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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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§. 128. Ansiedeprobe.

2) In Amerika dient zum Verwaschen die Batea, eineAmerika.
hölzerne lackirte Schüssel von etwa 45 Cm. Durchmesser. Man
thut in die Vertiefung im Centrum das Erz und spült durch
rasches Drehen der Schüssel mit der Hand die leichten
Theile weg.

In der Münze von St. Francisco 1) wird ein Erzstück von
bekanntem Gewichte pulverisirt, das Pulver verwaschen und
amalgamirt. Das Pulverisiren im Mörser darf nicht auf einmal
geschehen, sondern der Inhalt desselben muss öfters auf ein feines
Sieb geworfen und die Gröbe von Neuem zerrieben werden, da
goldschaumähnliche Partien beim Waschen leicht verloren
gehen.

Zum Waschen dient auch wohl ein nahe an der Wurzel ab-
geschnittenes Stück eines Ochsenhornes, aus welchem der Länge
nach ein trogartiges Stück ausgeschnitten ist. Mit dem Ver-
waschen vertraute Praktiker schätzen den Goldgehalt mit dem
Auge ziemlich richtig, welcher beim Verwaschen einer kleinen
Menge pulverisirten Erzes im Horne erhalten wird.

2) In Böckstein und Rauris 2) controlirt man durch dieBöckstein,
Rauris.

Goldprobe mit dem Sichertrog das Ausbringen an Mühlgold bei
der Aufbereitung, indem man einen Coefficienten (zu Böckstein
1,15, zu Rauris 1,39) ermittelt hat, durch dessen Anwendung
bei gleichartigem Object und Verfahren der wahre Mühlgoldge-
halt aus dem Ergebniss der Sicherprobe mit ziemlicher Sicher-
heit berechnet werden kann. Das Resultat der Probe hängt
ausser von der Beschaffenheit der Gangarten hauptsächlich von
der Geschicklichkeit und dem Verfahren der Goldzieher ab.



2. Kapitel.
Trockne Proben.

§. 127. Allgemeines. Das Gold wird mittelst Bleies ex-Probir-
methoden.

trahirt und zwar kann dies durch die Ansiede- oder die Tie-
gelschmelzprobe
geschehen.

§. 128. Ansiedeprobe. Diese Probe eignet sich für Gold-Anwendbar-
keit.

erze von jedweder Beschaffenheit und jeglichem Goldgehalt und

1) Preuss. Ztschr. 1856. Bd. IV S. 118.
2) Oestr. Ztschr. 1853. S. 288.
§. 128. Ansiedeprobe.

2) In Amerika dient zum Verwaschen die Batea, eineAmerika.
hölzerne lackirte Schüssel von etwa 45 Cm. Durchmesser. Man
thut in die Vertiefung im Centrum das Erz und spült durch
rasches Drehen der Schüssel mit der Hand die leichten
Theile weg.

In der Münze von St. Francisco 1) wird ein Erzstück von
bekanntem Gewichte pulverisirt, das Pulver verwaschen und
amalgamirt. Das Pulverisiren im Mörser darf nicht auf einmal
geschehen, sondern der Inhalt desselben muss öfters auf ein feines
Sieb geworfen und die Gröbe von Neuem zerrieben werden, da
goldschaumähnliche Partien beim Waschen leicht verloren
gehen.

Zum Waschen dient auch wohl ein nahe an der Wurzel ab-
geschnittenes Stück eines Ochsenhornes, aus welchem der Länge
nach ein trogartiges Stück ausgeschnitten ist. Mit dem Ver-
waschen vertraute Praktiker schätzen den Goldgehalt mit dem
Auge ziemlich richtig, welcher beim Verwaschen einer kleinen
Menge pulverisirten Erzes im Horne erhalten wird.

2) In Böckstein und Rauris 2) controlirt man durch dieBöckstein,
Rauris.

Goldprobe mit dem Sichertrog das Ausbringen an Mühlgold bei
der Aufbereitung, indem man einen Coefficienten (zu Böckstein
1,15, zu Rauris 1,39) ermittelt hat, durch dessen Anwendung
bei gleichartigem Object und Verfahren der wahre Mühlgoldge-
halt aus dem Ergebniss der Sicherprobe mit ziemlicher Sicher-
heit berechnet werden kann. Das Resultat der Probe hängt
ausser von der Beschaffenheit der Gangarten hauptsächlich von
der Geschicklichkeit und dem Verfahren der Goldzieher ab.



2. Kapitel.
Trockne Proben.

§. 127. Allgemeines. Das Gold wird mittelst Bleies ex-Probir-
methoden.

trahirt und zwar kann dies durch die Ansiede- oder die Tie-
gelschmelzprobe
geschehen.

§. 128. Ansiedeprobe. Diese Probe eignet sich für Gold-Anwendbar-
keit.

erze von jedweder Beschaffenheit und jeglichem Goldgehalt und

1) Preuss. Ztschr. 1856. Bd. IV S. 118.
2) Oestr. Ztschr. 1853. S. 288.
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[295/0333] §. 128. Ansiedeprobe. 2) In Amerika dient zum Verwaschen die Batea, eine hölzerne lackirte Schüssel von etwa 45 Cm. Durchmesser. Man thut in die Vertiefung im Centrum das Erz und spült durch rasches Drehen der Schüssel mit der Hand die leichten Theile weg. Amerika. In der Münze von St. Francisco 1) wird ein Erzstück von bekanntem Gewichte pulverisirt, das Pulver verwaschen und amalgamirt. Das Pulverisiren im Mörser darf nicht auf einmal geschehen, sondern der Inhalt desselben muss öfters auf ein feines Sieb geworfen und die Gröbe von Neuem zerrieben werden, da goldschaumähnliche Partien beim Waschen leicht verloren gehen. Zum Waschen dient auch wohl ein nahe an der Wurzel ab- geschnittenes Stück eines Ochsenhornes, aus welchem der Länge nach ein trogartiges Stück ausgeschnitten ist. Mit dem Ver- waschen vertraute Praktiker schätzen den Goldgehalt mit dem Auge ziemlich richtig, welcher beim Verwaschen einer kleinen Menge pulverisirten Erzes im Horne erhalten wird. 2) In Böckstein und Rauris 2) controlirt man durch die Goldprobe mit dem Sichertrog das Ausbringen an Mühlgold bei der Aufbereitung, indem man einen Coefficienten (zu Böckstein 1,15, zu Rauris 1,39) ermittelt hat, durch dessen Anwendung bei gleichartigem Object und Verfahren der wahre Mühlgoldge- halt aus dem Ergebniss der Sicherprobe mit ziemlicher Sicher- heit berechnet werden kann. Das Resultat der Probe hängt ausser von der Beschaffenheit der Gangarten hauptsächlich von der Geschicklichkeit und dem Verfahren der Goldzieher ab. Böckstein, Rauris. 2. Kapitel. Trockne Proben. §. 127. Allgemeines. Das Gold wird mittelst Bleies ex- trahirt und zwar kann dies durch die Ansiede- oder die Tie- gelschmelzprobe geschehen. Probir- methoden. §. 128. Ansiedeprobe. Diese Probe eignet sich für Gold- erze von jedweder Beschaffenheit und jeglichem Goldgehalt und Anwendbar- keit. 1) Preuss. Ztschr. 1856. Bd. IV S. 118. 2) Oestr. Ztschr. 1853. S. 288.

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 295. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/333>, abgerufen am 25.04.2019.