Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817.

Bild:
<< vorherige Seite
Die Standesherren.
§. 234.
c) vermischtes Verhältniss.

CC) Ueberdiess sollen 1) nach den Grund-
sätzen der früheren teutschen Verfassung, a)
die noch bestehenden standesherrlichen
FamilienVerträge aufrecht erhalten wer-
den, und b) die standesherrlichen Familien
befugt seyn, über ihre Güter und Fami-
lien Verhältnisse verbindliche Ver-
fügungen
zu treffen; doch müssen solche
dem Souverain vorgelegt, und bei (und von)
den höchsten Landesstellen zur allgemeinen
Kenntniss und Nachachtung gebracht werden.
c) Alle bisher dagegen (gegen die stan-
desherrliche FamilienVerfassung) erlassenen
Verordnungen, sollen für künftige
Fälle nicht weiter anwendbar seyn. 2) Ueber-
haupt sollen den standesherrlichen Häusern,
in Rücksicht ihrer Personen, Familien
und Besitzungen, alle diejenigen Rechte
und Vorzüge zugesichert werden, oder
bleiben, welche a) aus ihrem Eigenthum
und dessen ungestörtem Genuss herrühren,
und b) nicht zu der Staatsgewalt und
den höheren Regierungsrechten ge-
hören.

Die Standesherren.
§. 234.
c) vermischtes Verhältniſs.

CC) Ueberdieſs sollen 1) nach den Grund-
sätzen der früheren teutschen Verfassung, a)
die noch bestehenden standesherrlichen
FamilienVerträge aufrecht erhalten wer-
den, und b) die standesherrlichen Familien
befugt seyn, über ihre Güter und Fami-
lien Verhältnisse verbindliche Ver-
fügungen
zu treffen; doch müssen solche
dem Souverain vorgelegt, und bei (und von)
den höchsten Landesstellen zur allgemeinen
Kenntniſs und Nachachtung gebracht werden.
c) Alle bisher dagegen (gegen die stan-
desherrliche FamilienVerfassung) erlassenen
Verordnungen, sollen für künftige
Fälle nicht weiter anwendbar seyn. 2) Ueber-
haupt sollen den standesherrlichen Häusern,
in Rücksicht ihrer Personen, Familien
und Besitzungen, alle diejenigen Rechte
und Vorzüge zugesichert werden, oder
bleiben, welche a) aus ihrem Eigenthum
und dessen ungestörtem Genuſs herrühren,
und b) nicht zu der Staatsgewalt und
den höheren Regierungsrechten ge-
hören.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0395" n="371"/>
          <fw place="top" type="header">Die Standesherren.</fw><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 234.<lb/>
c) <hi rendition="#i">vermischtes Verhältni&#x017F;s</hi>.</head><lb/>
            <p>CC) Ueberdie&#x017F;s sollen 1) nach den Grund-<lb/>
sätzen der früheren teutschen Verfassung, a)<lb/>
die <hi rendition="#g">noch bestehenden</hi> standesherrlichen<lb/><hi rendition="#g">FamilienVerträge</hi> aufrecht erhalten wer-<lb/>
den, und b) die standesherrlichen Familien<lb/>
befugt seyn, über ihre <hi rendition="#g">Güter</hi> und <hi rendition="#g">Fami-<lb/>
lien Verhältnisse verbindliche Ver-<lb/>
fügungen</hi> zu treffen; doch müssen solche<lb/>
dem Souverain vorgelegt, und bei (und von)<lb/>
den höchsten Landesstellen zur allgemeinen<lb/>
Kenntni&#x017F;s und Nachachtung gebracht werden.<lb/>
c) Alle bisher <hi rendition="#g">dagegen</hi> (gegen die stan-<lb/>
desherrliche FamilienVerfassung) erlassenen<lb/><hi rendition="#g">Verordnungen</hi>, sollen für <hi rendition="#g">künftige</hi><lb/>
Fälle nicht weiter anwendbar seyn. 2) Ueber-<lb/>
haupt sollen den standesherrlichen Häusern,<lb/>
in Rücksicht ihrer <hi rendition="#g">Personen, Familien</hi><lb/>
und <hi rendition="#g">Besitzungen</hi>, alle diejenigen <hi rendition="#g">Rechte</hi><lb/>
und <hi rendition="#g">Vorzüge</hi> zugesichert werden, oder<lb/>
bleiben, welche a) aus ihrem <hi rendition="#g">Eigenthum</hi><lb/>
und dessen ungestörtem Genu&#x017F;s herrühren,<lb/>
und b) <hi rendition="#g">nicht</hi> zu der <hi rendition="#g">Staatsgewalt</hi> und<lb/>
den <hi rendition="#g">höheren Regierungsrechten</hi> ge-<lb/>
hören.</p>
          </div><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[371/0395] Die Standesherren. §. 234. c) vermischtes Verhältniſs. CC) Ueberdieſs sollen 1) nach den Grund- sätzen der früheren teutschen Verfassung, a) die noch bestehenden standesherrlichen FamilienVerträge aufrecht erhalten wer- den, und b) die standesherrlichen Familien befugt seyn, über ihre Güter und Fami- lien Verhältnisse verbindliche Ver- fügungen zu treffen; doch müssen solche dem Souverain vorgelegt, und bei (und von) den höchsten Landesstellen zur allgemeinen Kenntniſs und Nachachtung gebracht werden. c) Alle bisher dagegen (gegen die stan- desherrliche FamilienVerfassung) erlassenen Verordnungen, sollen für künftige Fälle nicht weiter anwendbar seyn. 2) Ueber- haupt sollen den standesherrlichen Häusern, in Rücksicht ihrer Personen, Familien und Besitzungen, alle diejenigen Rechte und Vorzüge zugesichert werden, oder bleiben, welche a) aus ihrem Eigenthum und dessen ungestörtem Genuſs herrühren, und b) nicht zu der Staatsgewalt und den höheren Regierungsrechten ge- hören.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/395
Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817, S. 371. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/395>, abgerufen am 20.03.2019.