Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 3. Berlin, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

Allgemeine Thierzuchtlehre.
der Rohfaser löslicher gemacht und daher das Futter einer günstigen Veränderung
unterworfen.

4. Die Futterbereitungs-Maschinen.

Entsprechend der Art des Futters und seiner Zubereitung, welche im Quetschen,
Schroten, Brechen, Schneiden, Waschen, Kochen bestehen kann, unterscheidet man
1. Quetsch- und Schrotmühlen, 2. Oelkuchenbrecher, 3. Häcksel- und Wurzelschneide-
maschinen, 4. Waschmaschinen und 5. Futter-Koch- und Dämpfapparate.

1. Die Quetsch- und Schrotmühlen.

Die Quetschmühlen, Haferquetschen haben die Aufgabe, Körner, besonders Hafer,
Gerste zu zerreißen, zu zerquetschen. Diese Arbeit wird durch zwei gleich oder ver-
schieden große, hohle Walzen verrichtet, welche am Umfange gewöhnlich glatt sind.

[Abbildung] Fig. 24.

Quetschmaschine für Handbetrieb DK
von der Aetien-Gesellschaft "H. F. Eckert" -- Ber-
in. -- Quetschwalzen 46 resp. 25 Cm. Durchmesser
und 7 Cm. Breite; Gewicht 152 Kilogr.; Leistung per
Stunde: Hafer grob 2 Hektoliter, sein 1 Hekto-
liter; Roggen grob 1.5 Hektoliter, sein 0.75 Hekto-
liter. Preis 130 Mark (65 fl.).

Bei kleinen Walzen versieht man die
Mantelflächen mit Riefen, um das Aus-
springen der Körner zu verhüten. Als
vorzüglichste Quetschmühle ist die Turner'sche
Quetsche von E. R. & F. Turner in
Ipswich zu bezeichnen. Dieselbe besteht
aus zwei verschieden großen, horizontal
gelagerten Walzen, von welchen die größere
durch eine Kurbel oder Riemenscheibe in
Bewegung gesetzt wird. Die Körner ge-
langen durch einen Rumpf zwischen die
beiden Walzen, um dort zerdrückt und zer-
rissen zu werden. Fig. 24 zeigt eine der-
artige Quetschmaschine, ausgeführt für den
Handbetrieb durch zwei Mann von der
Actien-Gesellschaft "H. F. Eckert".

Zum weiteren Verkleinern der Körner,
zum Schroten und Mahlen derselben kommen
Schrot- und Mahlgänge in Verwendung.
In den meisten Fällen wird es am billig-
sten kommen, sich das Schrot, statt auf
eigenen Schrotmühlen, von der nächsten
Kunstmühle herstellen zu lassen. Die Con-
struction der eigentlichen Schrotmühlen ist eine sehr mannigfaltige. Entweder zeigen
sie die Einrichtung der gewöhnlichen Mahlmühlen (über einem feststehenden Steine einen
horizontal rotirenden Stein) oder sie bestehen aus einem gerieften Mantel, innerhalb
welchem ein aus Hartguß oder Stahl gefertigter geriefter oder cannelirter Kegel sich
bewegt (Construction der Kaffeemühlen), oder aus einer gerieften, harten Walze,

Allgemeine Thierzuchtlehre.
der Rohfaſer löslicher gemacht und daher das Futter einer günſtigen Veränderung
unterworfen.

4. Die Futterbereitungs-Maſchinen.

Entſprechend der Art des Futters und ſeiner Zubereitung, welche im Quetſchen,
Schroten, Brechen, Schneiden, Waſchen, Kochen beſtehen kann, unterſcheidet man
1. Quetſch- und Schrotmühlen, 2. Oelkuchenbrecher, 3. Häckſel- und Wurzelſchneide-
maſchinen, 4. Waſchmaſchinen und 5. Futter-Koch- und Dämpfapparate.

1. Die Quetſch- und Schrotmühlen.

Die Quetſchmühlen, Haferquetſchen haben die Aufgabe, Körner, beſonders Hafer,
Gerſte zu zerreißen, zu zerquetſchen. Dieſe Arbeit wird durch zwei gleich oder ver-
ſchieden große, hohle Walzen verrichtet, welche am Umfange gewöhnlich glatt ſind.

[Abbildung] Fig. 24.

Quetſchmaſchine für Handbetrieb DK
von der Aetien-Geſellſchaft „H. F. Eckert“ — Ber-
in. — Quetſchwalzen 46 reſp. 25 Cm. Durchmeſſer
und 7 Cm. Breite; Gewicht 152 Kilogr.; Leiſtung per
Stunde: Hafer grob 2 Hektoliter, ſein 1 Hekto-
liter; Roggen grob 1.5 Hektoliter, ſein 0.75 Hekto-
liter. Preis 130 Mark (65 fl.).

Bei kleinen Walzen verſieht man die
Mantelflächen mit Riefen, um das Aus-
ſpringen der Körner zu verhüten. Als
vorzüglichſte Quetſchmühle iſt die Turner’ſche
Quetſche von E. R. & F. Turner in
Ipswich zu bezeichnen. Dieſelbe beſteht
aus zwei verſchieden großen, horizontal
gelagerten Walzen, von welchen die größere
durch eine Kurbel oder Riemenſcheibe in
Bewegung geſetzt wird. Die Körner ge-
langen durch einen Rumpf zwiſchen die
beiden Walzen, um dort zerdrückt und zer-
riſſen zu werden. Fig. 24 zeigt eine der-
artige Quetſchmaſchine, ausgeführt für den
Handbetrieb durch zwei Mann von der
Actien-Geſellſchaft „H. F. Eckert“.

Zum weiteren Verkleinern der Körner,
zum Schroten und Mahlen derſelben kommen
Schrot- und Mahlgänge in Verwendung.
In den meiſten Fällen wird es am billig-
ſten kommen, ſich das Schrot, ſtatt auf
eigenen Schrotmühlen, von der nächſten
Kunſtmühle herſtellen zu laſſen. Die Con-
ſtruction der eigentlichen Schrotmühlen iſt eine ſehr mannigfaltige. Entweder zeigen
ſie die Einrichtung der gewöhnlichen Mahlmühlen (über einem feſtſtehenden Steine einen
horizontal rotirenden Stein) oder ſie beſtehen aus einem gerieften Mantel, innerhalb
welchem ein aus Hartguß oder Stahl gefertigter geriefter oder cannelirter Kegel ſich
bewegt (Conſtruction der Kaffeemühlen), oder aus einer gerieften, harten Walze,

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0072" n="56"/><fw place="top" type="header">Allgemeine Thierzuchtlehre.</fw><lb/>
der Rohfa&#x017F;er löslicher gemacht und daher das Futter einer gün&#x017F;tigen Veränderung<lb/>
unterworfen.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head> <hi rendition="#b">4. Die Futterbereitungs-Ma&#x017F;chinen.</hi> </head><lb/>
                <p>Ent&#x017F;prechend der Art des Futters und &#x017F;einer Zubereitung, welche im Quet&#x017F;chen,<lb/>
Schroten, Brechen, Schneiden, Wa&#x017F;chen, Kochen be&#x017F;tehen kann, unter&#x017F;cheidet man<lb/>
1. Quet&#x017F;ch- und Schrotmühlen, 2. Oelkuchenbrecher, 3. Häck&#x017F;el- und Wurzel&#x017F;chneide-<lb/>
ma&#x017F;chinen, 4. Wa&#x017F;chma&#x017F;chinen und 5. Futter-Koch- und Dämpfapparate.</p><lb/>
                <div n="6">
                  <head> <hi rendition="#b">1. Die Quet&#x017F;ch- und Schrotmühlen.</hi> </head><lb/>
                  <p>Die Quet&#x017F;chmühlen, Haferquet&#x017F;chen haben die Aufgabe, Körner, be&#x017F;onders Hafer,<lb/>
Ger&#x017F;te zu zerreißen, zu zerquet&#x017F;chen. Die&#x017F;e Arbeit wird durch zwei gleich oder ver-<lb/>
&#x017F;chieden große, hohle Walzen verrichtet, welche am Umfange gewöhnlich glatt &#x017F;ind.<lb/><figure><head>Fig. 24. </head><p>Quet&#x017F;chma&#x017F;chine für Handbetrieb <hi rendition="#aq">DK</hi><lb/><hi rendition="#g">von der</hi> Aetien-Ge&#x017F;ell&#x017F;chaft &#x201E;H. F. Eckert&#x201C; &#x2014; Ber-<lb/>
in. &#x2014; Quet&#x017F;chwalzen 46 re&#x017F;p. 25 Cm. Durchme&#x017F;&#x017F;er<lb/>
und 7 Cm. Breite; Gewicht 152 Kilogr.; Lei&#x017F;tung per<lb/>
Stunde: Hafer grob 2 Hektoliter, &#x017F;ein 1 Hekto-<lb/>
liter; Roggen grob 1.5 Hektoliter, &#x017F;ein 0.75 Hekto-<lb/>
liter. Preis 130 Mark (65 fl.).</p></figure><lb/>
Bei kleinen Walzen ver&#x017F;ieht man die<lb/>
Mantelflächen mit Riefen, um das Aus-<lb/>
&#x017F;pringen der Körner zu verhüten. Als<lb/>
vorzüglich&#x017F;te Quet&#x017F;chmühle i&#x017F;t die Turner&#x2019;&#x017F;che<lb/>
Quet&#x017F;che von E. R. &amp; F. Turner in<lb/>
Ipswich zu bezeichnen. Die&#x017F;elbe be&#x017F;teht<lb/>
aus zwei ver&#x017F;chieden großen, horizontal<lb/>
gelagerten Walzen, von welchen die größere<lb/>
durch eine Kurbel oder Riemen&#x017F;cheibe in<lb/>
Bewegung ge&#x017F;etzt wird. Die Körner ge-<lb/>
langen durch einen Rumpf zwi&#x017F;chen die<lb/>
beiden Walzen, um dort zerdrückt und zer-<lb/>
ri&#x017F;&#x017F;en zu werden. Fig. 24 zeigt eine der-<lb/>
artige Quet&#x017F;chma&#x017F;chine, ausgeführt für den<lb/>
Handbetrieb durch zwei Mann von der<lb/>
Actien-Ge&#x017F;ell&#x017F;chaft &#x201E;H. F. Eckert&#x201C;.</p><lb/>
                  <p>Zum weiteren Verkleinern der Körner,<lb/>
zum Schroten und Mahlen der&#x017F;elben kommen<lb/>
Schrot- und Mahlgänge in Verwendung.<lb/>
In den mei&#x017F;ten Fällen wird es am billig-<lb/>
&#x017F;ten kommen, &#x017F;ich das Schrot, &#x017F;tatt auf<lb/>
eigenen Schrotmühlen, von der näch&#x017F;ten<lb/>
Kun&#x017F;tmühle her&#x017F;tellen zu la&#x017F;&#x017F;en. Die Con-<lb/>
&#x017F;truction der eigentlichen Schrotmühlen i&#x017F;t eine &#x017F;ehr mannigfaltige. Entweder zeigen<lb/>
&#x017F;ie die Einrichtung der gewöhnlichen Mahlmühlen (über einem fe&#x017F;t&#x017F;tehenden Steine einen<lb/>
horizontal rotirenden Stein) oder &#x017F;ie be&#x017F;tehen aus einem gerieften Mantel, innerhalb<lb/>
welchem ein aus Hartguß oder Stahl gefertigter geriefter oder cannelirter Kegel &#x017F;ich<lb/>
bewegt (Con&#x017F;truction der Kaffeemühlen), oder aus einer gerieften, harten Walze,<lb/></p>
                </div>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[56/0072] Allgemeine Thierzuchtlehre. der Rohfaſer löslicher gemacht und daher das Futter einer günſtigen Veränderung unterworfen. 4. Die Futterbereitungs-Maſchinen. Entſprechend der Art des Futters und ſeiner Zubereitung, welche im Quetſchen, Schroten, Brechen, Schneiden, Waſchen, Kochen beſtehen kann, unterſcheidet man 1. Quetſch- und Schrotmühlen, 2. Oelkuchenbrecher, 3. Häckſel- und Wurzelſchneide- maſchinen, 4. Waſchmaſchinen und 5. Futter-Koch- und Dämpfapparate. 1. Die Quetſch- und Schrotmühlen. Die Quetſchmühlen, Haferquetſchen haben die Aufgabe, Körner, beſonders Hafer, Gerſte zu zerreißen, zu zerquetſchen. Dieſe Arbeit wird durch zwei gleich oder ver- ſchieden große, hohle Walzen verrichtet, welche am Umfange gewöhnlich glatt ſind. [Abbildung Fig. 24. Quetſchmaſchine für Handbetrieb DK von der Aetien-Geſellſchaft „H. F. Eckert“ — Ber- in. — Quetſchwalzen 46 reſp. 25 Cm. Durchmeſſer und 7 Cm. Breite; Gewicht 152 Kilogr.; Leiſtung per Stunde: Hafer grob 2 Hektoliter, ſein 1 Hekto- liter; Roggen grob 1.5 Hektoliter, ſein 0.75 Hekto- liter. Preis 130 Mark (65 fl.).] Bei kleinen Walzen verſieht man die Mantelflächen mit Riefen, um das Aus- ſpringen der Körner zu verhüten. Als vorzüglichſte Quetſchmühle iſt die Turner’ſche Quetſche von E. R. & F. Turner in Ipswich zu bezeichnen. Dieſelbe beſteht aus zwei verſchieden großen, horizontal gelagerten Walzen, von welchen die größere durch eine Kurbel oder Riemenſcheibe in Bewegung geſetzt wird. Die Körner ge- langen durch einen Rumpf zwiſchen die beiden Walzen, um dort zerdrückt und zer- riſſen zu werden. Fig. 24 zeigt eine der- artige Quetſchmaſchine, ausgeführt für den Handbetrieb durch zwei Mann von der Actien-Geſellſchaft „H. F. Eckert“. Zum weiteren Verkleinern der Körner, zum Schroten und Mahlen derſelben kommen Schrot- und Mahlgänge in Verwendung. In den meiſten Fällen wird es am billig- ſten kommen, ſich das Schrot, ſtatt auf eigenen Schrotmühlen, von der nächſten Kunſtmühle herſtellen zu laſſen. Die Con- ſtruction der eigentlichen Schrotmühlen iſt eine ſehr mannigfaltige. Entweder zeigen ſie die Einrichtung der gewöhnlichen Mahlmühlen (über einem feſtſtehenden Steine einen horizontal rotirenden Stein) oder ſie beſtehen aus einem gerieften Mantel, innerhalb welchem ein aus Hartguß oder Stahl gefertigter geriefter oder cannelirter Kegel ſich bewegt (Conſtruction der Kaffeemühlen), oder aus einer gerieften, harten Walze,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/krafft_landwirthschaft03_1876
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/krafft_landwirthschaft03_1876/72
Zitationshilfe: Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 3. Berlin, 1876, S. 56. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/krafft_landwirthschaft03_1876/72>, abgerufen am 18.11.2018.