja&#x0364;h-<lb/>
rige/ gerade Zweiglein vermehren/ wann &#x017F;ie im Februa-<lb/>
rio oder Martio an feuchte &#x017F;chattichte Ort im wach&#x017F;en-<lb/>
den Monden ge&#x017F;etzt und be&#x017F;pru&#x0364;tzt werden; und das i&#x017F;t<lb/>
de&#x017F;to wahr&#x017F;cheinlicher/ weil alles Holtz/ &#x017F;o gro&#x017F;&#x017F;es Marck<lb/>
hat/ auf &#x017F;olche Wei&#x017F;e leichtlich bekleibet/ wie die Erfah-<lb/>
rung bezeuget/ un&#x0303; &#x017F;olches auch an <hi rendition="#aq">Sambuco ro&#x017F;</hi> zu &#x017F;ehe&#x0303;.</p><lb/>
            <p>Un&#x017F;er Holder nun hat fa&#x017F;t gleiche Eigen&#x017F;chafft mit<lb/>
dem Attich; die Wurtzen in Wein ge&#x017F;otten/ und daru&#x0364;ber<lb/>
getruncken/ i&#x017F;t gut wider die Wa&#x017F;&#x017F;er&#x017F;ucht. Etliche brau-<lb/>
chen im er&#x017F;ten Fru&#x0364;ling die zarten Scho&#x0364;ßlein von dem<lb/>
Holder/ kochen &#x017F;ie mit Spenat zu einem Mu&#x0364;slein und<lb/>
e&#x017F;&#x017F;en es/ das purgirt wol und gelinde; theils e&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ie u&#x0364;-<lb/>
berbru&#x0364;ht mit E&#x017F;&#x017F;ig und Oel/ wie Salat/ i&#x017F;t aber nicht &#x017F;o<lb/>
raht&#x017F;am/ weil der E&#x017F;&#x017F;ig leicht ein Rei&#x017F;&#x017F;en verur&#x017F;achen<lb/>
kan.</p><lb/>
            <p>Der ausgepre&#x017F;&#x017F;te Safft der Holderbeer mit Wein<lb/>
getruncken/ treibt das Wa&#x017F;&#x017F;er mit Gewalt aus/ &#x017F;olches<lb/>
thut auch die inner&#x017F;te gru&#x0364;ne Rinden/ muß aber nur &#x017F;tar-<lb/>
cken/ und nicht jungen oder &#x017F;chwachen Per&#x017F;onen einge-<lb/>
geben werden/ weil er dem Magen etwas zu &#x017F;tarck und<lb/>
&#x017F;cha&#x0364;dlich i&#x017F;t.</p><lb/>
            <p>Der E&#x017F;&#x017F;ig aber von der du&#x0364;rren Holderblu&#x0364;he i&#x017F;t dem<lb/>
Magen &#x017F;ehr bequem/ bringt wieder den verlohrnen Ap-<lb/>
petit/ und zertheilet die groben und za&#x0364;hen Feuchtigkeiten.</p><lb/>
            <p>Der in E&#x017F;&#x017F;ig <hi rendition="#aq">præparir</hi>te Saame/ eines Quintels<lb/>
&#x017F;chwer/ mit gleich &#x017F;o viel Wein&#x017F;tein und ein wenig Anis<lb/>
genommen/ fu&#x0364;hret das Wa&#x017F;&#x017F;er des ge&#x017F;chwollenen<lb/>
Bauchs ohne Be&#x017F;chwerung aus/ wie gleichfalls auch<lb/>
das aus der mittleren Rinden di&#x017F;tillirte Wa&#x017F;&#x017F;er/ alle<lb/>
Morgen und Abend zwey Stund vor dem E&#x017F;&#x017F;en/ acht<lb/>
Loth davon getruncken/ und treibt (wie gleichfalls auch<lb/>
das di&#x017F;tillirte Holderblu&#x0364;h-Wa&#x017F;&#x017F;er auf 12 Loth nu&#x0364;chtern<lb/>
genommen) den Stulgang gewaltig fort; das aus den<lb/><cb/>
Wurtzen aber auf 8 Loth (wie <hi rendition="#aq">&#x017F;ar Durantes</hi> mel-<lb/>
det) mit halb &#x017F;o viel des Wa&#x017F;&#x017F;ers von Attich-Wurtzen<lb/>
gebraucht/ reutet die bla&#x0364;&#x017F;tige Ge&#x017F;chwul&#x017F;t und Wa&#x017F;&#x017F;er-<lb/>
&#x017F;ucht aus/ und muß man mit dem Gebrauch &#x017F;olcher bee-<lb/>
der Wa&#x017F;&#x017F;er drei&#x017F;&#x017F;ig Tage nacheinander anhalten.</p><lb/>
            <p>Ein &#x017F;onderliches <hi rendition="#aq">Amuletum</hi> wider das Hinfallen-<lb/>
de/ be&#x017F;chreibt <hi rendition="#aq">Joh. Hartmann in Praxi Chymiatricâ<lb/>
cap.</hi> 7. Man nimmt ein Holder&#x017F;choß/ welches auf ei-<lb/>
nem alten Weidenbaum gewach&#x017F;en i&#x017F;t/ &#x017F;chneidet es in<lb/>
kleine Scheiblein/ deren neun bindet man in ein leinen<lb/>
oder &#x017F;eiden Sa&#x0364;cklein/ henckt es an den Hals/ &#x017F;o weit<lb/>
hinunter/ daß es des Krancken Magen beru&#x0364;hret/ la&#x0364;&#x017F;&#x017F;t es<lb/>
&#x017F;o lang hangen/ biß es von &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t bricht/ oder herab<lb/>
fa&#x0364;llt/ dann muß man das abgefallene Sa&#x0364;cklein nicht mit<lb/>
der Hand anru&#x0364;hren/ &#x017F;ondern mit einer Zangen fa&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
und an einem abgelegenen Ort ver&#x017F;charren/ damit nicht<lb/>
andere davon ange&#x017F;teckt werden. Und &#x017F;o lang der Kran-<lb/>
cke die&#x017F;es Sa&#x0364;cklein am Hals tra&#x0364;gt/ &#x017F;oll er durch ein<lb/>
ausgeholtes Rohr die&#x017F;er Holunder&#x017F;cho&#x017F;&#x017F;en &#x017F;einen Tranck<lb/>
zu &#x017F;ich nehmen/ auch vor allen &#x017F;tarcken Gemu&#x0364;ts-Bewe-<lb/>
gungen &#x017F;ich hu&#x0364;ten.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#aq">Thomas Bartholinus M. D. Hi&#x017F;t. rarior. Anatomic.<lb/>
Cent 4. ob&#x017F;.</hi> 69. berichtet/ daß durch &#x017F;olches Mittel/ viel<lb/>
von der fallenden Seuche &#x017F;eyen errettet worden; &#x017F;oll<lb/>
auch/ auf die&#x017F;e Wei&#x017F;e gebraucht/ gut fu&#x0364;r die Gicht<lb/>
&#x017F;eyn.</p><lb/>
            <p>Uber diß vertreibt der Holder die Schmertzen/ er-<lb/>
o&#x0364;ffnet die Schweißlo&#x0364;cher/ und zertheilet die Du&#x0364;n&#x017F;te und<lb/>
Feuchtigkeiten/ treibt den Harn/ befo&#x0364;rdert den Schweiß/<lb/>
zerbricht den Stein/ und bringt der Frauen ver&#x017F;tandene<lb/>
Monat-Zeit wieder/ wie dann Herr <hi rendition="#aq">D.</hi> Daniel Be-<lb/>
cker/ Churfu&#x0364;r&#x017F;tl. Brandenburgi&#x017F;cher Hof- und Stadt-<lb/><hi rendition="#aq">Medicus</hi> zu Ko&#x0364;nigsberg in Preu&#x017F;&#x017F;en von dem Hollun-<lb/>
der und Wacholdern einen ab&#x017F;onderlichen Tractat ge-<lb/>
&#x017F;chrieben hat/ der <hi rendition="#aq">An.</hi> 1665 zu Gie&#x017F;&#x017F;en gedruckt worden/<lb/>
dahin ich den gu&#x0364;n&#x017F;tigen Le&#x017F;er will gewie&#x017F;en haben.</p><lb/>
            <p>Des Holders Gebrauch i&#x017F;t auch a&#x0364;u&#x017F;&#x017F;erlich zu vielen<lb/>
dienlich/ das di&#x017F;tillirte Wa&#x017F;&#x017F;er aus den Bla&#x0364;ttern/ da-<lb/>
mit gegurgelt/ hilfft wider die Bra&#x0364;une; Holderblu&#x0364;h-<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;er auf die Stirn gelegt/ &#x017F;tillet die hitzigen Haubt-<lb/>
Schmertzen; die Schwa&#x0364;mmlein/ &#x017F;o im Mayen an den<lb/>
Ae&#x017F;ten wach&#x017F;en/ gedo&#x0364;rrt/ und in Ro&#x017F;en-Wa&#x017F;&#x017F;er einge-<lb/>
weicht/ und von au&#x017F;&#x017F;en applicirt/ zertheilen die Entzu&#x0364;n-<lb/>
dungen und Schmertzen des Haubts; die Scho&#x0364;ßlein/<lb/>
die er&#x017F;t im Fru&#x0364;ling kommen/ mit gleich &#x017F;o viel Wegrich-<lb/>
Wurtzen und altem Schweinen-Schmaltz ge&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en und<lb/>
aufgelegt/ gehen in Stillung des Podagra/ wie <hi rendition="#aq">&#x017F;.<lb/>
Durantes</hi> &#x017F;chreibet/ gleich&#x017F;am allen andern Mitteln<lb/>
vor.</p><lb/>
            <p>Man macht aus den Beeren eine treffliche Sal&#x017F;en/<lb/>
die fu&#x0364;r alles innerliche Gifft nutzet/ heilet inwendige Ge-<lb/>
&#x017F;chwer/ und treibet durch den Schweiß alles Bo&#x0364;&#x017F;e aus/<lb/>
wird derhalben vor den Schweiß-Ba&#x0364;dern eingenom-<lb/>
men/ muß aber nach purgirtem Leib und nu&#x0364;chtern ge-<lb/>
&#x017F;chehen; &#x017F;o verzehrt &#x017F;ie auch die anfangende Wa&#x017F;&#x017F;er-<lb/>
&#x017F;ucht; u&#x0364;ber das Rothlauf ge&#x017F;trichen/ heilet und mildert<lb/>
es allen Schmertzen.</p><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">Man</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[528[526]/0544] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens Cap. LXXVII. Vom Holunder. WO man deſſen in den Feldern und wuͤſten Orten ohne diß die Menge hat/ iſt unnoͤhtig die Gaͤrten damit zu beſchweren/ abſonderlich/ weil er we- gen ſeiner leicht-gebrechlichen und nicht dauerhafften Ae- ſte/ in die Gehaͤge gantz ungeſchickt iſt. Waͤchſet gern faſt an allen Orten/ nahe bey den Zaͤunen/ Haͤuſern und Wegen/ in Stadtgraͤben und ſchattechten Orten/ wie auch an den Waſſern. Die gruͤnen Holunder-Staͤmmlein von dem in- wendigen Marck entlediget/ ſollen mit ihrer Feuchtigkeit ſehr wol und gut die Peltz-Zweiglein/ ſo in die Ferne muͤſſen verſchickt ſeyn/ wie Tanara bezeuget/ erhalten und conſerviren. Hat die Art zu trocknen/ zu waͤrmen/ zu verdau- en/ das Gewaͤſſer aus dem Leib zu fuͤhren/ und ſaͤnfftig- lich zu zertheilen/ purgirt Schleim und Gall/ die fri- ſchen und jungen Blaͤtter mit ein wenig Maltz vermiſchet/ lindern die hitzigen Geſchwulſten/ und erkuͤhlen die ent- zuͤndeten Glieder/ oder wann man ſich verbrennt hat; er heilet auch tieffe und fiſtulirte Schaͤden. Wir reden aber allhier allein von dem gemeinen Holder/ weil die uͤbrigen in den Kraͤuter-Buͤchern zu finden/ theils aber in dem Blumengarten einkommen werden. Der Koͤnigliche Hollaͤndiſche Gaͤrtner ſagt/ der Holder laſſe ſich auch durch ſeine abgeſchnittene/ einjaͤh- rige/ gerade Zweiglein vermehren/ wann ſie im Februa- rio oder Martio an feuchte ſchattichte Ort im wachſen- den Monden geſetzt und beſpruͤtzt werden; und das iſt deſto wahrſcheinlicher/ weil alles Holtz/ ſo groſſes Marck hat/ auf ſolche Weiſe leichtlich bekleibet/ wie die Erfah- rung bezeuget/ uñ ſolches auch an Sambuco roſeâ zu ſehẽ. Unſer Holder nun hat faſt gleiche Eigenſchafft mit dem Attich; die Wurtzen in Wein geſotten/ und daruͤber getruncken/ iſt gut wider die Waſſerſucht. Etliche brau- chen im erſten Fruͤling die zarten Schoͤßlein von dem Holder/ kochen ſie mit Spenat zu einem Muͤslein und eſſen es/ das purgirt wol und gelinde; theils eſſen ſie uͤ- berbruͤht mit Eſſig und Oel/ wie Salat/ iſt aber nicht ſo rahtſam/ weil der Eſſig leicht ein Reiſſen verurſachen kan. Der ausgepreſſte Safft der Holderbeer mit Wein getruncken/ treibt das Waſſer mit Gewalt aus/ ſolches thut auch die innerſte gruͤne Rinden/ muß aber nur ſtar- cken/ und nicht jungen oder ſchwachen Perſonen einge- geben werden/ weil er dem Magen etwas zu ſtarck und ſchaͤdlich iſt. Der Eſſig aber von der duͤrren Holderbluͤhe iſt dem Magen ſehr bequem/ bringt wieder den verlohrnen Ap- petit/ und zertheilet die groben und zaͤhen Feuchtigkeiten. Der in Eſſig præparirte Saame/ eines Quintels ſchwer/ mit gleich ſo viel Weinſtein und ein wenig Anis genommen/ fuͤhret das Waſſer des geſchwollenen Bauchs ohne Beſchwerung aus/ wie gleichfalls auch das aus der mittleren Rinden diſtillirte Waſſer/ alle Morgen und Abend zwey Stund vor dem Eſſen/ acht Loth davon getruncken/ und treibt (wie gleichfalls auch das diſtillirte Holderbluͤh-Waſſer auf 12 Loth nuͤchtern genommen) den Stulgang gewaltig fort; das aus den Wurtzen aber auf 8 Loth (wie Cæſar Durantes mel- det) mit halb ſo viel des Waſſers von Attich-Wurtzen gebraucht/ reutet die blaͤſtige Geſchwulſt und Waſſer- ſucht aus/ und muß man mit dem Gebrauch ſolcher bee- der Waſſer dreiſſig Tage nacheinander anhalten. Ein ſonderliches Amuletum wider das Hinfallen- de/ beſchreibt Joh. Hartmann in Praxi Chymiatricâ cap. 7. Man nimmt ein Holderſchoß/ welches auf ei- nem alten Weidenbaum gewachſen iſt/ ſchneidet es in kleine Scheiblein/ deren neun bindet man in ein leinen oder ſeiden Saͤcklein/ henckt es an den Hals/ ſo weit hinunter/ daß es des Krancken Magen beruͤhret/ laͤſſt es ſo lang hangen/ biß es von ſich ſelbſt bricht/ oder herab faͤllt/ dann muß man das abgefallene Saͤcklein nicht mit der Hand anruͤhren/ ſondern mit einer Zangen faſſen/ und an einem abgelegenen Ort verſcharren/ damit nicht andere davon angeſteckt werden. Und ſo lang der Kran- cke dieſes Saͤcklein am Hals traͤgt/ ſoll er durch ein ausgeholtes Rohr dieſer Holunderſchoſſen ſeinen Tranck zu ſich nehmen/ auch vor allen ſtarcken Gemuͤts-Bewe- gungen ſich huͤten. Thomas Bartholinus M. D. Hiſt. rarior. Anatomic. Cent 4. obſ. 69. berichtet/ daß durch ſolches Mittel/ viel von der fallenden Seuche ſeyen errettet worden; ſoll auch/ auf dieſe Weiſe gebraucht/ gut fuͤr die Gicht ſeyn. Uber diß vertreibt der Holder die Schmertzen/ er- oͤffnet die Schweißloͤcher/ und zertheilet die Duͤnſte und Feuchtigkeiten/ treibt den Harn/ befoͤrdert den Schweiß/ zerbricht den Stein/ und bringt der Frauen verſtandene Monat-Zeit wieder/ wie dann Herr D. Daniel Be- cker/ Churfuͤrſtl. Brandenburgiſcher Hof- und Stadt- Medicus zu Koͤnigsberg in Preuſſen von dem Hollun- der und Wacholdern einen abſonderlichen Tractat ge- ſchrieben hat/ der An. 1665 zu Gieſſen gedruckt worden/ dahin ich den guͤnſtigen Leſer will gewieſen haben. Des Holders Gebrauch iſt auch aͤuſſerlich zu vielen dienlich/ das diſtillirte Waſſer aus den Blaͤttern/ da- mit gegurgelt/ hilfft wider die Braͤune; Holderbluͤh- Waſſer auf die Stirn gelegt/ ſtillet die hitzigen Haubt- Schmertzen; die Schwaͤmmlein/ ſo im Mayen an den Aeſten wachſen/ gedoͤrrt/ und in Roſen-Waſſer einge- weicht/ und von auſſen applicirt/ zertheilen die Entzuͤn- dungen und Schmertzen des Haubts; die Schoͤßlein/ die erſt im Fruͤling kommen/ mit gleich ſo viel Wegrich- Wurtzen und altem Schweinen-Schmaltz geſtoſſen und aufgelegt/ gehen in Stillung des Podagra/ wie Cæſ. Durantes ſchreibet/ gleichſam allen andern Mitteln vor. Man macht aus den Beeren eine treffliche Salſen/ die fuͤr alles innerliche Gifft nutzet/ heilet inwendige Ge- ſchwer/ und treibet durch den Schweiß alles Boͤſe aus/ wird derhalben vor den Schweiß-Baͤdern eingenom- men/ muß aber nach purgirtem Leib und nuͤchtern ge- ſchehen; ſo verzehrt ſie auch die anfangende Waſſer- ſucht; uͤber das Rothlauf geſtrichen/ heilet und mildert es allen Schmertzen. Man

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/544
Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 528[526]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/544>, abgerufen am 20.10.2019.