Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791.

Bild:
<< vorherige Seite


Von den Lauten oder Buchstaben.
ganz recht daran zu seyn, die diesen Selbstlauter
mit ui schreiben, denn es haben wirklich beyde
Buchstaben Antheil daran. Man spreche ein i aus,
und schließe darunter den Mund so weit zu, als es
zum u erfordert wird, oder umgekehrt, man spre-
che ein u aus, und lasse den Mund bey seiner Oeff-
nung, die Zunge hingegen richte man so, wie sie
beym i seyn muß, so bekömmt man auf beyde Ar-
ten ein reines ü.

§. 121.

Alle Selbstlauter sammt allen ihren Abkömm-
lingen zusammen genommen machen eine Zahl von
zwölfen aus.

1. A. das lateinische
2. a. das tiefere deutsche.
3. a. das noch tiefere ungarische und englische.
4. E. das allgemeine.
5. e. das französische in verite und ungarische
akzentirte.
6. ae. das deutsche ä oder französische e ouvert.
7. I.
O 3


Von den Lauten oder Buchſtaben.
ganz recht daran zu ſeyn, die dieſen Selbſtlauter
mit ui ſchreiben, denn es haben wirklich beyde
Buchſtaben Antheil daran. Man ſpreche ein i aus,
und ſchließe darunter den Mund ſo weit zu, als es
zum u erfordert wird, oder umgekehrt, man ſpre-
che ein u aus, und laſſe den Mund bey ſeiner Oeff-
nung, die Zunge hingegen richte man ſo, wie ſie
beym i ſeyn muß, ſo bekoͤmmt man auf beyde Ar-
ten ein reines uͤ.

§. 121.

Alle Selbſtlauter ſammt allen ihren Abkoͤmm-
lingen zuſammen genommen machen eine Zahl von
zwoͤlfen aus.

1. A. das lateiniſche
2. a. das tiefere deutſche.
3. a. das noch tiefere ungariſche und engliſche.
4. E. das allgemeine.
5. é. das franzoͤſiſche in verité und ungariſche
akzentirte.
6. æ. das deutſche aͤ oder franzoͤſiſche e ouvert.
7. I.
O 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0261" n="213"/><lb/>
<fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von den Lauten oder Buch&#x017F;taben</hi>.</fw><lb/>
ganz recht daran zu &#x017F;eyn, die die&#x017F;en Selb&#x017F;tlauter<lb/>
mit <hi rendition="#aq">ui</hi> &#x017F;chreiben, denn es haben wirklich beyde<lb/>
Buch&#x017F;taben Antheil daran. Man &#x017F;preche ein <hi rendition="#b">i</hi> aus,<lb/>
und &#x017F;chließe darunter den Mund &#x017F;o weit zu, als es<lb/>
zum u erfordert wird, oder umgekehrt, man &#x017F;pre-<lb/>
che ein <hi rendition="#aq">u</hi> aus, und la&#x017F;&#x017F;e den Mund bey &#x017F;einer Oeff-<lb/>
nung, die Zunge hingegen richte man &#x017F;o, wie &#x017F;ie<lb/>
beym <hi rendition="#aq">i</hi> &#x017F;eyn muß, &#x017F;o beko&#x0364;mmt man auf beyde Ar-<lb/>
ten ein reines u&#x0364;.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 121.</head><lb/>
            <p>Alle Selb&#x017F;tlauter &#x017F;ammt allen ihren Abko&#x0364;mm-<lb/>
lingen zu&#x017F;ammen genommen machen eine Zahl von<lb/>
zwo&#x0364;lfen aus.</p><lb/>
            <list>
              <item>1. <hi rendition="#aq">A</hi>. das lateini&#x017F;che</item><lb/>
              <item>2. <hi rendition="#aq">a</hi>. das tiefere deut&#x017F;che.</item><lb/>
              <item>3. <hi rendition="#aq">a</hi>. das noch tiefere ungari&#x017F;che und engli&#x017F;che.</item><lb/>
              <item>4. <hi rendition="#aq">E</hi>. das allgemeine.</item><lb/>
              <item>5. <hi rendition="#aq">é</hi>. das franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che in <hi rendition="#aq">verité</hi> und ungari&#x017F;che<lb/><hi rendition="#et">akzentirte.</hi></item><lb/>
              <item>6. <hi rendition="#aq">æ</hi>. das deut&#x017F;che a&#x0364; oder franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che <hi rendition="#aq">e ouvert</hi>.</item>
            </list><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">O 3</fw>
            <fw place="bottom" type="catch">7. <hi rendition="#aq">I</hi>.</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[213/0261] Von den Lauten oder Buchſtaben. ganz recht daran zu ſeyn, die dieſen Selbſtlauter mit ui ſchreiben, denn es haben wirklich beyde Buchſtaben Antheil daran. Man ſpreche ein i aus, und ſchließe darunter den Mund ſo weit zu, als es zum u erfordert wird, oder umgekehrt, man ſpre- che ein u aus, und laſſe den Mund bey ſeiner Oeff- nung, die Zunge hingegen richte man ſo, wie ſie beym i ſeyn muß, ſo bekoͤmmt man auf beyde Ar- ten ein reines uͤ. §. 121. Alle Selbſtlauter ſammt allen ihren Abkoͤmm- lingen zuſammen genommen machen eine Zahl von zwoͤlfen aus. 1. A. das lateiniſche 2. a. das tiefere deutſche. 3. a. das noch tiefere ungariſche und engliſche. 4. E. das allgemeine. 5. é. das franzoͤſiſche in verité und ungariſche akzentirte. 6. æ. das deutſche aͤ oder franzoͤſiſche e ouvert. 7. I. O 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/261
Zitationshilfe: Kempelen, Wolfgang von: Mechanismus der menschlichen Sprache. Wien, 1791, S. 213. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kempelen_maschine_1791/261>, abgerufen am 15.10.2019.