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Kunckel, Johann: Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst. Frankfurt (Main) u. a., 1679.

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Anthonii Neri von der Glas-Kunst.
lein schon unterschiedlichen Gold-Arbeitern bekannt/ welche es
in dem Gebrauch oder Erfahrung also befunden haben.

Das 129. Capitel.

DJeser theure und kostbare Modus ist zwar von vielen
versucht/ aber darinnen wenig Vergnügen gefunden
worden; es gehört auch mehr dazu/ das Gold dahin
zu bringen/ daß es dem Glas seine rothe Tinctur mittheile/
und dasselbe in einen Rubin/ ja gar Carfunckel verkehre/
und hätte der Autor näher zum Ziel schiessen müssen/ wann
man glauben solte/ daß er dergleichen gemacht oder machen
können.

Vom 130. Capitel/

DArinnen wieder ein fixer Schwefel zu machen gelehret
wird/ wie im 126 Capitel/ ist nur dieses zu setzen/ daß hier-
zu einer so viel nütz/ als der ander/ nemlich nichts. Dahero
auch davon nichts weiters zu melden.

Jm 131. 132. 133. Capitel

LEhret der Autor erstlich das Kupffer calciniren: zwey-
tens/ daraus einen Vitriol oder Kupffer-Wasser zu
machen; und drittens/ wie man den Vitriol reinigen
und distilliren soll; von welchen allen nicht viel zu sagen ist/
weiln es gemeine Arten/ die schon iederman bekannt/ und da-
zu hier deutlich genug beschrieben sind. Daß aber steht/ ohne
Corrosiv und Schärffe solchen zu machen/ wäre zwar/ was die
Herausziehung desselben/ aus dem Kupffer-Kalch/ betrifft/
deme so; alleine die Calcination mit dem Schwefel/ als welche
blos durch das acidum desselben geschicht/ ist (was das Corrosiv
belangt) eben so viel/ als ob es mit dem Oleo Sulphuris oder Vi-
trioli
geschehen wäre; aber weil der Schwefel an sich selber
nicht scharf schmeckt/ und der Autor nicht observirt, daß die

Cal-
Bb

Anthonii Neri von der Glas-Kunſt.
lein ſchon unterſchiedlichen Gold-Arbeitern bekañt/ welche es
in dem Gebrauch oder Erfahrung alſo befunden haben.

Das 129. Capitel.

DJeſer theure und koſtbare Modus iſt zwar von vielen
verſucht/ aber darinnen wenig Vergnuͤgen gefunden
worden; es gehoͤrt auch mehr dazu/ das Gold dahin
zu bringen/ daß es dem Glas ſeine rothe Tinctur mittheile/
und daſſelbe in einen Rubin/ ja gar Carfunckel verkehre/
und haͤtte der Autor naͤher zum Ziel ſchieſſen muͤſſen/ wann
man glauben ſolte/ daß er dergleichen gemacht oder machen
koͤnnen.

Vom 130. Capitel/

DArinnen wieder ein fixer Schwefel zu machen gelehret
wird/ wie im 126 Capitel/ iſt nur dieſes zu ſetzen/ daß hier-
zu einer ſo viel nuͤtz/ als der ander/ nemlich nichts. Dahero
auch davon nichts weiters zu melden.

Jm 131. 132. 133. Capitel

LEhret der Autor erſtlich das Kupffer calciniren: zwey-
tens/ daraus einen Vitriol oder Kupffer-Waſſer zu
machen; und drittens/ wie man den Vitriol reinigen
und diſtilliren ſoll; von welchen allen nicht viel zu ſagen iſt/
weiln es gemeine Arten/ die ſchon iederman bekannt/ und da-
zu hier deutlich genug beſchrieben ſind. Daß aber ſteht/ ohne
Corroſiv und Schaͤrffe ſolchen zu machen/ waͤre zwar/ was die
Herausziehung deſſelben/ aus dem Kupffer-Kalch/ betrifft/
deme ſo; alleine die Calcination mit dem Schwefel/ als welche
blos durch das acidum deſſelben geſchicht/ iſt (was das Corroſiv
belangt) eben ſo viel/ als ob es mit dem Oleo Sulphuris oder Vi-
trioli
geſchehen waͤre; aber weil der Schwefel an ſich ſelber
nicht ſcharf ſchmeckt/ und der Autor nicht obſervirt, daß die

Cal-
Bb
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[195/0233] Anthonii Neri von der Glas-Kunſt. lein ſchon unterſchiedlichen Gold-Arbeitern bekañt/ welche es in dem Gebrauch oder Erfahrung alſo befunden haben. Das 129. Capitel. DJeſer theure und koſtbare Modus iſt zwar von vielen verſucht/ aber darinnen wenig Vergnuͤgen gefunden worden; es gehoͤrt auch mehr dazu/ das Gold dahin zu bringen/ daß es dem Glas ſeine rothe Tinctur mittheile/ und daſſelbe in einen Rubin/ ja gar Carfunckel verkehre/ und haͤtte der Autor naͤher zum Ziel ſchieſſen muͤſſen/ wann man glauben ſolte/ daß er dergleichen gemacht oder machen koͤnnen. Vom 130. Capitel/ DArinnen wieder ein fixer Schwefel zu machen gelehret wird/ wie im 126 Capitel/ iſt nur dieſes zu ſetzen/ daß hier- zu einer ſo viel nuͤtz/ als der ander/ nemlich nichts. Dahero auch davon nichts weiters zu melden. Jm 131. 132. 133. Capitel LEhret der Autor erſtlich das Kupffer calciniren: zwey- tens/ daraus einen Vitriol oder Kupffer-Waſſer zu machen; und drittens/ wie man den Vitriol reinigen und diſtilliren ſoll; von welchen allen nicht viel zu ſagen iſt/ weiln es gemeine Arten/ die ſchon iederman bekannt/ und da- zu hier deutlich genug beſchrieben ſind. Daß aber ſteht/ ohne Corroſiv und Schaͤrffe ſolchen zu machen/ waͤre zwar/ was die Herausziehung deſſelben/ aus dem Kupffer-Kalch/ betrifft/ deme ſo; alleine die Calcination mit dem Schwefel/ als welche blos durch das acidum deſſelben geſchicht/ iſt (was das Corroſiv belangt) eben ſo viel/ als ob es mit dem Oleo Sulphuris oder Vi- trioli geſchehen waͤre; aber weil der Schwefel an ſich ſelber nicht ſcharf ſchmeckt/ und der Autor nicht obſervirt, daß die Cal- Bb

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Zitationshilfe: Kunckel, Johann: Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst. Frankfurt (Main) u. a., 1679, S. 195. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/kunckel_glasmacher_1679/233>, abgerufen am 25.08.2019.