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Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866.

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§. 216. Alaunprobe.
XX. Alaunprobe.

§. 216. Allgemeines. Mit dem Namen Alaun1) belegt manZusammen-
setzung des
Alauns.

eine Reihe von Doppelsalzen von der allgemeinen Zusammen-
setzung R S + R S3 + 24 H, in denen sich sowohl verschie-
dene Basen, als Säuren vertreten können Die technisch wich-
tigsten Alaunsorten sind der Kalialaun, K S + Al S3 + 24 H
mit 9.09 K, 10.94 Al, 33.68 S und 45,49 H oder 36:21 Al S3,
18,31 K S und 45,48 H und der Ammoniakalaun, N H4
S + Al S3 + 24 H mit 3.77 N H4, 11.32 Al, 35.29 S und 49.62
H oder 14.55 N H4 S, 37.78 Al S3 und 47,67 H.

Nur zum geringeren Theil wird Kalialaun aus RohmaterialienDarstellung
des Alauns.

dargestellt, welche schon sämmtliche Bestandtheile für die Alaun-
bildung enthalten (Alaunsteine, manche Alaunschiefer);
meist erhält man denselben, sowie auch den Ammoniakalaun da-
durch, dass man Schwefelkies und Thonerde führende Materialien
(Alaunschiefer, Alaunerden) verwittern lässt oder röstet,
wobei sich schwefelsaure Thonerde bildet, welche man
auslaugt. Die Rohlauge wird zur weiteren Concentration ein-
gedampft, auch wohl vorher gradirt und die Gaarlauge behuf
Bildung von Alaun mit sogenannten Alaunflüssen in Form
von Kalisalzen (neutralem und saurem schwefelsauren Kali,
Chlorkalium, seltener Potasche) oder mit schwefelsaurem
Ammoniak
versetzt, worauf unter öfterem Umrühren (Schüt-
teln
) beim Erkalten der Lauge krystallinisches Alaunpulver
(Alaunmehl) erfolgt, welches nochmals umkrystallisirt wird.

Die Alaunprobe bezweckt nun:Zweck der
Alaunprobe.

1) die Ermittlung der alaunbildenden Kraft eines Kali-
oder Ammoniaksalzes behuf Feststellung seines Werthes;
2) die Bestimmung der Menge Alaunfluss, welche eine ge-
wisse Menge Gaar- oder Mutterlauge zur Alaunbildung ver-
langt;

3) die Controle des Betriebes im Grossen.

Durch analytisch-chemische Proben bestimmt manAnalytisch
chem. Probe.

den Kaligehalt in als Alaunfluss angewandten Kalisalzen am ge-
nauesten, allerdings aber bei längerer Zeitdauer der Probe.


1) Ausführliches über Alaunbereitung in Muspratt-Stohmann's technischer
Chemie. 2. Aufl. 1865. Bd. I. S. 42.
§. 216. Alaunprobe.
XX. Alaunprobe.

§. 216. Allgemeines. Mit dem Namen Alaun1) belegt manZusammen-
setzung des
Alauns.

eine Reihe von Doppelsalzen von der allgemeinen Zusammen-
setzung R S + R S3 + 24 H, in denen sich sowohl verschie-
dene Basen, als Säuren vertreten können Die technisch wich-
tigsten Alaunsorten sind der Kalialaun, K S + Al S3 + 24 H
mit 9.09 K, 10.94 Al, 33.68 S und 45,49 H oder 36:21 Al S3,
18,31 K S und 45,48 H und der Ammoniakalaun, N H4
S + Al S3 + 24 H mit 3.77 N H4, 11.32 Al, 35.29 S und 49.62
H oder 14.55 N H4 S, 37.78 Al S3 und 47,67 H.

Nur zum geringeren Theil wird Kalialaun aus RohmaterialienDarstellung
des Alauns.

dargestellt, welche schon sämmtliche Bestandtheile für die Alaun-
bildung enthalten (Alaunsteine, manche Alaunschiefer);
meist erhält man denselben, sowie auch den Ammoniakalaun da-
durch, dass man Schwefelkies und Thonerde führende Materialien
(Alaunschiefer, Alaunerden) verwittern lässt oder röstet,
wobei sich schwefelsaure Thonerde bildet, welche man
auslaugt. Die Rohlauge wird zur weiteren Concentration ein-
gedampft, auch wohl vorher gradirt und die Gaarlauge behuf
Bildung von Alaun mit sogenannten Alaunflüssen in Form
von Kalisalzen (neutralem und saurem schwefelsauren Kali,
Chlorkalium, seltener Potasche) oder mit schwefelsaurem
Ammoniak
versetzt, worauf unter öfterem Umrühren (Schüt-
teln
) beim Erkalten der Lauge krystallinisches Alaunpulver
(Alaunmehl) erfolgt, welches nochmals umkrystallisirt wird.

Die Alaunprobe bezweckt nun:Zweck der
Alaunprobe.

1) die Ermittlung der alaunbildenden Kraft eines Kali-
oder Ammoniaksalzes behuf Feststellung seines Werthes;
2) die Bestimmung der Menge Alaunfluss, welche eine ge-
wisse Menge Gaar- oder Mutterlauge zur Alaunbildung ver-
langt;

3) die Controle des Betriebes im Grossen.

Durch analytisch-chemische Proben bestimmt manAnalytisch
chem. Probe.

den Kaligehalt in als Alaunfluss angewandten Kalisalzen am ge-
nauesten, allerdings aber bei längerer Zeitdauer der Probe.


1) Ausführliches über Alaunbereitung in Muspratt-Stohmann’s technischer
Chemie. 2. Aufl. 1865. Bd. I. S. 42.
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[459/0497] §. 216. Alaunprobe. XX. Alaunprobe. §. 216. Allgemeines. Mit dem Namen Alaun 1) belegt man eine Reihe von Doppelsalzen von der allgemeinen Zusammen- setzung R S + R S3 + 24 H, in denen sich sowohl verschie- dene Basen, als Säuren vertreten können Die technisch wich- tigsten Alaunsorten sind der Kalialaun, K S + Al S3 + 24 H mit 9.09 K, 10.94 Al, 33.68 S und 45,49 H oder 36:21 Al S3, 18,31 K S und 45,48 H und der Ammoniakalaun, N H4 S + Al S3 + 24 H mit 3.77 N H4, 11.32 Al, 35.29 S und 49.62 H oder 14.55 N H4 S, 37.78 Al S3 und 47,67 H. Zusammen- setzung des Alauns. Nur zum geringeren Theil wird Kalialaun aus Rohmaterialien dargestellt, welche schon sämmtliche Bestandtheile für die Alaun- bildung enthalten (Alaunsteine, manche Alaunschiefer); meist erhält man denselben, sowie auch den Ammoniakalaun da- durch, dass man Schwefelkies und Thonerde führende Materialien (Alaunschiefer, Alaunerden) verwittern lässt oder röstet, wobei sich schwefelsaure Thonerde bildet, welche man auslaugt. Die Rohlauge wird zur weiteren Concentration ein- gedampft, auch wohl vorher gradirt und die Gaarlauge behuf Bildung von Alaun mit sogenannten Alaunflüssen in Form von Kalisalzen (neutralem und saurem schwefelsauren Kali, Chlorkalium, seltener Potasche) oder mit schwefelsaurem Ammoniak versetzt, worauf unter öfterem Umrühren (Schüt- teln) beim Erkalten der Lauge krystallinisches Alaunpulver (Alaunmehl) erfolgt, welches nochmals umkrystallisirt wird. Darstellung des Alauns. Die Alaunprobe bezweckt nun: Zweck der Alaunprobe. 1) die Ermittlung der alaunbildenden Kraft eines Kali- oder Ammoniaksalzes behuf Feststellung seines Werthes; 2) die Bestimmung der Menge Alaunfluss, welche eine ge- wisse Menge Gaar- oder Mutterlauge zur Alaunbildung ver- langt; 3) die Controle des Betriebes im Grossen. Durch analytisch-chemische Proben bestimmt man den Kaligehalt in als Alaunfluss angewandten Kalisalzen am ge- nauesten, allerdings aber bei längerer Zeitdauer der Probe. Analytisch chem. Probe. 1) Ausführliches über Alaunbereitung in Muspratt-Stohmann’s technischer Chemie. 2. Aufl. 1865. Bd. I. S. 42.

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Zitationshilfe: Kerl, Bruno: Metallurgische Probirkunst. Leipzig, 1866, S. 459. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kerl_metallurgische_1866/497>, abgerufen am 20.04.2019.