Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kleist, Heinrich von: Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe. Berlin, 1810.

Bild:
<< vorherige Seite
Angesichts nicht ruhen ließe wider mich, so würd'
ich ihr einen Possen zu spielen wissen, daß sie es ewig
in einer Scheide tragen sollte; und so wahr ich diese
Rechte aufhebe, ich halte Wort! -- Folgt mir, meine
Freunde!

(Alle ab).

Scene. Köhlerhütte im Gebirg. Nacht, Donner und Blitz.
Vierter Auftritt.
Burggraf von Freiburg und Georg von Wald-
städten (treten auf).
Freiburg (in die Scene rufend).
Hebt sie vom Pferd' herunter! -- (Blitz und Donner-
schlag).
-- Ei, so schlag' ein wo du willst; nur nicht
auf die Scheitel, belegt mit Kreide, meiner lieben
Braut, der Kunigunde von Thurneck!
Eine Stimme (außerhalb)
He! Wo seid ihr?
Freiburg.
Hier!
Georg.
Habt ihr jemals eine solche Nacht erlebt?
Freiburg.
Das gießt vom Himmel herab, Wipfel und Berg-
Angeſichts nicht ruhen ließe wider mich, ſo würd'
ich ihr einen Poſſen zu ſpielen wiſſen, daß ſie es ewig
in einer Scheide tragen ſollte; und ſo wahr ich dieſe
Rechte aufhebe, ich halte Wort! — Folgt mir, meine
Freunde!

(Alle ab).

Scene. Köhlerhütte im Gebirg. Nacht, Donner und Blitz.
Vierter Auftritt.
Burggraf von Freiburg und Georg von Wald-
ſtädten (treten auf).
Freiburg (in die Scene rufend).
Hebt ſie vom Pferd' herunter! — (Blitz und Donner-
ſchlag).
— Ei, ſo ſchlag' ein wo du willſt; nur nicht
auf die Scheitel, belegt mit Kreide, meiner lieben
Braut, der Kunigunde von Thurneck!
Eine Stimme (außerhalb)
He! Wo ſeid ihr?
Freiburg.
Hier!
Georg.
Habt ihr jemals eine ſolche Nacht erlebt?
Freiburg.
Das gießt vom Himmel herab, Wipfel und Berg-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <sp who="#STAR">
            <p><pb facs="#f0061" n="55"/>
Ange&#x017F;ichts nicht ruhen ließe wider mich, &#x017F;o würd'<lb/>
ich ihr einen Po&#x017F;&#x017F;en zu &#x017F;pielen wi&#x017F;&#x017F;en, daß &#x017F;ie es ewig<lb/>
in einer Scheide tragen &#x017F;ollte; und &#x017F;o wahr ich die&#x017F;e<lb/>
Rechte aufhebe, ich halte Wort! &#x2014; Folgt mir, meine<lb/>
Freunde!</p><lb/>
            <stage>(Alle ab).</stage><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <stage><hi rendition="#g">Scene</hi>. Köhlerhütte im Gebirg. Nacht, Donner und Blitz.</stage>
          </sp>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#g">Vierter Auftritt</hi>.</hi> </head><lb/>
          <stage>Burggraf von Freiburg und Georg von Wald-<lb/>
&#x017F;tädten (treten auf).</stage><lb/>
          <sp who="#FRE">
            <speaker> <hi rendition="#g">Freiburg</hi> </speaker>
            <stage>(in die Scene rufend).</stage><lb/>
            <p>Hebt &#x017F;ie vom Pferd' herunter! &#x2014; <stage>(Blitz und Donner-<lb/>
&#x017F;chlag).</stage> &#x2014; Ei, &#x017F;o &#x017F;chlag' ein wo du will&#x017F;t; nur nicht<lb/>
auf die Scheitel, belegt mit Kreide, meiner lieben<lb/>
Braut, der Kunigunde von Thurneck!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#STI">
            <speaker> <hi rendition="#g">Eine Stimme</hi> </speaker>
            <stage>(außerhalb)</stage><lb/>
            <p>He! Wo &#x017F;eid ihr?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#FRE">
            <speaker><hi rendition="#g">Freiburg</hi>.</speaker><lb/>
            <p>Hier!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GEOR">
            <speaker><hi rendition="#g">Georg</hi>.</speaker><lb/>
            <p>Habt ihr jemals eine &#x017F;olche Nacht erlebt?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#FRE">
            <speaker><hi rendition="#g">Freiburg</hi>.</speaker><lb/>
            <p>Das gießt vom Himmel herab, Wipfel und Berg-<lb/></p>
          </sp>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[55/0061] Angeſichts nicht ruhen ließe wider mich, ſo würd' ich ihr einen Poſſen zu ſpielen wiſſen, daß ſie es ewig in einer Scheide tragen ſollte; und ſo wahr ich dieſe Rechte aufhebe, ich halte Wort! — Folgt mir, meine Freunde! (Alle ab). Scene. Köhlerhütte im Gebirg. Nacht, Donner und Blitz. Vierter Auftritt. Burggraf von Freiburg und Georg von Wald- ſtädten (treten auf). Freiburg (in die Scene rufend). Hebt ſie vom Pferd' herunter! — (Blitz und Donner- ſchlag). — Ei, ſo ſchlag' ein wo du willſt; nur nicht auf die Scheitel, belegt mit Kreide, meiner lieben Braut, der Kunigunde von Thurneck! Eine Stimme (außerhalb) He! Wo ſeid ihr? Freiburg. Hier! Georg. Habt ihr jemals eine ſolche Nacht erlebt? Freiburg. Das gießt vom Himmel herab, Wipfel und Berg-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/kleist_kaethchen_1810
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/kleist_kaethchen_1810/61
Zitationshilfe: Kleist, Heinrich von: Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe. Berlin, 1810, S. 55. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kleist_kaethchen_1810/61>, abgerufen am 25.05.2019.