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Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682.

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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] perceptibilis, aufmuntert/ daß er anfänget das Feuer/
in seiner grossen Welt-Kuchen/ anzublasen/ dardurch
die warmen Dünste über alle Berge exhaliren und in
wässerige Wolcken verwandelt werden/ davon wieder
die Erdgewächse begossen/ angefeuchtet/ erquicket/
und mit Regen und Thau zum Wachsthum befördert
werden.

Also ist die Feuchtigkeit allem dem/ was aus der Er-
den kommt/ auszukeimen/ zu wachsen/ sich zu mehren und
Frucht zu bringen/ eine Ursach. Dann wie Bacon sagt:
ist die Feuchte das jenige/ das leichtlich andere Cörper
umfliesset/ das vor sich selbst nicht bestehen kan/ das bald
weichet/ sich geschwind zertheilt und voneinander giebt/
aber auch geschwind wieder vereinigt und zusammen
schliesset/ das leicht fliesset/ und zur Bewegung zu brin-
gen ist. Unde omnium animalium semina sunt hu-
mida.
Also daß diejenigen einer irrigen Meynung sind/
die vorgeben/ das Wasser nähre nicht/ weil gantz keine
Ernährung ohne Wasser geschehen kan. Wie ein jeder
[Spaltenumbruch] Gärtner oder Bauersmann würde zeugen müssen/ wann
schon der allerbeste Saamen/ in den fruchtbaresten
Grunde solte geworffen/ und solcher weder beregnet
noch mit Wasser besprenget werden/ würde alles ver-
derben müssen.

Herr Helmont de Ortu Medicinae fol. 109. erzeh-
let: Er habe ein Erden-Geschirr genommen/ und 200
Pfund im Back-Ofen gedörrter Erden hinein gethan/
und darein einen Felberstock/ der damals 5 Pfund ge-
wogen/ hinein gesteckt/ und mit Regenwasser fleissig be-
gossen; nach fünff Jahren/ habe der darinn gewachsene
Felberbaum 169 Pfund/ und ungefähr 3 Untzen gehal-
ten/ da er doch die Blätter nicht darzu gerechnet/ die
jährlich im Herbst davon abgefallen; endlich habe er
diese Erden wieder gedörrt/ und habe selbige wieder 200
Pfund weniger 2 Untzen gewogen; also schliesset er/ es
sey der Zusatz und Ernährung des Baumes allein aus
dem Wasser kommen/ und daß also das Wasser allen
vegetabilibus, allein natürlicher Weise/ ihr Wachsen
verursache und mittheile.

[Abbildung]
Cap. II.
Von Nutzbarkeit des Wassers.
[Spaltenumbruch]

WAnn man etwas tiefer nachsinnet/ was die Schif-
fahrten auf dem Meer/ Seen/ und fliessenden
Wassern/ einem Land für Vortheil/ Reichthum
und Ergötzlichkeit bringen/ der wird an der Nutzbarkeit
dieses Elements nicht zweiffeln können/ daß man das
Meer mit gantzen Schiff-Flotten/ wie die Engelländer/
Spanier/ Holländer/ Dänen/ Schweden und Türcken
wissen/ bedecket/ gantze Länder/ Provintzen/ ja gar eine
neue Welt erfunden/ ist aus den Historien bekannt; und
wie Cavalieri Marini in seinem zwar scharff-doch auch
[Spaltenumbruch] leichtsinnigen Adone Cant. 10. stanza 266. artlich eine
Schiff-Armee beschreibet:

Apena homeri quasi ha il Mar bastanti
il peso a sostener di tanti Pini:
Apena il vento istesso, a gonfiar tanti
Puo co' fiati supplir candidi lini.
Fugaci olimpi, e vagobondi Atlanti,
Alpi correnti, & mobili Apennini,
Paion suelti da terra, e sparsi a nuoto
i gran vascelli, ala grossezza, al moto.

Würde

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
[Spaltenumbruch] perceptibilis, aufmuntert/ daß er anfaͤnget das Feuer/
in ſeiner groſſen Welt-Kuchen/ anzublaſen/ dardurch
die warmen Duͤnſte uͤber alle Berge exhaliren und in
waͤſſerige Wolcken verwandelt werden/ davon wieder
die Erdgewaͤchſe begoſſen/ angefeuchtet/ erquicket/
und mit Regen und Thau zum Wachsthum befoͤrdert
werden.

Alſo iſt die Feuchtigkeit allem dem/ was aus der Er-
den kommt/ auszukeimen/ zu wachſen/ ſich zu mehren und
Frucht zu bringen/ eine Urſach. Dann wie Bacon ſagt:
iſt die Feuchte das jenige/ das leichtlich andere Coͤrper
umflieſſet/ das vor ſich ſelbſt nicht beſtehen kan/ das bald
weichet/ ſich geſchwind zertheilt und voneinander giebt/
aber auch geſchwind wieder vereinigt und zuſammen
ſchlieſſet/ das leicht flieſſet/ und zur Bewegung zu brin-
gen iſt. Unde omnium animalium ſemina ſunt hu-
mida.
Alſo daß diejenigen einer irrigen Meynung ſind/
die vorgeben/ das Waſſer naͤhre nicht/ weil gantz keine
Ernaͤhrung ohne Waſſer geſchehen kan. Wie ein jeder
[Spaltenumbruch] Gaͤrtner oder Bauersmann wuͤrde zeugen muͤſſen/ wann
ſchon der allerbeſte Saamen/ in den fruchtbareſten
Grunde ſolte geworffen/ und ſolcher weder beregnet
noch mit Waſſer beſprenget werden/ wuͤrde alles ver-
derben muͤſſen.

Herꝛ Helmont de Ortu Medicinæ fol. 109. erzeh-
let: Er habe ein Erden-Geſchirꝛ genommen/ und 200
Pfund im Back-Ofen gedoͤrꝛter Erden hinein gethan/
und darein einen Felberſtock/ der damals 5 Pfund ge-
wogen/ hinein geſteckt/ und mit Regenwaſſer fleiſſig be-
goſſen; nach fuͤnff Jahren/ habe der darinn gewachſene
Felberbaum 169 Pfund/ und ungefaͤhr 3 Untzen gehal-
ten/ da er doch die Blaͤtter nicht darzu gerechnet/ die
jaͤhrlich im Herbſt davon abgefallen; endlich habe er
dieſe Erden wieder gedoͤrꝛt/ und habe ſelbige wieder 200
Pfund weniger 2 Untzen gewogen; alſo ſchlieſſet er/ es
ſey der Zuſatz und Ernaͤhrung des Baumes allein aus
dem Waſſer kommen/ und daß alſo das Waſſer allen
vegetabilibus, allein natuͤrlicher Weiſe/ ihr Wachſen
verurſache und mittheile.

[Abbildung]
Cap. II.
Von Nutzbarkeit des Waſſers.
[Spaltenumbruch]

WAnn man etwas tiefer nachſiñet/ was die Schif-
fahrten auf dem Meer/ Seen/ und flieſſenden
Waſſern/ einem Land fuͤr Vortheil/ Reichthum
und Ergoͤtzlichkeit bringen/ der wird an der Nutzbarkeit
dieſes Elements nicht zweiffeln koͤnnen/ daß man das
Meer mit gantzen Schiff-Flotten/ wie die Engellaͤnder/
Spanier/ Hollaͤnder/ Daͤnen/ Schweden und Tuͤrcken
wiſſen/ bedecket/ gantze Laͤnder/ Provintzen/ ja gar eine
neue Welt erfunden/ iſt aus den Hiſtorien bekannt; und
wie Cavalieri Marini in ſeinem zwar ſcharff-doch auch
[Spaltenumbruch] leichtſinnigen Adone Cant. 10. ſtanza 266. artlich eine
Schiff-Armee beſchreibet:

Apena homeri quaſi hà il Mar baſtanti
il peſo à ſoſtener di tanti Pini:
Apena il vento iſteſſo, à gonfiar tanti
Può co’ fiati ſupplir candidi lini.
Fugaci olimpi, e vagobondi Atlanti,
Alpi correnti, & mobili Apennini,
Paion ſuelti da terra, e ſparſi à nuoto
i gran vaſcelli, ala groſſezza, al moto.

Wuͤrde
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[446/0464] Des Adelichen Land- und Feld-Lebens perceptibilis, aufmuntert/ daß er anfaͤnget das Feuer/ in ſeiner groſſen Welt-Kuchen/ anzublaſen/ dardurch die warmen Duͤnſte uͤber alle Berge exhaliren und in waͤſſerige Wolcken verwandelt werden/ davon wieder die Erdgewaͤchſe begoſſen/ angefeuchtet/ erquicket/ und mit Regen und Thau zum Wachsthum befoͤrdert werden. Alſo iſt die Feuchtigkeit allem dem/ was aus der Er- den kommt/ auszukeimen/ zu wachſen/ ſich zu mehren und Frucht zu bringen/ eine Urſach. Dann wie Bacon ſagt: iſt die Feuchte das jenige/ das leichtlich andere Coͤrper umflieſſet/ das vor ſich ſelbſt nicht beſtehen kan/ das bald weichet/ ſich geſchwind zertheilt und voneinander giebt/ aber auch geſchwind wieder vereinigt und zuſammen ſchlieſſet/ das leicht flieſſet/ und zur Bewegung zu brin- gen iſt. Unde omnium animalium ſemina ſunt hu- mida. Alſo daß diejenigen einer irrigen Meynung ſind/ die vorgeben/ das Waſſer naͤhre nicht/ weil gantz keine Ernaͤhrung ohne Waſſer geſchehen kan. Wie ein jeder Gaͤrtner oder Bauersmann wuͤrde zeugen muͤſſen/ wann ſchon der allerbeſte Saamen/ in den fruchtbareſten Grunde ſolte geworffen/ und ſolcher weder beregnet noch mit Waſſer beſprenget werden/ wuͤrde alles ver- derben muͤſſen. Herꝛ Helmont de Ortu Medicinæ fol. 109. erzeh- let: Er habe ein Erden-Geſchirꝛ genommen/ und 200 Pfund im Back-Ofen gedoͤrꝛter Erden hinein gethan/ und darein einen Felberſtock/ der damals 5 Pfund ge- wogen/ hinein geſteckt/ und mit Regenwaſſer fleiſſig be- goſſen; nach fuͤnff Jahren/ habe der darinn gewachſene Felberbaum 169 Pfund/ und ungefaͤhr 3 Untzen gehal- ten/ da er doch die Blaͤtter nicht darzu gerechnet/ die jaͤhrlich im Herbſt davon abgefallen; endlich habe er dieſe Erden wieder gedoͤrꝛt/ und habe ſelbige wieder 200 Pfund weniger 2 Untzen gewogen; alſo ſchlieſſet er/ es ſey der Zuſatz und Ernaͤhrung des Baumes allein aus dem Waſſer kommen/ und daß alſo das Waſſer allen vegetabilibus, allein natuͤrlicher Weiſe/ ihr Wachſen verurſache und mittheile. [Abbildung] Cap. II. Von Nutzbarkeit des Waſſers. WAnn man etwas tiefer nachſiñet/ was die Schif- fahrten auf dem Meer/ Seen/ und flieſſenden Waſſern/ einem Land fuͤr Vortheil/ Reichthum und Ergoͤtzlichkeit bringen/ der wird an der Nutzbarkeit dieſes Elements nicht zweiffeln koͤnnen/ daß man das Meer mit gantzen Schiff-Flotten/ wie die Engellaͤnder/ Spanier/ Hollaͤnder/ Daͤnen/ Schweden und Tuͤrcken wiſſen/ bedecket/ gantze Laͤnder/ Provintzen/ ja gar eine neue Welt erfunden/ iſt aus den Hiſtorien bekannt; und wie Cavalieri Marini in ſeinem zwar ſcharff-doch auch leichtſinnigen Adone Cant. 10. ſtanza 266. artlich eine Schiff-Armee beſchreibet: Apena homeri quaſi hà il Mar baſtanti il peſo à ſoſtener di tanti Pini: Apena il vento iſteſſo, à gonfiar tanti Può co’ fiati ſupplir candidi lini. Fugaci olimpi, e vagobondi Atlanti, Alpi correnti, & mobili Apennini, Paion ſuelti da terra, e ſparſi à nuoto i gran vaſcelli, ala groſſezza, al moto. Wuͤrde

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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 2. Nürnberg, 1682, S. 446. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica02_1682/464>, abgerufen am 23.10.2019.